Politikthread

  • Laut Spiegel-Online ist wohl ein Programmentwurf der AfD "geleakt"


    Danke. Herrlich.:D


    Aber das ist ja nicht Sache der Politik.


    Die Politik setzt aber einen gewissen Rahmen und kann damit steuernd eingreifen.
    Beispielsweise Kinderarbeit verbieten. Oder extrem niedrige Löhne. Man kann Zeitarbeit attraktiv für den Arbeitgeber machen und sie mit Hartz 4 stark bezuschussen - oder sie als Notlösung wenn temporär Arbeitskräfte fehlen positionieren.
    Die Politik kann sich um Kindergärten und Schulen kümmern. Oder das den Eltern und Unternehmen selber überlassen. http://www.zeit.de/2015/37/mit…ehmen-grundschule-provinz.
    Von der Leyen mag zwar oft belächelt werden wenn sie bei der BW auch auf familienfreundlichkeit setzt. Aber das ist definitiv für viele ein wichtiger Faktor - und war/ist ein Grund nicht zur BW zu gehen. Siehe die häufigen Versetzungen durch halb Deutschland.


    Wenn so eine Maschine mal ausfällt, sind das je nach Gewerk tausende oder zehntausende Euro nur für den Service-Techniker, vom Produktionsausfall ganz zu schweigen. Geht ein Lohnsklave kaputt, steht der nächste schon bereit.


    Das trifft aber nur bei unqualifizierter Arbeit zu. Sobald eine Ausbildung sinnvoll wäre, also sobald z.b. geschweißt werden muss stehen eben nicht die nächsten bereit. Das Problem existiert ja sogar in den US, wo VW und Co. Probleme haben fähiges Personal zu finden. Es gibt da afaik kein System das mit unserer Ausbildung vergleichbar wäre. Und jeder Hanswurst der mal einen Gartenzaun zusammengeflickt hat kann man nun auch nicht nehmen.

    Quote

    Da ist vor allem das Thema Loyalität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. "75 Prozent der 18-25-jährigen Amerikaner wechseln nach weniger als einem Jahr den Job", sagt Kapuscinski. Eine Investition in eine dreijährige Ausbildung – in Deutschland sind das rund 54.000 Euro für einen einzelnen Azubi – würde sich in Amerika schlichtweg nicht lohnen.


    http://www.welt.de/wirtschaft/…bildung-nach-Amerika.html
    Das ist ein dickes Problem denke ich. Für die Industrie. Die USA sind kein dritte Welt Land, aber das ist imho ein dritte Welt Land Problem.:D


    In wie fern siehst du den als erfolgreich?


    Es sind wohl keine Jobs weggefallen. Stattdessen sind sozialversicherungspflichtige entstanden. D.h. mehr Leute zahlen ein, verdienen besser und haben ein besseres Leben.
    Ein staatlicher Eingriff - der im Endeffekt alle Steuerzahler entlastet.


    Allerdings wird man dadurch nicht jemanden finden, der mit Anfang 20 ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen führen kann und das nur nicht tut, weil er mit einer Sozialhilfe-Herkunft geschlagen ist.


    Aber da so jemand aus sozial schwacher Herkunft vllt eine Ausbildung oder Studium absolvieren kann, weil er besser gefördert wurde ignorierst du?
    Es ist ja kein Zufall, dass in den Auffangeinrichtungen für Problemschüler schon gewisse soziale Gruppen stärker vertreten sind als andere.http://www.spiegel.de/politik/…-integriert-a-603294.html
    Die sind ja nicht genetisch bedingt dümmer oder so.
    Aber wenn man dann von Leuten hört, die in entsprechenden Einrichtungen arbeiten, dass es in manchen Familien wohl ausreicht wenn einer lesen und schreiben kann - und der macht dann alles für die Familie? Oder wenn die Tochter als Haushaltshilfe angesehen wird und dann bis nachts um drei die Gäste bewirten soll - und am nächsten Tag eigentlich Schule/Ausbildung hätte?
    Vom konservativen "du heiratest eh und brauchst keine Bildung" nochmal abgesehen.



    Genau so die verstärkten Deutschförderkurse für nicht deutschsprachige Kinder.


    Solange das Kind kein deutsch kann wird es dem Unterricht nicht folgen können.

  • Eins vorweg ich bin da sehr weit davon entfernt AFD zu wählen, aber mich stört der öffentliche Umgang mit dieser Partei schon sehr. Wir fallen in alte Verhaltensweisen zurück und lassen uns von den Rändern in Ihr pervides Spiel reinziehen. Sicherlich sind gewisse Aussagen völlig inakzeptabel, aber warum ist die öffentliche Meinung so dämlich und schenkt dem so viel Beachtung?
    Die Argumentation man müsse jeden BS aufgreifen teile ich nicht, siehe nur USA, DT ist unter anderem so erfolgreich da Medien permanent über ihn berichten und somit Einschaltquote generiert wird.
    Zurück zur AFD, trotzdem soll man sich natürlich mit den Forderungen auseinandersetzen und da ist vieles auch in den Parteiprogrammen von FDP und ehemals CDU zu finden + den Teil BS der seit geraumer Zeit hoch unter runter diskutiert wird.
    In fast jeder Berichterstattung oder Politik Talk wird erstmal 90% der Zeit darüber diskutiert warum denn die AFD so böse ist. Entschuldigung aber das grenzt leider wirklich an Propaganda und bestärkt den Kreis der AFD Wähler nur. Anstatt das man auf die gemäßigten Wähler zu geht und mit Ihnen spricht, treibt man Sie direkt in die Arme, derer die sich am Rand befinden und btw. manche Kritik ist nicht so unberechtigt wie sie scheint. (Flüchtlingsdebatte mal außen vor gelassen)
    Auf der anderen Seite die Argumentation: "Das wird man ja noch mal sagen dürfen" ja darf man, aber das schützt dich nicht davor das dich andere Menschen deshalb für einen dummen Idioten halten! Wir leben in einer Demokratie wo jeder seine Meinung sagen darf, aber er muss eben auch mit den Konsequenzen leben. Auf der einen Seite wird man nicht dafür ins Gefängnis gesteckt, aber man kann mit einer intoleranten Haltung auch nicht erwarten, dass man tolerant behandelt wird!

    Ing Gw2: Amok


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  • Das ist mit "das wird man aber noch sagen dürfen" gemeint. Man wird mit gewissen Meinungen sofort abgeschmettert, ohne das auch nur darauf geachtet wird ob diese Meinung vielleicht doch irgendwo eine kleinen wahren Kern hat.
    Ohne sich auf eine andere Meinung genauer einzulassen und sich mit ihr intensiver auseinanderzusetzen, versuchen die Beweggründe zu verstehen ist das nämlich auch ziemlich dämlich und intolerant.
    Selbst so mancher Dorfnazi hat nämlich durchaus Gründe. Mit manchen Leuten kann man erstaulich gut reden, wenn man sich auf sie einlässt. Vielleicht nicht überzeugen, aber zumindest ansatzweise verstehen warum sie so denken und ihnen vllt auch hier und da etwas zum nachdenken hinterlassen.


    Imho neigen wir dazu alles sofort in schwarz-weiß Schubladen einzusortieren. "Das steht nicht zur Debatte". Und warum?
    Wenn man alles zu hochstilisiert ist jemand mit abweichender Meinung immer gleich ein Nazi oder Kommunist. Tatsächlich trifft das aber nur in sehr sehr wenigen Einzelfällen zu. Meistens ist die Situation eben doch komplexer und nicht so simpel.


    Im Endeffekt muss man der AFD keine Bühne bieten. Aber man muss schauen wo sie punktet und dann überlegen, wie man damit umgeht.
    Hier und da gibt es ja berechtigte Sorgen oder Kritik. Und da fühlt der Wähler sich mit einem "tschaka, wir schaffen das" eben nicht ernstgenommen, sondern verarscht. Er will eine vernünftige Antwort bekommen. Man muss also diese Sorgen aufgreifen und selber Antworten liefern. Das hat mit der AFD selber im Grunde nichts zu tun.
    Wenn sich Merkel und Co. aber nur hinstellen und sagen "alles wird gut" ist das eben keine zufriedenstellende Antwort.

  • FFreak
    Natürlich kann der Staat da steuernd eingreifen. Die Frage ist allerdings, wie viel Eingriff man will und was er bringt. In wie fern Zeitarbeit bezuschusst wird, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich ist Zeitarbeit aber grade für kleinste Firmen ein sehr attraktives Konzept, weil denen einfach die Masse fehlt um Schwankungen in der Auftragslage auszugleichen. Da bräuchte mancher in der einen Woche gar niemanden und schon zwo Wochen später die doppelte Anzahl nicht nur an Angestellten sondern auch an Arbeitsplätzen.
    Aber wenn wir schon von Bezuschussung regen: Kurzarbeit und Aufstocker. Genau wie tausend andere Subventionen (jedes Unternehmen braucht eigentlich mindestens einen Angestellten, der sich ausschließlich um die Beantragung von Fördermitteln kümmert) fördert das zum einen die ineffizienten Betriebe einer Seits und die Niedrigstlohn-Ausbeuter anderer Seits. Kurzum, alle die am freien Markt keine Chance hätten. Ohne Aufstockung müssten wir wahrscheinlich gar nicht über Mindestlohn reden. Aber was wird gemacht? Statt die eine Regel, die mehr schadet als nützt, zu entfernen, wird lieber eine weitere Regel aufgepfropft, in der Hoffnung, plötzlich alles regeln zu können was man schon seit Jahrzehnten nicht regeln kann. Vater Staat schafft es ja nichtmal, die 5 Tage Woche gesetzlich einzuführen.


