Posts by Al Z

    Im Volke wird aber teils argumentiert, als sei "Wissenschaft" eine Art Glaube, darauf wollte ich hinaus.


    Diese Deifikation von Wissenschaft zu einem neuen Götzen für die Massen, betrachte ich sowieso mit Sorge. Und die Wissenschaft tut/täte gut daran, sich davon zu distanzieren, denn, da stimme ich mit dir überein, die Wissenschaft gibt in aller Regel nicht die "gleichen" Antworten wie der Glaube (Ausnahme ist hier wohl wirkl. die Philosophie). Damit ist jetzt nicht gemeint, dass es beispielsweise die Evolutionstheorie vs. Kreationismus gibt, sondern dass Glauben eben oftmals mit einem moralischen Impetus verbunden ist. Was ist (moralisch) richtig, was ist falsch? Eine wissenschaftliche Disziplin (egal mit welcher Herangehensweise, ob empirisch, hermeneutisch, was auch immer) sollte so eine Frage bewusst nicht wertend beantworten. Eine stärkere Rolle der von dir angesprochenen Ethik wäre hierbei mMn wünschenswert, wird sie doch von vielen mittlerweile als "Glaubensersatz" wahrgenommen. An Brandherden, bei der sich die Ethik austoben könnte, mangelts ja nun wahrlich nicht, man müsste ihr halt (Achtung, Medienkritik) etwas mehr Platz einräumen. Viele winken jedoch leider auch schon ab, wenn sie den Begriff nur hören, weil sie schon den Zeigefinger des Moralapostels vor sich haben ... dabei würds vielleicht einfach nur mal zum (intensiveren) Nachdenken anregen. :coffee:

    Klingt in meinen Ohren eher zumeist wie eine Polemik oder Geringschätzung aller nicht-empirisch arbeitenden Disziplinen, aber das mag auch nur mein Eindruck sein. :p


    Meistens geht's ja bloss um das. Wenn dann noch gewisse Bemerkungen ("blahblah-Wissenschaften") mitschwingen, ist das Thema bei mir jeweils eh gegessen.*


    Nichts für ungut, aber empirische Wissenschaften, wie Physik sind zwar durchaus wichtig, aber erlauben leider zu vielen Leuten genauso viel Mist wie Andere zu babbeln, zu produzieren und sich dabei auch noch im Recht zu fühlen, denn moralische Kriterien spielen ja bei der guten Empirie keinerlei Rolle. Hauptsache der Batzen stimmt und man muss keinerlei Verantwortung für sein Handeln zum Wohle der Wissenschaft übernehmen.
    (Hachja, der gute Dürrenmatt...)


    Nein, damit kommt man nicht wirkl. weiter.


    Bei jeder intensiveren Auseinandersetzung (und damit auch einer ernsthafteren, die nicht nur auf Diskreditierung hinauslaufen soll) mit dieser Problematik wird leicht ersichtlich, dass die Grenzen zwischen empirischen und nicht-empirischen Wissenschaftsdisziplinen fliessender sind, als womöglich geahnt.


    *€: Da fällt mir auf, dass ich schon länger nichts mehr von einem anderen User gelesen habe, der jeweils auch ein eifriger Verfechter der empirischen Wissenschaften jeweils war. Bei dem war auch immer alles Andere einfach "blahblah". :D

    Ob ohne solch eine Form der Propaganda überhaupt existieren würde und für den den Einzelnen überhaupt die Frage nach solcherart Existenz aufkommen würde, bezweifle ich dann doch sehr.


    Wie erklärst du dir dann eine bei vielen Menschen anscheinend vorhandene Spiritualität/Religiosität? Das muss ja irgendwoher kommen, denn die Kirche hat das nicht einfach so "erfunden", höchstens weiterentwickelt/kommerzialisiert/monopolisiert. Spiritualität ist über den ganzen Erdball vorhanden in ganz unterschiedlicher Ausprägung. Angefangen hat wohl ursprünglich mal alles mit irgendwelchen Ritualen bei den ersten Zivilisationen/Stammesgemeinschaften.


    Autoritätsgläubigkeit ist auch kein rein religiöses Phänomen, das hast du auch anderswo, aber ich vermute das ist dir bewusst.

