Zeitmaschine | Zwillingsparadoxon

  • Genau das meinte ich doch! In den meisten Konzepten (in Filmen z.B.) ist die Zeitreise lokal und man kommt am gleich Ort auf der Erde nur zu einer anderen Zeit an, aber es wird nie die Bewegung im Raum beachtet.


    Und selbst man sich wirklich bewegt, vor mir aus mit Lichtgeschwindigkeit, muss man erstmal das eigentliche Ziel wiederfinden.

  • es geht eher darum dass "zeitreisen" in die zukunft ohne eigene bewegung, in bezug zu seinem start/zielpunkt, nicht möglich ist, daher ist die bewegung des start/zielortes im raum als solche irrelevant

  • Genau das meinte ich doch! In den meisten Konzepten (in Filmen z.B.) ist die Zeitreise lokal und man kommt am gleich Ort auf der Erde nur zu einer anderen Zeit an, aber es wird nie die Bewegung im Raum beachtet.


    Weil die potentielle Zeitmaschine in dem Bezugssystem bleiben würde, in dem sie die ganze Zeit gewesen ist. Die Zeitmaschine würde ja genau so von der Erde angezogen werden wie du auch, sie würde also einfach stehenbleiben.

  • es geht eher darum dass "zeitreisen" in die zukunft ohne eigene bewegung, in bezug zu seinem start/zielpunkt, nicht möglich ist, daher ist die bewegung des start/zielortes im raum als solche irrelevant


    Das war mir nicht ganz klar, ich dachte, es gäbe noch andere "reale" Konzepte ohne eigene Bewegung.


    Weil die potentielle Zeitmaschine in dem Bezugssystem bleiben würde, in dem sie die ganze Zeit gewesen ist. Die Zeitmaschine würde ja genau so von der Erde angezogen werden wie du auch, sie würde also einfach stehenbleiben.


    Aber woher weiss die Zeitmaschine, was das richtige Bezugssystem ist?


    Alles in allem glaube ich, ich hatte nicht genug Physik-Vorlesung in meinem Leben, um alles nachvollziehen zu können. ;)

  • Abgesehen von den Werten ist es kein Denkfehler.
    Allerdings bleibt immernoch die Frage, was man davon hätte de facto 7 Jahre abwesend gewesen zu sein und 3 Jahre älter zurückzukehren.


    Das eben alle 7 Jahre gealtert sind und du nur 3 Jahre. :D


  • Also ist es möglich reintheoretisch eine "Zeitmaschine" zu bauen. Oder sehe ich das falsch? Man muss ja "nur" auf Lichtgeschwindigkeit kommen.
    Eine Zeitmaschine zu bauen, ist daher doch gar nicht so absurd.


    Nein.
    Um Materie in der Zeit zu bewegen benötigt man eine unendliche Menge an Energie. Diese zu "beschaffen" ist nunmal unmöglich.


    Als reines Gedankenexperiment ist es aber immer gut.

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Prinzipiell sind wir ja alle Zeitreisende kontinuierlich unterwegs in die Zukunft. Vom Prinzip ist also meine Bewegungsgeschwindigkeit indirekt proportional zur Bewegung in der Zeit. Das Zwillingsphänomen lässt sich mittelst genauer Uhren ja schon bei Interkontinentalflügen beobachten.
    Bei Zeitreisen in die Vergangenheit ergeben sich heftige Logikprobleme (abgesehen von den physikalischen) durch Paradoxen. (Töte deinen eigenen Großvater) was man bei einer "Zeitreise" in die Zukunft nicht hat. Ursache und Wirkung werden dabei nie vertauscht, was allgemein recht praktisch ist ;)


    Ein schöner Roman zum Thema Zeitdilatation ist Stanislav Lems "Rückkehr von den Sternen"


    Für mich immer faszinierend, dass Heisenberg nicht nur Die Unschärferelation auf Ort und Impuls sondern auch auf Energie und Zeit angewendet hat (oder abgeleitet). Für mich ist das ein wunderbares Beipsiel das man beim Konzept Zeit schnell an die Grenzen des eigenen Vorstellungsvermögens kommen kann.

  • Ich schaffe das ehrlich gesagt, meist gar nicht durchzudenken.


    Zum Beispiel der Film: Dejavu. Den fand ich spannend und so, aber wirklich gerafft habe ich das alles gar nicht... ^^

  • Ich schaffe das ehrlich gesagt, meist gar nicht durchzudenken.


    Zum Beispiel der Film: Dejavu. Den fand ich spannend und so, aber wirklich gerafft habe ich das alles gar nicht... ^^


    der film ist aber auch wirklich richtig schlecht. ^^
    n tieferen sinn wirst du dort nicht finden.
    generell alle filme die mit diesem thema spielen weisen ziemliche lücken auf

  • Aber woher weiss die Zeitmaschine, was das richtige Bezugssystem ist?


    Die Maschine bleibt einfach stehen. Genau wie dein Auto. Setz dich in dein Auto und warte 10 Jahre. Wo bist du? Wenn niemand dein Auto abgeschleppt hat immernoch in deinem Auto. Und das Auto steht auch noch da wo es vorher gestanden hat.


