Posts by Ocard

    Wir muessen unser schoenes Land ja nicht gleich voellig zu Grunde richten.Aber der Gedankengang ist schon interessant:Auf keinen Fall wieder Juniorpartner der CDU um nicht noch weiter abzurutschen vs. Verantwortung gegenueber dem Volk als immer noch zwot staerkste Partei.


    Bloß was dagegen wählen? Ob CDU oder SPD, beides wäre eine "Toll, macht weiter so" Wahl gewesen.
    FDP, Grüne? Damit die dann den Steigbügelhalter für weitere vier Jahre "weiter so" machen?


    Ich stelle mir immer gern vor, wie eine Regierung aus 31% FDP und 20% Grüne aussehen würde.


    Was ich gestern krass fand ist, wie schnell die SPD kundgetan hat, dass es keine große Koalitiion geben wird, wie schnell sie sich eindeutig in die Opposition verabschiedet haben.



    Oder die Linke oder AFD als Stiefkinder, mit denen niemand reden oder gar koalieren möchte?


    In Sachsen hat's immerhin gereicht, dass die AfD stärkste Partei wurde. Bei solchen Ergebnissen frage ich mich immer, was die Mitbürger aus den anderen Bundesländern dadurch für ein Bild von uns haben.


    Jamaika fände ich am interessantesten. Das dürfte die extremeren Spinner bei den Grünen, FDP und der CSU etwas bändigen


    Der Jammer dabei ist, dass bei der FDP aus Ermangelung extremer Spinner stattdessen die ganze Partei gebändigt wird, nur um ihr dann später vorzuwerfen, was sie in Regierungsverantwortung alles falsch gemacht hätte...



    Oder siehe die ganzen kulturellen Reibereien. Muslime essen im Ramadan nur wenn die Sonne weg ist. Also randaliert die Familie über dir abends um 23 Uhr rum weil dann groß gegessen wird - und morgens um 4. Gibt dann ggf. also Nachbarschaftstreit.


    Zu solchen Zeiten würde ich ja dann gern einfach meine Arbeitszeit auf nachts verschieben. :-P

    FFreak
    Was die Grünen angeht sage ich ja immer: Die sind eine wichtige Partei, aber bitte nicht in Regierungsverantwortung. Solche Parteien sollten einfach nicht von ihrer Linie abweichen, unabhängig davon, was ich persönlich von der Linie halte.


    Was Konservative angeht... sagen wir's so: Ich kann mit Konservativen leben. Aber ich mag sie nicht. So gesehen sollte ich vielleicht froh drüber sein, dass diese immer von Parteien wie NPD und AfD aufgefangen werden.


    Diese "Flüchtlingskrise" ist übrigens bei mir nicht angekommen. Null Auswirkungen, null. In so fern... begründete Ängste... nein.
    In so fern sind es für mich keine "nicht ernstgenommenen legitimen Sorgen", vor allem keine legitimen Sorgen, sondern ein paar Ausnahmebeispiele werden gehypeted. Die sehen nen Ausländer und haben plötzlich Angst, vergewaltigt zu werden. So sehen die Sorgen aus.



    Ein Problem haben wir ja so schon. Wie sieht jetzt die Koalition aus. Schulz sagt ausdrücklich, dass es keine große Koalition geben wird. Ich selbst finde Jamaika interessant, aber ehrlich gesagt kann ich's mir nicht vorstellen, dass FDP und Grüne gemeinsame Sache machen. Ich sehe am ehesten eine schwarz-gelbe Minderheitenregierung.
    Auf das Ergebnis sehe ich ja mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einer Seits super, dass die FDP mit über 10% drittstärkste Kraft der etablierten Parteien ist, anderer Seits zum Heulen, dass wir nicht die reale Position 3 erreicht haben.


    Übrigens, weil ich grade Berlin im TV sehe:
    Jedem Polizisten zwo Soldaten als Leibwächter.

    Trollchen
    Da hast du Recht, wir waren ganz schnell vom ursprünglich angedachten Thema weg. So hatte ich mir das bei Threaderstellung nicht gedacht, aber so ist's halt gekommen und es macht mir auch nichts weiter.


    Danke auf jeden Fall noch mal für deine Mühe mit der Link-Zusammenstellung. Da sind einige interessante Punkte dabei. Ich ärgere mich ja weniger über die Zahlenergebnisse, als vielmehr schon im Vorhinein, dass in Deutschland so wenig freiheitlich gewählt wird. In dem Zusammenhang, weil ja viele so über die FDP schimpfen, stelle ich mir natürlich auch die Frage, ob eine Kleinst-Partei als Alternative in Frage käme. Eher nicht.


    Die Aufmultiplikation, wie viele Menschen tatsächlich eine Partei gewählt haben, halte ich für wenig zielführend. Wer nicht wählen will, der wählt halt nicht, hätten wir eine "Wahlpflicht", wonach jeder so oft zur Urne geschleift würde bis er gültig gewählt hat, dann würde er halt auch iwas wählen und ich denke das würde sich in etwa so verteilen wie was wir jetzt haben.
    Es sind eben doch gute 40% und heute Abend sehen wir, wie viel es dann sein wird.
    Als problematischer erachte ich die Regierungsbildung an sich. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, wenn keine Regierung gebildet würde, sondern der Bundestag über jede Frage schlicht abstimmt, meinetwegen mit der stärksten Partei mit Leitungsaufgaben als formale Regierungspartei, aber nicht mit diesen leidigen Koalitions-Spekulationen und -Verhandlungen. Ähnlich einer Minderheitsregierung.



    FFreak
    Auch wenn wir nicht auf einen Nenner kommen, möchte ich dir für die Diskussion danken. Ich möchte aus Last Samurai zitieren: "Dies war ein gutes Gespräch."


    Urlaubsbevorzugung von Eltern:
    Ist bei uns grundsätzlich auch so. Erstmal gilt wer zuerst kommt malt zuerst, dann wird grade in Ferienzeiten Eltern natürlich der Vorzug gegeben. Finde ich auch in Ordnung. Im Moment ist es ja so, dass ich gesellschaftlich belächelt werde, wenn ich sage, dass meine Schwester heim kommt und ich deswegen frei haben will. Schließlich ist sie "nur" meine Schwester, nicht meine Tochter, als wäre für mich mein eigen Fleisch und Blut deswegen weniger wichtig, da könnte ich regelmäßig kotzen. Bei uns ist die Zeit zwischen Weihnachten und Sylvester quasi als frei gesetzt, ich hätte gar nicht die Wahl in der Zeit zu arbeiten, auch wenn ich wöllte.
    Aber ich wäre z. B. jemand, der gern und regelmäßig die Wochenendschichten übernimmt, einfach weil für mich die meisten Wochenenden nichts bringen. Im Gegenteil hätte ich diverse Vorteile, wenn ich mein Wochenende auf Montag und Dienstag legen könnte. Und ich bin der festen Überzeugung, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht, sondern dass sich das gesamtgesellschaftlich gut ausgleichen würde.


    Luxus:
    Natürlich gehe ich nicht für 10€ Unterschied arbeiten. Darum bin ich ja so froh über die Möglichkeit von H4 aufgefangen zu werden. Wie gesagt, es geht nicht um den letzten Euro, sondern um die Einstellung mit der man an Ansprüche heran geht. Ich will keine Extrabeantragungen und Ablehnungsbescheide, darum will ich jedem vom ersten Tag an das Grundeinkommen geben. Allein schon dadurch, dass es von Anfang an aufgehäuft würde, in deutlich größerer Höhe als das Kindergeld, würden viele deiner Bedenken entschärft.
    Den Mindestlohn sehe ich hingegen kritisch, INSBESONDERE was das Ansinnen angeht, Menschen weg von der Schwarzarbeit und hin in sichere Ausbildungsverhältnisse zu bringen. Wenn ich in jedem legalen Job garantierte 8,84 bekomme, welchen Anreiz habe ich dann, mich durch eine mehrjährige Ausbildung zu quälen, für einen Stundenlohn von vielleicht 10€? Die Frage stellt sich um so dringender, je höher der Mindestlohn festgesetzt wird.


    Automatisierung:
    Ich tue mich schwer mit der Vorstellung, dass es für jemanden befriedigender ist, als Lohnsklave zum Dumpingpreis eine Maschine zu ersetzen, als Stütze zu kassieren und sich meinetwegen wenn man unbedingt will ein Ehrenamt zu suchen. Ich würde es definitiv nicht wollen. Ich halte auch nichts von einer Maschinensteuer, denn diese ist künstlich geschaffen, mit dem Ziel Automatisierung zu verhindern und Menschen künstlich zu billigerer Arbeitskraft zu machen als Maschinen. Das ist für mich eine zu starke Marktmanipulation, Subventionierung von billiger menschlicher Arbeit.
    Hingegen was ich mir noch vorstellen könnte ist, vier automatische Kassen zu betreuen, zum einen als Maschinenbediener und zum anderen um Kunden zu erklären, wie sie mit der Technik umgehen müssen, insbesondere auch um Älteren zu helfen. Wenn ich dafür dann das Doppelte bekäme wie ein Kassierer bisher, wegen der höheren Qualifikation und weil der Arbeitgeber ja 3 Arbeitsplätze eingespart hat... Oder ich bekomme nur das 1,5fache, es werden 2 von meiner Sorte eingestellt, die automatischen Kassen sind 24/7 offen und der AG spart immernoch. Interessant ist auch der Gedanke, mal weit in die Zukunft geschaut, dass es an Supermärkten einen Nachtschalter im Außenbereich gibt, wo ich auf einem Display eintippe was ich will und vollautomatisch bedient werde, ohne menschliche Aufsicht.
    Das widerspricht natürlich Regelungen wie z. B. dass in manchen Bundesländern automatisierte Videotheken der Sonntagsruhe wegen die Sonntagsarbeit der Maschine verboten wird.


