Politikthread

  • Man mag natürlich sagen, dass Deutschland nur für seine nationale Politik verantwortlich ist, aber wichtig finde ich es schon zu denken, dass die Staaten global vernetzt sind und ein Denken in ausschließlich nationalen Kategorien einem derartigen Wirtschaften nicht adäquat ist.


    Ich vermute fast, dass sich abgesehen von irgendwelchen großen Rentenfonds oder wie sich das dann nennt, eher Banken, Hedgefonds und Co. profitieren.
    Als sonderlich bedürftig empfinde ich die Finanzjongleure nicht.:D
    Da wäre mir das Geld in der realen Wirtschaft lieber - mit der die Finanzwirtschaft kaum noch was zu tun hat.

  • Traurig ist auch, dass gerade in Deutschland eigentlich für jeden Scheiss Geld vorhanden ist.


    Doch was passiert mit dem Geld? Am Ende des Jahres wird es z.B. rausgehauen für neue Möbel einer ganzen Behörde, nur damit diese Behörde nächstes Jahr nicht weniger Geld aus dem Topf bekommt.
    Die Brückenbauämter reissen daher mal hier mal da ne Brücke ein, bauen sie neu auf, nur damit das Budget für den Notfall vorhanden ist.


    Komischerweise traut sich kein Politiker an das Thema ran, obwohl es seit Jahren vom Bund der Steuerzahler angemahnt wird.

  • Du hättest ja dann die Wahl ob du dir nen anderen Job suchst, aber dazu gezwungen zu sein ist doch niemals von Vorteil. Ich kann mir momentan auch nicht vorstellen mehrere Jahrzehnte die selbe Arbeit zu machen, noch weniger Lust hätte ich aber bei der Vorstellung mich als "Arbeitsnomade" herumschlagen zu müssen.


    Klar ist Zwang nicht von Vorteil, aber die Vorstellung das 40-50 Millionen Deutsche so leben müssten ist doch utopisch. Da wird der Teufel an die Wand gemalt. Ich kann nur sagen mich stört es nicht wirklich, einziger Punkt wären junge Familien. Dort verstehe ich die Angst, aber die sind sowieso Verdienst technisch weit unten, dort muss der Staat eindeutig eingreifen. Mindestens genauso schlimm finde ich es, wenn Arbeitehmer viele Jahre ihren Arsch nicht hochbekommen und dafür auch noch das 5-10 fache von mir verdienen und mit durch geschleppt werden. Es ist in Ordnung das ältere Menschen ihre Erfahrung den Jungen zu kommen lassen und junge die älteren mit ihrem Elan unterstützen, aber nur als zu oft, wird eine der beiden Seiten schamlos ausgenutzt (beide Seiten) und das sollte einfach nicht sein und ist absolut schädlich für beide Seiten.


    Du hast dann auch keine finanzielle Sicherheit. Rücklagen werden, wenn man in H4 fällt, gefressen. Kredite für größere Anschaffungen sind bei unsicheren arbeitsverältnissen wohl auch nicht drin.
    Freiwillig wechseln kann man ja immer.


    Finanzielle Sicherheit? Ist nicht dein Ernst oder? Entschuldige aber du propagierst hier seit langer Zeit den Untergang des Abendlandes, jetzt komm nicht mit finanzieller Sicherheit, die ist nichts weiter als heiße Luft in einem kapitalitischem System, denn genau dieses basiert auf dem Grundgedanken der Unsicherheit.


    Traurig ist auch, dass gerade in Deutschland eigentlich für jeden Scheiss Geld vorhanden ist.


    Doch was passiert mit dem Geld? Am Ende des Jahres wird es z.B. rausgehauen für neue Möbel einer ganzen Behörde, nur damit diese Behörde nächstes Jahr nicht weniger Geld aus dem Topf bekommt.
    Die Brückenbauämter reissen daher mal hier mal da ne Brücke ein, bauen sie neu auf, nur damit das Budget für den Notfall vorhanden ist.