    Die PRIVATschule in deinem Link ist doch das beste Beispiel. Hätte doch der Staat bzw. die Gemeinde mehr als hundert Jahre Zeit gehabt, ein Kulturzentrum an der Nadelfabrik aufzubauen. Kaum kommt mal ein privater Geschäftsmann auf die Idee, läuft es bestens. Und was macht die Gemeinde? Statt dem Unternehmen dankbar zu sein, von dem sie ohnehin schon immens profitiert (man denke sich einfach mal die Arbeitsplätze und Steuern aus dem Etat weg), wird noch gekritelt, dass man jetzt ja staatliche Förderungen verliere... da könnte einem doch glatt das Kotzen kommen über alles was nicht privat ist.
    ABER - und da komme ich wieder auf die ineffizienten, veralteten Betriebe zurück, die nur durch wie auch immer geartete Subventionen funktionieren - bei der Nadelfabrik wird zwar vom "Mittelstand" geredet, aber nach quantitativen Gesichtspunkten haben 2.200 Mitarbeiter schon lange nix mehr mit Mittelstand zu tun. Geh mal zum Chef eines Kleinst- bis Kleinunternehmens und red über nen Betriebskindergarten (über nen Betriebsarzt und ne Betriebsschule ganz zu schweigen von Betriebswohnvierteln - mein Elternhaus ist als Teil eines solchen entstanden - schweigen wir uns mal direkt aus). Da wirst du ausgelacht. Dabei wäre es ein leichtes, mal alle Geschäftsleiter aus dem Gewerbegebiet zusammen zu rufen und sowas zu initiieren. Ne, lieber kümmert man sich um staatliche Subventionen und verschleißt oder vergrault einen Mitarbeiter nach dem anderen. Ohne die Subventionen hätte der Kleinbetrieb vielleicht längst zu gemacht, aber langfristig und global betrachtet wären die Gemeinde, der Arbeitnehmer und der Kunde mit der Konzern-Außenstelle besser bedient.
    Aber höre man sich das Geschrei an, wenn der Staat die Subventionen für das Kleinunternehmen streichen und dem Großunternehmen Kindergarten und Schule vor die Tür setzen würde. Oh was wäre da in der Bevölkerung los, wie Arbeitnehmerfeindlich das wäre und wie die korrupten Politiker die Großunternehmen hofieren würden bla bla bla...



    Japp, vor allem Blechschweißer sind rar. Und warum? Fachkräftemangel, dass ich nicht lache, woran es mangelt sind BILLIGE Fachkräfte. Und genau das isses, wenn der Schweißer auch bloß mit Mindestlohn abgefrühstückt wird und keine vernünftige Atemluftreinigungsanlage bekommt, wieso soll er die Ausbildung dann machen? Ergo mangelt es.
    Was macht die Industrie? Sie überlegt sich, ob sie beim Schweißen bleibt und den Aufpreis bezahlt, oder ob wir nicht vielleicht wieder auf Niete umsteigen sollten. Nieten hammer schließlich genug.
    Das Problem, dass die Leute weglaufen sobald die Ausbildung rum ist, haben wir hier in Deutschland genau so. Das Modell Ausbildung-Beruf-Weiterbildung-Rente innerhalb eines Betriebs gibt es in der Praxis der Kleinunternehmen quasi nicht mehr. Und warum... na ich hatte es oben ja schon. Was uns wieder dazu bringt, dass wenige Hochqualifizierte und viele Ersetzbare der way to go für die Unternehmen ist.


    Der Mindestlohn in Deutschland ist ja erst seit 01.01.2015 in Kraft. Ob da langfristig wirklich mehr Leute einzahlen und besser leben kann man m. E. noch nicht beurteilen. Wie gesagt, ich sehe die Gefahr weniger darin, dass der Friseur jetzt plötzlich doppelt so teuer ist und man doppelt so lange auf nen Termin warten muss, sondern darin, dass die Leute sich nicht mehr ausbilden lassen und/oder die qualifizierteren Jobs allesamt teurer werden, was insgesamt zu höheren Preisen führt, so dass der Mindestlohnempfänger wieder "nicht genug" hat. Das sind Effekte, die - wenn sie denn meiner Befürchtung entsprechend eintreten sollten, was natürlich nur eine Spekulation ist - man frühestens nach einem halben Jahrzehnt sehen wird.


    Nö, ich ignoriere das mit der Ausbildung des Geförderten nicht. Aber du hast ganz bewusst gezielt auf die herausragenden Ausnahmefälle abgezielt und darauf habe ich geantwortet. Dass ich ausdrücklich FÜR kleinere Klassen und zeitgemäßere Inhaltsvermittlung bin, hab ich ja schon gesagt. Da stimme ich dir doch zu. Ich glaube nur nicht, dass der Staat das richtige Instrument ist um das zu erreichen. Lieber Subventionen und Steuerlast senken und die Unternehmen zu Privatschulen animieren. Siehe Beispiel Nadelfabrik.
    (Es gibt übrigens sehr wohl genetische Einflüsse auf die Intelligenz und da spreche ich nicht von Krankheiten.)



    Solange das Kind kein deutsch kann wird es dem Unterricht nicht folgen können.


    Richtig. Nicht nur darum ist so eine Förderung ja auch gut und richtig. Das ändert aber nichts daran, dass die anderen Kinder in der Zeit etwas anderes lernen und somit IMMER einen Vorteil haben. Selbst wenn sie genau so viel Englisch-Unterricht haben wie der Syrer Deutsch, dann kann das deutsche Kind eben Deutsch und Englisch auf Muttersprachenniveau und das syrische Deutsch und... nunja, syrisch...
    Anders als mit einer globalen Zweitmuttersprache wird man dieses Problem nicht weg kriegen. Das Märchen um den Turm zu Babel kommt nicht von ungefähr.






    Zum Dorfnazi bin ich genau deiner Meinung, FFreak. Wie oft klopfen sich in Forumsdiskussionen die Leute auf die moralisch überlegene Schulter, dafür dass sie niiiieeee mit dem Dorfnazi ein Bier trinken würden, sondern ihn von vornherein ins soziale Abseits stellen. Aber da kannste dir den Mund fusselig reden bzw. die Finger wund schreiben, ich hab's versucht, die Leute hören einfach nicht hin.


    Auch was das "tschaka, wir schaffen das" angeht. Ja, wollen die Leute nicht. Aber das finde ich gelinde gesagt scheiße. Kein "yes we can" für Deutsche. Hier muss alles "ernst und seriös" sein.
    Ich fand die 18%-Kampagne damals sehr gut und hätte mir gewünscht, dass so eine Politik weiter geführt wird. Nicht nur was Wahlkampf angeht.


    A propos:
    RIP Guido Westerwelle
    Wieder ein großer weniger.

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years


  • Japp, vor allem Blechschweißer sind rar. Und warum? Fachkräftemangel, dass ich nicht lache, woran es mangelt sind BILLIGE Fachkräfte. Und genau das isses, wenn der Schweißer auch bloß mit Mindestlohn abgefrühstückt wird und keine vernünftige Atemluftreinigungsanlage bekommt, wieso soll er die Ausbildung dann machen? Ergo mangelt es.
    Was macht die Industrie? Sie überlegt sich, ob sie beim Schweißen bleibt und den Aufpreis bezahlt, oder ob wir nicht vielleicht wieder auf Niete umsteigen sollten. Nieten hammer schließlich genug.
    Das Problem, dass die Leute weglaufen sobald die Ausbildung rum ist, haben wir hier in Deutschland genau so. Das Modell Ausbildung-Beruf-Weiterbildung-Rente innerhalb eines Betriebs gibt es in der Praxis der Kleinunternehmen quasi nicht mehr. Und warum... na ich hatte es oben ja schon. Was uns wieder dazu bringt, dass wenige Hochqualifizierte und viele Ersetzbare der way to go für die Unternehmen ist.


    Genau das ist eben nicht der Weg, den die Unternehmen gehen sollten. Wenn die Unternehmen Produkte herstellen, für die man keine Fachkräfte braucht, kann man die auch direkt in China herstellen lassen, das ist nochmal deutlich günstiger. Billige Fachkräfte ist an sich ja schon ein Widerspruch. Ein richtiger Schweißer verdient übrigens so viel wie ein Ingenieur, und mit richtiger Schweißer meine ich natürlich einen ausgebildeten, nicht das zusammenbraten von Metall was jeder in der Garage kann. In diesem Bereich von Mindestlohn zu reden ist Unsinn.


    Wenn ich natürlich ungelernt bin und keine Ausbildung habe, brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn ich am Ende nur den Mindestlohn bekomme. Dann werde ich aber sicher keine wirklichen Schweißaufgaben übernehmen, das ist schon rein rechtlich nicht möglich. Ich verstehe auch nicht das Problem, sich nach günstigeren Methoden umzusehen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, bleibt den Unternehmen doch überhaupt nichts anderes übrig.