    Für die LKW-Fahrer gilt ähnliches. Wir hatten letzte Woche einen LKW mit litauischem Kennzeichen und einem Fahrer der fragte, ob einer von uns vielleicht französisch oder italienisch spricht, Englisch konnte er nur in Brocken. Ob das jetzt ein Arbeitsplatz ist, den ich künstlich vor der Automatisierung schützen will...



    Bei den Rastplätzen auf den Autobahnen bin ich voll bei dir. Ich sehe das jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit und ganz besonders stark am Montag Morgen, dass die LKW bis in die Einfahrt(!) des Rastplatzes stehen. Wohl gemerkt, nur ein Rastplatz, keine Tankstelle, keine Anbindung ans sonstige Straßennetz, nix, wenn die da am Montag früh um 5:40 stehen, wie gesagt wegen Überfüllung bis weit in die Autobahnausfahrt hinein, weiß ich doch alles. (Ein Sonntagsarbeits- bzw. -fahrverbot mag nicht jedem helfen, aber was ist mit denen, denen es schadet?)


    AfD:
    Bei dieser Wahl noch mal gutgehen? Dass die extremistischen Parteien, sowohl links als auch rechts, in den Prognosen bei jeweils um die 10% liegen würde ich nicht als "noch mal gut gehen" bezeichnen. Auch wenn ich mir die Meinungen in der Bevölkerung so ansehe, wenn ich mit Leuten rede, dann bereitet mir die Einstellung der Menschen große Sorge.

    Bei euch Beiden wäre es auch gescheiter ihr trefft euch irgendwo im TS, spart euch eine Menge Schreibarbeit.


    Extrem schlechter Vorschlag. Das mündlich zu debattieren wäre viel aufwändiger, man könnte nie etwas nachlesen und viel schlechter auf den anderen eingehen. Außerdem könnte dann auch niemand sonst mitlesen.



    wäre ja schlecht wenn man immer Urlaub nehmen muss um die Partnerin, Eltern oder Geschwister mal sehen zu können.


    Genau das wäre meine Idealvorstellung. Wäre ich der Kaiser der Welt, dann würde das Arbeitszeitgesetz ca. so aussehen:
    "Die Arbeitszeit ist auf 40h/Woche begrenzt und jedem in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmer stehen mindestens 145 arbeitsfreie Tage im Jahr zu. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit darf auf 48h erhöht werden, wenn innerhalb von 26 Wochen der Durchschnitt von 40h/Woche nicht überschritten wird und auf 60h, wenn innerhalb von 9 Wochen der 40h/Woche-Durchschnitt nicht überschritten wird."


    Es ist ja in der Praxis heute gerade nicht so, dass Angestellte von Betrieben mit freier Zeiteinteilung zu bestimmten Arbeitszeiten gezwungen werden ohne in gewissem Maße Einfluss nehmen zu können. Beim Beispiel Kino hab ich's ja live gesehen, dass das gut funktioniert.
    Dass es in meinem Fall nicht "funktioniert", wie gesagt, das liegt ja an der Einstellung des Chefs, dass alle möglichst gleichzeitig arbeiten und frei haben sollen, eben genau an der Ansicht, die du verteidigst. Würde der Chef das anders sehen, könnte ich ohne Probleme wenn viel zu tun ist auch ein halbes Jahr lang den Samstag voll arbeiten und dafür wenn wenig zu tun ist mein Wochenende einfach mal ein halbes Jahr lang um die Montage verlängern, als Extrembeispiel. Das heutige Gesetz würde es sogar hergeben, einfach sämtliche Samstage des Jahres durch zu arbeiten, ohne jeglichen Ausgleich. Aber offenbar finden die Verhandlungen hinreichend auf Augenhöhe statt, dass zumindest das nicht passiert.


    Du sagst, der freie Sonntag schütze einige aber nicht alle. Aber was ist mit denen, denen er schadet?



    Nicht wirklich. Du nimmst ein paar Schuhe für Sommer wie Winter, Regen wie Sport/Freizeit an. Es hat auch nicht jeder direkt vor der Tür einen billigen Bekleidungsladen, d.h. manchmal muss man dann auch mal zwei drei € mehr als bei CA zahlen. Du hast imho zu knapp kalkuliert. T-Shirts verschleißen schon recht schnell, Pullover sind bei 20€ das Stück und halten auch idR nicht jahrelang bei wöchentlicher Nutzung. Ich würde eher 5-10€ für Schuhe annehmen, 5€ Hosen, 10€ Oberkörper, 5-10€ Jacken - wären also 30€ mit 5€ Luft für z.b. den teureren Laden oder den höheren Verschleiß oder höhere Ansprüche durch andere Witterung/Lebensbedingungen. Ältere Leute frieren z.b. schneller und ziehen dann auch eher den Pullover an - was teurer ist als das T-Shirt zu verschleißen, aber billiger als die Wohnung auf 28° zu heizen.


    Ich finde 35€ nicht viel. Es kann was kaputt gehen, sei es mangelnde Qualität, sei es der Stacheldrahtzaun, etc. Sonderbekleidung wie Handschuhe, Mütze, Schal, Regenhose (fahrrad), Schlafanzug etc. ist ja in meiner Kalkulation auch nicht drin. Macht alles nicht dramatisch viel aus, aber die 35€ sind dann schon voll.
    Aber im Grunde verrennen wir uns hier eh in Details.


    Stimmt schon, das sind Details die vom Prinzip her jetzt nicht wichtig sind, aber interessant finde ich's trotzdem.
    Richtig, ich nehme ein Paar Schuhe für alle Jahreszeiten an, dafür ein qualitativ hochwertiges, einfach weil ich nicht ein Paar Sommerschuhe, ein Paar Sommerregenschuhe, ein Paar Winterschuhe, ein Paar Winterregenschuhe und ein Paar Freizeitschuhe brauche. Wenn man ein paar Sommersandalen will, kann man sich auch jedes Jahr ein Paar für 15€ oder billiger kaufen, sind sie nach dem Sommer halt kaputt, bei dem Preis, was soll's. Dazu ein Paar Turnschuhe für den Sport, ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie lange meine Fußballschuhe damals gehalten haben als ich im Verein gespielt hab, ich schätze ich bin schneller raus gewachsen. Pullover-Verschleiß hab ich ja gar nicht, weil ich keine Pullover trage, nur T-Shirts, und wenn ich daheim nen Pulli tragen würde statt zu heizen, dann könnte mir auch egal sein, ob der verschlissen aussieht. Und die T-Shirts... erinnerst du dich, als es 2008 am NC-Soft-Stand auf der Leipziger Messe die hellen und dunklen Aion-Shirts gab? Die trage ich heute noch auf Arbeit und sie haben mich nichts gekostet - gut den Eintrittspreis zur Messe haben sie sozusagen gekostet. Klar, du sagst jetzt manche Menschen würden finden ich sehe aus wie ein Lump (finde ich nicht), aber wir reden ja um einen Grundbedarf, nicht um Schickimicki. Ein Schlafanzug gehört für mich auch nicht zum Grundbedarf, wenn man aus welchem Grund auch immer beim Schlafen was anziehen will (nachvollziehen kann ich's nicht), kann man auch ein abgetragenes Shirt nehmen.


    Wichtiger als die konkrete Zahl finde ich persönlich die mentale Herangehensweise. Du sagst die verschiedenen Schuhe je nach Wetter und der Schlafanzug gehören zum Grundbedarf und es ist nicht zumutbar ein mal im Jahr für den Klamotteneinkauf zum C&A zu pilgern wenn der etwas weiter weg ist. Ich hingegen finde, das sind zu hohe Ansprüche. Das erklärt dann auch ein Stück weit, warum wir verschiedene Ansichten darüber haben, wie viel Geld ein angemessenes Grundeinkommen ist.
    Ich bin zum Beispiel auch nicht der Meinung, dass aus Berufstätigkeit die Mehrausgabe Essengeld in der Kantine folgt, denn ich bin so aufgewachsen, dass man eine Brotbüchse mitnehmen kann statt sich jeden Tag was in der Kantine zu kaufen. (Der Annahme folgend, dass das Essen im Supermarkt billiger ist als in der Kantine und man ohnehin Lebensmittel einkauft.) Dass arbeiten teurer ist als nicht arbeiten, ist unbenommen, aber wieder:
    Die mentale Herangehensweise, was man zwingend haben muss und was eher Luxus ist. Genau das ist es dann auch, was die Verhandlungsposition charakterisiert. Ich arbeite, weil ich eben diese kleinen Happen an Alltags-Luxus haben will. Wöllte ich den Luxus nicht, dann würde ich mich in ALG II verabschieden und wäre glücklich. Was mich zum Arbeiten zwingt sind nicht die Lebenshaltungskosten, sondern mein eigener Wunsch nach Luxus. Dass ich in Deutschland als Arbeitnehmer in dieser sehr bequemen Ausgangssituation leben kann, darüber bin ich schon ziemlich glücklich. Diese bequeme Ausgangssituation, nicht auf den Job angewiesen zu sein, ist der beste Arbeitnehmerschutz den wir haben.



    Was ganz konkret den Kassierer angeht: Ich sagte es ja oben schon mal, die meisten Kassierer könnte man durch Maschinen ersetzen und Arbeit in der ein Mensch nur durch Dumping-Löhne mit einer Maschine konkurrieren kann, ist nach meinem Empfinden eine menschenunwürdige Arbeit.


    Schutz von 1/7 der Woche auf 0/7 kürzen.
    Von 2/7 auf 1/7 ist imho hingegen vertretbar. Welcher Tag nun der geschützte Tag ist, ist mir völlig egal.