    Komischerweise traut sich kein Politiker an das Thema ran, obwohl es seit Jahren vom Bund der Steuerzahler angemahnt wird.


    Es gibt definitiv noch zuviel Schrott der subventioniert wird, aber hinter allem steht eine große Lobby. Zu den Brücken. In Deutschland sind 1/3 bis 1/2 aller Brücken sanierungsbedürftigt. Sprich selbst wenn in diesem Bereich Geld ausgegeben wird, die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass das Geld an der richtigen Stelle landet.

    Ing Gw2: Amok


    Für ein höheres Marketing Budget bei Anet, unterschreibe noch heute unsere Petition!!!

  • Deswegen werden ja auch jedes Jahr irgenwelche Brücken einfach so eingerissen. Das hab ich O-Ton von einem Leiter des Brückenbauamtes.


    Komisch das am Ende des Jahres immer die Behörden neue Inneneinrichtugnen bekommen.
    Denn wenn noch Geld über ist, muss es raus gehauen werden.
    Sonst wird das Budget fürs nächte Jahr gekürzt.


  • Finanzielle Sicherheit? Ist nicht dein Ernst oder? Entschuldige aber du propagierst hier seit langer Zeit den Untergang des Abendlandes, jetzt komm nicht mit finanzieller Sicherheit, die ist nichts weiter als heiße Luft in einem kapitalitischem System, denn genau dieses basiert auf dem Grundgedanken der Unsicherheit.


    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Ob ich nun denke, dass wir "den Gürtel enger schnallen" müssen in Zukunft oder gar einen Crash hinlegen hat doch mit den privaten finanziellen Mitteln bedingt was zu tun.
    Es soll Leute geben, die kaufen auf Raten. Oder die nehmen einen Kredit für PKW/Haus wasauchimmer auf.
    Das ist imho eine saudumme Idee, wenn man nicht absehen kann ob und wenn ja was man im nächsten Jahr für einen Job hat. Im Grunde ist dann auch eine Familienplanung schwierig.
    Alles was irgendeine Form der finanziellen Verpflichtung nach sich zieht kann man nicht eingehen, weil man ja schon in dem Moment nicht weiß, ob man einen neuen Job finden wird.
    Damit ob wir nun überhaupt jemals eine Rente bekommen werden oder das Renteneintrittsalter auf 999 gesetzt wird hat das nichts zu tun. Im Prinzip kann es uns auch egal sein, ob wir mit 65 oder so sozialverträglich hingerichtet werden oder nicht - bis dahin sollte man sein Leben gelebt haben.
    Ist halt nur Mist, wenn man sich von befristet zu befristet hangelt, ggf in Zeitarbeit oder sonstwas ist - ja, man kommt rum, sieht mal ein bisschen was anderes. Eine zeitlang ok, aber auf Dauer?

  • Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Ob ich nun denke, dass wir "den Gürtel enger schnallen" müssen in Zukunft oder gar einen Crash hinlegen hat doch mit den privaten finanziellen Mitteln bedingt was zu tun.


    Kommt drauf an von was für einem Crash man ausgeht. Spätestens wenn FED oder EZB(EZB folgt sowieso der FED, sprich es ist eigentlich die FED) in ihrer Geldpolitik umsteuern wird es ein mittleres bis starkes Beben an den Märkten geben. Dieses hätte auf den normalen Sparer wohl eher positive Auswirkungen (mittel bis langfristig). Geht man aber von einer Eruption in der Eurozone aus, Frankreich, Italien oder Spanien zahlungsunfähig wird man sehen wieviel uns der Euro wirklich wert ist. Oder man ist Apokalypthiker und geht von einem Crash des Geldsystems aus. In den letzten beiden Fällen kann es auch ganz schnell den Malocher treffen und dann ist die tolle Planung finanzieller Sicherheit ganz schnell vorbei.
    Desweiteren ist eine derzeitige Kreditaufnahme doch nur zu empfehlen, vorrausgesetzt es ist eine sinnvolle Investition! Die Zinsen sind niedrig wie nie und Sparen hat derzeit eine Halbwertszeit von 12 Jahren und das bei Arbeitsaussichten wie lange nicht.

