Politikthread

  • Als Deutschland den Atomausstieg ankündigte hatte dies auch Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wenn Deutschland ihn auch tatsächlich schafft wohl noch mehr.


    Das würde ich nun nicht überbewerten. Frankreich z.B. (hat doch einen engen Draht zu D) setzt nach wie vor auf seine Kernkraftwerke, ja sogar Japan! nach Fukushima, das muss man sich mal vorstellen. Wenn die Energiewende tats. gut gelingt, dann könnts noch einen Schub erhalten, wenn sie allerdings nicht vorankommt (gibt da einige Baustellen) führts eher zu einem Reputationsverlust, oder versickert unbeachtet.

    "Life is not an easy matter... You cannot live through it without falling into frustration and cynicism unless you have before you a great idea which raises you above personal misery, above weakness, above all kinds of perfidy and baseness." - Leo Trotzki

  • [...] ja sogar Japan!


    Das würde ich abwarten. Die Regierung steht zwar unter massiven Einfluss der Atomlobby und Politik und Wirtschaft gibt sich dort die Klinke in der Hand, es gab ja allerdings vor kurzen Wahlen in Japan mit einer neuen Regierung. Die hat, sowie ich es mitbekam, allerdings gleichsam kaum Rückhalt in der Bevölkerung. Was die Politik macht ist eine Sache, die Bevölkerung jedenfalls weiß, dass sie für Blöd verkauft wird. Es gibt kaum medienwirksame Demonstrationen weshalb man leider selten davon hört, doch Kritik gibt es ganz offene über andere Kanäle. Vor allem, dass die Opfer der Atomkatastrophe bis heute kaum Entschädigungen erhalten haben sorgt in der Bevölkerung für argen Missmut und der Vorstoß aus Deutschland wurde dort zur Kenntnis genommen. Sollte eine Industrienation wie Deutschland es schaffen von der Kernenergie loszukommen, so denke ich schon, dass in anderen Länden - gerade Japan - die Bevölkerung das sehr deutlich zur Kenntnis nehmen wird.


    Was die Politik macht ist eine Sache; aber die würde ich in solchen Fragen ehrlich gesagt nicht überbewerten. Gerade die Parteienpolitik in Japan ist ein milder Witz; da reicht man sich gegenseitig die Klinke in die Hand. 2012 hat sich etwa eine Grünen Partei in Japan gegründet, die Midori no To - in der Wahl tauchten sie allerdings nicht auf, was bei der Parteienfinanzierung aus der Wirtschaft, von denen die Grünen nichts zu sehen bekamen, auch nicht verwundert. Ich will nur sagen: Dinge verändern sich. Ich würde den Blick nicht zu sehr auf die Parteienlandschaft richten. Ich denke die weltweite Anti-AKW-Bewegung hat ihren Blick durchaus auf Deutschland gerichtet und zumindest die Japanern mit denen ich sprechen konnte, waren von Deutschlands Entscheidung positiv überrascht.

  • Ein Groß unseres Rohstoffverbrauchs fließt nicht in die Produktion lebensnotwendiger Güter sondern dient dem Erhalt des Konsumverhaltens.


    Was ist denn lebenswichtig? Vieles ist bequemlichkeit. Weder Fernseher noch fließend Wasser ist wohl lebenswichtig - aber bequemer ist schon mit.
    Ich denke, dass der Anteil der in Unterhaltung und ähnlichen "Spielkram" geht überschätzt wird:
    http://www.ikz.de/uploads/pics/IKZPX_200904_2051_06.jpg
    Die Grafik legt jetzt natürlich den Fokus auf den privaten Haushalt - aber man sieht schon, dass es da massiv einsparpotential gäbe - es aber auch sehr problematisch ist. Mal eben eine ganze Großstadt planieren und mit niedrig-Energiewohnungen zuzupflastern ist nicht.
    Als unangemessenes Konsumverhalten würde ich jedenfalls den privaten PKW für den arbeitsweg oder die geheizte Bude nicht bezeichnen - aber es sollte natürlich Ziel sein den Verbrauch in solchen Bereichen zu reduzieren. Insbesondere weils ohne größere Abstriche bei der Lebensqualität - teils nicht mal bei den Gewohnheiten - durchaus möglich wäre da massiv einzusparen.



    Imho ist auch Deutschland überbevölkert.


