Booten von SSD nicht mehr möglich

  • Moin zusammen,


    Ich habe in meinem PC 4 Festplatten verbaut - 2 SATA-SSDs und 2 M.2 SSDs (unten sind die Specs). Eine der SATA-SSDs ist mein primäres Bootmedium. Seid gestern (28.07.) wird sie aber nicht mehr als Bootmedium erkannt, d.h. sie wird in der Bootreihenfolge einfach übersprungen. Am 27.07. war noch alles normal.

    Im BIOS sowie unter Windows, dass sich auf einer anderen SSDs befindet, wird die SATA-SSD erkannt. Zudem kann ich unter Windows voll auf sie zugreifen. Die Windows-Fehlerüberprüfung kann nichts finden und "Google" ist leider auch nicht besonders hilfreich.


    Hat jemand eine Vermutung wieso von der SATA-SSD nicht mehr gebootet werden kann und wie ich dies herausfinden und beheben könnte?

    Ich will zwar sowieso das OS auf die m.2 SSD verlagern, aber es würde mir einiges vereinfachen normal von der SATA-SSD booten zu können um Konfig-Dateien usw. einfacher finden und verschieben zu können.


    Danke euch schonmal im Voraus :)


    - 1. Bootmedium: Samsung 840 Series SATA, 240 GB, seit 2013 im Einsatz (für OS und kleinere Anwendungen)

    - Spiele-SSD: Samsung 860 Evo SATA, 250 GB, seit ~2017

    - Alternativbootmedium mit frischem Win 10: Samsung 960 m.2, 500 GB, seit 04.2021

    - Datengrab und Spiele-SSD: Western Digital SN750 m.2, 1 TB, seit 04.2021


    Restliches System:
    -Ryzen r9 5950X
    -Gigabyte B550 Aorus Elite v.2

    -MSI GTX 1070 ti Gaming X

    -2x8 GB Ballistix RAM

  • Moka

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  • Du hast mehrere OS installiert oder warum kannst du "unter Windows" auf die Platte zugreifen, wenn du das Windows nicht booten kannst?


    Oder ist es möglich verschiedene Medien als Boot-Medium für EIN Windows zu nutzen?

  • Ich hatte noch ein frisches Win 10 auf einer weiteren SSD installiert (die M.2 SSD) und damit ich auf die ursprüngliche Bootplatte zugreifen kann. Also habe ich aktuell zwei verschiedene Windows-Installationen im PC, von denen nur eine funktioniert.

  • Nein, das zweite Windows ist seit Mitte/Ende Mai installiert, war jedoch bisher nicht in Benutzung. Windowsversion ist bei beiden OS die selbe: Win 10 Education. Bis jetzt gab es auch keine Probleme mit dem Multiboot-System.


    Ich vermute du willst darauf hinaus, dass der Bootmanager sich nun irgendwie verschluckt haben könnte?

  • Baue physikalisch alle Platten aus bis auf die eine, auf der du am Ende dein Windows drauf haben willst. Formatiere sie und richte sie als Boot-Platte und mit Windows ein.


    Dann baue die anderen Platten wieder ein und richte die Daten entsprechend ein. Vernichte alles Multi-Boot was du hast und lösche alle früher mal erstellten zusätzlichen Windows-Installationen außer der einen, die du benutzt. Das gibt sonst nur Durcheinander.


    Verteile weder die Boot-Bestandteile auf mehrere Platten, noch verteile Programminstallationen auf mehrere Platten. Bei einer neuen Windows Installation, installiere alle Anwendungen auf die Platte, auf der auch das Windows drauf ist.


    Nur die Daten, die verteile auf deine zusätzlichen Platten.

  • Ich habe es befürchtet^^" Jahrelang ging es gut. (Ich hatte seit ca 2016 zwei Windows-Installationen laufen - damals noch einmal XP und einmal Win 8.1/später Win 10.) Defekt ist die urpsüngliche Boot-SSD aber wahrscheinlich nicht, richtig?


    Also, ich werde Boot + Anwendungen auf der 500 GB m.2 SSD installieren. Daten kommen auf die 1 TB SSD. Meine Spielbibliotheken werden auf die nicht-Bootplatten verteilt. Das sind ja nur Daten auf die Steam und Konsorten zugreifen. So dürfte es auch passen, oder?