  • In wie fern Zeitarbeit bezuschusst wird, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich ist Zeitarbeit aber grade für kleinste Firmen ein sehr attraktives Konzept, weil denen einfach die Masse fehlt um Schwankungen in der Auftragslage auszugleichen.


    Das ist ja auch ok, vor allem wenn man die Schwankungen nicht anderweitig auffangen kann (z.b. auf Lager produzieren). Nur ist dann der Zeitarbeiter eben eine "toparbeitskraft" die einen temporären Bedarf deckt. Keine billige Dauerlösung. Letzteres ist imho eine Fehlentwicklung der die Politik begegnen muss.
    Das meinte ich eben, dass die Politik durchaus Einfluss nehmen muss. Zeitarbeit ist in der Theorie völlig ok. In der Praxis wirds aber leider oft missbraucht.


    Statt die eine Regel, die mehr schadet als nützt, zu entfernen, wird lieber eine weitere Regel aufgepfropft, in der Hoffnung, plötzlich alles regeln zu können was man schon seit Jahrzehnten nicht regeln kann.

    Liegt allerdings oftmals dadran, dass niemand selber Einschnitte abbekommen will.
    Ich bin ein großer Freund davon radikal aufzuräumen. Es gibt für alles mögliche Subventionen. Das fängt ja schon beim Dienstwagen an. Wenn man mal gründlich ausmistet kann man vermutlich gleich deutlich die Steuern senken.


    Kaum kommt mal ein privater Geschäftsmann auf die Idee, läuft es bestens.


    Der hats aber nicht freiwillig gemacht, sondern eher aus der Not heraus. Für ihn scheint das vorherige fehlen ein Nachteil zu sein, der sich durch seinen ungünstigen Standort ergibt - und den er aufwendig kompensieren muss. Der fehlende/versagende Staat sorgt in dem Fall für ihn als Unternehmer für einen Wettbewerbsnachteil.



    Auch was das "tschaka, wir schaffen das" angeht. Ja, wollen die Leute nicht. Aber das finde ich gelinde gesagt scheiße. Kein "yes we can" für Deutsche.


    Yes we can ist super als Motivation. Aber nicht wenn man eine Antwort sucht.
    "wir haben Angst dass sich Ghettos bilden" "yes we can"? Dann kommt natürlich irgendwer von Rechts und bietet als "Lösung" "rauswerfen" an. Das ist dann, so blöd es auch klingen mag, erstmal die bessere Antwort.:D So schwer sollte es dann aber für die anderen Parteien eigentlich nicht sein, selber eine bessere Antwort zu liefern. "bauen wir lauter kleine Einheiten! yes we can!" wäre zb. ein Ansatz.
    Wenn man keine Lösungsansätze anbieten kann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die AFD und Co. profitiert.



    RIP Guido Westerwelle


    War zu befürchten, nachdem er wieder ins KH musste.



    Wenn ich natürlich ungelernt bin und keine Ausbildung habe, brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn ich am Ende nur den Mindestlohn bekomme.


    Der Witz ist, dass man für manche ungelernte Jobs nichtmal schlecht verdient. Z.b. HH-Hafen. Und andere besser qualifizierte mit nicht unbedingt angenehmeren Jobs weniger.

  • Saphirus
    Ob dass der Weg ist, den Unternehmen gehen sollten, kann ich nicht beurteilen. Zum einen ist es für mich ja iwo gut, wenn ich mehr Verantwortung bekomme und die anderen weniger. Zumindest so lange ich sie tragen kann. Ein angenehmeres Arbeiten wäre es wohl, wenn alle mitdenken. Aber am Ende kann auch nicht jeder hochqualifiziert sein und wenn man in Deutschland nur Jobs für Roboter und Hochqualifizierte hat, darf man sich auch wieder anhören, wie unsozial das ist.
    In aller Regel ist es auch egal, ob etwas von nem "richtigen" Schweißer zusammengeschweißt wurde. Es wird ja nur in den seltensten Fällen nach nem Schweißschein oder gar nem Prüfstempel an der Naht gefragt. Und es mag ja sein, dass ein guter Schweißer so viel verdient wie ein Ingenieur, aber in der Praxis relevanter ist, was er bekommt.


    Bedenke, für Porsche ist der Mindestlohn gar kein Thema, er gilt aber auch für jeden Angestellten in der brandenburgischen Pampa.


    FFreak
    Die Frage ist, WIE die Politik dem begegnen soll. Die Beschränkungen auf wiederholte Zeitarbeitsverhältnisse aufheben? Den Kündigungsschutz lockern?

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Ich halte es für den sinnvollsten Ansatz über das liebe Geld zu gehen.
    Wenn ein Zeitarbeiter relativ teuer ist wird er weniger als Dauerlösung missbraucht. Die Unternehmen suchen ja nicht eine 0815 Kraft, sondern eine "hochflexible" Kraft und ich denke diese Extraleistung sollte durch einen deutlichen Aufschlag auch vergütet werden. Letztlich wird dadurch Zeitarbeit unattraktiver und sie würde wirklich als temporäre Notlösung genutzt werden.

  • Leuchtet mir jetzt nicht ganz ein, warum man lieber ne Partei mit nem beängstigenden Weltbild als eine mit einem vernünftigen wählen söllte.


    Über das "vernünftige Weltbild" lässt sich halt trefflich streiten.
    Mir isses aber eigentlich doch lieber, wenn die Extremisten ihre eigene Schmuddelecke haben und sich outen als wenn sie sich in anderen großen Parteien verstecken.


    Es ist aber halt über viele Jahre zu beobachten, dass "der Markt" beispielsweise die Wohnungssituation nicht befriedigend löst. Allüberall entstehen schöne Luxusviertel, bloß führt die auseinander gehende Schere bei Einkommen und Vermögen dazu, dass viele zu arm für eben diese Wohnungen sind.


    Ich hab auch wenig Verständnis dafür, dass sich in Sachen staatlich geförderte Studentenwohnheime so wenig tut. Die Mietpreise in den Studentenstädten sind doch horrend (und für was für abgeranzte Buden).
    Wie viele ehemalige Kasernen wurden frei und was ist aus denen geworden? Hier in der Gegend alle privatisiert, "kommt ein Industriegebiet mit Einkaufsmärkten hin".


    Bildung und damit einhergehend auch Kinderbetreuung (damit sich eben auch die gebildeten Besserverdiener vermehren und nicht gerade entgegen Darwin die Sozialleistungsempfänger) wären immens wichtig, aber da wird sinnbefreit rum gespart.


    Geringverdiener Jobs gehören ebenso wie bezuschusste abgeschafft, wer keinen Arbeitnehmer ordentlich bezahlen will sollte auch keinen bekommen.
    Diese ganzen Massnahmen vernichten bloss sozialversicherungspflichtige Jobs.


    Btw. wird hier Arbeit allgemein zu schlecht bezahlt und dann halt leider noch anders (höher) besteuert als Einkünfte aus Kapitalvermögen.
    Auch für Akademiker isses nimmer so rosig. Zumal viele Firmen da vermehrt auf Praktikanten und frische Uniabgänger setzen, die noch Geld mit bringen würden um Berufserfahrung in den Lebenslauf zu bekommen statt echte fachkräfte angemessen zu bezahlen. Es gibt keinen Fachkräftemangel sondern bloß eine fehlende Bereitschaft, diese angemessen zu bezahlen.


    Leider aber auch ein allgemeines gesellschaftliches Problem, für Service zahlt hier kaum jemand freiwillig was. Beratung im Einzelhandel mitnehmen und dann Online bestellen.


    Und wer hat denn den (handlungsunfähig) schlanken Staat all die Jahre forciert? Das waren doch CDU und FDP - bloß machen das hier in Hessen die Grünen mit der CDU munter weiter. Und der H4 Mist kam ja von der SPD. Da gehen einem schon die Ideen aus, was man wählen kann.


    Gegen Schwarzarbeit helfen letztlich bloß verstärkte Kontrollen und hohe Strafzahlungen (sehr hohe). Das braucht aber Personal, was an allen Ecken fehlt. Und bloß wenn man regelmäßig Leute fängt und öffentlichkeitswirksam verknackt, bekommt man sowas wie einen Abschreckungseffekt.


    Meines Erachtens auch das Hauptproblem bei den rechten Gewalttaten derzeit, wenn man ständig liest, dass Heime angezündet werden, aber nicht auch zeitnah, dass die Leute erwischt und zu hohen Strafen verdonnert werden (weil Ermittlung und Rechtsweg so lange dauern), dann entsteht der Eindruck, man könne sich das erlauben, das ist fatal.
    Auch ein Problem der vierten Gewalt: Straftaten und Sensationen werden groß aufgebauscht, das füllt Titelseiten, wenn dann mal wer verknackt wird, muß man im Regionalteil suchen und dazu noch zwischen den Zeilen lesen können, worum es eigentlich ging bei dem Prozess.


    Zur "Ausländerkriminalität" - es gibt Länder, die nehmen keine zurück bzw. zicken heftig rum (Marokko, Algerien, Tunesien) und gelten dazu noch als unsichere Herkunftsländer, aber statt die hier einzukerkern bis sie ein Zielland / eine Heimat nachweisen und wirklich mal abgeschoben werden können, laufen die draußen rum und bauen weiter Mist. Bedauerlich - passiert aber auch mit den Straffälligen Kleinkriminellen mit deutschem Pass, da geistern auch viele draußen rum.