    Wie bitte? Wir reden doch nicht davon, Schutz von 1/7 auf 0/7 zu verringern, sondern den Schutz bei 1/7 zu belassen, aber die Wahlfreiheit von 6/7 auf 7/7 zu erhöhen. Und wenn es nach mir ginge, würden wir den Schutz eben doch auf 2/7 erhöhen.


    Der Samstag funktioniert nur bei den Mo-Fr-Arbeitern wirklich sagst du, aber das ist doch das gleiche wie mit dem Sonntag. Die meisten arbeiten ja so und die paar restlichen haben eben Pech, damit können wir doch leben.



    Es gibt bereits jetzt kein Gesetz das dich hindert später anzufangen. Die notwendige Flexibilität ist bereits jetzt vorhanden. Daher halte ich "früh anfangen in der Woche" als kein Argument gegen einen freien Sonntag.


    Ich hab's doch immer wieder gesagt, dass ich dafür nicht dem Staat einen Vorwurf machen kann.
    Mein Vorwurf gilt der Mentalität, die du verteidigst, der Denkweise es sei besser, Gleichzeitigkeit für alle zu erzwingen.
    Meiner Meinung nach wird diese Denkweise um so mehr gefestigt, je mehr zeitliche Abläufe gesetzlich eingeschränkt sind. Das Arbeitszeitgesetz ist immer wieder Argument für Diejenigen, die die Zeit nicht freigeben wollen.



    Mit Mindestlohn solltest du bei 1500€ im Monat landen


    Sollte ich das? Aber nur Brutto oder wenn meine Woche 59 Arbeitsstunden hätte. Ich hoffe doch das sind nicht die Arbeitsverhältnisse über die wir reden. Mindestlohn bei Vollzeitbeschäftigung sind eher so 1.100€ im Monat.
    Aber auch das wäre für eine GRUNDsicherung zu hoch.



    Einmal finde ich es fragwürdig Leute aus Städten umzusiedeln


    Viel fragwürdiger finde ich es, sie vom Land in die teureren Städte umzusiedeln, indem man ihnen dort mehr Geld für die Wohnung bezahlt.



    Kleidung ist, wie dargelegt, denke ich kaum seriös kalkulierbar. Die 50€ Schuhe sind Überraschungseier, soweit ich weiß ist der Kunststoff der Sohlen nicht "witterungsbeständig" und zerfällt dann ruckzuck wenn die Versiegelung durchgelatscht/beschädigt ist.


    Na dann belassen wir's doch bei meinen 120€-Schuhen. Wer billig kauft, kauft zwei mal, und die Läden werfen einem die 0%-Finanzierungen doch nur so nach. 5€/Monat für Schuhe, 5€ für Hosen, 5€ für Oberkörperbekleidung und Unterwäsche, 5€ für Jacken, da bin ich bei 20€ im Monat und hab den Betroffenen schon sehr großzügig versorgt.


    Es geht dabei ja nicht darum, was ich wem gönne, sondern wie hoch eine Grundsicherung sein soll und wie viel man dann halt noch zusätzlich schenkt, einfach weil man's kann.


    Meine Maßnahme gegen Schwarzarbeit hingegen wäre, den Menschen von dem was sie erarbeiten weniger wegzunehmen. (Auch das macht ja so ein BGE im Vergleich zu H4.)









    Wie auch immer. Am Sonntag ist's ja nun so weit. Ich weiß, wen ich wähle, denn alle andern sind einfach viel weiter weg oder viel zu klein oder beides.

    Alles was gegen den heiligen Sonntag spricht, spricht genau so gegen einen heiligen Samstag. Wobei es ja auch jeder andere Wochentag sein könnte, wenn man nicht gleich zwo Tage in Folge frei haben will.
    Ich meine, ich kann ja akzeptieren, dass du vom gleichzeitigen Arbeiten überzeugt bist, auch wenn ich es als unsinnig ansehe, zu einem Großteil darum, weil ich nur Nachteile dadurch habe und keinerlei Vorteile, aber nicht für zwo freie Tage zu sein, das passt dann m. E. nicht zu einander und die 48h-Woche ist m. E. der weit größere Frevel als jegliche Diskussion darüber, an welchem Tag man frei haben sollte und wer den festlegen sollte.



    Nach wie vor denke ich, dass du eine reichlich theoretische freie Arbeitszeiteinteilung dann damit erkaufst, dass auf der anderen Seite Leute dazu verdonnert werden Sonntags zu arbeiten.


    Und mir geht es so, dass die rein theoretischen Vorteile die du aufzählst, auf dem Rücken aller erkauft werden, die entweder selbst am WE arbeiten oder liebe Menschen haben die da arbeiten müssen und die sie deswegen nicht sehen können.


    Wie wird eigentlich zur Zeit vernünftig sichergestellt, dass man nicht am Samstag arbeiten muss und die Schulen nicht von den Eltern gezwungen werden am Samstag zu unterrichten? Warum nicht das gleiche System auch am Sonntag anwenden? Das scheint doch in deinem Sinne gut zu funktionieren?


    Ich finde auch deine Argumentation komisch. Legst fest, dass mir die 6 verbleibenden Stunden Schlaf doch reichen müssen und dass ich nur hier und da Abstriche machen muss und es ja eigentlich nicht darum geht was ich will, sondern was die mitleidigen Kumpels so akzeptieren.
    Es wäre auch nicht mehr verlangt, wenn du alle zwo Monate mal ne Sonntagsschicht einschiebst, aber das willst du ja genau so wenig, wie mir die zu schluckenden Kröten gefallen, die für dich so selbstverständlich sind.



    Hartz 4 bzw. Grundeinkommen kam ursprünglich in diesem Thema auf als Alternative zu miesen Arbeitsbedingungen.


    Richtig, aber ich wäre nicht im Traum drauf gekommen, dass für dich eine "Alternative" heißt entweder
    "40h/w abrackern für 1.000...1.200€/Monat ohne BGE"
    oder
    "1.500€/Monat bekommen und sich auf's Sofa legen mit BGE"


    Mir ist auch schleierhaft, warum H4 oder BGE subventionieren soll, dass noch mehr Leute in ohnehin schon verstopfte Städte ziehen, während das Umland verkümmert. Ich weiß, dass das heute bei H4 so ist, aber es ist weder gerecht noch sozial.
    Die Eltern um die sich mancher kümmert hätten ja ebenfalls ein BGE, wovon sie was abgeben könnten - so wie sie es sonst eben an einen Pfleger abgeben müssten, oder aber man macht es wie heute teilweise schon möglich, dass der Angehörige was von der Pflegeversicherung gezahlt bekommt.
    Ob man unbedingt seine McFit-Mitgliedschaft braucht, das iPhone 7 mit 40€-Vertrag und dann noch mal 40€ als Einzelperson für den All-In-Festnetzvertrag bei der Telekom, halte ich ebenso für zweifelhaft.
    Kleidung... also ich trage meine Schuhe ein bis zwo Jahre lang und die Kosten ca. 120€ - sind allerdings auch Teil meiner Schutzkleidung und legen im Jahr ca. 20.000km zurück, wobei sie schutzlos jedem Wetter ausgesetzt sind. Für den Rest der Kleidung sieht das genau so aus. Klar komme ich wenn ich das alles zusammennehme auch auf 30...40€ im Monat über die Zeit, da sind aber auch ein 500€-Helm und größten Teils Motiv-T-Shirts drin, was ja nun purer Luxus ist. Genau so die 15€ für Handyvertrag und Handy-Anschaffungskosten zusammengenommen und die anteiligen 10€ in Bedarfsgemeinschaft für's Festnetz.
    Iwo zwischen deinen 50€ für's Essen und meinen 300€ wird's doch wohl einen Kompromiss geben, so wie es nen Kompromiss zwischen meinen 200€ Wohnkosten und dem WG-Zimmer in Stuttgart für 500€ geben wird.
    Ich finde es falsch - ich überspitze - Wohnmarken, Essensmarken, Kleidungsmarken und Gesellschaftsteilhabemarken auszugeben, damit alle möglichst gleich gemacht werden. Lieber soll man sich überlegen, ob man wirklich in der Aachener City wohnen will und ob der Lebensmitteleinkauf wirklich im Feinkostgeschäft stattfinden muss und ob man wirklich das Bier auf dem Dorffest trinken muss.

    Wärst du dann im Grunde dafür, den Samstag auch als arbeitsfreien Tag gesetzlich festzulegen?



    Der Arbeitnehmer hat so oder so nichts zu melden. Daher halte ich deinen Gedanken von "selber die Tage so legen wie man sie gerne hätte" für unrealistisch. Ein Winterkorn kann das. Ein Ocard anscheinen bereits schon nicht mehr und soweit ich mich erinnere warst du auch was ingenieuriges (btw. ist da Gleitzeit nichts hoch exotisches...).


    Eben, drum reagiere ich vielleicht auch so verständnislos auf deine Sichtweise. Mein Arbeitgeber erlaubt mir nicht mal im Rahmen der Gesetze flexibel zu sein, wie ich es gern hätte. Und warum? Eine der genannten Begründungen ist genau die Denkweise, die du anführst:
    Nach Möglichkeit sollen alle zur gleichen Zeit arbeiten respektive frei haben.
    Die in der Werkstatt müssen um 6 anfangen, dann wäre es doch unfair, wenn wir später anfangen dürfen. Die draußen müssen Überstunden machen, dann ist es doch unfair, dass wir einfach so pünktlich heim gehen. Genau diese Denkweise des Gleichmachens ist es es ja, die mir das Leben so erschwert UND gleichzeitig der Firma monetär schadet.
    Ich wiederhole es: Der Gesetzgeber ist natürlich nicht verantwortlich dafür, dass in einer Firma veraltete, schlechte Strukturen herrschen, aber die Einstellung die du da vertrittst, die bekräftigt diese Strukturen.