    Es gibt verschiedene Vorstellungen zur EU. Eine davon ist, dass man eng zusammenwächst. Baut intern Konflikte ab, und man hat als Europa international Gewicht - als Deutschland wenig und als Österreich schonmal garkeins.


    Das Problem ist halt, dass Österreich auch in einer supranational orientierten EU (die es dann umso mehr sein müsste, um mit China/USA mitzuhalten) kaum ernstzunehmenden Einfluss hat. In der EU geben schon jetzt D/F/UK im Grossen und Ganzen den Ton an. Durch die Euro-Krise haben die Menschen in den südl. Euro-Ländern sogar das Gefühl, dass nur noch D den Ton angibt und es fällt ihnen schwer dies zu akzeptieren. Die Menschen in Europa leben in Nationalstaaten, die über Jahrhunderte hinweg gereift sind und eine ebenso lange Tradition/Geschichte/Identität besitzen. Ich glaube nicht, dass sie so einfach zu überzeugen sind ihre Souveränität für ein, wie auch immer geartetes "greater good", einfach so über Bord zu werfen. Die USA/China, aber auch Russland, besitzen dieses "Problem" halt einfach nicht derart ausgeprägt.


    Was ich zum Teil auch ganz grundsätzlich nicht verstehe ist, wieso Europa denn unbedingt diese (Grossmacht)Stellung neben den USA/China braucht. Lasst doch mal die Asiaten die Welt übernehmen, wer sagt denn, dass sie schlimmer aussehen wird, als unter europäischer Vormachtsstellung? Bei aller (berechtigten) Skepsis über Menschenrechte in Ländern wie Russland und China, so bin ich 100% überzeugt, dass sie sich reformieren und anpassen werden. Sie müssen, weil durch die Globalisierung haben sie gar keine andere Wahl. Die demokratischen Werte werden sich durchsetzen, es ist bloss eine Frage der Zeit (lieber etwas länger, dafür auf friedliche Weise). Und wenn es dann soweit ist, habe ich kein Problem, wenn Europa in der Bedeutungslosigkeit versinkt (ja, auch die Schweiz). Habe manchmal den Verdacht, dass Menschen, die sich dies partout nicht vorstellen können, wohl verkappte europäische Imperialisten sind, die sich immer noch nicht damit abfinden können, dass Europa eines Tages nicht mehr die erste Geige in der Welt spielt und geistig auf irgendeinem Kanonenboot vor sich hindümpeln. Oder hat man Angst, dass all die Völker, die durch die Europäer oftmals gegeisselt wurden, plötzlich dann aus einer Position der neu erhaltenen Macht zurückschlagen könnten? Ich glaube diese Sorge ist unbegründet, denn die sind so klug, um zu wissen, dass Unrecht nicht durch neuerliches Unrecht besser wird.

    Nur wird dabei verkannt, dass es viele unterschiedliche Politikstyle gibt und bei manchen ist eben genau dieses Fingerspitzengefühl, kontraproduktiv, im Gegenteil es wird damit gespielt, das man unberechenbar ist.


    Ich frag' mich einfach, obs zur Qualität eines Politikers gehört "unberechenbar" zu sein. Mich schaudert eher bei dem Gedanken, weil man ja immer Angst haben muss, was bringt er als nächstes?! :boggled:



    Man schaue sich nur mal Merkel und Steinbrück im Vergleich an, zwei komplett unterschiedliche Ansätze. Merkel, die sich jeden Weg offen hält und immer genau dahin schwimmt, was grade Usos ist und nach rein rationalen Gesichtspunkten handelt. Das Gegenstück dazu Steinbrück, "Bauch Politiker" klare Kante, klare Aussagen, klarer Kurs. Der eingeschlagene Weg wird wegen Überzeugungen gegangen und durchgezogen und mit seiner teilweisen rabiaten Art soll Stärke demonstriert werden.


    Nun, es ist jetzt nicht so, dass Steinbrück nie den Kurs geändert hat. Stichwort Mindestlohn. Ist ja auch legitim, dass einer sowas macht, weils wohl jeder tut (wer weiss schon immer von Anfang an, was richtig und was falsch ist...). Aber insgesamt gesehen stimme ich dir zu, dass wohl Merkel schon eher die Opportunistin ist, als ein Steinbrück.