    Mir persönlich isses ehrlich gesagt Wumpe, ob man diese Figuren letzten Endes abschieben kann (unsere deutschen Idioten bzw. Knastbrüder nimmt uns eh niemand ab) - konsequent alle Straftäter ungeachtet von Herkunft etc. gleichermaßen abstrafen und das schneller sollte die Zielsetzung sein.
    Wäre Schröder noch an der Macht könnte der ja bei seinem Kumpel Putin um einige km² in Sibieren als deutsches Staatsgebiet ersuchen, da könnten wir dann Gefängnisse (und ggf. Mülldeponien und Atommüllendlager) bauen?


    Auch wenn ich es grundsätzlich für begrüssenswert halte, Straftäter wieder in die Gesellschaft zu integrieren, so wichte ich den Opferschutz bzw. den der Allgemeinheit dann doch erheblich höher als die Interessen der Straftäter. Da bin ich dann eher konservativ.
    Allerdings würde ich auch rechte Gewalttäter rigoros abstrafen.
    Und in Sachen Verfassungsbruch von Parteien und Parolen Einzelner viel früher und heftiger die Reissleine ziehen. Das verhängte Strafmass für solche Vergehen finde ich beunruhigend niedrig.

    "Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur." Oscar Wilde


    "Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit - und wissen an einem verregneten Sonntag Nachmittag doch nichts mit sich anzufangen." Susan Erks


    Trollchen auf youtube und trollchen.com

  • FFreak
    Ob der Leiharbeiter nun mehr kriegen sollte für die gleiche Arbeit, sei mal dahingestellt, aber klar über's Geld. Nur, was soll die Politik da machen? Für Leiharbeiter einen höheren Mindestlohn vorschreiben? Mit dermaßen starken Eingriffen kann ich mich nicht anfreunden.


    Trollchen
    In wie fern der private Markt die Wohnungsprobleme nicht löst, kann ich nicht sagen, aber wie du sagst kriegt's Vater Staat ja auch nicht hin. Entweder es herrscht Mangel im Westen oder Leerstand im Osten.


    Bzgl. Bezuschussung gehe ich mit dir d'accord, aber was die Besteuerung von Kapitalerträgen angeht, so leuchtet mir nicht ganz die Rechtfertigung ein, dass mein Geld, dass einmal besteuert wurde als ich es von meinem Arbeitgeber bekommen hab, davor bei diesem ebenfalls besteuert wurde und aller Voraussicht nach wieder besteuert werden wird, wenn ich es ausgebe, noch mal besteuert wird, wenn ich es investiere in einen Betrieb der seiner Seit den Umsatz auch wieder besteuert. Da noch mal 25% für nix zu verlangen ist schon ein starkes Stück.



    Und wer hat denn den (handlungsunfähig) schlanken Staat all die Jahre forciert?


    Leider niemand. Die Bedingung für einen handlungsfähigen Staat ist ja, dass es ein schlanker Staat ist. Durch die extrem großen Systeme, die sich hauptsächlich selbst verwalten, wird der Staat handlungsunfähig. Im privaten Wirtschaftsbereich wird gegen Monopole vorgegangen, auf staatlicher Ebene... nada.
    Es wäre ja schön, hätte die FDP den gewünschten schlanken Staat forcieren können, aber als kleiner Koalitionspartner sind die Handlungsmöglichkeiten nunmal stark eingeschränkt.


    Gegen Schwarzarbeit helfen letztlich bloß verstärkte Kontrollen und hohe Strafzahlungen (sehr hohe). Das braucht aber Personal, was an allen Ecken fehlt. Und bloß wenn man regelmäßig Leute fängt und öffentlichkeitswirksam verknackt, bekommt man sowas wie einen Abschreckungseffekt.


    Nein, was helfen würde, wäre eine als gerecht empfundene Besteuerung. Es bringt nichts, jedem Bürger einen IM zur Überwachung und Abschreckung bei Seite zu stellen. Das hat in der DDR nichts gebracht und wird auch in Zukunft nie was bringen.
    Regeln, überwachen, gängeln... warum ist das immer das einzige, was den Deutschen einfällt?
    Wir haben doch grade über Arbeitsbedingungen gesprochen, dass man Leistungsfähigkeit bei Mitarbeitern nicht durch Druck, Druck und noch mehr Druck erzeugt. Warum sollte das in allen anderen Lebensbereichen plötzlich anders sein?


    Täterschutz/Opferschutz:
    Mir persönlich ist das deutsche Recht auch zu wenig opferbezogen. In aller erster Linie sollte zumindest bei Sachschäden der Täter den Schaden (mit Zinsen und ggf. Verdienstausfall) begleichen. In zwoter Linie während dieser Zeit für die Kosten aufkommen, die er verursacht. Kann er nicht zahlen, gibt der Staat ein Darlehen und lässt es mit gemeinnützigen Tätigkeiten abarbeiten. Gibt genug Müll einzusammeln, Kaugummis abzukratzen und Schnee zu schieben.


    Beim Thema Verfassungsbruch ist wohl weniger die Frage wie hoch bestraft werden soll, sondern ab welchem Punkt man den Verfassungsbruch gegeben sieht. Grade in Richtung rechts kann man in Deutschland ja nicht den Mund auf machen ohne diffamiert zu werden.

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Allüberall entstehen schöne Luxusviertel, bloß führt die auseinander gehende Schere bei Einkommen und Vermögen dazu, dass viele zu arm für eben diese Wohnungen sind.


    Leider. An vielen Ampeln hängen Zettel von Leuten die verzweifelt Wohnungen suchen. Oder sehr naiv "zwei angestellte mit Tochter suchen käufliche Wohnung mit 80-120m², bieten 1000€ Vermittlungsprämie". Wenn man die ganze Werbung von den Immobilienhaien berücksichtigt dann werden die mit so einem Versuch keine Chance haben. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass jemand der so einen Aushang macht sich eine entsprechend riesige Wohnung leisten kann.
    Stattdessen werden die Städte mit Büros gefüllt. Oder die von dir erwähnte alte Kaserne steht ewig leer - und auf der anderen Straßenseite werden Container für Flüchtlinge aufgebaut. Versteh das wer will. Immerhin kommt jetzt hoffentlich mal wieder etwas Bewegung in den sozialen Wohnungsbau.



    Meines Erachtens auch das Hauptproblem bei den rechten Gewalttaten derzeit, wenn man ständig liest, dass Heime angezündet werden, aber nicht auch zeitnah, dass die Leute erwischt und zu hohen Strafen verdonnert werden (weil Ermittlung und Rechtsweg so lange dauern), dann entsteht der Eindruck, man könne sich das erlauben, das ist fatal


    Die Aufklärungsquote scheint ziemlich mies zu sein, in den meisten Fällen passiert wohl tatsächlich garnichts.



    Auch wenn ich es grundsätzlich für begrüssenswert halte, Straftäter wieder in die Gesellschaft zu integrieren, so wichte ich den Opferschutz bzw. den der Allgemeinheit dann doch erheblich höher als die Interessen der Straftäter. Da bin ich dann eher konservativ.
    Allerdings würde ich auch rechte Gewalttäter rigoros abstrafen.
    Und in Sachen Verfassungsbruch von Parteien und Parolen Einzelner viel früher und heftiger die Reissleine ziehen. Das verhängte Strafmass für solche Vergehen finde ich beunruhigend niedrig.


    Vieles läuft unter Meinungsfreiheit und ich persönlich finde, solange man nicht zur Gewalt aufruft, dass eine Demokratie das ertragen muss. Wenn man nicht arg vorsichtig ist landet man schnell bei einer "Meinungsdiktatur". Und bestätigt übrigens auch die Anhänger die sich dann in den Verschwörungssumpf begeben.
    Dieses moralische überhöhen von eigentlich legitimen fragen, vollständige ablehnen von Positionen hat ja durchaus zum erstarken der AFD geführt. Das ganze Gesocks um die Querfront (elsässer, jebsen), linke, npd - hat sich um diverse verschwörerische Weltsichten gesammelt.
    In anderen Ländern ist eine "keine Immigranten" Einstellung durchaus legitim. Zwar sehr rechtskonservativ, aber eben durchaus anerkannt. In Deutschland kommt der Nazistempel drauf, Debatte beendet. Wodurch aber die Debatte nicht geklärt ist, sondern eben in die Nische gedrängt wird. Wo sie wild und unkontrolliert vor sich hinwuchert. Siehe Querfront. Und dann profitiert letztlich Pegida AFD und Co.
    Zur Integration von Straftätern: eine Integratiion senkt die Rückfallrate wohl in vielen Fällen deutlich. Wenn man was zu verlieren hat ist man weniger anfällig für neue Straftaten. Allerdings kann es nicht sein, dass manche Fälle zigmal von Richtern durchgewunken werden und immer wieder auffällig werden.



    Ob der Leiharbeiter nun mehr kriegen sollte für die gleiche Arbeit, sei mal dahingestellt, aber klar über's Geld. Nur, was soll die Politik da machen? Für Leiharbeiter einen höheren Mindestlohn vorschreiben? Mit dermaßen starken Eingriffen kann ich mich nicht anfreunden.


    Im Grunde wäre das der Job der Gewerkschaften, wenn die denn was taugen würden.