  • Die Rechnung funktioniert doch aber nicht, das weißt du selber. Im Mittelalter wurde das Tier komplett verwertet, während das Groß der Bevölkerung - die Bauern - dabei alles das abbekamen, was schon damals außer ihnen keiner essen wollte. Du kommst auf diese hohen Zahlen alleine deshalb, weil das Tier völlig verwertet wurde aber das ist mit dem heutigen Verbrauch doch nicht vergleichbar. Wenn man heute ein Tier schlachtet nutzt man einen Bruchteil dessen, was im Mittelalter genutzt wurde, von dem Tier und wirft den Rest entweder weg oder nutzt ihn, wenn überhaupt, in irgendeiner Form als Futtermittel.


    Ähm nö das stimmt so nicht.
    Heute wird ein Schwein viel intensiver, auch für Lebensmittel, verwertet.
    - aus Schweineblut und Plasma werden Rohstoffe für die Lebensmittelindustrie
    - aus den Borsten wird häufig Fischfutter und Cystein (wird in Brotteigen zur Elastizität verwendet)
    - das Darmpaket mit Magen, Därmen, Bauchspeicheldrüse und Blase geht in die Kuttelei (Pelle für Würste, Insulingewinnung, Arzmneimittelherstellung)
    - aus der Schwarte wird Gelantine gewonnen (z.B. Rohstoff für Gummibärchen, Kaugummis)
    - die Knochen werden zu Düngemittel, Leim, Porzellan und Bratensoße verarbeitet
    - ...


    Das Einzige was kaum verwertet wird, sind die Pfoten un der Ringelschwanz...

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Kann mir jemand erklären, wie große Teile eines Volkes so verblödet sein können, Berlusconi zu wählen?


    2011 gabs dazu mal eine gute Analyse in der Zeit: http://www.zeit.de/2011/05/Italien

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Bei vielen Italienern war das wohl auch eher eine "Anti-Monti"-, statt einer "Pro-Berlusconi"-Wahl. Darum auch der eig. noch grössere Erfolg von Grillo, und die Watsche gegen Monti.
    Viele Italiener sahen/sehen in Monti halt einfach den EU-Technokraten, der von Juncker, Draghi, Rompuy & Co. ins Ohr geflüstert bekommt, was gut für Italien sei. Und die Italiener denken sich halt: wir wissen selbst, was gut für uns ist (obs tats. so ist, oder nicht, sei mal dahingestellt). Zumindest ist es dann demokratisch eher legitimiert.


    Dann muss man noch berücksichtigen, dass Silvio 6/8 oder so Fernsehanstalten gehören/er Einfluss drauf hat, Steuern den Bürgern zurückzahlen will, fleissig den Machismo bedient, Merkel Widerstand leisten will (Guido hat ihn ja sogar vor "Anti-Deutschem-Wahlkampf gewarnt, das hat ihm bestimmt gleich noch einige Extrastimmen gebracht) usw.usf. ... also mich wunderts eig. nicht. Ich hätte ehrlich gesagt sogar eher ganz auf ihn gesetzt was die Wahlen angeht, bin überrascht, dass er nicht noch mehr Stimmen gemacht hat. Da hat ihm Grillo die Suppe versalzen.

    "Life is not an easy matter... You cannot live through it without falling into frustration and cynicism unless you have before you a great idea which raises you above personal misery, above weakness, above all kinds of perfidy and baseness." - Leo Trotzki

  • @Italien:
    Ich kann mich dunkel entsinnnen, kürzlich (2013!) gesehen zu haben, das die EZB (welches Land hatte da nochmal eine Mehrheit?) in der letzten Zeit so viele Italienische Staatsanleihen aufgekauft hat, wie für alle anderen EU-"Problemländer". Ich meine es waren so um die 100 Milliarden Euro.
    Jetzt in Zukunft von den Italienern eine Contra-Europäische Politik ? Hm, wundert mich wenig ....
    Warum machen wir es uns nur manchmal so schwer ? :D


    Hat eig. jemand mit bekommen, dass die BBC wegen Ihrer einseitigen Berichterstattung 9/11 endlich mal vor Gericht steht ?
    Mal sehn, was draus wird... :D
    http://www.shortnews.de/id/101…ation-zu-9-11-vor-gericht

    "Leichtsinnig sind die meisten bei der Erforschung der Wahrheit und geben sich mit den ersten besten Nachrichten zufrieden."
    "So viele Jahre auch vergehen mögen, die Natur des Menschen ändert sich nicht." Thukydides (454 v. Chr.; † wohl zwischen 399 v. Chr. und 396 v. Chr.)
    Gilde: Soul of Angel http://www.wartower.de/forum/showthread.php?t=1146805


  • Hat eig. jemand mit bekommen, dass die BBC wegen Ihrer einseitigen Berichterstattung 9/11 endlich mal vor Gericht steht ?
    Mal sehn, was draus wird... :D
    http://www.shortnews.de/id/101…ation-zu-9-11-vor-gericht


    Einseitige Berichterstattung? Stimmt, es wurde nie Partei für die Terroristen ergriffen.