    Wenn man freie Arbeitszeiteinteilung will wird man die Arbeitgeber per Gesetz dazu zwingen müssen Arbeitnehmern immer dann freizugeben wenn sie es wünschen. In der Realität ist das nicht möglich.


    Hör doch auf, dich in solche Extreme rein zu steigern. Das ist schlicht nicht realistisch was du da sagst. Die Fluggesellschaften (außer AirBerlin) kriegen es doch auch hin, jeder Zeit zu fliegen, die Restaurants schaffen es auch, am Sonntag geöffnet zu haben - und das wären die ersten, denen ich die Sonntagsarbeit verbieten würde, noch vor den Tankstellen. Hingegen Automaten-Videotheken ohne menschliches Personal am Sonntag schließen zu lassen, auf die Idee würde ich nicht mal kommen.
    Es geht nicht wie du es hin biegst darum, jedem alles recht zu machen. Es geht darum, mehr Möglichkeiten der individuellen Einteliung zu eröffnen.


    Ganz nebenbei: Wenn du von Regeln zum Arbeitnehmerschutz sprichst, da wüsste ich was viel besseres als zum Schaden von Staat, Firmen und Angestellten gleiche Zeiten festzulegen: Endlich mal realistische Arbeitszeiten im Gesetz festschreiben, sprich von der antiquierten 48h-Woche wie sie im Gesetz steht wenigstens auf eine 40h-Woche runter gehen. (Das würde meinem Chef ein weiteres Argument gegen die Gleitzeit nehmen. Nenn mich egoistisch.)



    Und das betrifft eben nicht nur Familie und Freunde, das betrifft auch Hobbies. Turniere, Spiele im Sportverein? Wochende.


    Ein weiteres meiner Argumente. Sportverein-Treffen jede Woche montags um 20:15 bis 22:00. Der mit Abstand schlechteste Moment der Woche für mich. Wenn ich in die Realität hinaus schaue, dann stellen sich mir deine Vorstellungen von gleichgemachten Zeiten einfach als blauäugig dar, weil es eben vorne und hinten nicht passt.
    Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich mir am 2. Oktober wahrscheinlich frei nehmen werde? Nicht dass die Zeit dafür hätte, nicht dass ich einen Urlaubstag opfern wöllte, es ist mit den gleichgemachten freien Tagen der einzige Weg für mich für möglichst viel Zeit mit der Familie. Zum Schaden von Wirtschaft, Firma und aus gesundheitlicher Sicht durch die Mehrbelastung in den restlichen Tagen letztlich auch zu meinem Schaden.
    Und sorry, mit Freunden abends in die Kneipe wenn ich am nächsten Tag um 5 raus muss halte ich für eine genau so blauäugige Vorstellung wie dass ich durch den Synchronarbeitszwang besser am Montag Abend zum Sport gehen kann.


    Du nennst einen weiteren Punkt: Alle Welt trifft sich am WE. Wieder haben wir's. Das passiert auf den Rücken aller, die trotzdem arbeiten müssen. Wären die Arbeitszeiten gleichmäßig verteilt, dann gäbe es dieses Problem schlicht nicht, dann wäre man nicht mehr drauf angewiesen am Wochenende frei zu haben um sich überhaupt mal mit jemandem treffen zu können.



    Ich finde 2000€ Grundeinkommen nicht völlig absurd. Zumindest wenn es eine reale Alternative darstellen soll. H4 liegt afaik bei 800€. Ob nun 2000€ oder 1500€ will ich hier nun nicht im Detail ausdiskutieren. Aber H4 ist von der Höhe her keine vernünftige Alternative. Also müsste ein Grundeinkommen, wenn es denn eine reale Alternative darstellen soll, erheblich dadrüber liegen.


    Völlig absurd ist noch sehr zurückhaltend formuliert. Mein letzter Stand war noch, dass H4 bei durchschnittlich 666€ oder so liegt. Lass es inzwischen meinetwegen 700€ sein. Aber da sind Tabakwaren, mal eben 35€ pro Monat(!) für Klamotten, 31€ für Telephon/Post/Fax/Kurier und 45€ für Freizeit, Unterhaltung, Kultur, Hotelerie und Kneipenbesuche mit drin. Das ist nicht nur völlig absurd, sondern zusätzlich auch noch komplett ballaballa.
    Ich weiß ja nicht, was du unter einer Alternative verstehst und wofür du diese Alternative sehen willst, aber das dann noch zu verdoppeln statt es sinnvoller Weise zu verringern... da weiß ich nicht was ich zu sagen soll, ein Grundeinkommen ist eine GRUNDversorgung und soll nicht mehr sein als jemand mit einem ordentlichen Job bekommt.


    Ein so extrem hohes Grundeinkommen ist doch genau so absurd wie deine Unterstellung es ginge bei flexibleren Arbeitszeiten darum, dass jeder völlig vom Rest der Welt unabhängige Arbeitszeiten und gleichzeitig Einzelunterricht und Einzelbeförderung ganz nach Wunsch hätte.


    Lustig dass du von einer Stunde Wartezeit beim ÖPNV sprichst. Würde ich den nehmen, müsste ich ne Stunde eher los, weiß nicht ob ich's in den 19 verbleibenden Minuten dann bis zum Betrieb schaffen würde und wäre knapp ne anderthalbe Stunde später daheim. Umsteigezeiten 19+3 Minuten auf dem Hinweg und 3+36 Minuten auf dem Rückweg. Und wie sieht's in den westdeutschen Ballungszentren jeden Tag in der RushHour aus?
    Die Theorie, dass es gut sei, die Infrastruktur zu den Stoßzeiten möglichst stark zu überlasten und ansonsten nicht zu nutzen, damit alle gleichzeitig unterwegs sind, scheint also in der Praxis ganz und gar nicht aufzugehen.
    An einen stündlich fahrenden Bus kann man sich mit Gleitzeit, die du ja befürwortest, leicht anpassen, daran dass zwar alle 10min einer geht aber alle im gleichen sitzen sollen nicht. Das ist schon als Student die Hölle, aber im Einzelhandel oder in Manufakturbetrieben wäre es wenigstens nicht nötig.


    Darüber, dass oft die Straßenlaternen an gehen wenn ich in die Betriebseinfahrt fahre (kurz vor 6 halt) und dass ich von Räumdienst auf den 500m durch's Gewerbegebiet sowieso den ganzen Tag lang nur träumen kann, reden wir mal lieber nicht. Meine Stammtankstelle, die ja nun dürfte, macht übrigens auch erst um 6 Uhr morgens auf.
    Wie man's auch dreht und wendet, so gut wie keinen der positiven Effekte die du dir (oder mir) versprichst, kann ich in der Praxis beobachten. (Ich muss aber auch immer Kunden und Zulieferer auf meine Arbeitszeiten hinweisen, weil die durch die Bank weg 2h später anfangen. Anderer Seits sagst du ja, dass Beginn um 6 Uhr nicht so unüblich ist.)



    Das ist genauso, wie du dich aktuell auch nicht um 10 Uhr ins Kino setzen kannst. Das ist für den Betreiber nur wirtschaftlich, wenn der Saal halbwegs voll ist.


    Das verstehe ich ja auch immer nicht. Das Freitag 23:00 C-Horrormovie, Eintritt frei bei 6,-€ Verzehr, ist auch immer leer, wenn da inkl. mir 5 Leute sitzen ist es quasi voll. Oder Kultur-Beiträge, iwelche Szene-Kinos die nur sowas bringen sind voll, aber bringt ein richtiges, größeres Kino mal so ne Vorstellung, sitze ich teilweise mit meiner Schwester alleine da. Naja, vielleicht sucht sich das Kino dafür ja auch grade die Zeit aus, zu der alle anderen arbeiten müssen, um mir einen Gefallen zu tun.



    Allen, die für sonntags offene Läden sind zu unterstellen, dass es ihnen nicht etwa so gehe wie mir, sondern dass sie einfach nicht richtig nachgedacht haben, finde ich etwas unfair von dir. Aber wie gesagt, mir geht's ja ausdrücklich um Sonntagsarbeit allgemein, nicht nur um den Einzelhandel wie es die FDP im Wahlprogramm hat.



    Ich weiß nicht was du in diesem Kontext mit gut situiert meinst.


    Einfach diejenigen, die sich die persönliche Bedienung leisten können und wollen. Es geht mir explizit nicht um die höherwertigere Ware, sondern um den Kundenservice. Grade das halte ich sehr wohl für einen Hauptgrund für "reiche" Kunden, in solche Läden zu gehen. Dass der Tante-Emma-Laden hingegen einen Häuserblock näher liegt als der Supermarkt, ist tatsächlich kein Grund für "reiche" Kunden. Was mich angeht, so gibt es keinen vernünftigen, sachlichen Grund zu den kleinen Läden zu gehen. Der einzige Grund wäre das Wohlbefinden mit der persönlichen Betreuung. Das ist auch der Grund, warum ich nen guten Kilometer weiter zu meiner Stammtankstelle fahre statt zur nahegelegendsten und warum ich mir den Sprit so einteile, dass ich eben nicht am Arbeitsort tanken muss, sondern es wieder nach Hause schaffe. Aber ok, ich bin auch keiner von den Reichen, vielleicht sehen die das anders. Es würde für mich keine Welt untergehen, wenn der Spirt 3 Cent je Liter billiger wäre und ich dafür von nem Automaten bedient würde - immerhin würde der mich dann rund um die Uhr bedienen, nicht erst ab um 6.



    Es ging dadrum, dass das Kino jederzeit sagen kann "für einen Kunden machen wir nicht auf".