    Die Bedingung für einen handlungsfähigen Staat ist ja, dass es ein schlanker Staat ist. Durch die extrem großen Systeme, die sich hauptsächlich selbst verwalten, wird der Staat handlungsunfähig.


    Ein schlanker Staat ist genauso handlungsunfähig. Auf privatisierte Bereiche hat man ja keinen Einfluss mehr, es sei denn man greift lenkend ein.
    Also warum sollte z.b. im Osten fließend Wasser und Strom vorhanden sein, wenn sich das für manche Regionen nicht rechnet? Ein starker Staat kann das aus nicht wirtschaftlichen Interessen (z.b. sozialen Interessen) durchaus "erkaufen". Damit ist er handlungsfähig.
    Natürlich muss man genau schauen wo der Staat handlungsfähig sein muss und wo nicht. Über manches kann man streiten. Z.b. Katastrophenhilfe. Bundeswehr, Polizei etc. greift dann ja ein. Umso weniger Kräfte man aber hat, desto weniger kann der Staat bei einer Flut/Schneekatastrophe eingreifen. Der Staat verliert dann an Handlungsfähigkeit. Er kann den Bürgern halt nahelegen doch bitte Vorräte für mehrere Wochen im Haus zu haben. Er kann versuchen private Hilfe zu fördern (siehe Flüchtlingshilfe). Aber er verliert die Fähigkeit in Krisenzeiten selber zu handeln. Dann müssen die Leute halt wochenlang auf der Straße schlafen oder hungern.
    Oder siehe die privaten Krankenkassen. Bei einigen PKVs gabs nun afaik deutliche Beitragserhöhungen (40%?).
    Wenns nun nicht um die enorm wichtige Gesundheitsversorgung ginge müsste man eigentlich sagen "Pech gehabt". Ich sehe es echt nicht ein, dass da eingegriffen wird. Die PKVs sollten Rückstellungen haben, wenn die Leute alt und teuer werden sollten diese Rückstellungen aufgezehrt werden. Wenn das nicht funktioniert und die PKV geht pleite sind die Leute eben nicht versichert. Der Wechsel zu einer anderen Krankenkasse sollte dann kostenneutral, d.h. mit hohen Beiträgen für die Betroffenen erfolgen - da ja keine Rücklagen aus jungen gesunden Jahren vorhanden sind.
    Aus sozialer Sicht kann sich das aber ein Staat nicht leisten. Seine Bürger sollten eine vernünftige Gesundheitsversorgung haben. Schlanker Staat: "pech gehabt". Würde der Staat eingreifen muss das Geld dafür aber irgendwoher kommen. Und man muss regeln für die Krankenkassen haben, nicht dass nachher all diejenigen aufgefangen werden, die in guten Jahren quasi nichts eingezahlt haben - und später dann schmarotzen.



    Regeln, überwachen, gängeln... warum ist das immer das einzige, was den Deutschen einfällt?


    Weil man ansonsten keinerlei Steuern erheben kann. Warum sollte man denn so dämlich sein und Steuern zahlen, wenn man auch H4 beziehen kann und gleichzeitig schwarz arbeiten kann?
    Nicht jeder macht eine persönliche Kosten-Nutzen Rechnung auf und sagt dann "ok, ich nutze X Angebote vom Staat und dafür ist diese Steuer angemessen". Man kann eben auch Straßen etc. nutzen ohne Steuern zu zahlen. Warum sollte man der Dumme sein der viel beiträgt?
    Der Gedanke ist ja auch, dass das System solidarisch ist. Damit geht für viele die Kosten Nutzen Rechnung ohnehin nicht auf. Und nicht jeder wäre solidarisch genug freiwillig deswegen mehr zu zahlen.
    Warum sollte ich die Polizei bezahlen? Mir machen die nur Ärger.:D


    Kann er nicht zahlen, gibt der Staat ein Darlehen und lässt es mit gemeinnützigen Tätigkeiten abarbeiten. Gibt genug Müll einzusammeln, Kaugummis abzukratzen und Schnee zu schieben.


    Das kannst vergessen wenns um mehr als eine abgebrochene Antenne geht. Die Kosten explodieren ganz schnell. Sei es durch die damit verbundene Juristerei. Sei es durch Polizei/Feuerwehr/Krankenwageneinsatz. Durch eine notwendige Behandlung, etc.
    Opfern kann man helfen durch gute Gesundheitsversorgung, psychologische Betreuung usw. Aber zahlen können das außer ein paar Topverdienern wohl die wenigsten Täter.


  • Ein schlanker Staat ist genauso handlungsunfähig.


    Die Gefahr besteht natürlich immer. ABER dann steht das Geld wenigstens der Privatwirtschaft zur Verfügung, statt im Staatssumpf zu versickern.



    Also warum sollte z.b. im Osten fließend Wasser und Strom vorhanden sein, wenn sich das für manche Regionen nicht rechnet? Ein starker Staat kann das aus nicht wirtschaftlichen Interessen (z.b. sozialen Interessen) durchaus "erkaufen".


    Zum einen, weil der Baugrund billig ist, was widerum Investoren anlockt. Aber es ist ja nicht etwa so, als hätte der Staat es bei allen geschafft, sie an die Heizungs- und Abwassersysteme anzuschließen. Viele haben noch ihre Öltanks und Klärgruben im Garten.
    Zum anderen kann ein starker Staat ja trotzdem Geld in die Hand nehmen und private Firmen mit dem Anschluss beauftragen, wenn er will. Alle mal besser als ein staatlicher Bebauungsplan mit staatlich "organisiertem" Bauunternehmen.


    Es wäre auch nicht sinnvoll, den Bürgern nahezulegen Vorräte zu horten (geschweige denn das auch noch zu subventionieren), außer sie leben in gefährdeten Gebieten. Auch hier wieder: Würde Vater Staat private Unternehmen mit der Katastrophenvorsorge betreuen, dann würden die schon ganz schnell rauskriegen, ob es sie billiger kommt, wenn sie im Fall der Fälle Vorräte und Arbeitskräfte kaufen und mieten, oder wenn sie den Leuten Zuschüsse zu Lagerräumen und ne Erstbefüllung geben.


    Krankenkassen sind ja nun das aller schlechteste Beispiel dafür, dass man iwas wichtiges dem Staat überlassen sollte. Die Ärzte halten sich damit über Wasser, dass die Privatpatienten das Zwo- bis Dreifache der Staatskassenpatienten zahlen. So viel dazu, wer hier sozial umverteilt, der Staat oder die Privaten. Aber damit nicht genug, statt die Staatskassen zu privatisieren und vorzuschreiben, dass es einen Basistarif für jeden geben muss, dass jeder genommen wird, das angesammelte Einlagen beim Wechsel übertragen werden, jeder Versicherer ein bestimmtes Volumen haben und über einen Rückversicherer abgesichert sein muss, wie es ein starker, schlanker Staat tun würde, was wird gemacht? Es wird verboten, dass Geringverdiener sich statt bei der Staatskasse bei einer privaten versichern. Großartig. Dickstaatliche Geldversickerei at its best.


    Weil man ansonsten keinerlei Steuern erheben kann.


    Das ist doch Blödsinn. Vom Grundsatz her zahlen die Menschen gerne Steuern. Klar gibt es ein paar, die wurden dazu herangezüchtet immer alles noch billiger oder ganz umsonst haben zu wollen. (Und die Industrie reagiert drauf: Geiz ist geil.) Aber im Grundsatz sagen sie alle, dass sie Steuern in einer fairen Höhe, die ökonomisch und ökologisch sinnvoll eingesetzt werden, natürlich bezahlen wollen. Ein schlanker Staat kommt ohne den persönlichen IM für jeden Bürger aus, der muss nicht jeden Schritt kontrollieren.
    Mit einer Kosten-Nutzen-Rechnung hat das auch nix zu tun, das ist einfach ein Gefühl. "Mein Geld wird gut verwendet."
    Die Straßennutzung ohne Steuern, sprich nur mit Muskelkraft, ist aber auch eine rein theoretische Möglichkeit. Und wieder, die paar Leute werden von der Gemeinde der Verbrennungsmotorbetreiber sehr gern solidarisch mitversorgt.



    Warum sollte ich die Polizei bezahlen? Mir machen die nur Ärger.


    Auch da wäre schon wieder viel geholfen, wenn die Streifenpolizisten kapieren würden, dass sie Dienstleister sind, bezahlt von mir, arbeitend für mich, statt mich dumm anzuquatschen. Die Rennleitung kann SO nett sein, wenn sie wollen, es können aber auch Ärsche ohne jede Professionalität (das heißt nicht toternst) sein. Wenn sie mir den Weg zur nächsten Tanke zeigen oder mich sogar mitnehmen und mir nen Kanister organisieren, wenn sie mir zum Kreisel links rum noch ein nahegelegenes Kleeblatt rechts rum zum Üben empfehlen, wenn sie mir bestätigen, dass ich die Strecke ruhig so oft ich will rauf und runter fahren darf, während sie ne allgemeine Verkehrskontrolle durchführen, das erinnert mich daran, warum ich deren Kindern gerne mit meinen Steuern die Ausbildung und die Wurst auf'm Brot finanziere. Und so sehen das die Meisten (interessanter Weise die rechts orientierten mehr als die links orientierten), nur wenn sie mir selbstgefällig sagen, dass ich doch beim nächsten Mal ein schwarzes Shirt anziehen soll wenn ich keinen Gurt anlege und nur drauf warten, dass ich reumütig sage "nein den Gurt anlegen" oder wenn eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Einbruch ohne weiteren Kommentar zu den Akten gelegt wird, während sie wegen nem 23km/h Ticket vor der Haustür stehen und unbedarfte Hausfrauen zur Identifizierung von Familienmitgliedern überrumpeln, dann wird diese Grundhaltung ins Wanken gebracht.