    Die "rabiate Art" kann auch anders interpretiert werden, z.B. dass sie Schwäche und/oder Unsicherheit überspielen soll, also genau das Gegenteil. :wink:



    Welcher Politikstyle der bessere ist, kann ich nicht beurteilen, beide führen zu irgendeinem Ergebnis.


    Na aussenpolitisch wohl der eher weniger rabiate, damit erreicht man mehr und sorgt nicht noch für Trotzreaktionen. Bei Verhandlungen kann man genauso hart sein/bleiben und muss sich dennoch nicht wie ein Elefant im Porzellanladen aufführen.



    Btw. Wäre ich ein Außerirdischer und müsste die beiden einer Partei zu ordnen, ich würde genau falschrum liegen ;)


    Hat was. Fragt es sich bloss, ob das nun für die beiden und ihre Parteien spricht, oder eher nicht. :D

    Ich seh keinen Grund, warum der Steinbrück sich anders benehmen sollte als du und ich.


    Selbstverständlich hat sich ein Kanzlerkandidat, aufgrund des öffentlichen Interesses, in der Öffentlichkeit! anders zu benehmen, als du und ich. Mit deiner Argumentation könnte man ziemlich krumme Dinger in der Politik ebenfalls durchgehen lassen. Was er (und ich und du) hingegen privat äussert, ist sein/unser Bier. Er zeigt einfach, dass er keinerlei diplomatisches Fingerspitzengefühl besitzt, was aber mMn einen (vielleicht zukünftigen) Staatsmann auszeichnen muss.


    Sogar der Präsident des europäischen Parlaments (ein Genosse Steinbrücks), der ja nun wirkl. kein Berlusconi-Fan ist, wie bekannt sein dürfte, hat ihn für seine Aussage kritisiert. Dass CDU und FDP auf ihn losgehen deswegen, ist ja wohl Wahlkampflogik, aber wenn ihn sogar ein Genosse dafür kritisiert, sollte man vielleicht schon mal seine Ausdrucksweise überdenken. Gerade die SPD kritisiert ja oftmals Populismus und betont die besondere Verantwortung der deutschen Politik aufgrund der Geschichte. Da passt ein Polterer, der regelmässig verbal in Richtung Ausland schiesst, in meinen Augen einfach nicht ins Konzept.


    Der Nationalrat, der Steinbrück als Nazi bezeichnet hat, wurde dafür auch (zu recht) kritisiert. Was man aber auch berücksichtigen muss, ist, dass ein Nationalrat keine so staatstragende, und dem Ausland gegenüber repräsentative Rolle innehat, wie etwa das Amt eines Bundesrats, oder gar Bundespräsidenten (so einer hätte das eben auch nicht gesagt). Nun hat auch ein Kanzlerkandidat sicherlich nicht diese Rolle, wie der amtierende Kanzler, oder der Bundespräsident, aber er will ja so ein Amt übernehmen, und deshalb muss er sich genau daran messen lassen. Wenn er ein hundsgewöhnlicher Bundestagsabgeordneter wäre, wäre es was anderes.


    Und natürlich sind solche Aussagen, wie du sie beschreibst von Berlusconi, untragbar. Deswegen ist er ja aber eig. in der europäischen Öffentlichkeit abseits von Italien eine persona non grata. Aber will das Steinbrück etwa auch sein? Ich glaube nicht. Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist, und war noch nie die Lösung. Er hätte sich auch anderweitig ablehnend gegenüber Grillo und Berlusconi äussern können, ohne das populistische Pferd zu reiten (was er ja gerade oftmals bei anderen anprangert).

    @Italien:
    Ich kann mich dunkel entsinnnen, kürzlich (2013!) gesehen zu haben, das die EZB (welches Land hatte da nochmal eine Mehrheit?) in der letzten Zeit so viele Italienische Staatsanleihen aufgekauft hat, wie für alle anderen EU-"Problemländer". Ich meine es waren so um die 100 Milliarden Euro.


    Diese 100 Mia. kommen beim normalen Italiener, zumindest gefühlt, nicht an, sondern versickern wohl fast zu 100% als Schuldzinsen bei den Finanzinstituten und den Gläubigern. Das ist nat. ein Trost.


