Politikthread

  • Wird eh schwarz-rot werden, daher ists auch egal:D


    Wer da nun durch Lobbyarbeit was erreicht hat ist im Endeffekt kaum durchschaubar denke ich.

    Quote

    Der wissenschaftliche Leiter von "HannoverGen", Hans-Jörg Jacobsen, Professor für Pflanzenbiotechnologie an der Uni Hannover, ist Vorstand im Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik. Die Lobbyorganisation hat 2009 mit einem offenen Appell an Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) versucht, das Anbauverbot für Genmais zu verhindern. Bei der Agrogentechnik "existieren keine Risiken", erklärt Jacobsen gerne in Interviews, Kritik weist er als "Mumpitz" zurück. "HannoverGen", kündigte Jacobsen schon 2006 an, solle "die Jugend ein bisschen immunisieren gegen diese merkwürdige Propaganda".


    http://www.taz.de/!86005/
    Natürlich hats sicherlich schon seinen Grund, dass mans bei der TAZ findet und weniger bei anderen Zeitungen.
    Im Endeffekt hat sowas imho sowieso eher wenig an Schulen verloren. Das ist schon arg spezialisiert.

  • Wer da nun durch Lobbyarbeit was erreicht hat ist im Endeffekt kaum durchschaubar denke ich.


    http://www.taz.de/!86005/
    Natürlich hats sicherlich schon seinen Grund, dass mans bei der TAZ findet und weniger bei anderen Zeitungen.
    Im Endeffekt hat sowas imho sowieso eher wenig an Schulen verloren. Das ist schon arg spezialisiert.


    Die Schüler welche auf Facebook ihre Meinung gesagt haben, scheinen zumindest nichts von derartigen Propagandamaßnahmen mitbekommen zu haben.


    Aber im Prinzip geht es mir auch nicht um HanoverGEN im speziellen. Wenn sie schon denken dort wird Lobbyarbeit dann soll es von mir aus geschlossen werden. Obwohl ich nach wie vor der Meinung bin das so eine Einrichtung, welche den Schülern nichtnur theoretisch sondern auch Praktisch etwas beibringt durchaus seine daseinsberechtigung hat.
    Aber wie im Koalitionsvertrag steht, soll der komplette Gentechnik Zweig aus dem Lehrplan gestrichen werden. Und das ein kompletter Bildungszweig aufgrund eines sehr beschränkten Horizonts einiger Öko-Fuzzis entfernt werden soll, frei nach dem Motto "Lass die Finger davon, das hat dich nicht zu interessieren." hat das für mich dann eher weniger mit "freier Bildungswahl" zu tun.

    Korrekte Rechtschreibung ist der Healmonk des Forums. Tut niemanden weh, ist aber ungemein nützlich.


    Das schlimme an Technik -die so alltäglich geworden ist, dass man ihre Wunder kaum noch wahrnimmt- ist das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn sie plötzlich nicht mehr verfügbar ist.

  • Dass Greenpeace und die Grünen in Sachen Gentechnik eine schwarz-weiss/gut-böse Politik verfolgen ist ebenfalls nichts Neues.


    Den Eindruck habe ich nicht. Wogegen sie sich, zurecht, wehren ist, dass Gentechnik ohne bisherige Langzeitstudien bereits im Umlauf befindlich ist. Erinnere ich mich daran in welchem Format diverse Zusätze in der Vergangenheit angepriesen wurden - es steht selbst ja jetzt noch die Langzeitwirkungen etwa von Weichmachern in Plastikverpackungen, etc. zu überprüfen - so finde ich den Ansatz, erst einmal übervorsichtig zu sei ehe man übereuphorisch wird verständlich. Schaut man sich nämlich an welche Ausmaße die Gentechnik etwa in den USA annahm wo es z.T. wohl praktisch unmöglich sein wird, auch auf Grund des mangels aussagelkräftiger Ettiketierungen, gentechnikfreie Nahrung zu kaufen, so finde ich die bisherige Lobbyarbeit gegen Gentechnik vernünftig. Wenn das Ziel von HannoverGen darin besteht gegen "merkwürdige Propaganda zu immunisieren" so frage ich mich wie das gehen soll - es ist doch bislang nicht einmal geklärt ob die "Propaganda" der Grünen und von Greenpeace nicht vielleicht auf einen entscheidenden Punkt aufmerksam machen: wir wissen nicht genau welche Folgen diese Technik hat wenn sie im großen Stil langfristig eingesetzt wird. Für mich klingt es eher als würde hier versucht werden gegen einen berechtigten Einwand zu immunisieren anstatt gegen Propaganda.


    Nachdem man in den letzten Jahren immer wieder Produkte und Stoffe aus dem Verkehr ziehen musste, welche sich im nachhinein als schädlich für den Menschen erwiesen, finde ich es ehrlich gesagt vernünftig, dass Deutschland dort bislang so blockiert. Die Forschung ist eine Sache, aber ehe man Schülern erzählt, dass die Gentechnik unbedenklich ist, sollte man sich vielleicht ausreichend vergewissert haben, dass dem auch tatsächlich so ist. Ansonsten kann ich mich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass hier eine Form von Propaganda betrieben wird.


    Aber wie im Koalitionsvertrag steht, soll der komplette Gentechnik Zweig aus dem Lehrplan gestrichen werden.


    Hast du da einen Link zu?

  • Nur wird dabei verkannt, dass es viele unterschiedliche Politikstyle gibt und bei manchen ist eben genau dieses Fingerspitzengefühl, kontraproduktiv, im Gegenteil es wird damit gespielt, das man unberechenbar ist.


    Ich frag' mich einfach, obs zur Qualität eines Politikers gehört "unberechenbar" zu sein. Mich schaudert eher bei dem Gedanken, weil man ja immer Angst haben muss, was bringt er als nächstes?! :boggled:



    Man schaue sich nur mal Merkel und Steinbrück im Vergleich an, zwei komplett unterschiedliche Ansätze. Merkel, die sich jeden Weg offen hält und immer genau dahin schwimmt, was grade Usos ist und nach rein rationalen Gesichtspunkten handelt. Das Gegenstück dazu Steinbrück, "Bauch Politiker" klare Kante, klare Aussagen, klarer Kurs. Der eingeschlagene Weg wird wegen Überzeugungen gegangen und durchgezogen und mit seiner teilweisen rabiaten Art soll Stärke demonstriert werden.


    Nun, es ist jetzt nicht so, dass Steinbrück nie den Kurs geändert hat. Stichwort Mindestlohn. Ist ja auch legitim, dass einer sowas macht, weils wohl jeder tut (wer weiss schon immer von Anfang an, was richtig und was falsch ist...). Aber insgesamt gesehen stimme ich dir zu, dass wohl Merkel schon eher die Opportunistin ist, als ein Steinbrück.


    Die "rabiate Art" kann auch anders interpretiert werden, z.B. dass sie Schwäche und/oder Unsicherheit überspielen soll, also genau das Gegenteil. :wink:



    Welcher Politikstyle der bessere ist, kann ich nicht beurteilen, beide führen zu irgendeinem Ergebnis.


    Na aussenpolitisch wohl der eher weniger rabiate, damit erreicht man mehr und sorgt nicht noch für Trotzreaktionen. Bei Verhandlungen kann man genauso hart sein/bleiben und muss sich dennoch nicht wie ein Elefant im Porzellanladen aufführen.



    Btw. Wäre ich ein Außerirdischer und müsste die beiden einer Partei zu ordnen, ich würde genau falschrum liegen ;)


    Hat was. Fragt es sich bloss, ob das nun für die beiden und ihre Parteien spricht, oder eher nicht. :D

    "Life is not an easy matter... You cannot live through it without falling into frustration and cynicism unless you have before you a great idea which raises you above personal misery, above weakness, above all kinds of perfidy and baseness." - Leo Trotzki

  • Die Schüler welche auf Facebook ihre Meinung gesagt haben, scheinen zumindest nichts von derartigen Propagandamaßnahmen mitbekommen zu haben.