    Genau so ist das doch bei Schulen auch. Die legen ihre Zeit fest und fertig, danach hat man sich zu richten. Und wenn ich um die Zeit um die die Schule anfängt schon seit über zwo Stunden außer Haus bin, ergo mein 6jähriges Kind nicht in die Schule und mein 3jähriges Kind nicht in den Kindergarten bringen kann, dann habe ich... sagen wir es zusammen... Pech gehabt.
    Eine Ausnahme ist noch, wenn man eine besonders engagierte Lehrerin hat, die für 5 Leute ne AG in der 0. Stunde gibt. Abgeholt hat die uns aber auch nicht.
    Wo man sich bei der Schule einfach an die vorgegebenen Termine halten muss und die da völlig gnadenlos sind, könnte ein Kino z. B. nach dem Prinzip vorgehen, dass man sich die Karten reservieren muss und die Vorstellung nur stattfindet, wenn was weiß ich 10h vorher eine Mindestanzahl an Zuschauern zugesagt hat. Ansonsten wird das Geld nicht gebucht. Schulen haben einfach ihren festen Plan mit 32 Kindern in der Klasse.
    Das ist jetzt so und das wäre mit einer Freigabe des Sonntags nicht anders. Aber die Chance auf ein Umdenken würde sich erhöhen. Mehr Lehrer und an sieben Wochentagen jede Unterrichtsstunde zwo Mal mit einem Klassenteiler von 16, das wäre denkbar.
    Nicht dass es nötig wäre. Wir haben ja schon um die 3 Klassen also auch jede Unterrichtsstunde 3 mal, wir müssten sie nur etwas verteilen. Dann könnte man auch mehr Kinder an einen Computer setzen und müsste nicht so sehr um die Turnhallenzeiten schachern, gar nicht zu reden von der Schulbücherei oder davon, dass man von einer 25-Minuten-Mittagspause erstmal 15 Minuten in der Schlange steht und auf sein Essen wartet. (Wie ungesund es ist, das Essen runter zu schlingen, darüber müssen wir glaube ich nicht reden.)
    An der Stelle haben die Kinder in der Schule das gleiche Problem wie die arbeitende Bevölkerung am Freitag Nachmittag an der Supermarktkasse - sie sollen alle zugleich da sein.

    Die Wahlplakate werden mir auch nie klar werden. Das Spiderman-Plakat finde ich ja noch ganz lustig, inklusive nett verpackter Message, aber kapiert hätte ich das ohne die explizite Erklärung im TV nie. Naja und das Hackebeil-Anti-Trump-Plakat, das auf die Bashing-Welle aufspringt, ist an Inhalts-Negation und Geschmacklosigkeit wohl nicht mehr zu überbieten.


    Bei den Piraten sehe ich als Hauptproblem, dass sie in ihrer Kernkompetenz zwar gut sind, aber das ganze Rundherum zumindest zu großen Teilen fehlt. Solche monothematisch aufgestellten Parteien möchte ich einfach nicht wählen.


    Zum Wählen aus Gewohnheit stellt sich mir auch immer wieder die Frage:
    Will ich mich mit allen 17 mir zur Wahl stehenden Parteien befassen? Im Grunde muss ich davon ausgehen, dass nur 6 Parteien eine realistische Chance haben, ordentlich mitzuspielen. Die beiden großen Volksparteien, zwo Extremisten, eine Umweltpartei und mit Glück eine liberale Partei. Mal angenommen ich stimme mit den Freien Wählern in mehr Punkten überein als mit der FDP, sollte ich dann die wählen, aus Prinzip? Das nicht zu tun könnte mir nämlich auch als Faulheit ausgelegt werden, dass ich mich nicht informieren will und darum nicht optimal wähle. Und tatsächlich kann ich ja nichtmal sagen, ob mir nicht eine der 11 anderen Parteien mehr zusagt als eine der Etablierten.

    Hallihallo, ich wieder.


    Ich hab's versäumt, hier explizit rein zu schreiben, aber damals hab ich mich für das LG GW 620 entschieden und war schwer begeistert. Es hat mir dann auch ca. 5 Jahre gute Dienste geleistet, die letzten Monate nur noch als Wecker fungiert, und dann iwann spontan den Dienst komplett eingestellt, es blieb dann einfach schwarz, der nachgekaufte Akku war da vielleicht ein Jahr alt.


    Seit 2015 bin ich mit dem sehr ähnlichen LG Optimus F3Q unterwegs. Wieder ein Slider mit vollwertiger Tastatur, wieder low Spec, für 100€ inkl. Versand aus Kanada importiert (mit ner Delle im Gehäusedeckel, aber das ist schon ok).
    Nun hab ich zwar Android 4.1 (leider nicht 4.2 das ich eigentlich bräuchte und keine Lust, das alte Ding noch mal zu modden, Falls es inzwischen was gibt) drauf und die meisten Apps per Link2SD+ auf die SD Karte ausgelagert.
    Aber dennoch sagt mir Android, dass ich nur noch 70MB (statt der verbleibenden über 1GB auf der gemounteten Karte) frei hätte und das nicht reichen würde. Neue Apps installieren ist also nicht. Allgemein ist es langsam, es schießen sich schon seit jeher Apps gegenseitig ab, ergo kein sinnvolles Multitasking, der Browser ist veraltet und schließt sich manchmal einfach so etc. etc.


    OK, eine kurze Google-Suche sagt mir, es gibt den Cyanogenmod 14.1, also Android 7.1 Nougat, für für mein F3Q, vielleicht versuche ich das doch mal noch in einer ruhigen Minute, bevor ich mal eben 600...1.000€ für ein neues Smartphone ausgebe...
    Aber die Sinnhaftigkeit zweifle ich unter den gegebenen Voraussetzungen doch an. (Außerdem spiele ich mit dem Gedanken, ein HUD mit Navi für den Motorradhelm mit anzubinden. Software-Upgrade hin oder her, die Hardware des Optimus war schon bei Release mau.)


    Vorzuwerfen hab ich mir nichts, die 100€ für 28 Monate waren gut angelegt und im Prinzip komme ich iwie über die Runden, so wie ich auch mit meinem XP-Rechner über die Runden kam, bevor ich direkt auf Win10 wechselte.


    Was mich bisher vom Neukauf abhielt: Die Tastatur. Es gibt schlicht keine vernünftige Tastatur in einem aktuellen Modell.


    Was es gäbe, wäre ein Blackberry KeyOne. Das hat ne Tastatur, aber wie Blackberry das macht, das finde ich äußerst bescheiden. Im Vergleich zu meinem Slider ist die äußerst schmal und immer im Weg. Über das Blackberry Passport reden wir mal gar nicht erst.
    OK, es gäbe das Blackberry Priv, das ist ein Slider. Aber da fange ich wieder an mit von Haus aus einer veralteten Android Version 5.1 rum zu gurken.


    Grundsätzlich sind die Blackberries ja solide, was die Leistungsdaten angeht, aber ich werde mit den Dingern einfach nicht richtig warm. Vom Ansehen her geht das Tastatur-Konzept einfach nicht auf. Ich sehe das schon bei Laptops, diese Mini-Tastaturen gefallen mir nicht.
    Aber der Preispunkt so eines Priv für unter 300€ ist schon ein gewichtiges Argument.


    Auf der anderen Seite... wo das Gras immer grüner ist... steht ein Samsung Galaxy Note 8 Duos.
    Mir ist ja eigentlich schon mein LG zu groß, das GW620 hatte damals genau die richtige Größe. Da ich aber nun zu ohnehin zu großen Abmessungen gezwungen bin (auch das Priv ist schon viel zu groß), kann ich's auch gleich richtig machen. Außerdem, wenn ich ganz spontan das Note 8 bis Donnerstag vorbestelle, bekomme ich die DeX Station mit dazu. Das ist ein ziemlich geiles Gerät. Zugegeben, mir fällt grade nur eine einzige und noch dazu berufliche Anwendung ein, für die ich das bräuchte (die zwote, private, Anwendung ist zwar da, aber dann doch eher marginal), aber es ist cool und wenn ich's nicht per PreOrder-Bonus bekomme, werde ich's mir wahrscheinlich nicht kaufen und das wäre widerum schade drum. Ich hab ja auch bis Mitte 20 keine Notwendigkeit für ein Handy überhaupt gesehen und wöllte heute nicht mehr ohne.


    Was mir an der Galaxy 8 Familie ganz besonders gefällt, ist das Infinity Display. Das ist im Grunde genau das, wonach ich bei jedem Bildschirm-Kauf Ausschau halte und ich habe noch nichts anderes gesehen, was meinen Wünschen da gerecht wird. Selbst moderne hochpreisige Fernseher haben einen für mein Empfinden zu breiten Rand. Im Grunde ist es dieses Feature, was mich zu Samsung bringt.
    Naja und ob es jetzt ein S8+ Duos für 800€ oder ein Note 8 Duos für 1.000€ mit Stift, noch größeren Abmaßen und DeX ist, das macht das Kraut dann auch nicht mehr fett. Die Option auf ne GearVR als Ergänzung zu meiner Oculus Rift ist ebenfalls verlockend.


    edit:
    Ganz vergessen: Der kleine und nicht selbst austauschbare Akku beim Samsung ist natürlich ein Punkt, der insbesondere bei dem Preis für Bedenken sorgt.
    :tide



    Was haltet ihr vom Blackberry Priv und vom Samsung Note 8 Duos (inkl. DeX)? Erfahrungen (mit den Vorgängern)?
    Ganz nebenbei: Käme ein Blackberry Priv für häufige und intensive Nutzung als Musikwiedergabegerät für einen beruflichen Tanzlehrer in Frage? (Es heißt ja immer, dass für sowas Apple die Number One Empfehlung ist.)