    Ing Gw2: Amok


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  • Würdest du einen Kredit aufnehmen, wenn du im Januar nicht wüsstest ob du arbeitslos bist oder nicht?
    Würdest du jemanden Geld leihen, der das nicht weiß?
    Mit einem Crash des Geldsystems kann man nicht planen, ja. Kann aber niemand und wenn das eintritt sind zumindest große Teile der Bevölkerung auf einen ähnlichen Stand - nämlich null - gesetzt.
    Wenn man aber weiß, dass man nächstes Jahr arbeitslos ist wird man keinen neuen/teuren PKW anschaffen. Dann wirst dich bewerben und hoffen was zu finden und hohe Ausgaben und finanzielle Verpflichtungen meiden.
    Was nutzt dir der günstige Kredit, den du von H4 abbezahlen musst?
    Wenn ich weiß ich verdiene ein Jahr lang blubs € und danach muss ich mir was neues suchen gehe ich nicht von diesen blubs € aus, sondern rechne eben mit arbeitslosigkeit oder einer schlechteren Bezahlung.
    Teilweise kannst dann ja nichtmal ahnen wo du arbeiten wirst. Deutschland? Bayern? Dänemark? Mag ja eine zeitlang ganz nett zu sein rumzukommen und was von der Welt (oder anderen Unternehmen) zu sehen. Auf Dauer ist so ein Leben auf "der Walz" aber nichts für mich. Widerspricht auch dem Klischee "mein Auto, mein Haus, meine Frau, meine Tochter". Bei all dem wird man Probleme bekommen, seien es finanzielle, seien es von wegen Planbarkeit, welche Schule, Vereinbarkeit der Berufe der Partner usw.

  • Ständig neue Firmen und Menschen kennenzulernen klingt ja so erstmal interessant, aber in der Praxis hast Du mit Projektverträgen, Werksverträgen, oder generell befristeten Arbeitsverträgen, das Problem der Kreditwürdigkeit. Du brauchst für alles Bargeld. Kannst nicht wirklich eine Zukunft planen (Haus, Auto, Ratenkäufe....). Dazu kommt, daß Du in einer Spirale von solchen Arbeitsverhältnissen landest, weil bei den wenigen klassischen Arbeitsverhältnissen die es noch gibt, der Personaler vor Dir sitzt und der Meinung ist das mit Deinen sogenannten Softskills wohl etwas nicht stimmt, wenn Du überall nur so kurz warst.

  • Langsam wird das mit der politischen Korrektheit echt albern.


    http://www.tagesspiegel.de/wel…nerschnitzel/8895080.html


    Naja, wir haben ja noch Frankfurter, Berliner, Hamburger, Pariser usw. an deren Namensgebung wir rumdoktorn können.


    EDIT


    Jägerschnitzel ist mir grad noch eingefallen und Bauernfrühstück. Wenn die das mitkriegen, gehen sie sofort auf die Barrikaden :D

  • Ist wohl schon seit immer so. Es ist nunmal bequemer sich an Begrifflichkeiten aufzuhängen als sich mit den tatsächlichen echten Problemen die dahinter stehen auseinanderzusetzen.
    Rassismus ist so nämlich überhaupt kein Problem, solange er politisch korrekte Vokabeln verwendet. Große Klasse.

    Quote

    "so wie auch der Negerkuss längst aus dem Sprachgebrauch verbannt wurde".