    Nunja, eine Person, die von Propaganda beeinflusst wurde, erkennt diese nicht als solche.


    Das Problem der Gentechnik ist weniger die (direkte) Schädlichkeit für den Menschen, sondern dass das Ökosystem zu komplex ist. Angenommen, man entfernt ein Gen einer Pflanze, damit sie schneller wächst. Auf den Menschen mag das keinen Einfluss haben. Was aber, wenn dieses Gen einen Lockstoff für Insekten produzierte, die nun verhungern? Und dadurch sterben dann weitere Arten.
    Ein weiteres Problem: Sollen sich die veränderten Pflanzen selbst fortpflanzen? Ja: Verstärkung des oben beschriebenen Problems. Nein: Nahrungsmonopol für die handvoll Produzenten (ist ja teilweise schon Realität).

  • Quote

    Pflanzt der Landwirt die gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“ an, steigert er den Ertrag, sichert den Gewinn und setzt auf ein umweltschonendes Verfahren. Würde Amflora verboten, müsste der Bauer mit Ertragseinbußen rechnen und verzichte auf das Potenzial nachwachsender Rohstoffe. So steht es im Unterrichtsmaterial, mit dem das Schulprojekt Hannover-Gen Schülern ab der zehnten Klasse das Thema Gentechnik näher bringen will.


    aus dem ersten TAZ Link von mir. Wenn sowas tatsächlich im Unterrichtsmaterial steht ists dann fragwürdig, obs als manipulation erkannt wird. Es ginge durchaus auch unauffälliger als sowas völlig offensichtliches.


    Und das ein kompletter Bildungszweig aufgrund eines sehr beschränkten Horizonts einiger Öko-Fuzzis entfernt werden soll, frei nach dem Motto "Lass die Finger davon, das hat dich nicht zu interessieren." hat das für mich dann eher weniger mit "freier Bildungswahl" zu tun.


    Man muss bei Schulen schon gucken, was man in der begrenzten Zeit unterbringt. Z.b. könnte man auch etwas Materialkunde oder ähnliches einbauen. Oder technische Mechanik. Es gäbe wahrscheinlich haufenweise Fächer die in Frage kämen - die aber imho alle schon zu speziell sind. Gentechnik ist nunmal eine kleine Untersparte in "Bio". Man kann das Thema sicherlich da auch irgendwo unterbringen. Aber großes Trara sollte man imho nicht machen. Dann das Geld lieber in vernünftigen Sportunterricht, bessere Räumlichkeiten, weiß der Geier investieren damit ein "größtmöglicher Nutzen" erzielt wird.
    Es fordert ja auch hoffentlich niemand, dass man ein Schulfach "vegane Ernährung" einführt.

  • Ich frag' mich einfach, obs zur Qualität eines Politikers gehört "unberechenbar" zu sein. Mich schaudert eher bei dem Gedanken, weil man ja immer Angst haben muss, was bringt er als nächstes?! :boggled:


    Ist denn bislang wirklich irgendwas schlimmes passiert? Für mich waren das bislang alles lappalien.
    Durch seine freie Schnauze ist er eben etwas unberechbar, ich würde es übrigens schlimmer finden, würde er sich jetzt künstlich verstellen. Etwas mehr Zurückhaltung ist manchmal sicherlich in Ordnung, aber er muss auch aufpassen sich nicht weich spülen zu lassen, damit würde er einen Teil seiner Glaubwürdigkeit verlieren.
    Desweiteren ist Unberechbarkeit ja nicht perse schlecht/gut. Er ist halt vor allem in diesem Punkt das komplette Gegenteil von Merkel, die doch sehr berechenbar ist, was aber eben auch nicht perse schlecht/gut bedeutet.



    Nun, es ist jetzt nicht so, dass Steinbrück nie den Kurs geändert hat.


    Stimmt, nur wollte ich darauf nicht hinaus. Es ging mir eher um die Art wie Lösungswege von den beiden "entwickelt" werden.
    Wären die beiden Schiffskapitäne, würde Merkel einfach mal los segeln mit dem Ziel irgendwo eine Insel zu finden. Steinbrück würde sagen, so wir segeln mal los und entdecken Amerika.
    Letztendlich lande beide an der Küste von Indien ;)



    Na aussenpolitisch wohl der eher weniger rabiate, damit erreicht man mehr und sorgt nicht noch für Trotzreaktionen. Bei Verhandlungen kann man genauso hart sein/bleiben und muss sich dennoch nicht wie ein Elefant im Porzellanladen aufführen.


    Das würde ich so pauschal nicht sagen, es kommt immer auf dein Gegenüber an, wie man sich selber am besten verhalten sollte.
    Desweiteren möchte er ja auch Kanzler und nicht Außenminister werden ;)

    Ing Gw2: Amok


    Für ein höheres Marketing Budget bei Anet, unterschreibe noch heute unsere Petition!!!

  • Nunja, eine Person, die von Propaganda beeinflusst wurde, erkennt diese nicht als solche.


    Das Problem der Gentechnik ist weniger die (direkte) Schädlichkeit für den Menschen, sondern dass das Ökosystem zu komplex ist. Angenommen, man entfernt ein Gen einer Pflanze, damit sie schneller wächst. Auf den Menschen mag das keinen Einfluss haben. Was aber, wenn dieses Gen einen Lockstoff für Insekten produzierte, die nun verhungern? Und dadurch sterben dann weitere Arten.
    Ein weiteres Problem: Sollen sich die veränderten Pflanzen selbst fortpflanzen? Ja: Verstärkung des oben beschriebenen Problems. Nein: Nahrungsmonopol für die handvoll Produzenten (ist ja teilweise schon Realität).


    Diese Probleme sind mir durchaus bewusst. Ich wollte auch keine Pro-/Contra Gentechnik Disskussion losstoßen. Aber um die von dir Gestellten Probleme zu beantworten, bzw. um sich ihrer tatsächlichen Tragweite bewusst zu werden, muss man eben (wie in so vielen Dingen im Leben) Ahnung von der Materie haben.
    Ohne Bildung hat man die aber idR. nicht.
    Ich bin davon überzeugt, dass ein Land nur profitieren kann, wenn möglichst viele Menschen über Wissenschaft Bescheid wissen. Immerhin sind das die Themen, die unsere Zukunft bestimmen.
    Und es sind die Themenbereiche, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Wir können uns also entweder darauf verlassen, dass die Politiker schon die richtigen Entscheidungen treffen werden. Oder wir sorgen dafür, dass möglichst viele Menschen möglichst gut informiert sind und sorgen dafür, dass uns Politik, Wirtschaft und Medien bei diesen Themen nicht manipulieren können.
    Wobei man als uninformierter Bürger auch einfach gegen alles sein kann was "die da oben" sagen, aber wie man vllt. im "Mein Herr, mein Meister - Mein Chef" Thread gesehen hat, bin ich auch davon kein großer Fan.
    Wenn man jetzt eine (evtl. kleinere und kostengünstigere) Alternative zu HannoverGEN schaffen würde, dann hätte ich kein Problem damit. Aber eben das wird aus dem simplen Grund Gentechnik=böse nicht getan.



    aus dem ersten TAZ Link von mir. Wenn sowas tatsächlich im Unterrichtsmaterial steht ists dann fragwürdig, obs als manipulation erkannt wird. Es ginge durchaus auch unauffälliger als sowas völlig offensichtliches.


    Die TAZ Links, welche ja größtenteils auf den Aussagen von Greenpeace basieren, sind in meinen Augen nicht sonderlich glaubwürdig. Wie in der verlinkten Stellungsnahme und hier beschrieben, scheinen bei den Zitaten aus den vermeintlichen Unterrichtsmaterialien ganze Sätze ausgelassen worden zu sein, um etwas zu Beweisen das so gar nicht vorhanden ist.
    Und nach wie vor wurde die erstellte Studie ausschließlich von Gentechnik-Gegnern finanziert, während HannoverGEN den großteil ihrer Gelder aus staatlichen Quellen bezog.


