Posts by ArneDerPyromane


    Entschuldigung, dass ich das leidige Thema hier noch mal aufgreife, aber derartige Polemik konnte ich einfach nicht so stehen lassen;)
    Du hast offensichtlich etwas Grundlegendes am Artikel missverstanden: die Musliminnen (?) haben Körting nicht den Handschlag verweigert, weil er ein unreiner Kartoffelfresser ist, sondern weil er ein Mann ist, wenn sie "ihr Diplom in Ankara gemacht hätten", wäre in einer vergleichbaren Situation vermutlich dasselbe passiert.
    Ob es zeitgemäß ist, dass eine Frau fremden Männern nicht die Hand geben möchte, steht auf einem anderen Blatt, aber es ist sicherlich kein Zeichen für Undankbarkeit dafür, dass "wir" die Seelsorgerausbildung finanziert haben. (btw, vergleichbare kostenlose Weiterbildungsangebote für ehrenamtlich Engagierte gibt es auch in christlichen Gemeinden)


    Huch ?
    In der deutschen Version explodieren keine Köpfe, die Körper sacken nicht zusammen sondern setzten sich brav mit Kopfaua hin und weder in der deutschen noch in der uncut-version zucken Opfer rum.


    Der Mann ist Amerikaner, und in der englischen Version gibt es reichlich Blut.



    Eigentlich nicht, gerade in Splatterfilmen sind die "guten" oder die "Opfer" meistens vollkommene Idioten und das zurecht, denn der Zuschauer soll den Opfern nicht nachtrauern. Gerade bei SAW wird doch suggeriert, dass die Opfer ihre Strafe verdient haben und sich über ein Opfer ihre Erlösung erkaufen müssen. Der Täter ist irgendwo zwischen Wahnsinnigem, Genie und Richter. Gerade in Horrorfilmen ist doch der Mörder oft die Figur mit der meisten Persönlichkeit. Man findet Charaktere wie Hannibal Lector sympathisch. Der Schock bei Actionfilmen setzt auch nur ein, wenn eine wichtige Figur stirbt. Wenn Mel Gibson 200 Engländer abschlachtet, wird da auch nicht getrauert oder der Tod dieser Menschen stilvoll verarbeitet. Dramatisch wirds nur, wenn der Held oder einer seiner Gefährten draufgehen.


    Es geht auch nicht nur um die Dramatik, sondern auch um die Darstellung des Todes. Beispielsweise kann wohl niemand behaupten, bei der Standszene am Beginn von Saving Private Ryan ernsthafte Trauer um die getöteten Soldaten zu empfinden, aber gleichzeitig gehört einiges dazu, damit diese Szene einen Zuschauer gänzlich unberührt lässt.
    Auch Horror- bzw. Splatterfilme unterscheiden sich hier von Gewaltspielen, egal wie dämlich oder böse das Opfer ist, es wehrt sich trotzdem, schreit, die Todesqualen werden im Detail gezeigt. Bei "Killerspielen" ist das meist nicht so.




    Auch in Computerspielen wird der Tod sehr unterschiedlich behandelt. Es gibt tatsächlich Spiele, wo man nur ein paar kurze Zucker hat und sich dann um die nächsten Gegner kümmert und es gibt Szenen, besonders wenn ein wichtiger Charakter stirbt, wo das ganze filmreif bearbeitet wird, um bestimmte Gefühle hervorzurufen.



    Diese dramatischen Videosequenzen tauchen aber nicht in den als "Killerspielen" verschrieenen Shootern auf (mir ist zumindest kein Beispiel bekannt), sondern eher in Rollenspielen etc., die sich in der Zielsetzung und im Aufbau doch meist deutlich von Shootern unterscheiden.


    Du unterscheidest zwischen aktiven Teilnehmen und zugucken...wieso?
    Gibt es Beweise dafür, dass das einen Unterschied macht? Ob ich nun auf Play drücke um Brutalitäten auszulösen, oder auf die Maustaste?
    Abgesehen davon sind Filme deutlich brutaler (sehr deutlich) als Spiele.


