Musikdownload illegal/legal die .... xte!

  • Auch wenn das alles jetzt noch Grauzone etc. ist, weil die Urteile fehlen, ist Internet-Recht und das damit im Zusammenhang stehende Urheberrecht ja ganz groß im Kommen und wird zunehmend in Rechtszeitschriften mit Essays bedacht etc. (Weswegen auch Anwälte manchmal mehr wissen und meinen können als ihre Klienten!) Auf dem Gebiet tut sich in der nächsten Zeit ne Menge und man tut sicher nicht schlecht daran, sich einigermaßen bedeckt zu halten bzw. sich zurückzunehmen, was das alles angeht, sonst wird man selbst zum Teil der Urteile, die da kommen.


    Die Diskussion zeigt ja auch schon, dass man von Unwissenheit nicht mehr ausgehen kann, wenn soviel Unsicherheit und Halbwissen besteht. Das unschuldige Rumgeklicke hier im Internet ist halt vorbei, so neu ist das Internet nicht mehr!


  • In wie weit müsste ein Nutzer dieser Angebote sich im Vorraus informieren, bevor er auf den entsprechenden Link klickt und wo sollte er das tun können? Einschreiben an den Verantwortlichen schicken um etwas gerichtsfestes zu haben?


    Das Problem sehe ich nicht an der Stelle.
    Wenn dich beispielsweise jemand vor dem Supermarkt anspricht und dir eine Schachtel/ Stange Zigaretten anbietet mit einem Schachtelpreis von 1€, dann weiß jeder mündige Bürger, dass daran was nicht stimmt. Entweder ist das "zollfrei", geklaut, gepanscht, oder what ever...
    Ohne großen Informationsaufwand weiß dann jeder, dass man illegale Ware erwerben würde.
    Im Jahre 2011 weiß dann auch jeder, dass aktuelle Kinofilme/ Musikalben/ etc. als kostenloser Stream oder Download ebenso wie die 1€-Fluppen illegale Ware sind. Und man muss keinesfalls Informatik studiert haben, um dies zu begreifen. :wink:

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Mach doch mal den Selbsttest. Benutz die youtube Suche nach aktuellen Liedern und entscheide jeweils bevor du auf einen Link klickst, ob der Inhalt legal oder illegal eingestellt wurde.
    Anschließend wiederholst du das mit bis zu 100 jahre alten Liedern. (Das Urheberrecht gilt ja schließlich bis 70 Jahre nach dem Tod)
    Für jedes mal wenn du falsch gelegen hast, erstattest du bitte Selbstanzeige.


    Vorm Tabakladen wollen mir im Übrigen regelmäßig irgendwelche Leute Zigarettenpäckchen for free anbieten. Ich hab ja nicht geahnt, dass das alles Verbrecher waren... :wink:

  • YouTube hat seine eigenen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrechte. Dort gelten diese. Egal welches Video du anschaust bzw. streamst, das ist vollkommen legal. Wird ein Video auf Verdacht gesperrt, kannst du es nicht mehr streamen, insofern stellt dies für den YouTube Nutzer oder Gast keine Gefahr der Illegalität mehr dar. So kann man hier ohne bedenken surfen. Lediglich der Uploader kann hier wiederum straflich angeklagt werden.
    Allerdings kenne ich die genaueren Umstände nicht im Bezug auf die Rechte in YouTube.


    Gruß
    KokosnussKopf

  • YouTube hat seine eigenen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrechte. Dort gelten diese. Egal welches Video du anschaust bzw. streamst, das ist vollkommen legal.


    Das ist Quatsch.
    Es geht ums Zivilrecht und die etwaige Forderung besteht zwischen dem Urheber bzw. dessen Vertreter und demjenigen der gegen das Urheberrecht verstoßen und damit einen Vermögensschaden verursacht hat. Was youtube in seine Nutzungsbedingungen schreibt ist dafür völlig belanglos.


    Wenn es möglich ist den Nutzer eines widerrechtlich eingestellten Angebots auf Schadensersatz zu verklagen gilt das auch bei youtube und co.


    Als Datenschutzrecht gilt übrigens das BDSG. Davon kann youtube nur abweichen, wenn du mit ihnen eine Vertrag schließt und ausdrücklich die Erlaubnis erteilst.

  • Mach doch mal den Selbsttest. Benutz die youtube Suche nach aktuellen Liedern und entscheide jeweils bevor du auf einen Link klickst, ob der Inhalt legal oder illegal eingestellt wurde.
    Anschließend wiederholst du das mit bis zu 100 jahre alten Liedern. (Das Urheberrecht gilt ja schließlich bis 70 Jahre nach dem Tod)
    Für jedes mal wenn du falsch gelegen hast, erstattest du bitte Selbstanzeige.


    Ein deplatziertes Beispiel. Ich befürchte du hast nicht ganz verstanden, was ich ausgedrückt habe.

