Kopftuchverbot für Schülerinnen

  • solange es ein kopftuch und keine umfunktionierte badekappe ist besteht sie, ja.
    das selbe gilt beim geräteturnen.


    aktueller zustand ist doch, dass sich die kopftuchträgerinnen vom sportunterricht befreien lassen oder sie sich nur beim laufen,ballspielen beteiligen und ihre gnaden 4 kassieren. ist das für dich ein akzeptabler zustand?

  • solange es ein kopftuch und keine umfunktionierte badekappe ist besteht sie, ja.
    das selbe gilt beim geräteturnen.


    aktueller zustand ist doch, dass sich die kopftuchträgerinnen vom sportunterricht befreien lassen oder sie sich nur beim laufen,ballspielen beteiligen und ihre gnaden 4 kassieren. ist das für dich ein akzeptabler zustand?


    Wo hast du sowas denn eigentlich her? Ja sicherlich gibt es welche, die sich auf ihrem Kopftuch im Sportunterricht ausruhen - aber doch nicht alle. Und was das Turnen/die Gymnastik betrifft, geht es wohl weniger um die Verletzungsgefahr mit Kopftuch, sondern den Beteiligten eher darum, sich nicht in gewissen Posen zu präsentieren, weil es ihren Ansichten nunmal widerspricht, sich auf nem Balken zu räkeln - das muss auch nicht unbedingt einen religiösen Hintergrund haben. Ist Hemmung neuerdings so etwas befremdliches ?


    Es gibt aber auch sonst mehr als genug Sportarten, die im Schulunterricht mit Kopftuch absolviert werden können. Ich wüsste nicht, dass ausgerechnet die rhythmische Gymnastik einer der Schwerpunkte im Schulsport ist - also kassieren die Kopftuchträgerinnen im Zweifelsfall bloß für eine Einheit (das Turnen) ne schlechte Note; genauso wie ein Fußballmuffel wie ich ohne Kopftuch ne schlechte Note in dem Quartal bekommt, in dem wir Fußball spielen würden.


    Abgesehen davon: was juckt es dich denn, wenn sich mangelnde Beteiligung negativ auf die Note auswirkt? Ist doch nur ne logische Konsequenz, wie in jedem Fach. Mich würds eher nerven, wenns nicht so wäre.



    MfG, Zora

  • meine mutter ist lehrerin an einer sekundarstufe-I mit ~50% 'migrantenanteil' in frankfurt/main, unter anderem für sport. über jahre hinweg musste durfte ich die probleme am esstisch mitverfolgen. meine eigenen schulerfahrungen und erzählungen ihrer kollegen (ist dir schonmal aufgefallen, dass lehrer, wo immer sie sind, über die schule reden müssen?) passen ebenfalls genau ins bild.
    wenn ich dann noch die probleme bei ausflügen und klassenfahrten hinzunehme, bei denen muslimischen mädchen von zuhause verboten wird teilzunehmen, sie selbst aber gerne möchten, dann finde ich muss etwas in der richtung unternommen werden. zur not müssen sich eben auch die anständigen muslima ein wenig einschränken.


  • wenn ich dann noch die probleme bei ausflügen und klassenfahrten hinzunehme, bei denen muslimischen mädchen von zuhause verboten wird teilzunehmen, sie selbst aber gerne möchten, dann finde ich muss etwas in der richtung unternommen werden.


    Das würde sich durch ein Verbot sicher noch verschärfen, da bei entsprechender Betrachtungsweise ja dann der "Beleg erbracht ist, dass deutsche/europäische säkularisierte Schulen die armen islamisch gläubigen Kinder zwangssäkularisieren wollen".

  • Quote

    wenn ich dann noch die probleme bei ausflügen und klassenfahrten hinzunehme, bei denen muslimischen mädchen von zuhause verboten wird teilzunehmen, sie selbst aber gerne möchten, dann finde ich muss etwas in der richtung unternommen werden.


    Außerdem auch ein Beispiel warum Religion Integration entgegen wirken kann. Wer erinnert sich nicht gern an die lustigen Sportwochen, Sprachreisen, etc.? Wenn man das verpasst hat, dann wird man doch schon fast automatisch Außenseiter.