    Ich empfinde hingegen den Begriff "Quotewar" als niveaulos. Wenn man ab einem bestimmten Level nicht zitiert, worauf man sich bezieht, blickt man überhaupt nicht mehr durch, wer worüber redet.


    Eben um die gesetzlichen Regelungen geht es doch.



    Wieso redest du von der FDP? Die FDP wünscht überhaupt keine Abschaffung des heiligen Sonntags. Das bin ich, der darüber redet und der es schade findet, dass die FDP das eben nicht im Programm hat.


    FFreak und ich finden den Punkt eben interessant. Also reden wir drüber. Außer uns dreien scheint sich hier ja ohnehin keiner für die Wahl zu interessieren.
    Nur weil wir nicht über jedes erdenkliche Thema reden, heißt das doch nicht, dass wir was auch immer darauf reduzieren. Wenn du z. B. einen anderen interessanten Punkt besprechen willst, dann nur zu.

    Nein, man braucht nicht all diese Berufe zu jeder Zeit. Günstigere Arbeitszeiten wären in manchen anderen Berufen auch wünschenswert. Aber ich denke "anderswo ist es ja auch scheiße" ist kein Argument.


    Da hab ich mich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.
    Es geht nicht darum, dass es "anderswo scheiße" ist, sondern dass man konsequent sein sollte. Das braucht man alles nicht? Also weg mit den Sonderregelungen und seht doch zu ihr 80 Millionen wo ihr bleibt.
    Schau, ich mag deine Meinung nicht teilen, aber wenn du sagst, du bist der Meinung, alle sollten am gleichen Tag frei haben und das gesamte gesellschaftliche Leben sollte zum Zwecke der Erholung stillgelegt werden, dann ist das erstmal ok für mich. Nicht meine Meinung, aber ok. Jedoch, was ich nicht in Ordnung finde, ist dieses zweierlei Maß, mit dem auf dem Rücken derer die "Pech gehabt" haben die anderen ihrem heiligen Sonntag fröhnen.



    Das Problem mit dem Sonntag ist, dass er bereits jetzt schon einer der wenigen "Familientage" für viele ist. Die gemeinsame Zeit innerhalb der Woche ist einfach, dank Überstunden, spät anfangen, etc. teils gering. Jemand der 21-22 Uhr zuhause ist kann nicht gemeinsam mit seinem Grundschulkind noch das Fahrrad reparieren, Hobbies pflegen, dem Kind was zeigen/beibringen.


    Eben! Weil er an die festgelegten Zeiten gebunden ist. Wieder: Ich kann dem Staat nicht die vollständige Schuld daran geben, dass die Chefs der Firmen so rückständig sind, aber wohl daran, dass er mit solchen Regelungen die Rückständigkeit zementiert.
    Das ist ja genau das, was ich will, den Eltern die Möglichkeit geben, sich ihre Zeit so zu legen, dass sie tatsächlich noch Zeit mit ihren Kindern verbringen können!



    Deswegen verwundert es mich ehrlich gesagt auch wenig, wenn so jemand sein Kind dann einfach mal krankschreibt (oder sich selber) und man dann gemeinsam wegfährt. Wird ja afaik immer mehr gemacht.


    Ganz genau! So sehe ich das auch. Das wundert einen nicht und unter Kollegen sagen wir uns, wie dumm wir sind, dass wir uns nicht krank schreiben lassen (kein einziger Krankheitstag seit über 4 Jahren bei mir). Du sagst es, im jetzigen System geht es gar nicht anders.
    Darum will ich ja die Flexibilisierung.



    Man muss sich nicht alle Arbeitsbedingungen gefallen lassen. Ich mache auch keinem Langzeitarbeitslosen zum Vorwurf, dass er nicht LKW-Fahrer wird.


    Sage ich auch immer. Und meine es sogar so. Für viele ist es allerdings sehr schwer, das so kaltschnäuzig zu sehen, die WOLLEN arbeiten.



    2000€ Grundeinkommen


    Warum wirfst du jetzt solche völlige absurden Zahlen ein?



    "Pech gehabt" ist nicht sonderlich nett, sehe ich durchaus ein. Deswegen sollten wir dadrüber reden, wie man die Arbeitsbedingungen der Betroffenen verbessern kann. Und nicht "geteiltes Leid ist halbes Leid,". Wir könnten z.b. dadrüber reden Sonntagsarbeit doppelt zu zählen, so dass die Betroffenen dann eine vier Tage Woche bei gleichem Lohn haben. Oder dass der Arbeitgeber einen PKW zu stellen hat. Oder dass die Entlohnung bei gewissen Uhrzeiten und wochentagen erheblich besser ausfallen sollte. Warum sollte der Rewe-Mitarbeiter nach 20 Uhr nicht das vierfache verdienen? Man könnte auch dem LKW Fahrer die gesamte Tour als Arbeitszeit anrechnen, inklusive Pausen und Übernachtung.


    Könnte man. Wäre ich der Kaiser von Deutschland, dann würde ich diese Gespräche mit dir als Oppositionsführer sofort eröffnen. Allerdings würde ich dich auch sofort fragen, warum Tag A doppelt so hoch bezahlt werden söllte, wie Tag B, schließlich bin ich nicht religiös. (Bei Nachtarbeit würdest du mich noch eher kriegen.)



    Du ignorierst, dass man es sich nicht aussuchen kann.


    Du ignorierst, dass es gängige Praxis ist, es mit zu bestimmen. Ein Paar kann sehr wohl Absprachen treffen, so dass die Schichten zusammenpassen - WENN nicht eine Hälfte des Paares an feste Zeiten genagelt ist. Ich sehe es doch live bei meiner Schwester und ihrem Freund, wie das geht.
    Das wird nicht ausgewürfelt, wie du es dir in deinem Horrorszenario ausmalst. Warum machst du das? Es wird ein Dienstplan aufgestellt, bei dem jedem die Möglichkeit gegeben wird, seine Wünsche zu äußern, und bei dem nach besten Möglichkeiten auf diese Wünsche eingegangen wird.



    Du kannst dir nicht aussuchen, ob du dann Samstag, Sonntag, Montag, dienstag etc. frei hast. Und dein Partner auch nicht.


    Doch, genau darum geht es. Das ist der Punkt. JETZT kann ich es mir NICHT aussuchen. JETZT bin ich gearscht. Genau. Darum. Geht. Es.



    Es wäre ja nicht so, dass ein Ocard dann am Sonntag arbeiten gehen kann weil er dann arbeiten will. Das wird wohl dein Chef regeln und du kannst dann noch ein bisschen verhandeln. Mit ein bisschen Pech weißt du das nichtmal sonderlich weit im vorraus. Kann also sein, dass du den zwei Monate im vorraus geplanten Geburtstag oder ähnliches verpasst.


    Genau darum geht es. Genau das könnte ich. Wieder: Ich kann es nicht dem Staat vorwerfen, dass mein Chef so rückständig ist, aber ich kann dem Staat vorwerfen, dass er das unterstützt. Wäre mein Chef nicht so rückständig, dann würden wir uns heute schon drauf einigen, dass wir iwelchen Scheiß aufschreiben und ich einfach dann arbeite wann's mir passt. Dem Arbeitsprozess wäre das ZUTRÄGLICH, ich würde effektiver und effizienter arbeiten und wäre glücklicher. Mein Chef will das nicht und mein Staat will das nicht, dass ich glücklicher bin, das haben die so gelernt. Das ist dumm. Und du versuchst das zu rechtfertigen, wobei du meine Argumente ignorierst.



    Ich denke nicht, dass es langfristig (gesamt) wirtschaftlicher ist die Leute Sonntags und nachts arbeiten zu lassen. Auf der einen Seite ist es gesundheitlich problematisch.


    Nein. Du lügst. Du verbreitest ohne rot zu werden dreiste Lügen. Warum?
    Wir können gern darüber reden, dass für manche Personen, vielleicht sogar eine Mehrzahl der Personen, Nachtarbeit gesundheitsschädlich ist, und entsprechend können wir darüber reden das teurer zu machen. Einverstanden.
    Aber es ist definitiv NICHT gesundheitsschädlich, an Tag B zu arbeiten statt an Tag A.



    Auf der anderen Seite wird jemand der z.b. Sonntags arbeitet es schwerer haben einen Partner oder Freunde zu finden.


    Gestattest du mir als Betroffenem, da zu widersprechen?
    Ich stehe übermorgen wieder vor der Entscheidung, mache ich mich auf den Weg, zusätzliche Freunde zu finden, oder gehe ich am Montag zeitig schlafen, weil mir das Wochenende aufbestimmt wurde?
    Das Leben ist eben nicht so schön schwarz-weiß in WE-Menschen und Nicht-WE-Menschen unterteilt wie du das gern hättest.



    Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist rund um die Uhr leere Busse im 10 Minuten Takt fahren zu lassen.


    Hör bitte auf, dir solchen Unsinn herbeizufabulieren. Du behauptest da das komplette Gegenteil dessen, wofür eine gleichmäßige Beschäftigung steht.



    Ich gehe auch mal davon aus, dass auch du nur bedingt alleine arbeiten kannst. Es ist ja schon vorteilhaft alle zur selben Zeit da zu haben, um sich ab- und besprechen zu können. Du willst ja auch nicht nachts um drei vom Kollegen angerufen werden, nur weil da irgendwas nicht klappt und dann erstmal 2 Stunden Telefondiagnose zu betreiben nur um dann rauszufinden, dass der Stecker nicht drin war.