    Man muss bei Schulen schon gucken, was man in der begrenzten Zeit unterbringt. Z.b. könnte man auch etwas Materialkunde oder ähnliches einbauen. Oder technische Mechanik. Es gäbe wahrscheinlich haufenweise Fächer die in Frage kämen - die aber imho alle schon zu speziell sind. Gentechnik ist nunmal eine kleine Untersparte in "Bio". Man kann das Thema sicherlich da auch irgendwo unterbringen. Aber großes Trara sollte man imho nicht machen. Dann das Geld lieber in vernünftigen Sportunterricht, bessere Räumlichkeiten, weiß der Geier investieren damit ein "größtmöglicher Nutzen" erzielt wird.


    Gentechnik würde ich nichtmehr als kleine Untersparte bezeichnen, immerhin handelt es sich um eine der wichtigsten Technologien des 21. Jh.


    Natürlich könnte man das auch in den "normalen" Bio-Unterricht unterbringen. Was aber nicht getan wird. Ich fordere auch garnicht das man tagtäglich eine Pflichtstunde für Gentechnik einführt. Soweit ich weis, konnte man bei HannoverGEN auch so eine Art Schnuppertag beantragen.
    Frei nach dem Motto "Heute seht ihr mal wie man so in der Genforschung arbeitet, vllt. interessiert es ja den ein oder anderen, und wenn nicht könnt ihr nach dem heutigen Tag einfach alles wieder vergessen."
    Wenn aus Kosten/Zeitgründen der Lehrplan drastisch bei der Gentechnik gekürzt wird, dann habe ich kein Problem damit. Denn wie du schon geschrieben hast, ist Gentechnik zu komplex um es in der normalen Schulzeit einigermaßen vernünftig zu behandeln.
    Aber es geht hier ja darum diesen Bildungszweig komplett zu verbannen. So das es den Schülern nichtmal mehr möglich wird ihre Bewertungskompetenzen bei diesem Thema zu fördern.


    Und soweit ich mich noch erinnern kann, gab es auf meiner Schule durchaus mal einen "Aktionstag" an dem es um vegane Ernährung ging. :spec:

    Korrekte Rechtschreibung ist der Healmonk des Forums. Tut niemanden weh, ist aber ungemein nützlich.


    Das schlimme an Technik -die so alltäglich geworden ist, dass man ihre Wunder kaum noch wahrnimmt- ist das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn sie plötzlich nicht mehr verfügbar ist.

  • Ohne Bildung hat man die aber idR. nicht.


    Die Schule kann nicht alles an Wissen vermitteln was denkbar ist. Wenn es der Schule gelingt den Schülern früh die Kompetenz zu vermitteln eigenständig Fragestellungen aufgreifen und denen nachgehen zu können, dann hat sie in meinen Augen ihre zentrale Aufgabe erfüllt - es ist nicht möglich, in der Schule jedes denkbare Thema auch nur anzureißen. Bildung heißt auch Selbstbildung, und jene welche das Thema Gentechnik interessiert traue ich es durchaus zu sich im Internetzeitalter selber einen Überblick über die Thematik zu verschaffen und einen Standpunkt mit Argumenten aufzubauen. Bildung findet auch, oder gerade, außerhalb der Schule statt.


    Jene die's interessiert werden sich damit beschäftigen, ob es in der Schule behandelt wird oder nicht. Jene die es nicht interessiert, nun, können ihre Zeit auch anderen Inhalten widmen von denen sie persönlich mehr profitieren. Ehe ich notgedrungen auf das Thema aufmerksam wurde hat mich die Gentechnologie auch persönlich nie tangiert; als sie's tat habe ich mir einen Überblick verschafft. Wie gesagt, im Internetzeitalter finde ich die Notwendigkeit von Wissensvermittlern (aka Lehrern) gegenüber der Fähigkeit sich selber Informationen zu beschaffen und die einordnen zu können zweitrangig.


    Und nach wie vor wurde die erstellte Studie ausschließlich von Gentechnik-Gegnern finanziert, während HannoverGEN den großteil ihrer Gelder aus staatlichen Quellen bezog.


    Dass muss nichts heißen. Ich bin in diesem Fall nicht firm, allerdings ist es natürlich so, dass katholische Krankenhäusern oder Kindergärten gleichermaßen zum Großteil, wenn nicht ausschließlich, vom Staat finanziert werden aber dort dennoch die katholische Kirche den Ton angibt. Die Finanzierung von HannoverGEN gibt, finde ich, keinen genauen Überblick über die vermittelten Inhalte wieder.


    Und soweit ich mich noch erinnern kann, gab es auf meiner Schule durchaus mal einen "Aktionstag" an dem es um vegane Ernährung ging. :spec:


    Solche Aktionstage finde ich prinzipiell eine gute Idee, ob es nun um das Thema Ernährung geht, Gentechnik oder ähnliches. Wobei Gentechnik und Ernährung ja z.T. auch in deutschen Supermärkten ja bereits Realität sind, Stichwort US-Importe. Ich finde es nicht verkehrt wenn Schule so etwas anbieten, was meiner Einschätzung nach aber auch überhaupt nicht verboten ist - es liegt eben im Ermessen der Schule ob sie solche Aktionstage veranstalten wollen oder nicht. Bedenkt man allerdings den Aufwand welcher dahinter stehen kann und den Unterrichtsausfall den es bedeutet, kann ich es verstehen, wenn Schulen es nicht tun, obwohl ich das Thema durchaus auch in der Schule zur Sprache bringen würde. Aber das liegt in deren Ermessen.




    Ich habe mir nun einmal ein wenig die Inhalte von HannoverGen angeschaut, damit meine ich das im Internet vorgestellte Unterrichtsmaterial um zu schauen wer da eigentlich genau hintersteht. Ich bin kein Journalist und habe nun bloß ein wenig Personennamen nachgeschlagen, aber finde es doch erstaunlich, welche Einflusskreise sich da auftun. Beispiel: in dem Unterrichtsmaterial zu dem Thema Soja wird in den Quellen, vor allem zur Bestätigung der Vorteile der Gentechnik, zu Anfang auf die Website des Projekte TransGen verwiesen, die ersten 7 Literaturhinweise stammen von dort, der erste ab Seite 2. TransGen bezeichnet sich selber als Plattform zur Unterstützung einer differenzierten Diskussion über das Thema Gentechnik. Hinter TransGen stehen, laut Impressum, der Verein i-Bio sowie das Forum Biotechnologie - beide haben ihren Sitz in Aachen. Die Annahme, dass sich die beiden Vereine auf Grund ihrer lokalen und thematischen Nähe kennen ist sehr naheliegend. Eines der Mitglieder vom Forum Biotechnologie ist Dr. Stefan Rauschen - hier nachzulesen. Interessanterweise wurde dieser Dr. Stefan Rauschen im Jahre 2010 InnoPlanta Preis geehrt. InnoPlanta ist, ohne es groß übersehen zu können, eine Lobbyorganisation für die Gentechnologie. Man schaue sich lediglich etwas auf der Website um, ansonsten bekommt man hier zudem einen Überblick. Man findet in Aachen einige Vereine die sich mit der Thematik Gentechnik beschäftigen, interessanterweise sieht man dort allerdings zumeist immer wieder dieselben Namen. Man muss kein Genie sein um hier Seilschaften sehen zu können.


    Die leitende Aufsicht bei HannoverGen hat Dr. Prof. Hans-Jörg Jacobsen.
    Über seine Standpunkte zu dem Thema der Gefährlichkeit der Gentechnologie im Einsatz kann man in diesen beiden Interviews nachlesen. Der Grundtenor ist sehr eindeutig: "Gentechnologie ist sicher". Er ist zudem Vorstandsmitglied des Wissenschafterlkreis Grüne Gentechnik e.v. der sich eindeutig für einen freien Anbau von gentechnisch veränderten Saatgut ausspricht.


    news.de
    cicero.de



    ... ich sage mal abschließend so: :boggled:


    Wenn ich in diversen Vereinen, Projekten, etc. stets dieselben Namen sehe die in einer inhaltlichen Thematik an verschiedenen Stellen eine klare Position für Gentechnik einnehmen, Literatur von Lobbyverbänden konstultiert wird um die Ungefährlichkeit zu belegen, dann scheint mir die Annahme von Greenpeace, bei HannoverGen handelt es sich um eine getarnte Lobbyveranstaltung, nur zu bestätigen. Dass diese Veranstaltung insofern beendet wurde scheint mir nur richtig zu sein. Lobbyismus in dieser Form hat an Schulen nichts verloren, und diese Seilschaften die hinter HannoverGen stehen deuten sehr klar auf Lobbyarbeit hin, da kann man auch noch so oft schreiben, dass man den "Dialog" fördern möchte.