    Also bleibt alles beim alten?:D
    Hamburger Schnitzel [x]

  • Pax:

    Quote

    Ich persönlich finde es ja mittlerweile nur noch lustig, dass Frau Merkel wenige Tage vor der Wahl noch klipp und klar versprochen hat, dass es mit ihr keine PKW Maut geben werde und nun... ja. Dass Wahlversprechen gern mal mit Füßen getreten werden ist ja nichts neues, aber dass die Halbwertszeit mittlerweile so niedrig ist? Fühlen sich CDU-Wähler eigentlich nicht verarscht? Wobei ich ja immernoch die Theorie vertrete, dass es nicht wirklich CDU-Wähler gibt. Nur Merkel-Wähler.


    Sie hat sich da halt zu etwas hinreißen lassen und dann eine schlechte Formulierung gewählt, gemeint ist ja eher Sie unterstützt eine PKW Maut nicht. Das bei Verhandlung später etwas anderes rauskommen kann, nun gut so funktioniert Politik nunmal, durch Kompromisse bzw. "ich geb dir was, du gibst mir was." Was daran lustig ist, musst du mir erklären ;) Ich empfinde Wortbrüche normalerweise eher als Enttäuschung, allerdings ist das Thema so unbedeutend, da zählt es für mich sowieso nicht. Traurig ist eigentlich nur, dass solch ein unwichtiges Thema, solche Wellen schlägt und deshalb fühlen sich die CDU Wähler auch nicht verarscht, sondern eher weil die CDU derzeit in den Koalitionsverhandlungen kaum eigenen Input liefert.


    Bei den "nur Merkel-Wählern" würde ich übrigens auch massiv widersprechen, klar gibt es da einen nicht unerheblichen Teil der Merkel gewählt hat, aber die CDU hat auch noch eine sehr breite Basis, die Merkel allenfalls toleriert wegen ihres Erfolges, aber sicherlich nicht wegen ihrer Politik! Der CDU könnte etwas ähnliches passieren wie der SPD vor Jahren, sollte bei der großen Koalition nicht ersichtlich werden, wofür die CDU eigentlich noch steht.


    Meiner Meinung nach hat die CDU derzeit ein sehr schweren Stand und das obwohl sie so einen beachtlichen Wahlerfolg eingefahren hat, aber dieser wird von der CSU noch übertroffen und auf der anderen Seite hat man die SPD, mit einem der stärksten Druckmittel seit langer Zeit. Daher bin ich wirklich sehr gespannt, was am Ende folgen wird und wie sich die SPD Mitglieder entscheiden werden.

    Ing Gw2: Amok


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  • Pax:



    Sie hat sich da halt zu etwas hinreißen lassen und dann eine schlechte Formulierung gewählt, gemeint ist ja eher Sie unterstützt eine PKW Maut nicht. Das bei Verhandlung später etwas anderes rauskommen kann, nun gut so funktioniert Politik nunmal, durch Kompromisse bzw. "ich geb dir was, du gibst mir was." Was daran lustig ist, musst du mir erklären ;)


    Kompromisse sind toll, doch wenn sich sowohl die SPD gegen eine Maut ausspricht, als auch die CDU selbst - sogar mit einem Versprechen der Kanzlerin - dann ist es doch recht lustig, dass man dieses Versprechen bricht, weil die kleine CSU drauf picht.

  • Kompromisse sind toll, doch wenn sich sowohl die SPD gegen eine Maut ausspricht, als auch die CDU selbst - sogar mit einem Versprechen der Kanzlerin - dann ist es doch recht lustig, dass man dieses Versprechen bricht, weil die kleine CSU drauf picht.


    Ist doch eigentlich gut für die CDU und die SPD, wenn sich die CSU mit so etwas unwichtigem abspeisen lässt. Dafür muss die CSU ja auch Zugeständnisse machen und dadurch, dass die Kanzlerin ihr Wort bricht, dürfte das schon ein größeres sein.

    Ing Gw2: Amok


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  • Etwas "unwichtigem" für wen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass das für einen großen Teil der Bevölkerung nichts unwichtiges ist.


    "Wichtig ist, dass Pkw, die in Deutschland zugelassen sind, nicht weiter belastet werden." ist übrigens auch so ein Versprechen, bei dem ein Wortbruch absehbar ist.