    Des Weiteren kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich die anderen Mädels beschweren wenn Frau Kopftuch bestimmte Sachen nicht machen muss (und das mit keiner schlechten Note geahndet wird). Zumindest hat sich bei uns eine ärztliche Schwimmbefreiung nicht auf die Note ausgewirkt, die anderen haben dann nur gemault weil derjenige 2 Stunden die Woche weniger Schule hatte.


    Es wäre interessant wie viele überzeugte Kopftuchträgerinnen in der Schule gibt, zumindest unter 14 Jahren und was die Beweggründe dafür sind.

  • Erst vor einigen Wochen hat ein Oberlandesgericht entschieden (ich weiß nicht mehr welches), dass muslimischen Mädchen das Schwimmen in einem muslimischen Badeanzug zuzumuten wäre. Wer das nicht kennt: so ein Anzug sieht aus wie ein Tauchanzug, besteht halt nur nicht aus Neopren und bei manchen gibt es noch eine Art Röckchen um die Hüften, damit man die Konturen ned so sieht. Ich halte diese Entscheidung auch für richtig, denn Schwimmen gehört zu den Dingen die jeder Mensch können sollte und wo es gefährlich werden kann, wenn er es nicht kann.


    Im Sportunterricht habe ich das Problem erst als Berufsschülerin erlebt, und die einzige Mitschülerin, die das für ihren Glauben als wichtig ansah, benutzte auch sonst keine Kopftücher, sondern Strick- und Skatermützen. Das machte sie auch im Sportunterricht so (wir waren zwar nur Weiber, Anwaltsgehilfinnen halt, hatten aber einen männlichen Sportlehrer). Solche Lösungen könnte ich mir da auch generell vorstellen für den Sportunterricht. Dass das Kopftuch manchmal zu gefährlich ist leuchtet ein, da es das Gesichtsfeld schon etwas einschränkt.


    Ein Fass was man in dem Zusammenhang natürlich auch aufmachen muß ist, ob im Sportunterricht wirklich Sachen sein müssen, die für die Hälfte der Klasse zu gefährlich sind, einfach dadurch dass man das nicht machen kann wenn man es nur aller paar Jahre für einige Wochen übt (Schwebebalken, Stufenbarren, Bockspringen etc.) UND man dann die Leute zwingt das zu machen, obwohl sie sich dazu nicht in der Lage sehen, indem man ihn mit schlechten Noten und anderen Sanktionen droht (weil das ja als Arbeitsverweigerung gilt gibt es da noch mehr Möglichkeiten). Das Bewußtsein für Sicherheit und körperliche Unversehrtheit ist bei uns Menschen gut ausgeprägt und wenn Leute sagen "ich möchte das nicht", sind es in der Regel auch Diejenigen, bei denen das schnell blöd ausgeht. Ich war davon als Schülerin selbst betroffen und habe mich mehrmals erheblich verletzt, nachdem ich mit Drohungen dazu "ermutigt" worden war, Sachen zu machen die ich nicht konnte. Ich kann deshalb jedes Mädchen verstehen, dass sich hinter seiner Religionszugehörigkeit versteckt, um sich um solche Sachen zu drücken. Und das halte ich für ein Problem der Inhalte und Methoden im Sportunterricht, und nicht des Islams.


    Gruß Missy

    Die Wirklichkeit eines anderen Menschen liegt nicht darin, was er dir offenbart, sondern in dem, was er dir nicht offenbaren kann. Wenn du ihn daher verstehen willst, höre nicht auf das, was er dir sagt, sondern vielmehr auf das, was er dir verschweigt.
    (Kahlil Gibran)

  • von welchen Radikalen? Radikale Christen? Radikalen Atheisten? Neonazis? Langbärtige Araber, die sich mit dem Bombengürtel ins Paradies Bomben?
    Das Leben ist nicht so einfach schwarz und weiß, und mit Verallgemeinerungen trifft man im allgemeinen die Falschen.