    Reisen in die Vergangenheit sind nicht möglich und von daher ist der Gedankenweg in die andere Richtung hinfällig.


    doch, du müsstest schneller als Lichtgeschwindigkeit sein...


    Selbst dann - und das ist unmöglich - würdest du nicht in der Vergangenheit leben, sondern nur die Vergangenheit nochmal ablaufen sehen.

  • Die Maschine bleibt einfach stehen. Genau wie dein Auto. Setz dich in dein Auto und warte 10 Jahre. Wo bist du? Wenn niemand dein Auto abgeschleppt hat immernoch in deinem Auto. Und das Auto steht auch noch da wo es vorher gestanden hat.


    Das Problem dabei ist aber, dass hierbei das Auto diese 10 Jahre von der Erde mitgenommen wird.
    Wenn ich nun diese von mir gedachte Zeitreise nicht über Zeitdilatation sondern über den Sprung machen würde, bin ich zwar immernoch in meinem Auto, aber meine Umgebung hat sich dafür 10 Jahre lang weiterbewegt, was bedeutet dass die Erde und Konsorten ganz weit weg sind und ich in meinem Auto irgendwo im Weltraum lande. Oder nicht?


    PS: ich hab gar kein Auto [Blocked Image: http://www.worldofugly.de/ugly/973.gif]

  • Nein, weil eine Zeitreise so wie du sie dir vorstellst nicht denkbar wäre. Das Auto würde nicht verschwinden und in 10 Jahren wieder auftauchen, es würde die ganzen 10 Jahre an dieser Stelle stehen. Da "Zeitreisen" aber ohnehin nur durch Bewegung denkbar sind, ist das sowieso hinfällig.
    Materie verschwindet nicht einfach und taucht wieder auf. Deshalb gibt es auch das Problem des Ortes der Erscheinens nicht.

  • Was mir zum Thema Zeitreisen einfällt ist immer Licht. Vermutlich sind mir die physikalischen Zusammenhänge Null klar. Zwei Gedankenkonstrukte, die ihr gern komplett auseinander nehmen dürft.


    A: Man betrachte einen Stern X, dessen Licht Y Jahre braucht um bei uns anzukommen. Wenn wir dann Z Jahre brauchen um zu diesem Stern zu gelangen sind wir quasi in die Zukunft gereist, denn der Stern ist jetzt nicht mehr so, wie er war, als er sein Licht zu uns "gesandt" hat. Angenommen der Stern war ganz klein, dann ist er mittlerweile vllt ganz alt und unglaublich riesig geworden und explodiert. Wir sehen also die Zukunft, wenn wir angekommen sind, denn die Bewohner der Erde sehen die Supernova erst wieder nach Y Jahren :spec:


    B: Überall wo Licht hinkommt ist "Jetzt". Wenn man vor dem Licht ankommt, ist man schon früher da, dh man findet das System in einem Zustand vor, wie es ganz am Anfang der Fall war, bevor das System jemals von Licht erreicht wurde (welches Licht etc sei jetzt mal dahingestellt, man kann sich ja zB einen Strahl vorstellen). Ist man also an diesem Ort, bevor das Licht ankommt, so ist dies der Nullpunkt der Zeitachse. Dann vergeht Zeit, bis das Licht ankommt. Mit dme Licht kommt eine weitere Person dazu. Da man schon länger da ist, war man selbst in der Zukunft, aber für die andere Person ist man "Vergangenheit" bzw. vermutlich besonders "Gegenwart".
    Kommt man aber nach dem Licht an, so hat sich der Grundzustand schon verändert, dh eigentlich kommt man in einer Gegenwart an, die jedoch schon längst existiert :spec:



    Ich schließe für mich daraus, dass Zeitreisen geschwindigkeitsabhängig ist und bezugsabhängig. Man braucht einen Vergleich zu einem anderen Objekt oder einer anderen Person, um die Beobachtung eines Zustands unterscheiden zu können. Wenn also jemand vorher da ist, hat er doch eigentlich schon die Zukunft gesehen, auf eine recht simple Art und Weise. Er hat eine Information erhalten, bevor der andere sie erhalten hat. Kommt der andere dann aber an, kann der erste ihm nur aus der Vergangenheit erzählen, nicht aber aus der Zukunft. Das bedeutet doch, dass einer immer stetig schneller sein muss als der andere und die Kommunikationsdauer noch schneller sein muss, als die Geschwindigkeit beider, damit die "Zukunft" vermittelt werden kann, bevor sie zur "Gegenwart" des zuletzt ankommenden wird.


    Dadurch scheint sich aber auch eine Ortsabhängigkeit zu ergeben. Wenn ich nämlich auf dem Pluto sitze und einen Asteroiden beobachte, dessen Bahn ich exakt berechnen kann, bin ich dann nicht ein Prophet, wenn ich voraussagen kann, dass er in X Jahren auf die Erde einschlagen wird, sofern ich dies vom Pluto aus früher beobachten und berechnen kann, als jemand auf der Erde?