    Ich sprach von der PKW Maut für Ausländer! Diese wäre für den großteil der Deutschen eher unwichtig. Ausnahme bilden dort lediglich Leute die Freunde, Familie im Ausland haben und somit diese für einen Besuch zahlen müssten, sollte der Besuch per Auto erfolgen. Den Schritt weiter würde ich noch nicht gehen, eine PKW Maut für Deutsche sehe ich noch nicht. Mir ist klar, dass es durch die EU nicht leicht wird, solch eine Maut hinzubekommen, aber den Schritt hin zur Maut für alle in Deutschland werden sie nicht gehen, dann lassen sie eher die CSU fallen ;)

    Ing Gw2: Amok


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  • Eine PKW-Maut für Ausländer wird's nicht geben, ich dachte das wäre mittlerweile klar. Das Modell, das aktuell im Gespräch ist ist doch das, dass es für in Deutschland besteuerte PKW eine Art "Rabatt" auf die Maut geben soll. Sogar eine Art "Öko-Rabatt". Und das wird, das verspreche ich dir, eine Mehrbelastung für deutsche PKW-Fahrer werden. Zumindest für einen großen Teil.

  • Sie hat sich da halt zu etwas hinreißen lassen und dann eine schlechte Formulierung gewählt, gemeint ist ja eher Sie unterstützt eine PKW Maut nicht. Das bei Verhandlung später etwas anderes rauskommen kann, nun gut so funktioniert Politik nunmal, durch Kompromisse bzw. "ich geb dir was, du gibst mir was."


    Genau dies ist finde ich einer der absurden Mechanismen der Parteiendemokratie. Inhalte werden wie Waren gehandelt, sodass etwa im Ausstausch für zwei kleine Inhalte, die man fallen lässt, einen größeren Inhalt durchsetzen kann. Erschreckend daran ist, dass aber überhaupt nicht die Sache selber in dieser Art von Kompromiss erörtert wird. Kompromisse kann man nicht von der Sachebene völlig trennen, denn eigentlich zielt ein Kompromiss darauf ab eine gute Lösung zu finden - in dieser Art von Koalitionsverhandlung geht es aber doch vornehmlich darum, möglichst viele eigene Positionen einzubringen um Profil zu zeigen. Kompromisse sollten sich am Inhalt der Sache orientieren; das tun sie in diesem Fall aber nicht. Wie kann man vernünftigerweise zu einem Kompromiss kommen, wenn Standpunkte wie gleichwertige Waren gehandelt werden, ohne dass dadurch die Sachebene überhaupt berührt wird.


    "Ihr gebt uns den Mindestlohn, dafür verzichten wir auf Homo-Ehe!"
    "Aber nur, wenn ihr noch das Betreuungsgeld drauflegt."
    "'Kay!"


    Das ist keine Kompromissfindung; das ist ist ein Basar. Dass Politik so funktioniert stimmt, aber so funktioniert keine vernünftige Problemlösung. Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand völlig, auf diese Art und Weise Probleme oder Fragestellungen zu erörtern, wenn man derart von der Sachebene abstrahiert denn nur auf Sachebene kann man eben Sachfragen besprechen. Es geht bei dieser Art der Kompromissfindung vor allem um Prestige und Vorteilssicherung. Mit dem Inhalt der besprochenen Sache hat etwas derartiges aber nichts zu tun. Zwei Bauingenieure im Gespräch:


    "Die Brücke kann die Last nicht tragen. Das Material der Pfeiler ist nicht stabil genug."
    "Doch, die Pfeiler halten das. Aber nur, wenn wir weitere bauen."
    "Okay, hier der Deal. Ich gebe mich mit dem schlechten Material zufrieden und du mit der geringen Anzahl."
    "Toller Kompromiss, das muss ja funktionieren!"
    ...