    Aber es geht hier ja darum diesen Bildungszweig komplett zu verbannen. So das es den Schülern nichtmal mehr möglich wird ihre Bewertungskompetenzen bei diesem Thema zu fördern.


    Inwiefern Bildungszweig? HannoverGen ist ein Projekt welches durch staatliche Fördergeld finanziert wird aber bei dem, auf Grundlage des Personals sowie der Tendenziösität des Unterrichtsmaterial, der Vorwurf des Lobbyismus ziemlich evident scheint. In erster Linie können die Schüler bei HannoverGen lernen wie Lobbyarbeit funktioniert und was das Wort Seilschaften in der Praxis bedeutet. Auch eine lehrreiche Erfahrung, die in Hinblick auf die Gentechnologie gar nichtmal so unnütz ist.

  • Ich stimme zu 100 % mit Aki überein.
    Ausserdem: Greenpeace veröffentlicht ihre Meinung unter ihrem Namen. Alle kennen deren Standpunkt und können ihre Aussagen so einschätzen. Wenn die Regierung aufgrund Lobbyismus Gelder spricht, ist dies wesentlich kritischer.

  • Auch wenn ich Aki voll zustimme:
    Man muss natürlich sehen, dass Greenpeace selber eben auch eine Lobbygruppe ist und ihre Interessen vertritt.
    Auf der anderen Seite sitzt bei Greenpeace teilweise extrem viel Know-How und ihre Kritik ist daher durchaus auch mal mehr als nur "gut begründet".



    Ich bin davon überzeugt, dass ein Land nur profitieren kann, wenn möglichst viele Menschen über Wissenschaft Bescheid wissen.


    Es gibt leider extrem viele Wissenschaftsgebiete die irgendwo wichtig sind. Angefangen bei Gebieten die sich mit irgendwelchen Giftstoffen in der Umwelt (Weichmacher/Plastik/Pille) beschäftigen über Energieknowhow (Speichertechnologien/erneuerbare/fusion/einspartechnologien) bis hin zu Ernährungswissenschaften kann man wohl für alles irgendeinen Nutzen bescheinigen.
    Wenn eine Nachfrage nach gewissen Themen besteht, sollte eine Schule wohl grob draufeingehen. Aber ein eigenes Labor mit allem tralala zu betreiben ist imho für so ein Thema einfach mit kanonen auf spatzen geschossen. Der nächste stellt sich hin und will so ein Labor zum Thema Carbonfasern, der übernächste zu Keramik, der danach zur Endlagersuche/Bankenregulierungsgedöns oder sonstwas.



    Bedenkt man allerdings den Aufwand welcher dahinter stehen kann und den Unterrichtsausfall den es bedeutet, kann ich es verstehen, wenn Schulen es nicht tun, obwohl ich das Thema durchaus auch in der Schule zur Sprache bringen würde. Aber das liegt in deren Ermessen.


    Na komm...wenns um einen Tag geht: den kann man immer irgendwo verkraften. Die Schule hat im normalen Stoff reichlich Luft - außer der Lehrer ist unfähig und/oder will/kann sich nicht aufs wesentliche beschränken. Die Frage ist eher, ob für das Thema ausreichend Interesse besteht um ihm einen Tag zu widmen.

  • Die Schule kann nicht alles an Wissen vermitteln was denkbar ist. Wenn es der Schule gelingt den Schülern früh die Kompetenz zu vermitteln eigenständig Fragestellungen aufgreifen und denen nachgehen zu können, dann hat sie in meinen Augen ihre zentrale Aufgabe erfüllt - es ist nicht möglich, in der Schule jedes denkbare Thema auch nur anzureißen.


    Natürlich nicht. Die damalige schwarz/gelbe Regierung war halt der Meinung das Gentechnik mittlerweile wichtig genug ist, um es in den Lehrplan mit aufzunehmen. Die Frage der Wichtigkeit war laut dem Koalitionsplan aber nie ein Grund für die Schließung von HannoverGEN. Der einzigst beschriebene Punkt war eben der Vorwurf der Propaganda.
    Und wie schon gesagt, ist die Studie auf welche sich Greenpeace beruft alles andere als seriös. Es hat anscheinend auch seinen Grund warum diese Studie niemals von Peer-Review Zeitschriften veröffentlicht wurde.
    Außer Dr. Heribert Wefers scheint niemanden der auf irgend eine Art und Weise mit HannoverGEN zu tun hatte, etwas von einer ideologischen Motivation bemerkt zu haben.
    Egal ob Schüler, Lehrer, anderen unabhängingen Wissenschaftler die solchen Projekttagen ab und zu beigewohnt haben, oder den jeweiligen Experten von Land der Ideen.




    Dass muss nichts heißen. Ich bin in diesem Fall nicht firm, allerdings ist es natürlich so, dass katholische Krankenhäusern oder Kindergärten gleichermaßen zum Großteil, wenn nicht ausschließlich, vom Staat finanziert werden aber dort dennoch die katholische Kirche den Ton angibt. Die Finanzierung von HannoverGEN gibt, finde ich, keinen genauen Überblick über die vermittelten Inhalte wieder.


    Den vergleich finde ich nicht ganz passend. Katholische Einrichtungen werden so weit ich weis von der Kirchensteuer bezahlt. Und für deren Verwendung ist die Kirche zuständig.
    Bei Bildungseinrichtungen gibt der Geldgeber die Richtung vor. Was teilweise auch ein großes Problem sein kann. "Problematisch an Drittmitteln kann eine mögliche Einflussnahme der Geldgeber auf die Forschungsfreiheit sein, insbesondere wenn sie Anreize für angewandte und ergebnisorientierte Forschung bieten."
    Da das bei HannoverGEN aber nur zu 3% der Fall war, kann ich mir da bei besten Willen nicht vorstellen das irgend ein Lobbyunternehmen große Einflüsse auf die Themenwahl und deren Auslegung hatte.



    Ich finde es nicht verkehrt wenn Schule so etwas anbieten, was meiner Einschätzung nach aber auch überhaupt nicht verboten ist - es liegt eben im Ermessen der Schule ob sie solche Aktionstage veranstalten wollen oder nicht. Bedenkt man allerdings den Aufwand welcher dahinter stehen kann und den Unterrichtsausfall den es bedeutet, kann ich es verstehen, wenn Schulen es nicht tun, obwohl ich das Thema durchaus auch in der Schule zur Sprache bringen würde. Aber das liegt in deren Ermessen.


    Da die neue Regierung aber ganz explizit keine Fördergelder für Gentechnik zur Verfügung stellt, wird den Schulen die Entscheidung ob und wie sie Gentechnik behandeln wollen aber ganz klar abgenommen. Gentechnik? Seid mal nicht so neugierig!



    Die leitende Aufsicht bei HannoverGen hat Dr. Prof. Hans-Jörg Jacobsen.
    Über seine Standpunkte zu dem Thema der Gefährlichkeit der Gentechnologie im Einsatz kann man in diesen beiden Interviews nachlesen. Der Grundtenor ist sehr eindeutig: "Gentechnologie ist sicher". Er ist zudem Vorstandsmitglied des Wissenschafterlkreis Grüne Gentechnik e.v. der sich eindeutig für einen freien Anbau von gentechnisch veränderten Saatgut ausspricht.