    Imho gibt es doch deutliche Unterschiede zwischen dem Zusehen und der aktiven Teilnahme an einer Simulation.
    Ein Hauptunterschied zwischen Film und Videospiel besteht in meinen Augen in der Wahrnehmung des Toetens. Beispiel Action/Horror/Splatterfilme: In unglaublich vielen Filmen wird hemmungslos gemordet, aber in jedem Film (den ich gesehen habe) ist der Tod gleichzeitig mit einer negativen Empfindung verbunden, ob es sich dabei nur um Todesschreie oder um die Darstellung der Reaktionen der Protagonisten handelt. Dies ist in meinen Augen der Aspekt, der Menschen Angst vor derartigen Filmen einfloesst, während man bei kaum einem Menschen Angst vor Gewaltspielen feststellen kann. Hier wird das Toeten vergleichsweise nuechtern dargestellt - ein Kopfschuss, vielleicht ein Zucken, eine große Blutlache, das war's. Gleichzeitig wird der Tod vollkommen emotionslos dargestellt und dabei noch belohnt.
    Auch "verkommt" das Toeten zu einem konditionierten Reflex. Die Wahrnehmung einer Bedrohung verleitet reflexartig zum Abdruecken, das Toeten wird zu einer automatisierten Reaktion in einer Bedrohungssituation, das Nachdenken über den Toetungsprozess und seine moeglichen Folgen wird vollstaendig ausgeschaltet.


    In diesem Interview, dass Zeigeist (?) in irgendeinem Thread afair schon einmal gepostet hat, kann man noch etwas mehr nachlesen
    Ich bitte um Entschuldigung, falls das Interview schon mal genannt wurde, aber ich hatte einfach keine Lust, erst 25 Seiten zulesen, bevor ich mich hierzu aeussere

    Da muss ich allerdings heftig widersprechen. Denn offenbar hat die Abschreckung ja in diesem Fall eben NICHT funktioniert; und den dort lebenden Menschen dürften die dortigen Gebräuche ja wohl bekannt sein, wenn sie ihr gesamtes Leben in diesem Kulturkreis zugebracht haben. Strafen können noch so grausam sein, aber ich bezweifle deren abschreckende Wirkung sehr stark, einerseits, weil es sooo viele Beispiele gibt, wo sich Leute trotz der Strafandrohungen Fürchterliches gegenseitig antun.
    Aber auch, weil ich glaube, dass der animalische Teil, der uns so etwas tun lässt, nicht in der Lage ist, rational abzuwägen, was für Konsequenzen das Handeln haben könnte.


    Das sehe ich anders. Zunächst einmal ist das Verätzen des eigenen Gesichts noch mal eine ganz andere Strafe als, sagen wir, 5 Jahre Gefängnis. Des Weiteren sind Strafen nun mal ein elementarer Bestandteil, ohne den Justiz - und auch die Gesellschaft - überhaupt nicht lebensfähig wäre. Eine Strafe stellt nicht nur konkret eine Abschreckung dar (ob sie das in speziellen Situationen überhaupt tut, ist fragwürdig, ich weiß), Strafen tragen auch zur Normenbildung entscheidend bei. Stell dir eine Gesellschaft vor, in der das Töten nie mit einer Strafe verbunden war - ich bin mir sicher, in einer solchen Gesellschaft hätte das Leben einen weitaus geringeren Stellenwert.


    Was ich von diesem Fall halten soll, weiß ich nicht genau. Einerseits halte ich die brachiale "Auge um Auge"-Justiz für anachronistisch und falsch, wenn ich aber andererseits an das Leid der Frau denke, fällt mir auch nichts mehr ein...
    Was ich aber schlichtweg ungeheuerlich finde, ist, dass die Geschädigte sich für 20.000€ ihre Stellung als Vollbürger vor dem Gesetz erkaufen musste.

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ein Behindertenwohnheim für ein Kind nicht die optimale Lösung darstellt. Die Lebensqualität in einem Wohnheim ist einfach nicht im entferntesten mit der Lebensqualität in einer Familie vergleichbar, und damit meine ich nicht, dass die Kinder in den Wohngruppen vernachlässigt werden, sondern dass besonders für schwerstbehinderte Kinder sehr wenig Zeit für die Befriedigung kindlicher Bedürfnisse (Spielen etc.) und generell für die Sozialisation bleibt. Die Kinder sind nicht "sich selbst überlassen" oder ähnliches, aber sie verbringen einen großen Teil des Tages alleine, was in einer Familie nicht der Fall wäre.
    Die Annahme, für ein schwerstbehindertes Kind Eltern zu finden, die bereit zur Adoption wären, ist utopisch. Wer will schon einschneidende Abstriche im Privat- und Berufsleben und eine sehr enge emotionale Bindung an ein Kind riskieren, dass im nächsten Augenblick tot im Bett liegen könnte?