    Auch gut zu sehen, dass es Peitschen-Peer immer noch drauf hat. Nachdem er Störtebeker nach Zypern schicken will, bezeichnete er nun Grillo und Berlusconi öffentlich als Clowns, wofür er von Napolitano eine Abfuhr fürs Treffen kassierte. Bitter. Ob Berlusconi uns eine Retourkutsche beschert? Vielleicht bietet er Steinbrück im Gegenzug wieder mal die Rolle eines KZ-Capos an, wie damals Schultz. :D


    Ganz ehrlich, selbst wenn der Mann mit seinen Aussagen womöglich einen wahren Kern trifft, so ist der eine absolute, tickende Zeitbombe. Will der, falls er Kanzler werden sollte (Gott/Merkel behüte), auch regelmässig solche Böller abfeuern? Falls ja, freu ich mich schon auf das diplomatische Trauerspiel.

    Bei vielen Italienern war das wohl auch eher eine "Anti-Monti"-, statt einer "Pro-Berlusconi"-Wahl. Darum auch der eig. noch grössere Erfolg von Grillo, und die Watsche gegen Monti.
    Viele Italiener sahen/sehen in Monti halt einfach den EU-Technokraten, der von Juncker, Draghi, Rompuy & Co. ins Ohr geflüstert bekommt, was gut für Italien sei. Und die Italiener denken sich halt: wir wissen selbst, was gut für uns ist (obs tats. so ist, oder nicht, sei mal dahingestellt). Zumindest ist es dann demokratisch eher legitimiert.


    Dann muss man noch berücksichtigen, dass Silvio 6/8 oder so Fernsehanstalten gehören/er Einfluss drauf hat, Steuern den Bürgern zurückzahlen will, fleissig den Machismo bedient, Merkel Widerstand leisten will (Guido hat ihn ja sogar vor "Anti-Deutschem-Wahlkampf gewarnt, das hat ihm bestimmt gleich noch einige Extrastimmen gebracht) usw.usf. ... also mich wunderts eig. nicht. Ich hätte ehrlich gesagt sogar eher ganz auf ihn gesetzt was die Wahlen angeht, bin überrascht, dass er nicht noch mehr Stimmen gemacht hat. Da hat ihm Grillo die Suppe versalzen.

    Als Deutschland den Atomausstieg ankündigte hatte dies auch Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wenn Deutschland ihn auch tatsächlich schafft wohl noch mehr.


    Das würde ich nun nicht überbewerten. Frankreich z.B. (hat doch einen engen Draht zu D) setzt nach wie vor auf seine Kernkraftwerke, ja sogar Japan! nach Fukushima, das muss man sich mal vorstellen. Wenn die Energiewende tats. gut gelingt, dann könnts noch einen Schub erhalten, wenn sie allerdings nicht vorankommt (gibt da einige Baustellen) führts eher zu einem Reputationsverlust, oder versickert unbeachtet.

    Hormone (pille) findest du aber afaik selbst im Trinkwasser.


    Ohne das Fass gross aufmachen zu wollen: höchst interessante Problematik, von der noch niemand die Folgen wirklich abschätzen kann. Wer weiss, was dadurch noch auf uns zukommt. Fortpflanzungszyklen bei Fischen usw.pp.


    Die Überbevölkerung ist ein Problem, aber vor allem ist sie eines, weil die großen Volksnationen auf der Welt meinen unseren Lebensstandard erreichen zu wollen.


    Wie wollen wir sie denn davon abhalten? Die Menschen dort wollen halt auch ein Handy (wo seltene Erden drin verarbeitet sind). Sie wollen auch einen PKW. Sie würden auch eine Strassenbahn in ihren Städten nehmen, wenn sie eine hätten, so ists nicht. Sie streben halt nun mal verständlicherweise danach und wir können es ihnen nicht verbieten. Wir können zwar versuchen ihnen eine ökologischere Lebensweise usw. vorzuleben, aber erstens brauchen wir dafür den Gesinnungswandel bei uns (der dauert) und von dem ausgehend dann zweitens die Abkehr vom Streben der Menschen aus der Dritten Welt, nach unserem derzeitigen Lebensstandard (was ebenfalls wieder dauert).