    Ich mache mich dann mal daran alle möglichen Config-Files zu suchen^^

  • Ich habe auch keine weitere Idee dazu, außer wie von Silmar gesagt, alles platt machen und "vernünftig" neu machen. Wozu überhaupt 2x Windows 10?

    Wenn du deine Haupt Win. Installation sowieso auf die PCIe SSD umziehen wolltest, ist jetzt der richtige Augenblick. Die Steam-Bibs kannst du ja ggf. extern sichern, dann geht das neu einrichten wieder. Ich würde die beiden 256GB Platten auch erstmal weglassen, vllt kommst du ja mit den kombinierten 1,5 TB aus.


    Ja wahrscheinlich hat sich der Boot-Manager irgendwo verschluckt, vllt nach einem (größeren) Windows Update oder was auch immer. Die Fehler-Suche würde wahrscheinlich länger dauern als das neu einrichten.

  • Eine funktionierende Bootplatte hätte den Umzug nur deutlich vereinfacht. Und ich lerne gerne aus meinen Fehlern :). Zum Glück kann man am PC nichts so einfach kaputt machen (regelmäßige Backups vorausgesetzt).
    Ich glaube ich habe nun meine Config-Files zusammen und kann morgen das OS neu aufsetzen.

    Danke euch für euren Support :)

  • In welcher Form hätte eine "funktionierende Bootplatte" deinen Umzug vereinfacht? Was genau möchtest du denn "umziehen"?

    Wenn man so eine Sammlung mehrerer Platten hat und einen Haufen Daten, dann muss man einen Plan haben und Vorgaben erstellen, wo was liegen soll.


    Theoretisch ist Windows unüberschaubar flexibel, was zu totalem WIldwuchs führt, durch den niemand mehr durchblickt. Eine Folge davon siehst du gerade an deinem Rechner. Praktisch wird die Wahlfreiheit durch "best practice" eingeschränkt, also von einer Vorgehensweise, die zum einen von Microsoft empfohlen und untersützt wird, zum anderen die sich in langjähriger Arbeit mit Windows herauskristallisiert hat.


    Diese Konzeption, also die Struktur und Organisation Betriebssystem, Programmen und Daten sieht für Windows 10 wie folgt aus:


    1. Es wird das UEFI Bios verwendet, kein Legacy-BIOS. Ein TPM ist in den Bios-Einstellungen aktiviert, und ebenfalls Secure Boot.

    2. Windows ist auf der Platte installiert, von der gebootet wird. Dies sollte wenn möglich eine SSD sein, keine konventionelle Festplatte.

    3. Die Bootplatte enthält 1 Anwendungspartition, und zwar die, in der Windows installiert wird. Zusätzliche (versteckte) Partitionen werden vom Windows Setup automatisch miterstellt, die man so belässt wie sie erstellt wurden, und auch ignoriert, weil sie von Windows bzw. von UEFI gemanaged werden.

    4. Windows wird am besten auf die Bootplatte in der Form installiert, dass man sämtliche vorab existierenden Partitionen auf der Bootplatte löscht und sie vom Windows Setup automatisch anlegen lässt. Existierende Daten muss man von dieser Platte natürlich vorher wegsichern. Dann legt das Setup automatisch alle erforderlichen Partitionen in der erforderlichen Größe an. Manuell legt man keine Partition dort an, man lässt das Setup die ganze Platte mit der Windows-Installation füllen.

    5. Alle Anwendungen werden in die Standardverzeichnisse auf der Windows-Partition installiert. Das ist aus Sicherheitsgründen wichtig, damit die Programmdateien vor unerwünschter Veränderung geschützt sind. Aus diesem Grund sollte die Boot-SSD genügend groß sein, damit sie alle zu installierenden Anwendungen aufnehmen kann. Auch alle Steam-Libraries sollten hineinpassen. Nur im Notfall sollte man Steam-Libraries auf anderen Platten anlegen.

    6. Weitere Platten stehen für Benutzerdaten zur Verfügung. Man kann ihnen entweder eigene Laufwerksbuchstaben zuordnen (D:, E:, F, ...), oder man kann auf der Windows Partition leere Verzeichnisse anlegen und ihnen eine der zusätzlichen Platten zuweisen statt eines Laufwerksbuchstabens.