    Wir dürfen froh sein, dass in der Welt denkender Menschen Argumente nicht wie Waren gefeilscht werden, sondern sich dies zumeist auf den politischen Rahmen beschränkt.


    Der CDU könnte etwas ähnliches passieren wie der SPD vor Jahren, sollte bei der großen Koalition nicht ersichtlich werden, wofür die CDU eigentlich noch steht.


    Für dasselbe wie die SPD, mit anderen Namen. Eine Partei ist eine Interessenvertretung, und wenn auch SPD und CDU eine lange Tradition haben ist dies ja kein Grund, dass wir diese beiden Parteien für den Rest der Geschichte der BRD mitschleifen müssen. Wenn eine Partei in maßgeblichen Punkten keine Differenzen zu anderen Volksparteien aufwirft, scheint mir die vernünftige Konsequenz klar zu sein. Aus Politgedünkel nun wie eine PR-Abteilung Differenzen, Konflikte, usf. - sozusagen Unique Selling Points (UPS), wie man ihn aus dem Produktmarketing kennt - künstlich aufzubauschen um die eigene Notwendigkeit aufzuzeigen, finde ich immer etwas lächerlich. Das Eingeständnis, dass entweder die SPD oder CDU überflüssig sind, erwarte ich in der Klarheit zwar nicht, aber die derzeitigen Dispute sind ihrem Inhalt nach ja eher Detailfragen.


    Wenn die CDU nicht wegen Merkel gewählt wurde, dann weiß ich wirklich nicht, aus welchen Gründen sonst: inhaltlich hebt sie sich kaum von der SPD ab. Ich glaube nicht, dass die CDU eine Heimat für Konservative bildet. Wobei, gut; auf Landes- oder Kommunalebene mag das anders aussehen.

  • Eine PKW-Maut für Ausländer wird's nicht geben, ich dachte das wäre mittlerweile klar. Das Modell, das aktuell im Gespräch ist ist doch das, dass es für in Deutschland besteuerte PKW eine Art "Rabatt" auf die Maut geben soll. Sogar eine Art "Öko-Rabatt". Und das wird, das verspreche ich dir, eine Mehrbelastung für deutsche PKW-Fahrer werden. Zumindest für einen großen Teil.


    Begrifflichkeit und Ausgestaltung fällt teilweise auseinander, klar ist bislang noch gar nichts, es wird lediglich spekuliert von den Journalisten! Bei deinem Rabatt gibt es folgendes Problem unsere KFZ Steuer beruht auf Hubraum. Entlastet man nun durch die KFZ Steuer, müsste man die Maut widerrum an den Hubraum anpassen, was quasi nicht möglich ist, denn das würde auch für die Ausländern gelten. Übring bleibt ein pauschaler Rabatt, dieser würde aber die Leute mit mehr Hubraum stärker entlasten somit hast du eine Umverteilung von oben nach unten, da könnte sich die SPD Basis verweigern, sprich das wird so auch nicht kommen!


    @Aki
    Ich gebe dir bei deiner Analyse Recht, das ist kein Kompromiss, sondern der von dir genannte Basar! Allerdings sehe ich nicht warum das eine schlechter ist als das andere!
    Ein Kompromiss ist eine verwässerte Vorstellung vom ursprünglichen Vorschlag, dass dieser funktioniert ist nicht gewiss. Beim "Basar" bleiben die Partein, bei ihren Vorstellungen setzen diese durch, vernachlässigen aber andere Themen, die ihnen weniger wichtig erscheinen. (letztendlich ist das auch eine Art von Kompromiss)


    Die Frage die ich mir grad stelle ist ein Kompromiss immer eine vernünftige Problemlösung, da wäre ich eher skeptisch, denn Kompromisse können die eigentlich Lösung so sehr verwässern, dass diese nicht mehr wirken, auf der anderen Seite sind Kompromisse aber nötig, da wir alle unterschiedliche Meinung haben und sonst nie zu einem Ergebnis kommen.