    Der Artikel ist übrigens richtig schlecht geschrieben...

  • Einseitige Berichterstattung? Stimmt, es wurde nie Partei für die Terroristen ergriffen.


    :vibes:


    Der Artikel ist übrigens richtig schlecht geschrieben...


    Journalismus der Unterklasse. Ich hab nichtmal gecheckt ob dieser Tony jetzt der BBC-Mitarbeiter ist und wer hier eigentlich gegen wen wegen was klagt?


  • Journalismus der Unterklasse. Ich hab nichtmal gecheckt ob dieser Tony jetzt der BBC-Mitarbeiter ist und wer hier eigentlich gegen wen wegen was klagt?


    Exakt. Selbst nach 10mal durchlesen bin ich mir nicht sicher. Ich glaube, er ist der Kläger und der BBC-Mitarbeiter bleibt unbenannt und muss halt den Kopf für den Konzern hinhalten.

  • Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen möchte das Projekt HanoverGEN beenden.
    "Im Verbund mit der Landwirtschaft wird die rot-grüne Koalition alle Möglichkeiten ausschöpfen, Niedersachsen gentechnikfrei zu halten und dafür keine Fördermittel bereitstellen.
    [...]
    Das Projekt HannoverGEN wird beendet."


    Das Projekt HannoverGen wurde 2011 von der organisierten Initiative Land der Ideen als "ausgewählter Ort" ausgezeichnet.
    Begründung:
    "Kaum eine Technologie ist in Deutschland so umstritten wie die Grüne Gentechnik. Hier setzt das Projekt HannoverGEN an. In eigens eingerichteten Laboren an vier Stützpunktschulen können Schüler mit biotechnologischen Methoden experimentieren. Gleichzeitig setzen sie sich mit den Chancen und Risiken der gentechnischen Veränderung von Pflanzen in Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft auseinander. Wissenschaftler und Didaktiker weisen in das Thema ein und unterstützen den Unterricht vor Ort. So vermittelt HannoverGEN nicht nur Wissen, sondern fördert auch den verantwortungsbewussten Umgang mit bioethischen Themen."


    Aber ganz offensichtlich möchte die SPD und die Grünen nicht das man sich mit dieser teuflischen Gentechnik auseinandersetzt.
    Und das obwohl die Gentechnik in Zukunft noch eine große Rolle spielen wird. Genauso wie Klimawandel, Atomkraft, erneuerbare Energien, Stammzellen, Nanotechnologie, etc.


    Wenn solche Lehrstellen allerdings geschlossen werden, dann wird man sich wohl darauf verlassen müssen das uns die Regierung und die Mainstream-Medien aufgrund falscher Vorurteile - welche teilweise auf simpler Unwissenheit basieren - schon den richtigen Weg weisen werden.


    Vielleicht interessiert es ja auch jemanden was die Schüler auf Facebook selbst dazu sagen.

    Korrekte Rechtschreibung ist der Healmonk des Forums. Tut niemanden weh, ist aber ungemein nützlich.


    Das schlimme an Technik -die so alltäglich geworden ist, dass man ihre Wunder kaum noch wahrnimmt- ist das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn sie plötzlich nicht mehr verfügbar ist.

  • @Italien:
    Ich kann mich dunkel entsinnnen, kürzlich (2013!) gesehen zu haben, das die EZB (welches Land hatte da nochmal eine Mehrheit?) in der letzten Zeit so viele Italienische Staatsanleihen aufgekauft hat, wie für alle anderen EU-"Problemländer". Ich meine es waren so um die 100 Milliarden Euro.


    Diese 100 Mia. kommen beim normalen Italiener, zumindest gefühlt, nicht an, sondern versickern wohl fast zu 100% als Schuldzinsen bei den Finanzinstituten und den Gläubigern. Das ist nat. ein Trost.


    Auch gut zu sehen, dass es Peitschen-Peer immer noch drauf hat. Nachdem er Störtebeker nach Zypern schicken will, bezeichnete er nun Grillo und Berlusconi öffentlich als Clowns, wofür er von Napolitano eine Abfuhr fürs Treffen kassierte. Bitter. Ob Berlusconi uns eine Retourkutsche beschert? Vielleicht bietet er Steinbrück im Gegenzug wieder mal die Rolle eines KZ-Capos an, wie damals Schultz. :D


    Ganz ehrlich, selbst wenn der Mann mit seinen Aussagen womöglich einen wahren Kern trifft, so ist der eine absolute, tickende Zeitbombe. Will der, falls er Kanzler werden sollte (Gott/Merkel behüte), auch regelmässig solche Böller abfeuern? Falls ja, freu ich mich schon auf das diplomatische Trauerspiel.