    In einer pluralistischen Gemeinschaft, in der wir alle leben wollen, müssen Kompromisse gefunden werden, da eigene Freiheiten immer die Freiheiten anderer tangieren. Und für diese Kompromisse gibt es keine Patentlösung.
    Es wurde mehrfach andiskutiert, im wieweit der Staat Einfluß auf die Familie nehmen soll. Sowohl hier im Thread als auch bei anderen Themen (z.B. USK Kontrollen, wenn Eltern ihren Kindern USK18 Titel ö.ä. zumuten/zutrauen wollen).
    Dass man dann die Diskussion, wo man die Messlatte anlegen soll, im Keim erstickt, indem man das Gesetzbuch zum Erschlagen der anderen Meinung verwendet, empfinde ich als falsch.
    Dass man durch Geben und Nehmen eine akzeptable Kompromisslösung finden kann, ist mir die sympathischere Lösung als wenn man sich in nationalkonservativer Weise von vornerein den Argumentationsspielraum verbaut. Hätten wir neuen Einflüssen niemals eine Chance geegeben, würden wir immernoch in den Wäldern hausen und Hirsche jagen.

  • ich sprach von den radikalen muslimen, die massiv in die grundrechte ihrer kinder, insbesondere deren religionsfreiheit, eingreifen. auch die anderen radikalen sollen sich hier nicht wohlfühlen, aber die passen nun wirklich nicht in diese diskussion.


    welche vorschläge zum kompromiss hast du denn?
    mein vorschlag war religiöse symbole und bekenntnisse zu verbieten bis einem kind die nötige reife zugesprochen werden kann, selbst zu entscheiden (zu ermitteln wann genau dieser zustand erreicht ist überlasse ich qualifizierteren personen) woran oder ob es glauben möchte. das ist sicher keine optimale lösung und ist im einzelfall auch ungerecht, aber die bestehenden probleme einfach zu ignorieren kann nicht der richtige weg sein.
    zumindest aber sollten sich religiöse menschen, ob nun durch eigene entscheidung oder durch die der eltern, nicht von allgemeinen pflichten freisagen können.
    damit meine ich dinge wie den sportunterricht, religionskunde (nicht verwechseln mit glaubenskunde - dem religionsunterricht), sexualkunde etc pp. ungeachtet ob es christen, moslems oder atheisten sind.

  • Das würde sich durch ein Verbot sicher noch verschärfen, da bei entsprechender Betrachtungsweise ja dann der "Beleg erbracht ist, dass deutsche/europäische säkularisierte Schulen die armen islamisch gläubigen Kinder zwangssäkularisieren wollen".


    Sollte aus deiner Sicht ein Nicht-Verbot eine Gleichberechtigung (siehe z. B. Cappy-Einwand) mit sich bringen?

  • ob in der schule kopftücher getragen werden ist mir egal. was ich allerdings sehr bedenklich finde ist das tragen eines kopftuches beim autofahren da es das sichtfeld erheblich einschränkt.


  • Clint


    Ich halte es da ganz mit Schirin Ebadi: "Die Trennung von Religion und Staat bedeutet, dass man keine religiöse Propaganda betreibt. Wer das Tuch aus rein persönlichen Gründen trägt, also nicht missionieren will, sollte das dürfen. Genau wie man das Recht haben sollte, mit Hut spazieren zu gehen. Oder nackt."


    Wie unterscheidest du, wer Kleidung aus persönlichen Gründne trägt und wer sie trägt um zu missionieren?

  • @True
    Ich hab zu oft erlebt, dass Menschen eben keine Gründe für ihr Handeln haben, als dass ich pauschal allen einen Grund unterstellen könnte. Es mag in vielen Fällen tatsächlich Gründe geben, aber dass die Menschen diese auch haben - also sie kennen (geschweige denn sich ihnen bewusst sind) oder sie auf sie auch nur in sinnvoll anwendbar sind - bezweifle ich sehr oft. Spätestens beim "is halt so". Und spätestens wenn ICH mich dann auch danach richten soll, dann wird mir der Grund relevant.
    Feierliche Anlässe: Dem Hochzeitspaar zu ihrem wichtigen Tag auf diese Weise Respekt zu zollen ist doch schon ein Grund, nicht nur eine ungreifbare gesellschaftliche Konvention. Da kann ich nun entweder sagen ja verstehe und akzeptiere ich oder nein ich geh nicht hin, weil ich die Leute nicht so sehr respektiere. Problem gelöst nach Nennung des Grundes.
    Diplomprüfung: Was alles vor der Diplomprüfung kam hat für mich aber ein deutlich schwereres Gewicht als die Prüfung an sich. Deutlicher war das beim Abi-Ball, wo ich halt dann doch ein Hemd angezogen hab weil ich drum gebeten wurde, aber das war gleich noch unwichtiger.
    Und natürlich schau ich, dass ich's dem Prüfer recht mache, weil ich ja ne gute Note haben will. Das hat ja aber nichts mit der Legitimation für die Sache an sich zu tun. Da kann man auch wieder sagen es ist ne Form von entgegen gebrachtem Respekt, weil der Prüfer ja in aller Regel mehr kann als ich oder ich bei ihm gelernt hab etc. und ich ja meinen Abschluss abwerten würde, wenn ich ihm nicht einen gewissen Respekt entgegen bringen würde. OK, kann man so sehen. Grund gefunden und da kann man dann ne Entscheidung drüber fällen. Aber sich an die Norm zu halten um keine schlechte Note zu bekommen ist reiner Opportunismus.
    Warum man das nun wieder auf Rebellentum und Hass auf Konventionen schieben muss ist mir aber ein Rätsel. Ist ja nicht so, dass ich Sachen einfach nur deshalb ablehnen würde weil sie so Mode sind, sondern aus nem Grund. Und da haben wir's dann auch direkt wieder, warum ich auch gern den Grund der andern hätte, nämlich um entscheiden zu können ob der Ihre den Meinen womöglich überwiegt. Da ich mir also Gedanken drüber mache wenn ich zu etwas "Nein" sage, ist ein "Is halt so" nun überhaupt kein ausreichender Grund mehr.