    Nur weil Jacobsen persönlich sehr von der Gentechnik überzeugt ist, muss er das nicht zwangsläufig in seinen Unterricht verbreitet haben. Ich persönlich hatte auch einen Religionslehrer der stark von seinem Glauben überzeugt war. Nichstdesto trotz hatte er den Unterricht sehr differenziert geführt und uns auch anhand einiger Beispiele gezeigt das die Bibel eben nicht Gottes Wort ist.
    Es ist auch ziemlich fraglich in wie weit Jacobsen als wissenschaftlicher Koordinator Einfluss auf den zu vermittelnden Lehrstoff hatte. Solche Leute haben nicht selten die Aufgabe für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, in dem sie sich darum kümmern das die benötigten Geräte/Materialien sowie genug Lehrpersonal zur Verfügung steht.



    ... ich sage mal abschließend so: :boggled:


    Wenn ich in diversen Vereinen, Projekten, etc. stets dieselben Namen sehe die in einer inhaltlichen Thematik an verschiedenen Stellen eine klare Position für Gentechnik einnehmen, Literatur von Lobbyverbänden konstultiert wird um die Ungefährlichkeit zu belegen, dann scheint mir die Annahme von Greenpeace, bei HannoverGen handelt es sich um eine getarnte Lobbyveranstaltung, nur zu bestätigen. Dass diese Veranstaltung insofern beendet wurde scheint mir nur richtig zu sein. Lobbyismus in dieser Form hat an Schulen nichts verloren, und diese Seilschaften die hinter HannoverGen stehen deuten sehr klar auf Lobbyarbeit hin, da kann man auch noch so oft schreiben, dass man den "Dialog" fördern möchte.


    Es ist wohl kaum verwunderlich das man für Projekte wie HannoverGEN mit Unternehmen kooperriert die sich auch mit Gentechnik beschäftigen. Zum Unterricht über die Evolotionstheorie läd man sich üblicherweise auch keine Kreationisten ein.


    Den Dialog aufgrund von "Hinweisen" zu meiden ist aber auch nicht gerade der beste Weg, um Licht in's dunkle zu bringen.




    Inwiefern Bildungszweig?


    Wie gesagt, es geht nicht nur um HannoverGEN sondern auch darum das Gentechnologie komplett aus dem Lehrplan gestrichen werden soll. Außerdem sollen auch für eventuelle "Aktionstage" keinerlei Förderungsgelder zur Verfügung gestellt werden.


    Auf der anderen Seite sitzt bei Greenpeace teilweise extrem viel Know-How und ihre Kritik ist daher durchaus auch mal mehr als nur "gut begründet".


    Will ich auch garnicht anzweifeln. Nur ist in diesem Fall ihre Kritik eben nicht "gut begründet".
    Wobei das bei Greenpeace und Gentechnik generell der Fall zu sein scheint .

    Korrekte Rechtschreibung ist der Healmonk des Forums. Tut niemanden weh, ist aber ungemein nützlich.


    Das schlimme an Technik -die so alltäglich geworden ist, dass man ihre Wunder kaum noch wahrnimmt- ist das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn sie plötzlich nicht mehr verfügbar ist.

  • Katholische Einrichtungen werden so weit ich weis von der Kirchensteuer bezahlt. Und für deren Verwendung ist die Kirche zuständig.


    Nur zu einem geringen Teil, soweit es Einrichtungen betrifft, die der Staat sonst selber stellen würde. Bei Kindergärten beispielsweise kann es durchaus zu Situationen kommen, wo die staatlichen Zuschüße deutlich über 50 % liegen, aber da die Kriche die Leitung hat dann beispielsweise keine Erzieherinnen abweichenden Glaubens beschäftigt werden.
    (Einstellungskriterium Christ)


    Was die Zahlen betrifft, habe ich auf die Schnelle nichts brauchbareres als das gefunden, keine Ahnung, wie seriös das nu ist. Aber bei uns gab es mal Zoff, da die Gemeinde dann mal meinte, wenn sie noch mehr bezuschußen sollte, würde sie den Laden lieber direkt selber betreiben, was ich für durchaus nachvollziehbar um nicht zu sagen wünschenswert halte.
    Denn wer bezahlt, sollte auch bestimmen dürfen und wer bestimmen will, dafür dann auch die Kosten tragen.

    "Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur." Oscar Wilde


    "Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit - und wissen an einem verregneten Sonntag Nachmittag doch nichts mit sich anzufangen." Susan Erks


    Trollchen auf youtube und trollchen.com

  • Hm, die Frage ist, ob die Leute, welche die rotgrüne Entscheidung hier in Schutz nehmen, auch so argumentieren würden, wenn die Initiative zur Beendigung des Projekts von der katholischen Kirche gekommen wäre. Da wäre der Aufschrei sicher viel größer, obwohl die Grünen genau das gleiche machen, wie die Kreationisten in Amerika: Aus ideologischen Gründen wird hier einfach Unterricht gekappt.


    Konsequenterweise sollte man auch Kernphysik komplett aus der Schule verbannen. Mit Atomkraft wollen wir ja eh nix zu tun haben und wenn wir den Unterricht abschaffen, dann können sich die Schüler erst gar kein falsches Bild mache (also eines, was unserem zuwider läuft).

  • Ich glaube, ich bin hier bekannt genug, dass man weiss, wie ich zu rot-grün stehe. Daher kann ich guten Gewissens sagen, dass ich den Vorschlag auch unterstütze, wenn er von der katholischen Kirche käme.


    Ausserdem ist das doch was komplett anderes: Bei Gentechnik kennt man die Folgen nicht. Die Evolutionstheorie leugnet man, weil es auf einem Stück Papier anders steht.
    Und nebenbei, wird in Deutschland die Kernphysik als grosses Kernthema an den Schulen unterrichtet? Würde mich doch erstaunen.

  • Nö, es ist nichts anderes. Man will die armen Kinder vor "schädlichem Wissen" bewahren und zwar aus ideologischen Gründen. Das Projekt dient ja gerade dazu, dass die Kinder etwas über Gentechnik und molekularbiologische Forschungsmethoden lernen, damit sie sich eine fundiertere Meinung bilden können.


    Selbst wenn man meint, dass die Lobby ihre Finger drin hat, dann ist das kein Projekt sofort einzustellen. Man hätte ja die Unterrichtsmaterialien überarbeiten können. Aber hier ist mal etwas richtig aufwendiges an einer Schule gemacht worden, was auch Sinn hat (ich wäre sehr froh gewesen, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, in der Schule so ein Praktikum zu absolvieren). Gentechnik wird in Zukunft wahrscheinlich eine sehr große Bedeutung erlangen, auch in anderen Bereichen als in der Landwirtschaft (z.B. in der Medizin). Aber so wird das Projekt aufgrund einer fadenscheinigen Studie komplett eingestampft und die vielen Mio. sind für den Locus. Was ist an dieser radikalen Entscheidung bitte unideologisch?


    Natürlich sollte man Gentechnik auch kritisch hinterfragen, dass ist allerdings mit allen wissenschaftlichen Neuerungen so (wobei Wissen nie verkehrt ist, die Art der Anwendung macht das Problem). Aber Forschung zu dem Thema darf nicht verboten werden, besonders weil dies einfach nur aus Angst und Unsicherheit geschieht.


    EDIT:


    Also wir hatten das in Physik durchaus dran. Natürlich nicht auf Uniniveau, aber das verlangt ja auch keiner. Sollte man das Thema jetzt aus den sächsischen Physiklehrplänen streichen, weil die Grünen gegen Kernkraft sind?

  • Den vergleich finde ich nicht ganz passend. Katholische Einrichtungen werden so weit ich weis von der Kirchensteuer bezahlt. Und für deren Verwendung ist die Kirche zuständig.


    Wie Trollchen dies sagte, werden sie das nicht. Die Kirchensteuer finanziert zu einem Bruchteil nahe der Belanglosigkeit Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Das Kreuz mag als Logo darauf stehen, doch der Staat zahlt. Sowie auch HannoverGen vom Staat finanziert wird über Fonds. Über den Inhalt der vermittelt wird, wie gesagt, sagt die Frage der Geldgeberschaft insofern nicht unbedingt etwas aus, weil es eben auf die Inhalte ankommen. Schaut man sich das Personal an, sowie es sich in Interviews geäußert hat - die online nachlesbar sind - so finde ich den Verdacht des Lobbyismus naheliegend.