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Du stehst auf dem Standpunkt, dass das streamen eine unerlaubte Vervielfältigung darstellt und sich daraus Schadensersatzansprüche ergeben.
    Wenn das zutrifft, könnte man im Einzelfall bei einer Klage argumentieren, dass man ja nicht wissen konnte was man tut.
    Soweit richtig?


    Wenn dem so wäre, wäre es völlig legitim dir bei einem falschen Klick eine Abmahnung mit Unterlassungsforderung zukommen zu lassen(wegen Wiederholungsgefahr). Wenn zusätzlich durch den Link- oder Beschreibungstext erkennlich hätte sein müssen, dass das Material vermutlich illegal eingestellt wurde, gibt es ein Verfahren, in dem du beweisen musst, dass du es mit normalem Aufwand (was immer das dann heißen mag) nicht hättest erkennen können.


    In beiden Fällen droht dir bei jedem Klick in yt & co. eine Rechnung von mehreren hundert Euro.


    Nun könnte man natürlich sagen, dass alle Klagen bei den populären Portalen abgewiesen werden oder eine Blacklist erstellen auf die alle Bösen kommen. Beides würde aber entsprechend ausgenutzt werden und damit nicht wirken.


    Wie gesagt, kein gangbarer Weg...

  • Du stehst auf dem Standpunkt, dass das streamen eine unerlaubte Vervielfältigung darstellt und sich daraus Schadensersatzansprüche ergeben.
    Wenn das zutrifft, könnte man im Einzelfall bei einer Klage argumentieren, dass man ja nicht wissen konnte was man tut.
    Soweit richtig?


    Nein.
    Das Streamen von offensichtlich urheberrechtlich geschütztem Content stellt für mich eine Urhebrrechtsverletzung dar. Und ist für mich ein Verstoss im strafrechtlichen Sinne, z.B. § 106-108 UrhG (nicht nur zivirechtlich).
    Bei so Seiten wie kino(x).to, sowie Filsharingseiten (um die es dem TE vorrangig zu gehen scheint) sehe ich da wenig Argumentationsspielraum, den Unwissenden zu mimen.


    Beim Hochladen von Content bei YT erhält jeder den Hinweis, dass man nur Material uploaden darf, welches uneingeschränkt das Eigentum des Uploaders im Sinne des Urheberrechts ist und dabei keinerlei Rechte Dritter tangiert werden. U.a. deshalb sehe ich die urheberrechtliche 'Angriffsfläche' bei Youtube auf der anderen Seite. - in der Hauptverantwortung steht hier der Uploader und Youtube selbst.
    YT scheint sich zunehmend dieser Rolle zu stellen, da sie häufiger 'illegalen' Conten erstmal "unsichtbar" schalten und der GEMA oder SONY, EMI,... einfach die Benutzerdaten mitteilen und von welcher IP und an welchem Datum/Uhrzeit der Upload erfolgt ist. Konkrete rechtliche Schritte gegenüber Privatpersonen sind mir allerdings noch nicht bekannt.


    Quote

    Wenn dem so wäre, ...


    Das dem nicht so ist sollte ich nun klargestellt haben, oder?

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Das ist Quatsch.
    Es geht ums Zivilrecht und die etwaige Forderung besteht zwischen dem Urheber bzw. dessen Vertreter und demjenigen der gegen das Urheberrecht verstoßen und damit einen Vermögensschaden verursacht hat. Was youtube in seine Nutzungsbedingungen schreibt ist dafür völlig belanglos.


    Wenn es möglich ist den Nutzer eines widerrechtlich eingestellten Angebots auf Schadensersatz zu verklagen gilt das auch bei youtube und co.


    Als Datenschutzrecht gilt übrigens das BDSG. Davon kann youtube nur abweichen, wenn du mit ihnen eine Vertrag schließt und ausdrücklich die Erlaubnis erteilst.


    Aber dann müsste YouTube mindestens zu 50% vollkommen illegal sein. Mir ist kein Fall bekannt wo ein YouTube Nutzer oder Gast wegen des Steamens dort angeklagt wurde oder irgendwie mit Konsequenzen konfrontieren musste. Ich weiß das wenn Inhalte gesperrt werden, man kein Zugriff mehr darauf erhalten kann, somit können diese Inhalte sowieso nicht weiter gestreamt werden und das ist bei vielen Streams so, nicht nur die von YouTube.
    Ich würde sagen das es nicht so einfach ist egal wie die Zivielrechte auch sein mögen, weil es wieder Rechte giebt die es dir zulassen streamen zu dürfen. Grauzone?


    Gruß
    KokosnussKopf

  • Das müsste nicht nur so sein, das ist so. Ein hoher Anteil des Contents auf YouTube ist da nicht rechtmäßig. Rechtliche Schritte wurden bisher nicht eingeleitet, weil es zum einen teilweise toleriert wird, zum anderen einfach nicht lohnend ist.


    Teilweise schließt ja YouTube auch Verträge mit den Rechteverwertern, damit die es eben gestatten. Hier in Deutschland klappt das nicht, bzw. ist YouTube zu teuer, weswegen wir hier ja auch immer öfter die Meldung erhalten, dass wir die Videos hier nicht anschauen können.