    Geschäftsbereich: Da trage ich nicht nur Verantwortung für mich, sondern halt auch für alle anderen in meiner Firma, also sollte ich mich schon auch an einen Dresscode halten genau wie mich ein Hauseigentümer ja seines Hauses verweisen darf wenn ihm nicht gefällt was ich an habe. Aber auch da wünsche ich mir eine Begründung. Das kann einheitliches Auftreten nach außen hin sein, das kann der Wunsch sein auch weniger aufgeklärte Menschen als Kunden zu gewinnen (letztlich also wieder Opportunismus), oder vielleicht gefallen dem Chef auch einfach nur Anzüge (gibt ja auch Leute, denen keine Minarette gefallen).
    Auf jeden Fall lassen sich da noch relativ leicht Gründe finden, wie auch im Sterne-Restaurant mit Kleiderordnung, das damit ein gehobenes Ambiente erzeugen will.


    Aber soll ich nun auf das 1€ T-Shirt aus der '94er Prinzen-Tour verzichten nur weil ich kein Prinzen-Fan bin? Darf ein atheistisches Mädchen im Unterricht keinen Schleier tragen? Muss der Rentner in gedeckten Farbtönen rum laufen an Stelle des Hawai-Hemds und kurzen Hosen?
    Weil es sich halt so gehört oder eben nicht, weil's eben so ist und man die alten Gewohnheiten nicht ablegen möchte? Das ist doch kein Grund.



    mein vorschlag war religiöse symbole und bekenntnisse zu verbieten bis einem kind die nötige reife zugesprochen werden kann, selbst zu entscheiden (zu ermitteln wann genau dieser zustand erreicht ist überlasse ich qualifizierteren personen) woran oder ob es glauben möchte.


    Ah ja... und wer bestimmt, welche Personen angeblich qualifiziert seien, das zu entscheiden?


    Ich halte diese Entscheidung auch für richtig, denn Schwimmen gehört zu den Dingen die jeder Mensch können sollte und wo es gefährlich werden kann, wenn er es nicht kann.


    Die Entscheidung halte ich auch für richtig, einfach weil's halt kein Grund ist jemanden vom Sportunterricht zu befreien, auch nicht teilweise.
    Aber Schwimmen ist nun wirklich nichts was jeder können sollte und wenn man nicht grade darauf angewiesen ist mit nem kleinen Boot nach Hause oder zur Schule/Arbeitsstelle zu fahren, ist auch nichts gefährliches dran, nicht schwimmen zu können. Also die Begründung hält einer näheren Betrachtung kaum stand. Das Thema hatten wir doch auch erst kürzlich in nem eigenen Thread.


    Ein Fass was man in dem Zusammenhang natürlich auch aufmachen muß ist, ob im Sportunterricht wirklich Sachen sein müssen, die für die Hälfte der Klasse zu gefährlich sind, einfach dadurch dass man das nicht machen kann wenn man es nur aller paar Jahre für einige Wochen übt (Schwebebalken, Stufenbarren, Bockspringen etc.)