    7. Programme grundsätzlich mit ihren Installationsprogrammen installieren, und zwar in die vorgegebenen Standardverzeichhnisse C:\Program Files bzw. C:\Program Files (x86). Keine losen Dateien mit dem Explorer kopieren und starten. Installiert man etwas, im Internet die neueste Version des Installers downloaden, damit man die neueste Programmversion hat.

    8. Programmkonfigurationen liegen in C:\users\<username>\appdata\Roaming. Dies ist das Verzeichnis, was man bei Altinstallationen sichern sollte und ggf. in eine Neuinstallation übernehmen kann. Aber nicht einfach das Verzeichnis stumpf komplett rüberkopieren, sondern nur für Anwendungen, bei dem es über die Maßen aufwendig wäre, sie neu einzurichten. So wird man Altlasten und ggf. Fehlkonfigurationen am einfachsten los.


    Vorschlag für eine Dateistruktur:

    Du hast 3 oder 4 SSDs, soweit ich das in Erinnerung habe.

    Mach es so, dass eine 500 GB SSD deine Bootplatte für Windows und Anwendungen wird, also Laufwerk C: Gedankenstütze: C: wie Code.

    Deiner 1 TB SSD gib den Laufwerksbuchstaben D:. Gedankenstütze: D: wie Daten.

    Auf D: lege ein Verzeichnis D:\Moka an.

    Innerhalb D:\Moka legst du deine Daten in Unterverzeichnissen ab. Keine anderen Verzeichnisse auf D:\. Damit hast du alles an einem zentralen Punkt. Ich persönlich habe noch ein D:\Temp, in dem temporärer Müll liegt.

    Für die weiteren SSDs, lege in D:\Moka leere Verzeichnisse an, und ordne den SSDs keinen Laufwerksbuchstaben zu sondern eines dieser Verzeichnisse. Damit hast du weiterhin nur einen einzigen Laufwerksbuchstaben für deine Daten (D:)

    Die "magischen" Windows Verzeichnisse für Dokumente, Videos, Bilder, Downloads kannst du auf D: umbiegen, damit sie in deine selbsterstellte Verzeichnisstruktur hineinpassen.


    Ich persönlich habe mich auf meinem PC hieran orientiert:

    https://www.howtogeek.com/howt…-and-folder-organization/

    Das ist in seiner Gesamtheit zwar Overkill, bietet aber viele Ansatzpunkte für die Selbstorganisation. Man muss nicht alles so machen wie vorgeschlagen, aber es gibt viele Ansatzpunkte, die es Wert sind.

  • Danke für deinen Input, Silmar.


    Leider gibt es einige (ältere) Programme, die ihre Einstellungen nicht im AppData-Ordner speichern, sondern irgendwo anders. Die Speicherorte hätte ich mit funktionierender Bootplatte besser herausfinden und im Voraus sichern können.

    Jedenfalls habe ich heute morgen das OS neu auf C:\ (500 GB SSD) installiert und alle Anwendungen auch dort untergebracht. D:\ (1 TB SSD) ist für alle Daten und Spielebibliotheken. Die Standard-Windowsverzeichnisse wurden ebenfalls hier hin verschoben. Die SATA-SSDs fliegen raus und werden meiner Familie gespendet, damit die letzten auch mal von HDDs wegkommen.


    An dem Guide habe ich mich vor einigen Jahren schon Mal langgehangelt. Meine Dateistruktur ist relativ geordnet, wenn auch an manchen Stellen sehr individuell.

  • Es gibt neben %appdata% dann natürlich noch die Registry, in der Anwendungen Einstellungen speichern. Leider ist das ziemlich unübersichtlich geworden, weil es im Prinzip 4 Speicherorte gibt: in HKLM\SOFTWARE, in HKCU\SOFTWARE oder für 32-bit Software unter Umständen in HKLM\SOFTWARE\WOW6432Node auch in HKCU\SOFTWARE\WoW6432Node.


    Hast du Steinzeit-Software aus Windows 2000 Zeiten, die ihre Konfiguration oder Daten im Programmverzeichnis ablegt, aber du findest dort nichts (weil es ja schreibgeschützt ist), dann musst du wissen, dass Windows in dem Fall Schreibzugriffe vom Programmverzeichnis umbiegt in ein virtuelles Verzeichnis im User-Profil. Schau in C:\Users\<Username>\Appdata\Local\VirtualStore nach.

    Guild Wars Visions ist beispielsweise so ein Programm.