    Die Überbevölkerung anzupacken ist halt ein effizientes Mittel, um ziemlich rasch für eine Entschärfung der Ressourcenknappheit zu sorgen (zumindest wohl schneller, als das Hoffen auf neue Technologien etc.). Entwicklungshilfe sollte auch viel mehr in diese Richtung forciert werden. Es gibt sogar das "Menschenrecht auf Familienplanung"* (war selbst überrascht). Jetzt könnte man auch sagen: Nunja, vielleicht wollen die Menschen dort soviele Kinder, aber ich glaube, dass dies nicht der Fall ist. Viele Schwangerschaften sind ungewollt und passieren einfach, weil Verhütung ein Fremdwort ist, oder moralisch verpönt ist (vielleicht kann ja der neue Papst hierzu auch seinen Beitrag leisten ...).


    Und dass sich die Erdenbevölkerung bei 10 Mia. ganz automatisch reguliert durch Nahrungsmangel, Kriege etc. möchte ich lieber nicht erleben (was ich alterstechnisch wohl eh nicht werde). Da kann vorher was getan werden.


    Zu dem Zitat würd ich auch noch sagen: vielleicht war das durchaus impliziert, aber sonst würd ich noch extra darauf hinweisen, dass bei einem reichen Land nat. nicht nur Druck auf die Umwelt anderswo ausgeübt wird, durch Ressourcenausbeutung, sondern auch auf seine eigene, durch übermässige Zuwanderung (und eben die Leier von damit auch verbundenen Wachstum). Das seh ich hier leider nur zu gut. Die Schweiz hat bald mal soviele Einwohner wie Österreich (ja, man glaubts kaum), bei halber Fläche. Und nur weil wir die Personenfreizügigkeit haben (notfalls kündigen), und der Euroraum um uns herum den Bach runter geht**, werden wir unser Land nicht in eine Betonwüste verwandeln. Ob man mich dann für die Einstellung in die rechte Ecke zu den Glatzen schiebt, ist mir egal.


    *Chinas "ein-Kind-Politik" verstösst übrigens dagegen, obwohl ich die eig. sonst begrüssenswert finde ( "eig.", weil ich den Nebeneffekt von Abtreibungen von Mädchen nicht als erstrebenswert erachte ...).


    **Darum sprach ich bei den -0,3% auch den Zynismus an. Denn viele Menschen werden dies eben nicht akzeptieren und suchen sich dann Länder aus, wo das Wachstum vorhanden ist (weil sie ja selbst davon profitieren wollen).

    Wachstumsrücknahme


    ... die nur leider überhaupt nicht öffentlichkeitswirksam ist und deren Ideen unter den etablierten Parteien auf keinerlei Gegenliebe stößt.


    Genau das. Ich schüttel mittlerweile jedes Mal den Kopf, wenn ich wieder mal den Spruch höre von wegen "Wir brauchen mehr Wachstum!". Wieso brauchts mehr (Wirtschafts)Wachstum, vorallem in hiesigen Gefilden? F z.B. ist knapp über Selbsterhaltungsquote was die Bevölkerung angeht, D knapp drunter und bei uns sind wird auch drunter (Westeuropa insg. ähnlich). Der Bevölkerungszuwachs stagniert also abgesehen von Zuwanderung (über die man diskutieren soll und muss, was hierzulande dann aber zur Bezeichnung "Ökofaschist" führt :D), und wenns Wachstum gibt, landets in Form von Kapital hauptsächlich in den Taschen von den immer gleichen Personen. Aber bis da auch mehr Menschen den Mythos von "mehr Wachstum" als Allheilmittel für sich selbst dekonstruiert haben, brauchts seine Zeit.


    Insofern ein Prost auf die prognostizierten -0,3% Wachstum im Euroraum, vielleicht finden sich dann endlich Mehrheiten für wirkl. gute und nachhaltigere Modelle (auch wenn sichs fast schon zynisch anmutet). :cheers:

    Konkret aber ist es doch so, dass man zuerst einmal für sich und sein Verhalten verantwortlich ist.