    What? Gefährlich? Also bei uns wurden da Matten untergelegt und gut. Wenn mal jemand am Bock hängen geblieben ist, war das allenfalls nen Lacher für die Mitschüler wert - etwas ausgefallenere Sprünge darüber konnten wir ohnehin immer nur dann machen wenn der Lehrer grade nicht hin sah, also vor allem beim Auf- und Abbauen.
    Da ist doch nix gefährlich bei.


    Oder anders ausgedrückt: viel zu viele Menschen vergessen, daß "Freiheit" nicht nur für sie selbst gilt und daß ihre eigene Freiheit immer mit einem Stückchen Unfreiheit für jemand anderes einhergeht. Egal, ob da jetzt jemand ein Kopftuch tragen oder ein anderer es Ihr verbieten will.


    Wobei der Freiheitsverlust dadurch, dass ich sehe dass jemand anderes ein Kopftuch trägt vernachlässigbar gering ist. Bei aller sprachlicher Korrektheit, aber die übertriebene Betonung, dass ja alles was man tut Konsequenzen hat, hilft niemandem - dann dürfte man ja weder was (egal was) tun noch nicht tun, weil man ja immer andere damit beeinflusst und ihre Freiheit somit einschränkt.


    Den Hauptnachteil sehe ich vorrangig (im Fall der Fälle) dann auf seiten der Mädels, die damit zur Schule gehen wollen oder gar müssen. Kinder bzw. Jugendliche können bekanntlich untereinander sehr grausam sein und als Minderheitenmädchen mit Kopftuch müssen diese sicherlich (regional bedingt) einiges erdulden.


    Was dann aber statt eines Verbots eher restriktive Maßnahmen gegenüber der hänselnden Schüler und ihrer Eltern zur Folge haben sollte. (Ich unterstelle nicht, dass du's anders gemeint hast, ich will's nur noch mal betonen.)

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years


  • Weil es sich halt so gehört oder eben nicht, weil's eben so ist und man die alten Gewohnheiten nicht ablegen möchte? Das ist doch kein Grund.


    Doch. Es geht ja nichtmal ums "nicht möchte", teils ist es wirklich ein "nicht können".
    Gewohnheiten bieten einen - oftmals unbewussten, aber doch sehr starken - Halt für Menschen. Ein Ablegen ist deswegen manchmal nicht so einfach, selbst wenns keinen nach deiner Ansicht nach "wirklichen" Grund ist. Weil dann sonst was wegfällt.
    Man merkt das ja schon daran, wenn Leute heftig reagieren, wenns drum geht, soas abzulegen. Kommt ja gern vor, dass heftige Reaktionen kommen, aber kein Grund genannt weren kann. Also muss es was geben, sonst würde jemand nicht so sehr dran festhalten.


    EDIT:
    Der obige Text geht nicht mit meiner persönlichen Ansicht konform (Die da lautet "Arsch zusammenkneifen und von der festgefahrenheit wegkommen anstatt rummaulen weil ihr grad merkt, dass euer verhalten eigentlich sinnfrei ist und ihr grad berechtigte Kritik kriegt!"). Persönlich find ich ein "Ist halt so" auch lächerlich.
    Gleichzeitig kann ich aber verstehen, warum ein "Ist halt so!" halt nunmal so ist.

  • decon
    Das Bundesverfassungsgericht beruft Gremien zur psychologischen Begutachtung von Bürgern? Gut, der Aufgabenbereich war mir bisher noch unbekannt.


    @True
    Das "es muss was geben" ist ja aber nur wieder, dass der Mensch nun mal gewohnheitsmäßig an seinen Gewohnheiten hängt. Aber nur weil viele Menschen so starrsinnig bis hin zu verbohrt sind, ist das doch noch kein Grund, eine grundlose Sache gut zu heißen.
    Ich hab ja nix gegen Gewohnheiten, aber wenn man drauf angesprochen wird, was diese Gewohnheit nun eigentlich bringt, warum man sie sich zu eigen gemacht hat, dann sollte man schon in der Lage sein mal drüber nachzudenken, Gründe zu finden und diese gegebenen Falls neu zu bewerten. (Man kann sich ja durchaus neue, sinnvolle Gewohnheiten zulegen, ist ja nicht so, dass man alles was man tut jeden Tag auf's Neue hinterfragen müsste.)