    Quote

    Wenn die CDU nicht wegen Merkel gewählt wurde, dann weiß ich wirklich nicht, aus welchen Gründen sonst: inhaltlich hebt sie sich kaum von der SPD ab. Ich glaube nicht, dass die CDU eine Heimat für Konservative bildet. Wobei, gut; auf Landes- oder Kommunalebene mag das anders aussehen.


    Mag sein, aber welche andere Heimat für Konservative siehst du, die derzeit in der Lage ist wirklich entscheidend in der Politik zu wirken?
    Das ist einer der Hauptgründe, warum die CDU derzeit alles rechts von der SPD vereint.


    Natürlich ist die derzeitige CDU Politik alles andere als konservativ (mich freuts), aber irgendwann werden die Wähler das bemerken bzw. haben es schon bemerkt, aber es fehlt eine Alternative die diese Macht bündelt. Die AFD halte ich da für eine schlechte Lösung, da ich nicht glaube das Konservative so sehr für Europa brennen, sondern eher sich für Dinge interessieren die vor Ort geschehen.

    Ing Gw2: Amok


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  • Quote

    Ich sprach von der PKW Maut für Ausländer! Diese wäre für den großteil der Deutschen eher unwichtig.


    Das kann auch eine Fehleinschätzung sein, denn aktuell zahlt ein Deutscher nichts, wenn er in Holland oder Dänemark (beides beliebte Urlaubsziele der Deutschen mit dem PKW) unterwegs ist. Andersrum werden Holländer und Dänen (kommen ebenfalls gerne mit dem PKW nach Deutschland) dann abkassiert. Da wäre es nur konsequent, wenn beide Länder zukünftig auch die Maut einführen. Also wird es die deutschen Urlauber treffen.


    Wobei ich Pax zustimme, und nicht glaube das es eine Maut geben wird, wo es wirklich keine zusätzlichen (versteckte) Kosten geben wird.

  • Das kann auch eine Fehleinschätzung sein, denn aktuell zahlt ein Deutscher nichts, wenn er in Holland oder Dänemark (beides beliebte Urlaubsziele der Deutschen mit dem PKW) unterwegs ist. Andersrum werden Holländer und Dänen (kommen ebenfalls gerne mit dem PKW nach Deutschland) dann abkassiert. Da wäre es nur konsequent, wenn beide Länder zukünftig auch die Maut einführen. Also wird es die deutschen Urlauber treffen.


    Wobei ich Pax zustimme, und nicht glaube das es eine Maut geben wird, wo es wirklich keine zusätzlichen (versteckte) Kosten geben wird.


    Ja es griff etwas zu kurz, bei einer deutschen PKW Maut für Ausländer, wird wohl auch die deutsche Tourismus Branche betroffen sein. Letztendlich ist immer jemand betroffen, aber es werden deshalb nur wenige ihre Absichten ändern. Ein Ausländern wird sich den Uralub in Deutslcnad kaum schenken wegen 20 Euro Autobahnmaut. Genauso fahren Deutsche weiterhin nach Italien über Österreich, einfach weil es für sie der sinnvollste Weg ist.


    Komplett subjektiv:
    Zu den versteckten Kosten, autofahren hat solch eine negative "gesellschaftliche Bilanz". Ich bin nicht abgeneigt, wenn Auto fahren teurer wird und wir somit Konzepte entwickeln die sinnvoller sind, als 2 Tonnen pro Person hin und herzu bewegen ohne das wir unsere Mobilität einschränken müssen. Immerhin selbst beim Auto entwickeln sich ja neue Modelle des teilens, verbauchen wir in unsereren Städten vielleicht nicht mehr ganz soviel Fläche für Parkplätze.


    Wo doch alle so auf Effizienz abfahren in unserer Wirtschaft, das Auto (in seiner derzeitigen Form) ist unter heutigen effizenz Gesichtspunkten, einer der dümsten Erfindungen in der Geschichte!

    Ing Gw2: Amok


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