    Das kannst vergessen wenns um mehr als eine abgebrochene Antenne geht. Die Kosten explodieren ganz schnell. Sei es durch die damit verbundene Juristerei. Sei es durch Polizei/Feuerwehr/Krankenwageneinsatz. Durch eine notwendige Behandlung, etc.
    Opfern kann man helfen durch gute Gesundheitsversorgung, psychologische Betreuung usw. Aber zahlen können das außer ein paar Topverdienern wohl die wenigsten Täter.


    Seit wann müssen Sachschäden mit dem Krankenwagen abgeholt und allgemeinmedizinisch oder psychologisch behandelt werden?

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years


  • Zum anderen kann ein starker Staat ja trotzdem Geld in die Hand nehmen und private Firmen mit dem Anschluss beauftragen, wenn er will. Alle mal besser als ein staatlicher Bebauungsplan mit staatlich "organisiertem" Bauunternehmen.


    Es gibt dann aber sehr wohl einen staatlich organisierten Plan was wo gebaut werden soll, damit beispielsweise die Infrastruktur aus sozialen oder sonstigen Gründen vorhanden ist. Abgesehen davon wird dann die Gewinne aus den lukrativen Gegenden privatisiert, die Kosten für die teuren Gegenden aber weiterhin in staatlicher Hand gelassen.
    Wenn man beispielsweise zulässt, dass alle jungen und gesunden in eine private Krankenkasse verschwinden, dann bleiben die alten und kranken. D.h. man müsste die Unternehmen deutlich höher belasten um diese Gewinne vollständig abzuschöpfen. Ansonsten gehen nämlich die Steuern für den Bürger rauf. Oder eben alte und kranke sind nicht mehr versichert.
    Abgesehen davon halte ich es für Unsinn, dass Privatisierung immer zu mehr Effizienz führt. Große private Unternehmen agieren auch extrem bürokratisch und planwirtschaftlich. Effizient ist da garnichts, die arbeiten genauso wie der Staat. Oder wenn es gewisse Monopolstellungen gibt. Es ist eben nicht sinnvoll, dass jedes Haus 10 Wasseranschlüsse hat damit es einen Wettbewerb gibt.
    Bei großen Ausgaben stellt Papa Staat ja auch oftmals Garantien und Geld zur Verfügung und verzerrt so den Wettbewerb völlig.


    Auch hier wieder: Würde Vater Staat private Unternehmen mit der Katastrophenvorsorge betreuen, dann würden die schon ganz schnell rauskriegen, ob es sie billiger kommt, wenn sie im Fall der Fälle Vorräte und Arbeitskräfte kaufen und mieten, oder wenn sie den Leuten Zuschüsse zu Lagerräumen und ne Erstbefüllung geben.


    Ein privates Unternehmen kann nicht mit einem Fall arbeiten, der mal alle 50 Jahre eintritt. Im Katastrophenfall ist die Infrastruktur nicht nutzbar. Dann braucht man Kettenfahrzeuge, Hubschrauber etc.
    Ich bezweifle, dass man davon hunderte innerhalb weniger Stunden auftreiben kann. Die wird man vorratig haben müssen.
    Selbst sowas wie Streusalz wird ja in manchen Wintern knapp. Da wird eben mit einem normalen Winter kalkuliert und wenn es mal etwas mehr Schnee gibt ist das eben Pech.
    Oder nimm die Klimaanlage im ICE. Da rechnet(e) man sicher nicht mit einer Rekordhitze, sondern mit vermutlich irgendwas bei ~35°C. Wird wärmer ist das Pech, man baut normalerweise keine Klimaanlage für Temperaturen die einmal alle 10 Jahre vorkommen. Ärgerlich ist natürlich, dass die dann offenbar komplett versagt haben. Oder das man keine Systeme hat um Außenluft als Notlösung zu verwenden. Aber das kostet. Solange es also niemand vorschreibt, dass man solche Systeme haben muss wird man sich das dreimal überlegen. Schreibt der Staat das vor greift er aber wieder ein und ist eben nicht mehr schlank.


    Aber damit nicht genug, statt die Staatskassen zu privatisieren und vorzuschreiben, dass es einen Basistarif für jeden geben muss, dass jeder genommen wird, das angesammelte Einlagen beim Wechsel übertragen werden, jeder Versicherer ein bestimmtes Volumen haben und über einen Rückversicherer abgesichert sein muss, wie es ein starker, schlanker Staat tun würde, was wird gemacht?


    Es ist hochproblematisch einem privaten Unternehmen vorzuschreiben, welche Leistungen es zu welchen Konditionen anzubieten hat. Weiß man genau was da vernünftig ist kann mans auch gleich direkt selber machen.
    Alles andere sind dann ja Verträge die eher was obendrauf satteln, also mehr Leistung bei höheren Kosten.


    Aber im Grundsatz sagen sie alle, dass sie Steuern in einer fairen Höhe, die ökonomisch und ökologisch sinnvoll eingesetzt werden, natürlich bezahlen wollen.


    Und schaut man dann genauer hin sieht man, dass diese Fälle oftmals einzelne Punkte an Steuern stören.
    "warum finanzieren wir XY über unsere Steuern". Solange die Steuern irgendwas finanzieren was einzelnen nicht in den Kram passt sind die Steuern eben "zu hoch".
    Was ist denn eine faire Höhe? Und welche Leistungen muss der Staat dafür streichen? Schulen?
    Du wirst da keine Einigung erzielen können. Manche würden soziale Leistungen streichen wollen, andere die Verkehrsausgaben. Und solange sind eben die Steuern für jeden subjektiv zu hoch.



    Auch da wäre schon wieder viel geholfen, wenn die Streifenpolizisten kapieren würden, dass sie Dienstleister sind, bezahlt von mir, arbeitend für mich, statt mich dumm anzuquatschen.


    Bezahlt von allen, arbeitend für alle. Deswegen wird dann beispielsweise ein Ladendieb oder Kneipenschläger eben nicht wie von einem freundlichen Dienstleister behandelt. Da verstößt jemand massiv gegen die Interessen der Allgemeinheit für die Dienst geleistet wird. Und wird dann eben entsprechend behandelt.


    Und so sehen das die Meisten (interessanter Weise die rechts orientierten mehr als die links orientierten), nur wenn sie mir selbstgefällig sagen, dass ich doch beim nächsten Mal ein schwarzes Shirt anziehen soll wenn ich keinen Gurt anlege


    Solltest du doch selber merken, dass jeder höchst subjektiv urteilt was er nun sinnvoll findet oder nicht. Deswegen gibt es ein allgemein gültiges Regelwerk. Wenn sich da nun jeder nach belieben raus verabschieden darf, wo landen wir denn dann?
    Dann kommt der Krankenwagen nicht mehr, weil der Autofahrer sich nicht angeschnallt hatte? Soll nicht so lustig sein, nachts noch Leichenteile im Wald zu suchen. Das können ja auch die Wildschweine oder von mir aus die Angehörigen übernehmen, ohne dass nachher noch wer psychologische Betreuung braucht.
    Wenn irgendwo die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr hoch ist und einzelne interessiert das nicht? Ist das ok? Ist es dann auch ok, wenn dann die Anwohner irgendwann zur Selbstjustiz greifen und Split in die Kurve kippen? Warum ist es ok, wenn Gruppe A die Regeln missachtet aber bei Gruppe B ist es nicht mehr ok?

  • Es gibt dann aber sehr wohl einen staatlich organisierten Plan


    Es macht nen RIESEN Unterschied, ob staatlich festgelegt ist, was wann wo wie für welche Summe gebaut werden soll, oder ob der Staat sagt: "An der Stelle brauchen wir jetzt etwas mehr Solidarität, deswegen schreiben wir dort einmalig eine eng begrenzte Summe aus."



    Wenn man beispielsweise zulässt, dass alle jungen und gesunden in eine private Krankenkasse verschwinden...


    Das ist zum Beispiel der völlig wirre Gedankengang mit den gesetzlichen Kassen. Dass da jemand weg verschwindet von den "guten" staatlichen zu den "pöhsen" privaten. Das entsteht doch nur dadurch, dass der Staat statt schlank und stark festzulegen, dass jeder genommen werden muss, fett und schwach die schlechten Fänge zwingt zu ihm zu kommen und die guten Fänge vergrault.


    Abgesehen davon halte ich es für Unsinn, dass Privatisierung immer zu mehr Effizienz führt. Große private Unternehmen agieren auch extrem bürokratisch und planwirtschaftlich.


    Richtig ist, wenn ein Unternehmen ZU groß wird, eben staatsgleich, dann kann es passieren, dass es auch ähnliche Strukturen annimmt. Das ist weniger eine Frage von staatlich oder privat, als viel mehr eine Frage von Größe. Aber Staaten sind nunmal per se extrem groß und fett, während selbst große Unternehmen meist weit von diesen Dimensionen entfernt sind. Das ist der Knackpunkt.