    Natürlich hat jeder eine gewisse Verantwortung und kann seinen Teil beitragen, doch bleibt der einfach verschwindend gering, solange die mächtigeren Akteure nicht mitmachen. Ich kann Apple beispielsweise nicht verbieten jedes gefühlte halbe Jahr ein neues iPhone auf den Markt zu bringen. Ich kann meinen Beitrag diesbezüglich leisten, indem ich das Teil nicht kaufe, oder die Firma grundsätzlich boykottiere. Ich kann auf Fleisch verzichten, aber solangs keine Anreize über Preis oder ähnliches geben wird, wird die Masse trotzdem mit dem Konsum zulegen. Es gibt an den (technischen) Hochschulen immer wieder innovative und tolle Projekte, aber solange sie staatlich nicht gefördert werden, oder sich die Wirtschaft einfach nicht dafür interessiert, werden sie sich nicht durchsetzen. Es braucht da einfach einen Gesinnungswandel durch alle Akteure hindurch, aber der braucht auch Zeit. Genau wie Amoks "Weltgesellschaft" ... vielleicht haben wir ja Glück und der Planet gibt uns die dafür nötigen paar Jahrhunderte doch noch.


    €: Bezüglich der Macht des Konsumenten, bin ich eh ziemlich skeptisch. Letztlich führts ja zu den Theorien der Marktwirtschaft und da gibts einige höchst interessante Ansätze, ob das eig. wirkl. genau so funktioniert mit Nachfrage -> Angebot, oder obs vielleicht nicht auch eher sogar Angebot -> Nachfrage ist.

    Das grundlegende Problem ist doch einfach, dass wir heutzutage dem Chinesen, Inder und Brasilianer sagen müssen: "Du kannst leider nicht so leben, wie wir das tun." Aber wie will man das diesen Menschen erklären und ist das denn gerecht?


    Dass jeder Chinese mit einem PKW rumfährt ist derzeit absolut ausgeschlossen, es geht schlicht nicht, weil die Ressourcen nicht vorhanden sind. Insofern kann man eig. nur hoffen, dass sich diese äusserst interessante Vorhersage bezüglich stagnierendem, weltweitem Bevölkerungswachstum bewahrheitet. Das würde zumindest in die Richtung das Problem beschränken.


    Ich bin auch nicht so optimistisch, wie Amok, dass wir uns in dem Bereich ja grad weiterentwickeln würden. Natürlich entwickeln wir uns weiter, allerdings bescheidener, als wohl möglich wäre. Wenn man beispielsweise in den 1960er Jahren Menschen gefragt hätte, wie denn die Welt im Jahre 2013 aussehen würde, wären wohl einige enttäuscht. Auch finde ich es interessant, mal darüber nachzudenken, wo denn eig. der technische Fortschritt am grössten war (grad in den letzten Jahren). Bei "Unterhaltungstechnologie", für die Menschen aus der ersten Welt. Zum Teil höchstens "pseudoinnovativ" mit kaum tatsächlichem Nutzen. Dafür werden Unsummen investiert, für ein Tablet, das vielleicht alles etwas schneller kann, als der Vorgänger.


    Oder man denke an den aktuellen Stand in der Raumfahrt ... wohl fast erbärmlich im Vergleich zu dem was sich von vielen erhofft wurde. :D


    Zwar etwas philosophischer Beitrag, aber lohnt schon sich mal darüber Gedanken zu machen. Die Frage ist auch, was man dagegen tun kann. Unternehmen über Planwirtschaft zu tats. "nützlicheren" Innovationen zu zwingen, kann wohl keine Lösung sein. Also bleibts wohl mal wieder am Staat hängen, oder am mündigen Konsumenten ...

    Irgendwer ließt den Stuss ja auch, ich finde die Schuldfrage ist da nicht so leicht auszumachen.


    Das stimmt schon, die Medien müssen ja auch auf die Nachfrage eingehen. Ist wohl so ähnlich wie mit dem Dschungelcamp, es wills jeweils keiner gesehen haben ...
    Am Ende freut sich die sabbernde Menge doch wieder, wenn sie Abends vor der Glotze feiern kann, weil rauskommt, dass Steinbrück bei seinem ersten Hausbesuch ausgerechnet zu einem Mitglied der SPD gefahren ist und einen Eierlikör mitgebracht hat. :D


    Merkel hat ja jetzt auch schon seit gefühlt ewigen Zeiten den Eurokrise-Bonus. Sie kann alles als "alternativlos" von Brüssel zugestellt verkaufen und die SPD muss es ja eig. abnicken, bleibt ihr de facto wirkl. kaum was anderes übrig. Die Rolle der politischen Opposition wird so zur Nullnummer.