    Du willst über mich reden? Na gerne, dafür bin ich immer offen. Ich sage es aber vorweg: Ich bin nicht das Maß der Dinge. Es geht bei meiner Argumentation nicht um mich, sondern um alle.
    Dennoch, ich rede gern über mich und antworte dir gern:
    Tatsächlich kann ich viele Dinge allein bearbeiten und den Rest kann ich dann erledigen, wann ich mit Kollegen abspreche, gemeinsam im Büro zu sein. (Also könnte, wenn die Chefs nicht so rückständig wären.) Ich könnte das sogar mit Gleitzeit und Kernarbeitszeit regeln. Schon mal gehört? Nicht ganz so angenehm, aber schonmal eine deutliche Verbesserung.
    Und de facto würde ich es mögen, wenn man mir Vertrauensarbeitszeit mit 24/7-Verfügbarkeit anbieten würde. Aus dem einfachen Grund, das sich der Meinung bin, dass die jetzige Mentalität Arbeit und Privat strikt zu trennen absolut kontraproduktiv ist. Ich würde Luftsprünge machen, wenn meine Arbeit angemessen geschätzt und bezahlt würde zum Preis dass ich jeder Zeit verfügbar wäre.
    Es ist eine Unsitte, dass Leben und Arbeit als Antagonisten zu einander gesehen werden.
    Genug über mich geredet?



    Für Pakete gibts andere Lösungen. Handwerker hat man idR nicht alltäglich im Haus. Ja, man könnte die Infrastruktur räumlich verkleinern. Billiger wirds dadurch trotzdem nicht. Dann muss der Bus eben 24/7 im 10 Minuten Takt fahren, statt nur 4 Stunden am tag. Der Räumdienst muss Straßen und Radwege 24/7 freihalten - nachts lässt man sie aktuell oft zuschneien. Straßenlaternen werden oft nachts abgestellt. Kühltruhen abgedeckt. Backöfen abgestellt.


    Großartig! Patchwork-Lösungen für fehlerhafte Systeme gibt es, also muss man die Fehler nicht beheben... sehr gut... Nein, Handwerker hat man nicht jeden Tag im Haus, aber trotzdem muss man sich von den 25 Urlaubstagen welche nehmen, nur für Handwerker. Pech gehabt wenn es nach dir geht.
    Warum du Busse im 10min Takt fahren lassen willst, verschweigst du konsequent, das ist schlicht Blödsinn. Dass du die Busfahrer morgens 4h und abends 4h beschäftigen willst, wofür jeweils die Hälfte der Zeit für's Abstellen drauf geht... tja... Pech gehabt. Sehr gut. Die Radwege lässt man zuschneien und wenn jemand wie ich um 6 anfangen muss... tja... Pech gehabt. Der Bäcker macht auch erst um 6 auf? Tja, Pech gehabt. Straßenlaternen? Pech gehabt.
    Pech gehabt.
    Das ist unsozial.
    Pech gehabt.



    Die Brötchen müssen halbwegs frisch sein und können nicht 24 Stunden im vorraus gebacken werden. Man will zum Frühstück ein vernünftiges Brötchen haben und keins das 20 Stunden alt ist.


    Und wieder: Jetzt müssen alle Brötchen in kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden und danach stehen die Ofen still. Pech gehabt.



    Der Rewe hat dann 24/7 offen. Der kleine Supermarkt kann sich das nicht leisten. Die kleinen haben ja bereits jetzt schon nicht die Möglichkeit mitzuhalten und schließen oft schon um 18-19 Uhr, während der Rewe bis 23.30 offen hat.


    DARF ER NICHT. 22:00 ist in Sachsen Schluss. Pech gehabt!
    Hast du übrigens selbst mitgekriegt, dass du grade gesagt hast: Die Kunden würden gern rund um die Uhr einkaufen. ? Nur der Staat verbietet es. Und ich sage dir eins, die gut situierten Kunden würden GERN im Tante Emma Laden MEHR bezahlen, für den Service, für gute ausgebildetes Personal das rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wer es sich nicht leisten könnte, das wäre der Discounter für die breite Masse.



    Auch für Kinder von Polizisten, Ärzten und Co. gilt die Schulpflicht. Dem Kino kann es völlig egal sein, ob der Arzt jemals ins Kino gehen kann.


    Ganz im Gegenteil. Der Schule ist es völlig egal. Die machen einfach ihr Ding. Denn es besteht eine Schulpflicht. Da MUSS man hin gehen. Das Kino hingegen muss es dem Kunden recht machen. Und trotzdem gibt es keine Privatvorstellungen - außer man mietet sich den ganzen Saal. Du hast hier die Realitäten komplett ins Gegenteil verdreht.



    Für 5 Leute macht man das Kino nicht auf.


    Witziger Weise eben doch. Das hat nichts mit deiner oder meiner Argumentation zu tun, aber witziger Weise eben doch. Nicht nur ein Mal hab ich in Vorstellungen gesessen, in denen außer mir und meiner Familie nur 2 oder 4 Personen saßen. Und ich untertreibe bewusst nicht.



    den Lehrer vor Ort warten lässt oder lieber auf Bereitschaft zu hause


    Hör doch bitte endlich mit diesem Bullshit auf. Das stand nie zur Debatte und wird es in absehbarer Zeit auch nicht.


    TL;DR: man sollte eher zusehen, dass möglichst wenige zu möglichst guten Bedingungen zu ungünstigen Arbeitszeiten wie Sonntage oder nachts arbeiten müssen. Und das nicht noch ausweiten.


    Um den Bogen zu schließen:
    Wäre ich Kaiser und du Opposition, so würde ich dir sagen: Du redest zwar Blödsinn, aber ich setze mich gern mit dir an einen Tisch und rede darüber. Denn das Argument der ungünstigen Nachtarbeit ist valide, aber die Behauptung an Tag B zu arbeiten sei schädlicher als an Tag A zu arbeiten ist Bullshit. Und ich bin der Meinung, dass es besser ist, ALLEN eine gleichmäßig gute Arbeitszeit zu bieten
    STATT
    einigen zu sagen:
    Pech gehabt.

    Übrigens als kleine Randnotiz zum Thema Automatisierung:
    Wie ich seit Mittwoch weiß, erproben nicht nur IKEA und REAL die Selbstbedienungs-Kasse, sondern auch auf dem Flughafen Genf werden Schalter eingeführt, an denen man das Aufgabegepäck selbst mit Aufkleber versieht und auf's Band legt.

    Mit dem Überspringen tue ich mich auch immer schwer. Gab ja oben ein paar Punkte, bei denen ich gesagt hab, da müsste ich mich für eine richtige Meinung erst intensiv mit befassen. Dort hätte ich der Ehrlichkeit halber auch überspringen müssen.


    Anderer Seits ist es aber auch nicht weiter schlimm, denn es handelt sich ja nicht um eine Wahlempfehlung, und allein schon, die Frage ins Bewusstsein gerufen zu haben, so dass man sich klar drüber wurde, dass man sich für eine richtige Meinung damit auseinander setzen müsste, ist ja was wert.

    Brauche ich auch immer und jeder Zeit Tankwarte, Kinokassierer, Kellner & Köche, Hoteliers, Reinigungspersonal, Taxifahrer und um noch mal darauf zurückzukommen LKW-Fahrer auf Rastplätzen?


    Dass Nachtarbeit für manche Menschen schädlich sein mag, meinetwegen, darüber lässt sich reden und da kann man ja ein vorerst ein abgeschwächtes Arbeitszeitgesetz beibehalten, dass unfreiwillige Nachtarbeit einschränkt - wobei es auch mit heiligem Sonntag niemanden interessiert, dass ich im Winter bis zu 3h vor Sonnenaufgang aufstehen muss um zu arbeiten. Aber Arbeit am Sonntag zu einem Übel hoch zu stilisieren, dass ist ja rein kulturell ausgedacht, ohne jeglichen Rückhalt.



    Doch, wir haben eine sehr einheitliche Gesellschaft.


    Wie ich das sehe haben wir beide einfach ein sehr verschiedenes Verständnis des Begriffs "einheitlich".
    Wenn 1 von 10 Menschen sich nicht dem Mainstream angliedern kann oder will, dann bewirkt das sicherlich das, was du völlig richtig beschreibst. Ich sehe aber gleichzeitig über 8 Millionen Deutsche, auf deren Kosten es sich die anderen 70 Millionen bequem machen, die mit "Pech gehabt" zurückgelassen werden. Und wenn jeder dieser 8 Millionen auch nur 1 Familienmitglied und 1 guten Freund hat, dann sind das schon 24 Millionen Betroffene und damit nicht ganz ein Drittel der Gesellschaft.
    Es mag ja sein, dass die "nicht direkt betroffenen" 20% weiterhin zur Rush-Hour die Straßen verstopfen, aber betroffen davon, dass es eben nicht einheitlich ist und versucht wird künstlich einheitlich zu machen, das sind sie trotzdem.


    Aber auch, wenn du dieser Argumentation nicht folgen willst, dass jeder von uns auch Familie und Freunde hat, die betroffen sind, wenn wir betroffen sind, wundert mich doch:
    Du beschreibst völlig zu Recht, wie im jetzigen System die Infrastruktur zu Stoßzeiten überlastet ist und an den anderen gut 20 Stunden des Tages ungenutzt brach liegt. Dass Paketlieferungen und Handwerker grundsätzlich dann kommen wollen, wenn wir arbeiten, arbeite ich dir jetzt mal argumentativ zu. Genau das ist einer der Punkte, den man mit einer gleichmäßigen 24/7-Arbeit entschärft. Dieses bessere Wirtschaften, besser für Unternehmer, Arbeitnehmer und Kunden gleicher Maßen, ignorierst du aber völlig. Warum?



    Oftmals ist der ÖPNV nicht rund um die Uhr voll augelastet.


    Eben! Zur Stoßzeit brauchen sie alle Busse und haben nicht genug, während außerhalb davon die meisten sinnlos rum stehen oder leer fahren.