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  • Erstmal Langzeitstudien zum Thema. Vorher soll von dem Zeugs nichts in der Natur angepflanzt werden.


    Etwas in der Natur anzupflanzen war auch niemals Sinn und Zweck von HannoverGEN. Außerdem hat Genforschung ja nicht nur mit Pflanzen zu tun, sondern wird auch in der Medizin verwendet. (Z.B.Um T-Killerzellen immun gegen die Befriedigung von Krebsviren zu machen. Link)
    Gentechnik scheint bei manchen einen Beißreflex auszulösen, ähnlich wie bei der Atomenergie, wo manche anscheinend auch nicht wissen das die - zu recht kritisierte - Kernspaltung nicht die einzigste Art der atomaren Energiegewinnung ist.

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  • Auch gut zu sehen, dass es Peitschen-Peer immer noch drauf hat.


    Ich seh keinen Grund, warum der Steinbrück sich anders benehmen sollte als du und ich. "peitschenpeer"
    Schweizer Politiker haben ihn ja auch mit Nazis verglichen, was bestenfalls eine massive Verharmlosung des Holocausts etc. ist. Die Griechen fahren eine ähnliche Schiene gegen Merkel.
    Auch Berlusconi hat sich schon ähnliche Kommentare geleistet "unfickbarer fettarsch" Merkel.
    Steinbrück ist sicherlich etwas kantiger - aber solang diverse Tageszeitungen ähnlich titeln, spiegelt er mehr oder weniger schon das Denken der Gesellschaft wieder. Ich selber halte wenig von völlig aalglatten Politikern.


    Das HanoverGen Zeugs hat den Ruf eine Pro-Gentechnik Veranstaltung sein, die durch eine gewisse Lobby ins Leben gerufen wurde.
    Ich halte das für durchaus plausibel - und afaik gehen da auch unverhältnismäßig viele Gelder rein, die vllt anderswo sinnvoller investiert wären.
    http://www.taz.de/!103328/

  • Ich seh keinen Grund, warum der Steinbrück sich anders benehmen sollte als du und ich.


    Selbstverständlich hat sich ein Kanzlerkandidat, aufgrund des öffentlichen Interesses, in der Öffentlichkeit! anders zu benehmen, als du und ich. Mit deiner Argumentation könnte man ziemlich krumme Dinger in der Politik ebenfalls durchgehen lassen. Was er (und ich und du) hingegen privat äussert, ist sein/unser Bier. Er zeigt einfach, dass er keinerlei diplomatisches Fingerspitzengefühl besitzt, was aber mMn einen (vielleicht zukünftigen) Staatsmann auszeichnen muss.


    Sogar der Präsident des europäischen Parlaments (ein Genosse Steinbrücks), der ja nun wirkl. kein Berlusconi-Fan ist, wie bekannt sein dürfte, hat ihn für seine Aussage kritisiert. Dass CDU und FDP auf ihn losgehen deswegen, ist ja wohl Wahlkampflogik, aber wenn ihn sogar ein Genosse dafür kritisiert, sollte man vielleicht schon mal seine Ausdrucksweise überdenken. Gerade die SPD kritisiert ja oftmals Populismus und betont die besondere Verantwortung der deutschen Politik aufgrund der Geschichte. Da passt ein Polterer, der regelmässig verbal in Richtung Ausland schiesst, in meinen Augen einfach nicht ins Konzept.


    Der Nationalrat, der Steinbrück als Nazi bezeichnet hat, wurde dafür auch (zu recht) kritisiert. Was man aber auch berücksichtigen muss, ist, dass ein Nationalrat keine so staatstragende, und dem Ausland gegenüber repräsentative Rolle innehat, wie etwa das Amt eines Bundesrats, oder gar Bundespräsidenten (so einer hätte das eben auch nicht gesagt). Nun hat auch ein Kanzlerkandidat sicherlich nicht diese Rolle, wie der amtierende Kanzler, oder der Bundespräsident, aber er will ja so ein Amt übernehmen, und deshalb muss er sich genau daran messen lassen. Wenn er ein hundsgewöhnlicher Bundestagsabgeordneter wäre, wäre es was anderes.