    Da die neue Regierung aber ganz explizit keine Fördergelder für Gentechnik zur Verfügung stellt, wird den Schulen die Entscheidung ob und wie sie Gentechnik behandeln wollen aber ganz klar abgenommen. Gentechnik? Seid mal nicht so neugierig!


    Bloß als Vorwort:
    Die Website Gute-Gene-Schlechte-Gene.de ist gleichsam im Dunstkreis der Genlobby befindlich. Ein Blick in das Impressum verrät auch dort, dass es vertreten wird durch u.a. Dr. Stefan Rauschen - Gewinner des ImmoPlanta-Preises! - welcher u.a. auch ein Mitglied des Forum Biotechnologie ist. Alle diese Websites welche ich genannt habe, und aus welcher du diesen Artikel nun zitierst, stammen von Personen die man sehr eindeutig der Genlobby im Bereich der Landwirtschaft zuordnen kann. Das man dies auf der Website nun als ein per se Verbot von Gentechnik darstellt oder gar von einem Bildungsverbot gesprochen wird, finde ich, kann einen nicht ernsthaft überraschen wenn man sich klar macht, welche Personen hinter diesen Textes und der Website stehen. Die Website wird gleichermaßen vom Verein zur Förderung der gesellschaftlichen Diskussionskultur e. V. betrieben. Greenpeace ist gleichermaßen eine Lobbyorganisation, ohne Frage - allerdings nicht unmittelbar Lobbyist für eine Industrie, da Greenpeace i.d.R. keine wirtschaftlichen Interessen vertritt. Speziell die Agro-Gentechnik besitzt aber eine wirtschaftliche Dimension, sodass die Motivation des Lobbyismus durchaus verschieden sind. Gehe ich auf die Website von Greenpeace so weiß ich was ich da vor mir habe; die von mir verlinkten Websiten, welche alle von einer überschaubaren Anzahl an Akteuren betrieben werden, betreiben aber eindeuigen Lobbyismus unter dem Deckmantel der "Aufklärung und Diskussion". Das ist Bauernfang.


    Es geht um Fördergelder. Das Land zahlt für viele denkbare Projekte und Themen keine Fördergelder. Dass man eine Subvention einstreicht kann ich per se nicht als negativ ansehen. Ich meine, natürlich ist es nicht gut wenn Gelder gestrichen werden, aber das Fördergelder - das heißt zusätzliche Beträge zum bestehenden Etat - nicht für jede Thematik auf alle Zeiten hinweg aufrecht erhalten werden finde ich nicht überraschend. Wenn einem Schulprojekt Fördergelder entzogen werden steht es gleichauf mit jedem anderen Projekt, die i.d.R. auch nicht gefördert werden.


    Nur weil Jacobsen persönlich sehr von der Gentechnik überzeugt ist, muss er das nicht zwangsläufig in seinen Unterricht verbreitet haben. Ich persönlich hatte auch einen Religionslehrer der stark von seinem Glauben überzeugt war. Nichstdesto trotz hatte er den Unterricht sehr differenziert geführt und uns auch anhand einiger Beispiele gezeigt das die Bibel eben nicht Gottes Wort ist.


    Ja, dann war dein Religionslehrer ein stark Gläubiger der davon überzeugt war, dass die Bibel nicht Gottes Wort ist. Was sagt das aus? Da Jacobsen der wissenschaftliche Koordinator ist, ist stark davon auszugehen, dass sich sein Tätigkeitsfeld auch im wissenschaftlichen Bereich bewegt und er etwa keine Buchführung und Bilanzrechnungen durchführt, sondern eben eine wissenschaftliche - das heißt inhaltliche - Betreuung übernimmt und sich u.a. für die Aufbereitung des Stoffes kümmert. In den beiden verlinkten Interviews scheint mir der Mann, seinem Ton nach, jedenfalls nicht unbedingt in Graustufen zu denken, denn seine Botschaft ist sehr klar durchgedrungen: Gentechnik ist sicher, der Rest ist Mumpitz. Quasi O-Ton von ihm. Schaut man sich dann das verwendete Material inhaltlich an, sowie auch die verwendeten Quellen, scheint sich mir der Eindruck zu bestätigen, dass das Unterrichtsmaterial auf suggestive Art und Weise genau diesen Grundtenor vermittelt. Natürlich mit dem Aufruf kritisch zu denken! Aber ich meinte, bitte ... was sollten sie auch sonst schreiben.


    Es ist wohl kaum verwunderlich das man für Projekte wie HannoverGEN mit Unternehmen kooperriert die sich auch mit Gentechnik beschäftigen. Zum Unterricht über die Evolotionstheorie läd man sich üblicherweise auch keine Kreationisten ein. [...] Den Dialog aufgrund von "Hinweisen" zu meiden ist aber auch nicht gerade der beste Weg, um Licht in's dunkle zu bringen.


    Ich zählte Lobbyistenverbände auf. Wenn man Wirtschaftsvertreter durch die Hintertür einführt, so wäre es für eine ausgewogene Darstellung mindestens auch erforderlich die Gegenseite aufzugreifen. Neben Pro-Gentechnik-Lobbyverbänden fand ich allerdings keine Kontra-Gentechnik-Lobbyverbände in der Literaturliste. Ich habe, zugegeben, nicht jedes bereitgestellte Manuskript dahingehend angeschaut, aber ich gehe davon aus, dass man sich dort nicht etwa auf Greenpeace beziehen wird um einen Gegenpol zu schaffen.


    Das Leben besteht aus Hinweisen und solche Entscheidungen sind ausschließlich Interpretationssache. Es wird niemand aufstehen und sagen, "Ja, ich bin Lobbyist. Ja, ich betreibe Werbung für die Agro-Gentechnik. Ja, ich arbeite gezielt suggestiv." Verzeihung, aber natürlich müssen Entscheidungen auf Grundlage von Hinweisen getroffen werden, auf welcher Grundlage denn sonst?


    Wie gesagt, es geht nicht nur um HannoverGEN sondern auch darum das Gentechnologie komplett aus dem Lehrplan gestrichen werden soll. Außerdem sollen auch für eventuelle "Aktionstage" keinerlei Förderungsgelder zur Verfügung gestellt werden.


    Das es komplett aus dem Lehrplan gestrichen wird halte ich für falsch. Es ist eine Thematik die gleichwertig neben anderen Thematiken steht und hat dort nicht mehr und nicht weniger verloren als andere biologischen Thematiken auch. Dass es vor allem ohne eine Begründung aus dem Lehrplan gestrichen wird halte ich für noch viel fataler. Die Gentechnologie, sowie andere Risikotechnologien auch - ich erinner mich wie harmlos und sicher Kernkraft damals von meinen Lehrern dargestellt wurde - sollten keinen Vorzug und keine Benachteiligung erfahren. Sie benötigen allerdings mehr Zeit, wie ich meine, da es eben Risikotechnologien sind die in ihrer Risikohaftigkeit - die prinzipiell jede Technologie birgt - jedoch umfassendere Auswirkungen haben können. Meinem ehemaligen Techniklehrer würde ich heute gerne ein Ticket nach Japan schenken; dann darf er sich davon überzeugen, dass sehr sicher eben nicht sicher heißt. Ich stelle es nicht mit der Gentechnologie gleich. Aber die Befürchtung, dass auch diese uns um die Ohren hauen kann wenn man ihr zu leichtfertig die Bühne bereitet finde ich nachvollziehbar. Dass insofern eine inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema, in der im Rahmen des Biologieunterrichts vor allem die Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten dargestellt werden, durchaus die Bühne vorbereiten kann sowie es auch mit der Kernkraft der Fall war, finde ich ebenfalls nachvollziehbar. Der Biologieunterricht ist kein Ethik- und kein Philosophieunterricht, ich gehe nicht davon aus, dass Biologielehrer in umfangreicher Art und Weise - die vielleicht notwendig wäre - das Thema von einem normativen Standpunkt aus angehen würden. Sie werden es naturwissenschaftlich, zurecht, darstellen womit allerdings die Gefahr bestehen bleibt, dass die normative Auseinandersetzung - die i.d.R. nun einmal nicht Bestandteil des naturwissenschaftlichen Unterrichts ist - wegfällt, und übrig bleibt, dass Schüler lernen: wie Gentechnologie funktioniert und wie sie nutzbar ist. Die Gefahr, dass aus diesem Wissen ohne eine notwendige Reflektion über Risikotechnologien eine Überheblichkeit entstehen kann - "Ich weiß wie's geht, ist ja gar nicht so wild!" - wie wir es auch bei der Kernkraft sahen, ist ein Bedenken, dass ich an der Stelle habe.