    Z.b. ein Ort mit 2000 Buspendlern bekäme sagen wir mal 20 Busse voll. Wenn das morgens in ~2-3 Stunden und abends ebenso recht kompakt anfällt passt das. Das wären 10 Busse pro Stunde, bei sagen wir 30 min fahrzeit für eine Runde wären 5 Fahrzeuge notwendig die alle 6 Minuten von der Haltestelle abfahren würden.


    Sehr schönes Beispiel. 5 Busse und 5 Fahrer, die zwo mal am Tag je 1h voll im Stress sind und den Rest der Zeit nicht wissen was sie tun sollen. Gleichmäßig verteilt kommst du in deinem Beispiel auf 1 Bus und 3 ohne Zeitstress gleichmäßig ausgelastete Fahrer. Das sind mal eben Einsparungen von 40% Arbeitszeitkosten und 80% Anschaffungs- und Stellplatzkosten. Ganz nebenbei hätten die besagten Busfahrer auch nicht diese miesen Arbeitszeiten, bei denen sie morgens ne Stunde Stress haben und dann 9 Stunden Pause, um noch mal für ne Stunde antreten zu müssen.



    Soweit ich weiß sind die Kosten beim ÖPNV auch weniger die Anschaffungskosten der Fahrzeuge.


    Darum spreche ich ja auch von Anfang an hauptsächlich von den Arbeitszeitkosten und füge die Materialkosten nur manchmal der Vollständigkeit halber an. Das "Argument" bringst immer du, obwohl ich mich kaum darauf beziehe. Warum?



    Was günstige Arbeitszeiten sind kann man denke ich diskutieren. Frag mal deine Eltern ob sie nachts und/oder Sonntags als günstigere Arbeitszeiten ansehen würden. Mag sein, dass du besonders gerne am Wochenende arbeiten willst oder nachts. Du bist aber auch ein bisschen weiter oben in der Nahrungskette und hast eher die Auswahl des Arbeitgebers als ein Rewe-Mitarbeiter.


    Im Vergleich zu meinen Eltern bin ich weiter unten in der Nahrungskette. Was meine Mutter von Nachtarbeit hält, hätte ich sie mal fragen sollen wenn sie um 23 Uhr als ich als Schüler zu Bett ging am Tisch saß und Arbeiten kontrolliert hat.
    Was mich angeht, so will ich nicht besonders gern jetzt oder dann arbeiten, sondern ich müsste eigentlich manchmal zu bestimmten Zeiten arbeiten, um eine Arbeit fristgerecht fertig zu bekommen.



    In vielen Berufen gelten die Arbeitszeiten (Bäcker, Gastronomie, LKW-Fahrer) als einer der Gründe für Nachwuchsmangel. So richtig beliebt sind solch komische Arbeitszeiten also offenbar nicht.


    Siehste. Ein weiteres Problem, das mit 24/7-Arbeitsfreigabe abgemildert wird. Warum arbeiten denn Bäcker immer und ausschließlich nachts vor Sonnenaufgang? Warum sind Kellner und Köche denn gezwungen immer und ausschließlich dann zu arbeiten wenn ihre Freunde frei haben? Warum stranden LKW-Fahrer denn am Sonntag auf Rastplätzen?
    Das sind die Leute, die für dich halt einfach Pech haben und auf die du gern drauf trittst, für den Komfort mit dem Bus alle 6 Minuten zur Rushhour.
    Da finde ich meinen Ansatz aber weitaus sozialer, die Polizisten, Bäcker, LKW-Fahrer, Ärzte etc. etc. in die Gesellschaft zu integrieren, statt sie mit einem "Pech gehabt" ab zu tun.



    Die Schule kann aber nicht sagen, dass es ihr egal ist ob der Einzelschüler nun zur Schule geht oder nicht. Da gibts den Anspruch 100% abzudecken.


    Ach darum werden die Kinder von... muss ich's erneut aufzählen... Tankwarten, Kinokassierern, Kellnern & Köchen, Hoteliers, Reinigungspersonal, Taxifahrern, LKW-Fahrern, Blumenhändlern, Polizisten und Ärzten im Stich gelassen. Des Anspruchs auf 100% wegen.



    Ich denke es ist weniger problematisch vor dem Kind das Haus zu verlassen, als Sonntags garnicht da zu sein.


    Darüber kann man ja reden, ob man lieber jeden Tag gemeinsam frühstückt oder sich ein Mal in der Woche den Tag über sieht.
    Nein... warte... darüber kann man zur Zeit eben nicht reden, sondern muss es so hinnehmen, wie es von außen bestimmt wurde, und außen ist noch nicht mal der Arbeitgeber, sondern ein Religionsführer von vor ein paar hundert Jahren.



    Abgesehen davon gibt es ja bereits Sonntagskitas. Das ist also keine Schwarzmalerei, sondern existiert bereits.


    Die Schwarzmalerei stilisierst du doch erst selbst herbei. Es ist etwas gutes, wenn eine KiTa an Tag A UND Tag B offen hat, statt NUR an Tag A. Für alle Beteiligten.



    Es wird nur zunehmen. Versteh auch nicht warum du da so ein Problem siehst. Im Grunde wünscht dir das doch. Flexiblere Arbeitszeiten für alle. Lehrer, Erzieher und so sind auch "alle". Wenn der Rewe 24/7 offen hat kann und sollte die Schule, Kita usw. auch so offen haben. Du bräuchtest kleinere Klassenräume und könntest kleinere billigere Schulgebäude haben.


    Das Problem stilisierst du herbei. DU verdrehst "absprachegemäß flexiblere Arbeitszeiten" zu "Lehrer müssen zu jeder Wunschzeit jedem Einzelschüler sofort und ohne Widerspruch zum Privatunterricht zur Verfügung stehen", garniert mit "du hast zwar nichts von billigeren Schulgebäuden gesagt, aber um dich lächerlich wirken zu lassen, behaupte ich's einfach mal".

    Ich hatte gestern Abend mal wieder Lust auf GW2, also mal rein zu schauen. Daher dachte ich mir wat soll's, lad doch einfach mal die 150.000 Dateien runter, lass die drei Geburtstagsgeschenke erstmal im Posteingang liegen, weil dein Inventar eh chronisch überfüllt ist, und schau mal wieder rein.


    Nun... hat jemand Voicechat und Lust, nen alten Herren ein Wochenende lang durch die Kante zu schleifen? Nicht bedacht auf Achievements oder Punkte oder Aurüstung oder was auch immer, sondern einfach nur gaaaaanz gemütlich und langsam ein bisschen daddeln und rum führen?


    Attraktive weibliche Asura und Sylvari bevorzugt.

    Die betroffenen Familien haben aktuell wohl schlicht Pech. Für ideal halte ich das auch nicht.


    Finde ich schon fast makaber. Obwohl du's nicht gut findest, setzt du dich dafür ein, weiterhin einige runter zu treten, statt es für alle besser zu machen. Allein dass du sagst, man kann die Missstände durch den heiligen Sonntag verursacht werden ignorieren weil sie nur einen Bruchteil der Gesellschaft betreffen, ist aus moralischer Sicht doch bereits Grund genug für eine Wende.
    Im Grunde ist deine Argumentation die gleiche, als würde ich sagen:
    "Es sollte Ausnahms los jeder nachts und am Sonntag frei haben. Dann braucht da auch keiner tanken und ins Kino muss man sowieso nicht ausgerechnet dann, wenn alle frei haben wollen. Der einzige Grund, an den Ausnahmen festzuhalten, ist, dass es ja nur einige wenige trifft, die für unsere Bequemlichkeiten bluten müssen. Und die einigen wenigen können wir ja wohl opfern."



    In einer relativ einheitlichen Gesellschaft funktionieren viele unsere Regeln. Aber eben nur, weil wir relativ einheitliche Lebensrhythmen haben.


    Haben wir ja nicht. Oder deine Prämisse, dass es funktioniert, stimmt nicht. OK, es funktioniert, iwie funktionierte es ja auch in der Steinzeit zu überleben, aber es funktioniert nicht gut.



    Es ist eher nicht anzunehmen, dass der Supermarkt seine Mitarbeiter dann per Sammeltaxi nach hause fährt.


    Warum auch? Schließlich entsteht ja dann im Gegensatz zu heute der Bedarf, dass der Bus auch nachts fährt. Und nicht nur das, es ist ja noch viel besser, statt dass wir heute am Tage 100 Busse brauchen, die nachts ungenutzt rum stehen, bräuchten wir dann vielleicht nur 66 Busse, von denen zumindest die Hälfte auch nachts fährt. Ökonomischer, ökologischer, gerechter und billiger für uns alle, nicht nur für die Schichtarbeiter, die sich ggf. plötzlich das zwote Auto sparen können.



    Der Punkt ist: desto mehr Menschen von derartig ungünstigen Arbeitszeiten betroffen sind, desto legitimer werden Forderungen nach "flexibleren Schulzeiten".


    Es sind ja im Gegenteil günstigere Arbeitszeiten. Heute muss ich um 5 aufstehen um 6 Uhr auf Arbeit zu sein. Zeig mir mal den Kindergarten oder die Schule, wo ich vorher noch schnell ein Kind abliefern könnte. Wie gesagt, ich kann nicht dem Staat vorschreiben, dass mein Arbeitgeber so dumm ist, aber ich kann dem Staat vorwerfen, dass er mit seiner Zwangsarbeitszeitpolitik solche Denkweisen unterstützt. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass deine Furcht vor unendlicher Felixibilität sich nicht bewahrheitet, auch wenn man vom heiligen Sonntag frei gesprochen ist. Die Kinos haben trotzdem festgelegte Spielzeiten und Ablaufpläne und keine Einzelkundenflexibilität. (Die Kunden, die sich das leisten können, für die sind Arbeitszeitgesetze ohnehin egal.)