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Dein Post kam sehr schnell, ich bitte noch, den EDIT zu beachten (der ist zwar nur fürs Protokoll, aber ich bite dennoch, ihn zu beachten)



    @True
    Das "es muss was geben" ist ja aber nur wieder, dass der Mensch nun mal gewohnheitsmäßig an seinen Gewohnheiten hängt. Aber nur weil viele Menschen so starrsinnig bis hin zu verbohrt sind, ist das doch noch kein Grund, eine grundlose Sache gut zu heißen.
    Ich hab ja nix gegen Gewohnheiten, aber wenn man drauf angesprochen wird, was diese Gewohnheit nun eigentlich bringt, warum man sie sich zu eigen gemacht hat, dann sollte man schon in der Lage sein mal drüber nachzudenken, Gründe zu finden und diese gegebenen Falls neu zu bewerten. (Man kann sich ja durchaus neue, sinnvolle Gewohnheiten zulegen, ist ja nicht so, dass man alles was man tut jeden Tag auf's Neue hinterfragen müsste.)


    Ne, da hast mich falsch verstanden.
    Es verschliesst sich menschen ganz gern, überhaupt über gewisse Grenzen hinaus zu denken (das ist normal und bei eigentlich jedem irgendwo der fall).
    Wenn Gewohntes festgefahren genug ist, ist eine Neuorientierung ganz gern mal selbstwertgefährdend. Klingt lächerlich, passiert aber und ist nicht pathologisch. Weil: Es würde druf hinauslaufen, einsehen zu müssen, das man was falsch sieht.
    Und das wiederum ist sehr weit verbreitet.


    Natürlich mag das für einen als Mitmensch ab und an durchaus sehr ärgerlich sein.
    Ist aber im Endeffekt menschlich.

  • Mein Post war ja auch eigentlich nur die Antwort auf decon. Die Antwort auf dich kam auch erst im Edit.


    Das mit dem Verschließen glaub ich ja. Aber um so mehr muss man drauf stoßen. Das heißt ja nicht, im Alltag jeden und alles in Frage zu stellen, aber wo wir doch grade schon mal drüber sprechen...
    Da würde vielleicht auch eine Neubewertung des Aktes der Neubewertung helfen. Man hat ja nicht per se was falsch gesehen wenn man seine Meinung ändert. Schließlich haben wir ja schon mehrfach festgestellt, dass in den meisten Fällen die Gewohnheiten durchaus auf Grundlagen fußen, die iwann mal berechtigt waren. Nur haben sich die Umstände geändert und man ist bisher noch nicht dazu gekommen, sich Gedanken drüber zu machen und neu zu bewerten. (Es kann durchaus mal Generationen dauern, bis jemand die Zeit findet, sich mal wieder mit einer Sache zu befassen.)


    Das nicht über gewisse Grenzen hinaus denken können/wollen gilt übrigens auch in umgekehrter Richtung. Ich verschließe mich ja zum Beispiel genau so vor dem grundlosen Beharren auf Gewohnheiten. Das ist in dem Sinne dann meine Grenze. Man braucht dann immer Leute, die sich bei beiden Seiten unbeliebt machen, aber eben nicht so unbeliebt wie die jeweilige andere Seite und somit vermitteln können. Also zumindest braucht man die wenn man was verändern und kommunizieren will.



    So, wie prägen wir jetzt diese allgemeinen Erkenntnisse auf das spezifische Thema...

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Mein Post war ja auch eigentlich nur die Antwort auf decon. Die Antwort auf dich kam auch erst im Edit.


    Das mit dem Verschließen glaub ich ja. Aber um so mehr muss man drauf stoßen.


    Bruteforce bringt eher weiteres Verschliessen mit sich.
    Da draussen ebenso wie in Internet-Foren.


    Du musst den richtigen Zugang erwischen. Am ehesten erreichst du jemanden nicht mit widerstand oder penetranz, sondern indem Du Dich ihm erstmal annäherst und ihm das Gefühl gibst, ihn zu verstehen/akzeptieren. Dann kann man was drehen.


    Quote


    So, wie prägen wir jetzt diese allgemeinen Erkenntnisse auf das spezifische Thema...


    Man muss - wie gesagt - den richtigen Nerv erwischen.


    Und persönlich würd ich sagen: Erwischt den Nerv bei den Muslimen...