    Und wie auch bei Helmut Kohl ist der größte Trumpf, dass es keine wirklichen Gegenkandidaten gibt - wer läuft denn da auf ?


    McAllister :diel:

    Das lustige ist ja, dass die Union ziemlich immun gegen solche Schlammschlachten ist. Die bauen ständig Mist, ihr Mist fliegt ständig auf, aber irgendwie sind die trotzdem stabil wie Stahl bei den Umfragewerten.


    Was sollte man in Deutschland auch sonst wählen?^^
    Für die FPD hat man wohl zu wenig Geld, dass die einem was bringt und die anderen wollen einem bloss mehr wegnehmen ... ausser man ist "Klientel" von denen, wie etwa Studi (Aufhebung von Studiengebühren) dann wählt man nat. rational gesehen die ... bringt ja wenigstens was. ;)


    Und von den Piraten bin ich als "ausländischer" Beobachter fast am bittersten enttäuscht, dachte die könnten mehr bewegen/bringen, aber stattdessen veranstalten sie regelmässig Kindergeburtstage ... klar dass das dann nix wird.


    @Amok: Die Medien? "Skandale" gabs immer, fragt sich bloss wie sie transportiert und aufgebauscht werden. Pinot Grigio à €5 ...

    Das sehe ich ähnlich. Jetzt im Copy/Paste-Zeitalter ist es ohne Frage weit aus leichter Plagiate zu finden, doch davon ab sehe ich auch die Professoren kaum in der Pflicht ihre Lebenszeit daran zu verschwenden Plagiate aufzudecken. Ohnehin sich Professoren in der Regel durch diverse Verpflichtungen eingespannt, sodass sie sich selten ausschließlich der Lehre und auch vor allem der Forschugn widmen können - Dissertationen, Hausarbeiten und etwaiges säuberlich auf Plagiate zu untersuchen dauert selbst mit Internet elendig lange, denn die entsprechenden Passagen muss man schließlich immer noch anhand der Sekundärliteratur nachvollziehen. Es mag zur Aufgabe der Universitäten gehören Plagiate aufzudecken doch ehrlich gesagt kann ich das nicht als direkte Verpflichtung erkennen; es ist ein Bestandteil der Arbeit doch durch derartige Banalitäten wird eine Menge an Arbeitszeit verschwendet die man sinnvoller nutzen könnte. Die Schuld trägt wenn dann der bzw. die Betrügerin und nicht der, der es nicht gesehen hat.


    Da bin ich massiv anderer Meinung.


    Das Argument von wegen "Früher gabs die tollen Möglichkeiten noch nicht, um einfach Plagiate zu erkennen" lass ich gelten. Aber wozu führt das eigentlich im Endeffekt? Praktisch stellts doch alle mit Dr. - Titel (vor 30+ Jahren) unter Generalverdacht (zumindest diejenigen wo man nicht pers. kennt und demnach selbst beurteilen kann, wie gut es im Oberstübchen von demjenigen wohl aussieht...).


    Die Aufgabe eines Doktorvaters muss es mMn sein, einwandfrei zu überprüfen, ob diese Arbeit nach sämtlichen wissenschaftlichen Standards erarbeitet wurde, oder nicht. Hat er dazu keine Zeit, oder fühlt sich nicht in der Lage, dann soll er es bitte unterlassen. Falls strukturelle Probleme wie zu wenig Professoren, die dazu bereit sind, usw. vorhanden sind, müssen die Universitäten und der Staat eingreifen. Weil die Situation jetzt, das sage ich als Student, ist doch absolut inakzeptabel und lächerlich. Die Universitäten demontieren sich als Institution selbst. Die Titel sind sonst nichts mehr wert (jetzt keine philosophische Diskussion, ob sie es jemals waren ...) und in Zukunft muss man sich eines Dr. - Titels noch fast schämen, oder Spott und Häme aussetzen. Das kanns nicht sein.


    Das Vertrauen muss wiederhergestellt werden.


    Und nat. ist derjenige, der bescheisst, der Hauptverantwortliche, aber eine Teilverantwortung bei Universität und Doktorvater darf keinesfalls geleugnet werden, und zwar zum Wohle der Zunft.