    Gekoppelt ist dies ja dann mit der Wahrnehmung. Wenn ich erahnen kann oder irgendwie bestimmen kann, dass ein Ereignis sehr wahrscheinlich ist, bin ich dann nicht auch recht nah dran ein Zeitreisender zu sein? Wenn ich mit einem Teleskop hins All schaue, ist das dann eben nicht auch irgendwie zeitreisen? :spec:

  • A: Man betrachte einen Stern X, dessen Licht Y Jahre braucht um bei uns anzukommen. Wenn wir dann Z Jahre brauchen um zu diesem Stern zu gelangen sind wir quasi in die Zukunft gereist, denn der Stern ist jetzt nicht mehr so, wie er war, als er sein Licht zu uns "gesandt" hat. Angenommen der Stern war ganz klein, dann ist er mittlerweile vllt ganz alt und unglaublich riesig geworden und explodiert. Wir sehen also die Zukunft, wenn wir angekommen sind, denn die Bewohner der Erde sehen die Supernova erst wieder nach Y Jahren :spec:


    Auf die Gefahr hin zwischen X,Y und Z etwas durcheinander gekommen zu sein, wäre meine Antwort: Ja.


    Sofern ich es richtig verstehe sagst du im Prinzip nur, dass Menschen, welche an einem Phänomen näher dran sind als andere, es zu erst sehen können. Dies ist natürlich richtig. Das eigentliche faszinierende ist, wie ich finde, der Umstand, dass wir jeden Tag in die "Vergangenheit" schauen können - anwesende Physiker mögen die blumige Umschreibung entschuldigen. Wenn du dir Nachts den Himmel anschaust und dort einen Stern siehst, dann siehst du keinen Stern. Genau genommen siehst du das Licht eines Sternes und es ist gut möglich, dass der Stern dessen Licht du am Himmel siehst gar nicht mehr existiert. Der Nachthimmel ist quasi ein Blick in die Vergangenheit, - zu dem Zeitpunkt wo das Licht des Sterns dein Auge trifft gibt es diesen Stern womöglich gar nicht mehr oder er befindet sich an einer völlig anderen Position. Das muss eigentlich n' echtes Drama etwa für Astrologen sein; die ganzen Sternenbilder, aus denen Horoskope gelesen werden, gibt es höchstwahrscheinlich schon längst gar nicht mehr.
    :D


    Das ganze Phänomen kann man übrigens auch am Tag beobachten. Das Licht der Sonne benötigt zur Erde ca. 8 Minuten. Wenn du am Tage also die Sonne an einer bestimmten Position siehst, dann ist die Sonne tatsächlich schon 8 Minuten weiter. Man könnte auch sagen: in unserer Wahrnehmung hat die Sonne n' lag von 8 Minuten. Und immer wenn wir am Tage die Sonne sehen, sehen wir die Sonne gar nicht - zumindest nicht so wie ist und wo sie ist.
    ;)



    Was du mit "in die Zukunft gereist" sagen willst verstehe ich allerdings nicht so ganz; ich reise jetzt auch gerade in die Zukunft, ganz bequem hier Zuhause auf meinem Bürostuhl. 1 Sekunde, 2 Sekunden, 3 Sekunden, ... zugegeben, Reisen in die Zukunft sind recht öde, aber außer Geduld brauch man wenig Equipment dafür.



    Wobei's bei dem ganzen Zeit-Gedöns doch glaube ich noch nichtmal so sehr um das Licht an sich geht, sondern darum, dass Informationen maximal mit Lichtgeschwindigkeit übermittelt werden können. Das Phänomen des Lichts ist doch soweit ich weiß jetzt noch nicht einmal so ausschlaggebend, als vielmehr der Umstand, dass die Informationsübertragungsrate auf die Lichtgeschwindigkeit limitiert ist. Über die Definition von "Information" will ich mich da jetzt nicht auslassen; das geht auch mir zu weit. Zumindest gibts ja auch Phänomene welche in denen Wechselwirkungen mit Überlichtgeweschwindigkeit eintreten; in verschränkten Systemen. Wenn man also sagt, "Nichts ist schneller als Lichtgeschwindigkeit" so ist das genau genommen ja nur halb-richtig. Richtig ist: Informationen sind nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit übertragbar. Es gibt trodzdem Phänomene, nämlich die angesprochene Quantenverschränkungen, in denen eine Wechselwirkung mit Überlichtgeschwindigkeit - nämlich absolut gleichzeitig! - eintritt. Aber da werden halt keine Informationen übermittelt.


    Wie gesagt, um's Licht an sich geht's bei der ganzen Thematik doch soweit ich weiß gar nicht. Man könnte an der Sonne ja auch einen Peilsender anbringen der die Raumkoordinaten der Sonne an die Erde übermittelt. Der Clou: auch mit dieser Methode würden die Informationen ca. mit 8 Minuten Verspätung an der Erde ankommen.

  • Höchstens extrapolieren.


    Wobei vielleicht angemerkt werden sollte, dass die Bewegung der Sonne nicht allzu spannend ist, solange es um Sonne-Erde geht.