    Davon ab, allerdings, wie gesagt, würde ich sie trodzdem im Lehrplan behalten. Vorausgesetzt eben, das Thema wird angemessen aufbereitet. Da mag man noch so sehr auf die Naturwissenschaft pochen, Gentechnologie ist ein politisches und soziales Themen, was der Biologielehrer im Blick haben müsste, auf Grund der ohnehin bestehenden Knappheit an Schulstunden aber kaum denkbar ist.


    Um es zu sagen: ich hätte es auch sinnvoller gefunden, dass Projekt weiterzuführen und es inhaltlich zu überprüfen anstatt es sofort zu schließen. Dass es allerdings auf Grund des berechtigten Verdachts des Lobbyismus geschlossen wurde finde ich, auch wenn andere Optionen ohne Frage viel sinnvoller - und günstiger! - gewesen wären, per se nicht schlecht.


    Nö, es ist nichts anderes. Man will die armen Kinder vor "schädlichem Wissen" bewahren und zwar aus ideologischen Gründen.


    Genau das ist doch der Knackpunkt. Das mag auf der Verpackung stehen, der Verdacht liegt aber darin, dass die Kinder eben durch die Arbeit und suggestives Unterrichtsmaterial in eine gezielte Richtung gedrängt wurden, sodass sie am Ende des Tages zu demselben Resultat kommen wie wie Dr. Jacobsen: Gentechnologie ist sicher, alles andere ist Mumpitz. Sollte der Verdacht begründet sein - das ist er meiner Einschätzung nach - so ist HannoverGen eine Werbeverstanltung und zurecht, sollten Kinder davor geschützt werden. Nicht vor Wissen sondern vor Werbung.


    Aber Forschung zu dem Thema darf nicht verboten werden, besonders weil dies einfach nur aus Angst und Unsicherheit geschieht.


    Wird sie nicht. Forschung wird an den Universitäten betrieben, wie bisher auch. Gestoppt wurde ein Projekt auf den Verdacht des Lobbyismus hin. Das finde ich per se richtig, weil Lobbyismus an den Schulen so nichts verloren hat. Wobei das natürlich auch einzuschränken ist: niemand würde wohl eine Veranstaltung von Amnesty International an einer Schule verbieten weil dies eine Lobbyorganisation für Menschenrechte ist. Die Entscheidung scheint in der Hinsicht selber schon ideologisch zu sein; aber wer von sich behaupten will kein Ideologe zu sein werfe den ersten Stein. Das Vorhaben jedenfalls, Wirtschaftsvertretungen - eher: Vertreter mit einer großen Industrie im Rücken - nicht unreflektiert auf Schüler loszulassen finde ich vernünftig. Dass HannoverGen allerdings nicht überprüft, ggf. überarbeitet, etc. wird verstehe ich auch nicht - das ist eine Verschwendung von Steuergeldern, jetzt, wo das Projekt schon stand und lief.


    Aus Angst heraus zu argumentieren finde ich nicht schlecht; wenn die Angst begründet ist. Wenn man gegen Kernkraft argumentiert, aus Angst welche diese Technologie anrichten kann, so entzieht einem das kaum der Glaubwürdigkeit. Wichtig ist die Frage - und das ist eine naturwissenschaftliche als auch normative - worin das Risiko besteht, wie groß es ist und ob man als Gesellschaft bereit ist es einzugehen. Auf diese Fragen bietet Greenepace antworten, denn Greenpeace veranstaltet ja selber u.a. Konferenzen mit Fachwissenschaftlern zu dem Thema. Insofern mag Greenpeace aus einer Angst heraus argumentieren, aber das macht eben den Grundvorwurf nicht schwächer: "Es ist nicht abzuschätzen welche Langzeitfolgen ein umfassender Gebrauch nach sich zieht". Inhaltlich bietet Greenpeace ebenfalls Material; dazu kann ich aber wenig sagen, ich bin kein Biologe und kann den Inhalt ohnehin nicht wirklich einschätzen.


    2005 gab es etwa in Frankfurt a.M. eine Konferenz über die Risiken der Agro-Gentechnik. Diese wurde von Fachwissenschaftlern geführt. Man mag ja nicht der Meinung von Greenpeace sein, aber ihnen Unwissenscheit nachzusagen finde ich übertrieben. Sie haben Argumente für ihren Standpunkt sowie die Gegenseite Argumente für deren Standpunkt hat. Dem einen nachzusagen er sei Ideologe, finde ich, führt zu nichts. Greenepace sagt, die einen Verharmlosen, die anderen sagen, Greenpeace verteufelt. Ich denke beide Parteien, Pro wie Kontra, wissen wovon sie sprechen und dem einen Unwissen zu unterstellen finde ich unpassend. Man kann auch Ahnung von einem Thema haben und trodzdem anderen Auffassungen haben. Das ist was im wissenschaftlichen Betrieb tagtäglich getan wird; gäbe es keine Kontroversen, gäbe es keine Diskussionen und die gibt es natürlich, in jedem Forschungszweig, obwohl die Beteiligten i.d.R. Ahnung von dem haben was sie tun.
    Transgenic Plants & Risk Assessment - Konferenz zu Gen-Saaten

  • Bloß als Vorwort:
    Die Website Gute-Gene-Schlechte-Gene.de ist gleichsam im Dunstkreis der Genlobby befindlich. Ein Blick in das Impressum verrät auch dort, dass es vertreten wird durch u.a. Dr. Stefan Rauschen - Gewinner des ImmoPlanta-Preises! - welcher u.a. auch ein Mitglied des Forum Biotechnologie ist. Alle diese Websites welche ich genannt habe, und aus welcher du diesen Artikel nun zitierst, stammen von Personen die man sehr eindeutig der Genlobby im Bereich der Landwirtschaft zuordnen kann.


    Warum sollte der InnoPlanta Preis ein Hinweis auf Lobbyarbeit sein? Das Unternehmen betreibt nicht nur Forschung im Gentechnikbereich, sondern auch Aufklärung. Wobei mir scheint das du Aufklärung erstmal mit Lobbyarbeit in Verbindung bringst. Ich persönlich war noch nie auf einem Vortrag von InnoPlanta und kann deshalb nicht beurteilen wie differenziert die Gentechnologie dort thematisiert wird. Wobei es auch keinesfalls deren Aufgabe ist ausschließlich die negativen Seiten der Gentechnik zu vermitteln.
    Der Preis ist aber für Journalisten und Wissenschaftler, die sich durch eine objektive, zugleich aber auch allgemein verständliche Berichterstattung über Fragen der Grünen Gentechnik ausgezeichnet haben.
    Der Vorsitzende Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Gremien (wie der OECD und WHO) zur Sicherheitsbewertung neuartiger Lebensmittel.
    Nur weil man einen Preis für seine Gentechnik-Arbeit gewonnen hat, betreibt man doch nicht automatisch Lobbyarbeit.
    Auch das er in einem Forum unterwegs ist, in dem sich eben auch Lobbyisten rumtreiben sagt doch überhaupt nichts aus. Ich bin auch in diversen Foren unterwegs in denen sich Guild Wars 2 Fanboys tummeln. Aber deshalb würde ich mich selbst nicht als ein solcher bezeichnen.