    Ein privates Unternehmen kann nicht mit einem Fall arbeiten, der mal alle 50 Jahre eintritt.


    Freilich geht das. Das ist genau das Prinzip von Versicherungen. Die arbeiten sogar mit Fällen, die nur alle 200 bis 300 Jahre eintreten. Man höre und staune, in den letzten 89 Jahren ist mein Elternhaus weder abgebrannt noch abgesoffen.



    Selbst sowas wie Streusalz wird ja in manchen Wintern knapp.


    Ist das jetzt was staatlich (Gemeinde) oder privat organisiertes? Erinnert mich iwie an die Kontingente, die staatlichen Schulen zur Verfügung stehen. Wirft man das bereitgestellte Geld im einen Abrechnungszeitraum nicht sinnlos zum Fenster raus, wird einem im nächsten Abrechnungszeitraum das gesparte Geld vom Etat abgezogen...



    Schreibt der Staat das vor greift er aber wieder ein und ist eben nicht mehr schlank.


    Ein Staat mit einigen wenigen eindeutigen Vorschriften ist WEITAUS schlanker als ein fetter Staat der alles selbst machen will um sich dann damit zu brüsten, er hätte ja bei den ein oder zwo Sachen die er nicht selbst gemacht hat nicht eingegriffen.
    Nein, die Erzählungen von der Bedingung für den schlanken Staat nie und nirgends regulierend einzugreifen sind nichts als Propaganda.



    Es ist hochproblematisch einem privaten Unternehmen vorzuschreiben, welche Leistungen es zu welchen Konditionen anzubieten hat.


    Genau meine Meinung.


    Weiß man genau was da vernünftig ist kann mans auch gleich direkt selber machen.


    Zum einen weiß man's ja nicht. Das ist der Vorteil von Wettbewerb. Zum anderen: Selbst wenn man wüsste, was vernünftig ist, hätte man dadurch noch lange nicht die absolute Weisheit gepachtet, auf welche Weise das am besten zu erreichen sei. Es ist eben ein totaler Irrglaube, man könne aus einem riesigen Konstrukt das bestimmte Rahmenbedingungen vorgibt einfach ein Ultra-Mega-Konstrukt machen, das alles selbst erledigt, und alles würde einfach supi weiter funktionieren. Ab einem mehr oder minder unbestimmten Punkt ist das System einfach durch seine eigene Masse überlastet. Ein Stahlseil reißt ab einer gewissen Länge ohne dass man was dran hängt.


    Und schaut man dann genauer hin sieht man, dass diese Fälle oftmals einzelne Punkte an Steuern stören.


    Natürlich stört jeden immer iwas. Aber wenn die Gesamtheit an Steuern als fair und sinnvoll empfunden wird, dann wird das gern hingenommen. Zu behaupten, das soziale Wesen Mensch sei grundsätzlich schlecht und egoistisch, ist doch nichts anderes als Meinungsmache. Die Ausnahme vom Ellenbogen-Einzelgänger zur Regel zu erheben widerspricht doch jeder beobachteten Realität.



    Bezahlt von allen, arbeitend für alle. Deswegen wird dann beispielsweise ein Ladendieb oder Kneipenschläger eben nicht wie von einem freundlichen Dienstleister behandelt. Da verstößt jemand massiv gegen die Interessen der Allgemeinheit für die Dienst geleistet wird. Und wird dann eben entsprechend behandelt.


    Verheerende Einstellungen. Wenn ich einen Straftäter wie Scheiße behandle, dann wird er sich auch wie Scheiße benehmen und die Idee mit der Reintegration kann ich vergessen.



    Wann kommt der Krankenwagen nicht mehr, weil der Autofahrer sich nicht angeschnallt hatte?


    Was soll der Quatsch denn jetzt? Nicht anschnallen kostet 15€, bei Schutzbefohlenen 60€. Damit ist das eindeutig geregelt und niemand "verabschiedet" sich aus dem Regelwerk.
    Was wirklich nicht lustig ist, ist dass mir Leute dumm kommen, wenn ich eine andere Meinung als sie habe, wie sinnvoll eine bestimmte Regel ist. Solche Kleinigkeiten wie freie Meinungsäußerung sind nämlich ganz unwesentlich wichtiger als ein um insolvenzherbeirufende 1 Cent erhöhter Versicherungsbeitrag.


    Warum ist es ok, wenn Gruppe A die Regeln missachtet aber bei Gruppe B ist es nicht mehr ok?


    Weil Regel A zu brechen 15€ kostet und Regel B zu brechen Menschenleben.

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Was wann wie wo für welche Summe gebaut wird legt immer der Bauherr fest in Absprache mit den Baufirmen. Ob der Staat nun sagt "wir brauchen eine Straße von X nach Y, was kostet das?" oder ein privates Unternehmen nimmt sich wenig.
    Sowas wie die DB agiert ja wie ein normales (gewaltig großes) Unternehmen. Obwohl sie in staatlichen Händen sind.
    Und ob dann nun ein Airbus, Siemens und Co. sooo viel besser sind...A400m, A380,...


    "Schlanker Staat" bezieht sich nicht nur auf Beamte, sondern auch darauf, ob der Staat alles reglementiert oder nicht. Er muss nicht alles selber machen, macht er meistens auch nicht. Beispielsweise werden Straßen durchaus von Hochtief etc. gebaut. Das ist doch in den meisten Fällen so, der Staat betreibt vieles nicht selber sondern vergibt nur die Aufträge.
    Natürlich kann man beispielsweise den PKVs vorschreiben, dass sie mindestens dieselben Leistungen wie die GKVs anbieten müssen zu maximal denselben Beiträgen. Aber auch das wäre ein starker Staat der regelnd eingreift und die private Wirtschaft eben nicht frei agieren lässt. Was ein schlanker Staat täte.


    Deine Eltern sind bei einer Versicherung, die in den letzten 300 Jahren nur ein einziges Haus versichert hat?
    Wenn ein privates Unternehmen ein paar hundert Kettenfahrzeuge und LKW, massig Personal, Hubschrauber, Sanitäter etc. vorratig halten muss, dann wird das für den Auftraggeber sehr teuer.
    Insbesondere wenn all das nur einmal alle 50 Jahre eingesetzt werden wird, ist das wenig sinnvoll. Denn die Auslastung ist nahezu null. Aufgeblähtes Katastrophenmanagment und auf Nummer sicher?
    Oder doch lieber schlanker aber überfordert, wenn zuviel auf einmal schief läuft?
    Oder doch lieber eine personalstarke Polizei etc., die dann im Krisenfall eingreifen kann?


    Zu behaupten, das soziale Wesen Mensch sei grundsätzlich schlecht und egoistisch, ist doch nichts anderes als Meinungsmache.


    Und mein Menschenbild.



    Nicht anschnallen kostet 15€, bei Schutzbefohlenen 60€. Damit ist das eindeutig geregelt und niemand "verabschiedet" sich aus dem Regelwerk.


    Das ist eine Strafe. Die bekommt man, wenn man sich nicht an die Regeln hält, sich also aus dem Regelwerk verabschiedet hat. Das ist kein Eintrittspreis.
    Wenn man sich nicht anschnallt ist das eben nicht nur Privatsache. Man zieht halt Sanitäter, Feuerwehr, Passanten etc. mit rein.
    Wenn man sich die Freiheit nimmt und sich nicht anschnallt, dann geht das im Zweifel auf Kosten der Freiheit der Erst-Helfer, aber auch der Feuerwehr usw. die dann stundenlang nach Einzelteilen suchen müssen. Beispielsweise.
    Hat man die Freiheit nachts um 3 die Musik aufzudrehen nimmt man evtl. dem Nachbarn die Freiheit nachts zu schlafen.
    Es ist ein Unterschied ob man Regeln kritisiert und auf eine Änderung hinarbeitet oder ob man sie eigenmächtig ignoriert. Ersteres ist super, letzteres nicht.



    Weil Regel A zu brechen 15€ kostet und Regel B zu brechen Menschenleben.


    Eben. Deswegen ist es ja auch nicht ok, wenn man Menschen durch seinen Lärm zum Herzinfarkt bringt. Ob das verschmutzen einer Straße allerdings nur 15€ kostet weiß ich nicht, dachte immer das ist teurer.:spec:

  • Jupp, da treffen sich immer die zwei richtigen.:blush:


    Brüssel ist ja nun auch mega-Mist. Erstmal schlimm was da passiert ist. Verhindern können wird man ähnliche Anschläge allerdings nicht, man wird sich wohl oder übel dran gewöhnen müssen.
    Selbst in Ländern die da richtig harte Kante zeigen und nicht rechtsstaatlich vorgehen bekommen Terrorismus ja nicht in den Griff.
    Allerdings überrascht es mich schon, dass nun drei Anschläge über Belgien liefen (Zug, Paris, Brüssel).


    Für den inneren Frieden (Moslems unter Generalverdacht) sind die Anschläge natürlich Gift.
    Und es ist Wasser auf die Mühlen der AFD und Konsorten. Im Endeffekt gewinnen die Extremisten auf beiden Seiten und die Situation verhärtet sich oder eskaliert gar immer mehr.:ill:

  • Diese kontextlosen flickwerk-artigen Quote-War's machen's übrigens echt schwer eurer Diskussion zu folgen, bzw. etwas beizutragen.