    €: Im Spiegel steht, dass in GB ein Prof. ein - zwei Studenten bei so einer Arbeit betreut, während in D ein Prof. auf bis zu 20 Studis kommt ...

    Die Bildungsministerin ist fort, lang wirke die Bildungsministerin!


    Bei diesen ganzen Fällen (sind ja nicht nur Schavan und Gutti) fragt es sich am Schluss: wer leidet eig. mehr darunter? Der/die Politiker/in (und ihre Glaubwürdigkeit als Ganzes, die ja eh schon genug angekratzt ist), oder die (jeweilige) Universität als Institution? MMn sollte man die Verantwortlichen dort nämlich auch mal in die Pflicht nehmen.

    Ok .. ich zitiere mich dann noch mal selbst .. beachte bitte das fett gedruckte.
    Das sagt letztlich nicht das die Religion der wahre Grund war, nur eben das sie
    immer vorgeschoben wurde, und somit einfach ein guter Grund ist den die herrschende
    Klasse immer wieder zur Massenmanipuation einsetzt.


    Es heisst auch immer "für Gott und Vaterland" und niemals für Vaterland und Gott.


    Es mag sein, dass viele vom "Fussvolk" glauben/geglaubt haben, dass sie tats. für Gott töten. Zumindest am Anfang. Es gibt genug Zeugnisse, dass sich das dann auch änderte bei den jeweiligen Individuen durch die Schrecken des Krieges. Bei den Herrschenden war dies wohl fast nie der Fall, da spielten immer andere (praktischere) Interessen. Und mal ganz ehrlich, wenn sie die Religion nicht gehabt hätten um Stimmungsmache zu betreiben, hätten/haben sie halt was anderes gefunden, Beispiele habe ich genannt.


    Ich wehre mich einfach gegen pauschales "Religionsbashing", weils wohl "in" ist (glaub ich, aber Zeiten ändern sich immer ...). Denn: was ist eig. bspw. mit den Buddhisten? Gehören doch auch einer Religion an und sind nicht gerade für gewalttätige Ausschreitungen bekannt ... demgegenüber gibts Staaten/Staatsformen, die jegliches "Religiöses" ausgemerzt haben und genauso grauenhaftes zu leisten in der Lage waren.


    Man muss immer differenzieren können.


    Dass es immer "Für Gott und Vaterland" heisst, hängt sogar auch noch mit der Silbenstruktur zusammen (und nicht nur allein mit Gott > Vaterland).

    Ja na sicher. :|-|
    Hast Du in Geschichte nicht aufgepasst? Oder hast Du einfach nur keinen Plan von Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Judenverfolgung, dem Genozid an den
    Armeniern und den ganzen Islamisten, die dauernd sich und tausende Unschuldige in den Tod stürzen?!


    Erst denken (oder von mir aus auch googeln oder Wiki fragen), dann posten. >.<


    Die beiden Kriege haben (beziehe mich auf die Schnelle aufs Wiki) um die 80 Mio. Menschenleben gefordert. Bei der Shoah stimme ich dir zu, hier ist ein religiöses Motiv diesbezüglich wohl am stärksten noch vorhanden. Im Kern bleibe ich aber bei meiner Aussage, vorallem Rassismus und National(sozial)ismus waren die wesentlichen Triebfedern in diesen beiden Konflikten, die Religion war einfach "Beigemüse". Gott war eben mit den Deutschen, Franzosen und Russen, usw. ... wie das Zitat ja schön zeigt.


    Und Hexenverbrennungen, sowie Kreuzzüge verblassen gegen die Opferzahlen der Weltkriege. Zudem: gerade die spanische Eroberung Südamerikas, etwas ebenfalls ungeheuerliches in Sachen Opferzahlen, was sogar auch einen engen religiösen Zusammenhang hat, zählst du interessanterweise nicht auf. Die dürfte den "Bodycount" der Religionen wohl noch am ordentlichsten füllen.


    "Gott mit uns!" war übrigens schon eine der Losungen während des Dreissigjährigen Krieges, aber wer für diesen auch glaubt, dass es "bloss" um Katholiken gegen Reformierte ging, hat auch nur die oberste Schicht begonnen anzukratzen, aber dies nur am Rande.