    Ja, dann war dein Religionslehrer ein stark Gläubiger der davon überzeugt war, dass die Bibel nicht Gottes Wort ist. Was sagt das aus?


    Die Aussage mit der Bibel sollte nur als ein Beispiel unter vielen gelten. Ich wollte damit nur aufzeigen das es Lehrer auch trotz ihrer persönlichen Überzeugung durchaus möglich ist, einen neutralen Unterricht zu führen.



    Ich zählte Lobbyistenverbände auf. Wenn man Wirtschaftsvertreter durch die Hintertür einführt, so wäre es für eine ausgewogene Darstellung mindestens auch erforderlich die Gegenseite aufzugreifen.
    [...]
    Das Leben besteht aus Hinweisen und solche Entscheidungen sind ausschließlich Interpretationssache. Es wird niemand aufstehen und sagen, "Ja, ich bin Lobbyist. Ja, ich betreibe Werbung für die Agro-Gentechnik. Ja, ich arbeite gezielt suggestiv." Verzeihung, aber natürlich müssen Entscheidungen auf Grundlage von Hinweisen getroffen werden, auf welcher Grundlage denn sonst?


    Besonders bei der Schließung von HannoverGEN wird das hervorgehobene aber nicht gemacht.
    Natürlich muss man Entscheidungen oftmals aufgrund von Hinweisen treffen. Man sollte sich aber nichtnur die Hinweise die von einer Seite dargebracht werden ansehen, sondern stets beide Seiten der Medallie betrachten, und die gegebenen Hinweise gegeneinander abwägen.
    Oder man macht es wie die Brandenburger Regierung bei dem Fall um die Uni Viadrina an der Oder und holt sich eine neutrale Partei in's Spiel welche das Projekt HannoverGEN genau überprüft.




    Das es komplett aus dem Lehrplan gestrichen wird halte ich für falsch. Es ist eine Thematik die gleichwertig neben anderen Thematiken steht und hat dort nicht mehr und nicht weniger verloren als andere biologischen Thematiken auch. Dass es vor allem ohne eine Begründung aus dem Lehrplan gestrichen wird halte ich für noch viel fataler.


    Wie bereits mehrmals geschrieben geht es mir prinzipiell nicht darum, dass HannoverGEN beendet wird, sondern aus welchen Gründen es beendet wird (wie man im Koalitionsvertrag sehen kann, ging es eben nicht um Zeit/Geld/sonstwas mangel), und das Gentechnik eben komplett gestrichen werden soll.
    Aus diesem Grund und der Tatsache das man kein neutrales Wissenschaftsteam zur überprüfung schickt, und das sich Greenpeace/die Grünen auf eine sehr schwache Studie stützen, statt sich (wie von den Veranstaltern von HannoverGEN mehrmals angeboten) sich ihre eigenen Gentechnik-"Experten" ein Bild davon machen, halte ich die Aussage "man beende HannoverGEN aufgrund von Lobbyarbeit" nur für einen Vorwand um die Interessen von Greenpeace durchzubringen.
    Auch das Greenpeace nicht gewillt ist, ihre eigenen "Experten" für den Unterricht bereitszustellen, und auch keine Vorschläge machen möchte, welche Gentechniker ihrer Meinung nach in der Lage sind, den Unterricht differenziert genug zu führen, halte ich für sehr dubios.

    Korrekte Rechtschreibung ist der Healmonk des Forums. Tut niemanden weh, ist aber ungemein nützlich.


    Das schlimme an Technik -die so alltäglich geworden ist, dass man ihre Wunder kaum noch wahrnimmt- ist das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn sie plötzlich nicht mehr verfügbar ist.

  • Aber bei uns gab es mal Zoff, da die Gemeinde dann mal meinte, wenn sie noch mehr bezuschußen sollte, würde sie den Laden lieber direkt selber betreiben, was ich für durchaus nachvollziehbar um nicht zu sagen wünschenswert halte.


    Sowas halte ich im Endeffekt am sinnvollsten. Bei meinen Eltern drückt sich die Gemeinde zum Großteil immer noch. Kindergartenplatz fürs Bürgermeisterkind und eben ein paar Plätze in den kirchlichen - überspitzt. Die Mütter der Bundeswehr haben aus der Not heraus einen eigenen Kindergarten in der Kaserne gegründet gehabt, wo dann die BW mal wieder ihre soziale Ader zeigen konnte.
    Die Gemeinde ist scheinbar nichtmal bereit gewesen Räumlichkeiten zu stellen....
    Wie die Kostenverteilung aussieht ist oft auch schwer ermittelbar. Vieles an Dienstleistungen/Reperaturarbeiten usw sind ja kircheninterne "Kosten", die dann nicht extra auf den Kindergarten umgerechnet werden. Der Konfirmand der den Rasen mäht bekommt ja kein Geld, taucht nirgendswo auf - selbst beim Hausmeister ists fraglich.
    Wenn man mit der Vermischung von Interessen und Geldern ein Problem hat muss man natürlich sauber trennen - darf eigentlich auch keine privaten Betreiber/Firmen/Sponsoren ins Boot holen. Viele kirchliche Gemeinden sind sehr klamm bis pleite, die Plätze würden wohl oft voll wegfallen. Papa Staat müsste dann - selbst wenns nur 10% waren die über die Kirchen kamen - draufzahlen. Oder Plätze streichen. Das dürfte der Grund sein warum mans hinnimmt.


    Bei der Gemeinde meiner Eltern müsste man z.b. neue Räumlichkeiten bauen - durch das verknüpfte Personal, verknüpfte Veranstaltungen (Ausflüge, Musik, Feste) oder auch Räumlichkeiten (Gemeindesaal+Küche+blablubs für Kindergartenveranstaltungen die die Räumlichkeiten sprengen) müssten die Kosten meiner Meinung nach zumindest in diesem Fall explodieren - oder das Angebot wird massiv kastriert. Vermute dass bei anderen Fällen auch recht viele "versteckte Kosten" auflaufen würden.



    Konsequenterweise sollte man auch Kernphysik komplett aus der Schule verbannen.


    Kernphysik wird an der Schule relativ oberflächlich behandelt. Das Thema ist auch relativ dicht am physikalischen Grundlagenwissen dran. Von Bio hab ich zwar absolut null ahnung, aber von mir aus kann man mal ein zwei doppelstunden, wenn man eh schon beim erbsenzählenden Mönch ist, dazuklatschen...


    Das Projekt dient ja gerade dazu, dass die Kinder etwas über Gentechnik und molekularbiologische Forschungsmethoden lernen, damit sie sich eine fundiertere Meinung bilden können.


    Genau das wird in Frage gestellt. Natürlich hätt man noch Greenpeace mit ins Boot holen können. Dann erstellen die unterrichtsmaterial und der Schüler darf sich beides angucken und lernt was über Lobbyarbeit.


    War das Projekt nicht eh zeitlich begrenzt?



    Warum sollte der InnoPlanta Preis ein Hinweis auf Lobbyarbeit sein?


    Weil Immoplanta eher nach einer einseitigen Lobbyveranstaltung aussieht als nach "ausgewogener Aufklärung".
    Jede Lobby will irgendwo aufklären. Über Umweltschutz (Greenpeace), die nicht vorhandenen nebenwirkungen des Rauchens (Tabakindustrie) über die Nachteile eines Tempolimits (Automobilisten),...
    Wie ausgewogen dann deren Aufklärung aussieht - oder obs eben doch einseitige Propaganda ist - ist oft schwer zu ermitteln und erfordert teils großes Fachwissen.

  • Kernphysik wird an der Schule relativ oberflächlich behandelt. Das Thema ist auch relativ dicht am physikalischen Grundlagenwissen dran. Von Bio hab ich zwar absolut null ahnung, aber von mir aus kann man mal ein zwei doppelstunden, wenn man eh schon beim erbsenzählenden Mönch ist, dazuklatschen...


    Also ich weiß nicht wie das in anderen Bundesländern ist, aber bei uns wurde in der Oberstufe im letzten Jahr ausschließlich Kernphysik behandelt.