    Dass du den Kontext nicht siehst und dich lieber lustig machst, ist bedauerlich.
    Ohne Zitat muss man in jedem Post erst umständlich neu beschreiben worauf man sich bezieht und es ist viel schwerer, der Diskussion zu folgen.

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Was wann wie wo für welche Summe gebaut wird legt immer der Bauherr fest in Absprache mit den Baufirmen. Ob der Staat nun sagt "wir brauchen eine Straße von X nach Y, was kostet das?" oder ein privates Unternehmen nimmt sich wenig.


    Das sollte man denken, ja. Die Praxis zeigt ja aber immer wieder, dass es doch nen riesen Unterschied macht.
    Ich kann's mir nur so erklären, dass in staatlichen Strukturen diejenigen die das Geld einnehmen, die es ausgeben und die fachlich Verantwortlichen nichts mit einander zu tun haben, ja nicht mal was von einander wissen, und dass die zur Verfügung stehenden Summen völlig unabhängig von den realen Erfordernissen im Vorhinein festgelegt werden.
    Dem fachlich Verantwortlichen ist der Preis sowieso egal. Derjenige der bezahlt, hat nen festen Rahmen - entweder der wird augeschöpft oder im nächsten Abrechnungszeitraum steht weniger zur Verfügung, was schlecht wäre. Man muss sich das doch nur mal an Schulen ansehen, mit Auswüchsen wie dass ein neuer Lehrerlaptop genau 700€ kosten darf. Für 50€ mehr gäbe es einen deutlich besseren weil passenderen Rechner, der Lehrer würde das sogar privat drauf legen, aber es geht einfach nicht. Oder eine super Straße wird aufgerissen, iwas verlegt und neu zugeflickschustert, während 100m weiter die Schlaglöcher vor sich hin gammeln. Da hat die Budget-Verteilung zugeschlagen, auf der einen Seite war kein Geld da, auf der anderen musste es weg um nicht gestrichen zu werden.
    Theoretisch ließe sich das alles super toll regeln, aber praktisch funktioniert es einfach nicht.


    Ob manche Konzerne schon wieder ZU groß sind, darüber kann man sich freilich unterhalten. Aber so groß wie ein Staat ist noch keiner.




    "Schlanker Staat" bezieht sich nicht nur auf Beamte, sondern auch darauf, ob der Staat alles reglementiert oder nicht.


    In erster Linie bezieht es sich darauf, wie viel Geld der Staat weg nimmt und umverteilt. Es wäre ja schon viel geholfen, wenn - mal stellvertretend genannt - aus der Pflichtversicherung eine Versicherungspflicht gemacht würde.
    Wichtig wäre, dass der Staat sich im Zweifel zurückhält und darauf beschränkt NUR die Rahmenbedingungen zu schaffen, statt die Endlösung vorzugeben.



    Natürlich kann man beispielsweise den PKVs vorschreiben, dass sie mindestens dieselben Leistungen wie die GKVs anbieten müssen zu maximal denselben Beiträgen. Aber auch das wäre ein starker Staat der regelnd eingreift und die private Wirtschaft eben nicht frei agieren lässt. Was ein schlanker Staat täte.


    Du meinst den GKVs vorschreiben, dass sie die Ärzte auch für ihre Leistung bezahlen müssen, statt sich von den PKVs durchfüttern zu lassen?
    Und du wirfst schon wieder die Begriffe durcheinander. Es geht ja eben um einen schlanken und dadurch starken Staat. Einfache, klare Richtlinien, schlank, stark. Für die Erfüllung aber die Privatwirtschaft frei agieren lassen. Im Gegensatz zum dicken, schwachen Staat, der alles versucht zu regulieren und zu machen und über seine eigenen Regeln stürzt.


    Wenn ein privates Unternehmen ein paar hundert Kettenfahrzeuge und LKW, massig Personal, Hubschrauber, Sanitäter etc. vorratig halten muss, dann wird das für den Auftraggeber sehr teuer.


    Wenn der Staat das machen muss, dann wird es für den Auftraggeber - den Steuerzahler - ebenfalls sehr sehr teuer. Der Preis wird sich theoretisch nix nehmen, praktisch aber staatlich höher sein, weil die Kontrollmechanismen durch die schiere Größe nicht mehr greifen.


    Hier muss man sich entscheiden, ob man den Auftraggeber oder den Unternehmer oder den Staat entscheiden lassen will, wie groß die Absicherung sein soll. Da geht's schon bei der Trennung von Polizei und Militär los, was ökonomischer Unsinn ist. Würde ich so nicht machen.



    Und mein Menschenbild.


    Und woraus resultiert das?
    Alles, wirklich alles deutet darauf hin, dass der Mensch ein Herdentier ist, extrem abhängig von sozialen Verflechtungen und Normen. Nichts ist für den gemeinen Menschen so wichtig wie sein Status in der Gruppe.



    Das ist eine Strafe. Die bekommt man, wenn man sich nicht an die Regeln hält, sich also aus dem Regelwerk verabschiedet hat. Das ist kein Eintrittspreis.


    Das kannst du ja in der Theorie so sehen.
    In der Praxis aber wäre es nur eine "Strafe", wenn der "Bestrafte" sie als solche anerkennt. Ansonsten ist es eines von vielen Repressalien um Konformität (siehe oben, Herdentier) zu erzeugen. DASS man zahlt bezeugt, dass man sich eben NICHT aus dem Regelwerk verabschiedet hat. Es ist die Eintrittskarte, mit der man sich ein kleines bisschen mehr Freiheit erkauft, wenn man damit nur die weniger Glücklichen durchfüttert.



    Wenn man sich nicht anschnallt ist das eben nicht nur Privatsache.


    Da kommen wir an den Punkt, an dem wir uns einigen (oder auch nicht) müssen, welche Werte wir vertreten.
    Sollte der Mensch zu einem Mindestmaß ein selbstbestimmtes Wesen sein?
    Oder sollte jeder Aspekt der Persönlichkeit und des Lebens durch die Gesellschaft geregelt und festgeschrieben sein, ohne jedwede Mödlichkeit zur individuellen Entfaltung?



    Ob das verschmutzen einer Straße allerdings nur 15€ kostet weiß ich nicht, dachte immer das ist teurer.:spec:


    Hat sich wohl erhöht:
    "Kraftfahrzeug, dessen Schalldämpferanlage defekt war, in Betrieb genommen 20,- EUR"
    Alternativ:
    "(Umweltschutz Innerhalb einer Ortschaft unnütz hin- und hergefahren und dadurch einen anderen belästigt 20,- EUR"
    (Quelle: bussgeldkataloge.de)


    Auf jeden Fall nicht annähernd zu vergleichen mit einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

    Yoda über's Motorradfahren: "The faster you ride, the harder to hit you are."


    "That man you were going to marry; if you could have just taken a hypo spray to make yourself stop loving him, so that it didn't hurt so much when you're away from him; would you have done that?" - Harry Kim about love, to Cpt. Janeway, after being stranded in the Delta Quadrant for 5 years

  • Euch ist aber schon bewusst, dass ihr hier über etwas redet was nicht existiert?
    Ich meine den „schlanken Staat“.


    Dies ist nichts anderes als ein Kampfbegriff aus der Mottenkiste. Hier wurde ein Attribut, welches beim menschlichen Körpern für Attraktivität, Fitness, Agilität, Jugend usw. steht, vor den Begriff Staat gesetzt mit dem einzigen Ziel etwas zu beschwören, was es nicht gibt und sich so von inhaltlichen Debatten zu entfernen, um sie ideologisch aufzuheizen. Ist dasselbe Prinzip wie z.B. bei den propagandistischen Wortkreationen „Raubkopierer“ und „Killerspiele“.


    Auch inhaltlich ist spätestens seit 2014 der neoliberale Kerngedanke, der öffentlichen Hand möglichst wenig Mittel zur Verfügung zu stellen, wissenschaftlich widerlegt. Dieses Mantra was quasi besagt: Hohe Abgaben (z.B. Steuern) und entsprechende soziale Transfers führen zu geringer Beschäftigung, volkswirtschaftlichen Schieflagen und weniger Wohlstand, hat sich als so falsch erwiesen, so dass es mich sogar überrascht warum sowas noch heute auftaucht.


    Die Schlüsselerkenntnis ist: hohe Abgaben + hohe Sozialleistungen = hohe Beschäftigung. Gleichzeitig führt das immer zu einer stabileren und größeren Mittelschicht.
    Denn die höchsten Beschäftigungsquoten (der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung bezogen auf die der 15- bis 64-Jährigen; OECD - 20-59 Jährige) der entwickelten Industrieländer werden in Ländern mit den höchsten Steuern, den großzügigsten Sozial- und Gesundheitssystemen, sowie der ausgebautesten Kinderbetreuung erzielt.


    Was ich wirklich nicht verstehe ist, warum wird heute immer noch versucht uns den Abbau des Sozialstaates (denn das steckt eigentlich hinter dem Kampfbegriff „Schlanker Staat“) als etwas ganz besonders Tolles anzudrehen, obwohl die Fakten, beispielsweise die Folgen der Agenda 2010 (Hartz IV & Co.), die Folgen des Privatisierungswahns der Altersvorsorge und des ÖPNVs, die jahrelange Sparwahn bei Polizei, Gesundheitsvorsorge und Verwaltung, etc. auf dem Tisch liegen.

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."