    Und natürlich sind solche Aussagen, wie du sie beschreibst von Berlusconi, untragbar. Deswegen ist er ja aber eig. in der europäischen Öffentlichkeit abseits von Italien eine persona non grata. Aber will das Steinbrück etwa auch sein? Ich glaube nicht. Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist, und war noch nie die Lösung. Er hätte sich auch anderweitig ablehnend gegenüber Grillo und Berlusconi äussern können, ohne das populistische Pferd zu reiten (was er ja gerade oftmals bei anderen anprangert).

    "Life is not an easy matter... You cannot live through it without falling into frustration and cynicism unless you have before you a great idea which raises you above personal misery, above weakness, above all kinds of perfidy and baseness." - Leo Trotzki


  • Das HanoverGen Zeugs hat den Ruf eine Pro-Gentechnik Veranstaltung sein, die durch eine gewisse Lobby ins Leben gerufen wurde.
    Ich halte das für durchaus plausibel - und afaik gehen da auch unverhältnismäßig viele Gelder rein, die vllt anderswo sinnvoller investiert wären.
    http://www.taz.de/!103328/


    Welche Lobby das gewesen sein soll, weis aber niemand so recht. HanoverGEN finanzierte sich gerade mal zu 3% von Gentechnik-Firmen.


    Die Aussage HanoverGEN wäre eine Propaganda Veranstaltung stammt ebenfalls von der Grünen Fraktion sowie von Greenpeace. Sie stützen sich dabei auf diese Studie.


    Mit dem Titel: "Keine Akzeptanzbeschaffung für Agro-Gentechnik in den Schulen! HannoverGEN und NiedersachsenGEN stoppen!"


    Was nicht überraschend ist, vorallem wenn man sich hier anschaut von welchen Organisationen die Studie finanziert wurde: Das "Bremer Bündnis gegen Gentechnik in Lebensmitteln" oder der "AK Gegen Gentechnologie Göttingen". Oder die Naturkostproduzenten Demeter, Kornkraft und Naturkost Nord. Eine sonderlich objektive Betrachtung ist hier wohl nicht zu erwarten.
    Dass Greenpeace und die Grünen in Sachen Gentechnik eine schwarz-weiss/gut-böse Politik verfolgen ist ebenfalls nichts Neues.


    Zu der Studie gab es auch eine Stellungnahme, welche auf die gröbsten methodische Fehler hinweist.


    Und selbst wenn es der SPD/Den Grünen darum ginge HanoverGEN wegen verdachts der Propaganda zu schließen, dann hätten sie ja statt
    "Das Projekt HannoverGEN wird beendet."
    Eher etwas anders formulieren können, wie:
    "Das Projekt HannoverGEN wird beendet weil wir denken, dass es die Gentechnik nicht ausreichend neutral präsentiert. Stattdessen wird gemeinsam mit Schulen und Wissenschaftseinrichtungen ein neues Konzept für ein gentechnisches Schülerlabor entwickelt."

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  • Er zeigt einfach, dass er keinerlei diplomatisches Fingerspitzengefühl besitzt, was aber mMn einen (vielleicht zukünftigen) Staatsmann auszeichnen muss.


    Diplomatisches Fingerspitzengefühl, welch eine schöne Floskel, der man ja eigentlich nur zustimmen kann. Nur wird dabei verkannt, dass es viele unterschiedliche Politikstyle gibt und bei manchen ist eben genau dieses Fingerspitzengefühl, kontraproduktiv, im Gegenteil es wird damit gespielt, das man unberechenbar ist.


    Man schaue sich nur mal Merkel und Steinbrück im Vergleich an, zwei komplett unterschiedliche Ansätze. Merkel, die sich jeden Weg offen hält und immer genau dahin schwimmt, was grade Usos ist und nach rein rationalen Gesichtspunkten handelt. Das Gegenstück dazu Steinbrück, "Bauch Politiker" klare Kante, klare Aussagen, klarer Kurs. Der eingeschlagene Weg wird wegen Überzeugungen gegangen und durchgezogen und mit seiner teilweisen rabiaten Art soll Stärke demonstriert werden.


    Welcher Politikstyle der bessere ist, kann ich nicht beurteilen, beide führen zu irgendeinem Ergebnis. Bei der CDU ist es eben die Kanzlerin, die die CDU/CSU maßregelt, bei der SPD ist es die Partei die Steinbrück ins Wort fällt.


    Btw. Wäre ich ein Außerirdischer und müsste die beiden einer Partei zu ordnen, ich würde genau falschrum liegen ;)

    Ing Gw2: Amok


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