Fehlverhalten zweier Entwickler führt zu deren Entlassung

  • Die Verletzung der Kommunikationsstandards durch Jessica Price und Peter Fries führte zu deren Entlassung. Dies hat uns Mike O'Brien mitgeteilt,


    Recently two of our employees failed to uphold our standards of communicating with players. Their attacks on the community were unacceptable. As a result, they’re no longer with the company.

    I want to be clear that the statements they made do not reflect the views of ArenaNet at all. As a company we always strive to have a collaborative relationship with the Guild Wars community. We value your input. We make this game for you.

    Mo


    Den Verlauf der Affäre könnt ihr hier nachlesen.

  • Amerika. Soll man davon halten was man will, deswegen gleich die Leute (und dann auch noch beide) vor die Tür zu setzen finde ich nicht gut.

    Distanzieren, entschuldigen, wiedergutmachen (z.b. exklusiv Interview oder so), Betroffene versetzen und gut ist. Verstehe schon, dass Anet nun irgendwie reagieren musste, aber das ist schon hart. Abgesehen davon sollte man sowas immer überschlafen und nicht im Affekt handeln.


    Sehe mich bestärkt dadrin, dass man Devs lieber aus der Öffentlichkeit raushalten sollte, um sie vor sich und anderen zu schützen.

  • Amerika. Soll man davon halten was man will, deswegen gleich die Leute (und dann auch noch beide) vor die Tür zu setzen finde ich nicht gut.

    Kundenbeleidigungen durch einen Mitarbeiter lässt sich wohl kein Unternehmen gefallen. Das ganze zu verteidigen ist auch nicht besser und schadet dem Unternehmen fast genauso sehr. Da halte ich Entlassungen für gerechtfertigt. Eventuell hätte im Falle von Peter Fries auch eine Abmahnung ausgereicht, da seine Antworten deutlich weniger beleidigend formuliert waren. Da dürfen die Arbeitsrechtler drüber streiten.

    Jedenfalls ist so ein Verhalten absolut nicht zu tolerieren. Weder als Mitarbeiter einer Firma, noch als Privatperson darf man andere beleidigen.

  • Wie hätte man sie daran hindern können, weiter zu twittern?

    Warnschuss und bei Verstößen dann rauswerfen. Allerdings wissen wir ohnehin nicht, was intern evtl. bereits gelaufen ist. Denkbar ist ja durchaus, dass sie z.b. für den Totalbiscuit Kommentar bereits ein paar Breitseiten an Warnschüssen bekommen hat.

    Genausowenig wissen wir, wie die internen Gespräche zu dem aktuellen Fall liefen. Irgendwo habe ich den Eindruck, dass sie kein riesig einsichtiger Charakter ist und somit keine andere Wahl blieb.

  • Jessica hat sich gegenüber Kotaku geäußert:


    Und weiter:

    Zitat

    Price is worried about the precedent the firings set. “The message is very clear, especially to women at the company: if Reddit wants you fired, we’ll fire you,” she said. “Get out there and make sure the players have a good time. And make sure you smile while they hit you.”


  • Wenn es nicht sinnentstellend dargestellt wurde fährt sie wieder das übliche Schema.

    Zitat

    The only regrets I’ve ever had, however, have been in situations where I didn’t stand up for myself, not ones in which I did, and I don’t expect that to change any time soon. My only real regret here is that I encouraged other women to come on board and promised them it was a safe company for them.

    Für was soll sie denn eingestanden sein? Für ihr Recht andere grundlos zu beleidigen?

    Und dann erwartet sie, dass das Unternehmen sie dabei noch unterstützt?

    Peter Fries wurde ja auch rausgeworfen, ist der eine Frau?
    Oder ist Anet ein unsicheres Unternehmen für Frauen, weil Frauen gleich behandelt werden und nicht bevorzugt?

    Peter Fries rauswerfen und sie nicht?

    Also bitte....

    Hätte sie das als Ausrutscher dargestellt, sich entschuldigt und die Entlassung als überzogen kritisiert hätte ich da irgendwo Verständnis. Aber so sicher nicht.


    Mag sein, dass Kotaku das aus dem Kontext gerissen hat. Aber das klingt nach null Problembewusstsein, null Fähigkeit zur Selbstreflexion. Wenn man nicht schwimmen kann ist immer die Badehose schuld, bzw in diesem Fall die Männer.

    Mich würde mal interessieren ob sie sich bei Fries entschuldigt hat...


    Und ja, Devs sind im Grunde Kundenservice. Der Kunde/Spieler hat einen Wunsch und man muss es ihm irgendwo Recht machen, was oftmals kein sonderlich dankbarer Job ist. Aber das Problem hat jeder, der irgendwo Endkundenkontakt hat. Streng genommen ist der Klempner, Maler, Gärtner, Architekt, Arzt, Lehrer usw. auch kein Kundenservice.


    Reddit feuert niemanden. Das muss immernoch das Studio selber machen, und wird dabei mit Hirn handeln.

  • Wenn es nicht sinnentstellend dargestellt wurde fährt sie wieder das übliche Schema.

    Für was soll sie denn eingestanden sein? Für ihr Recht andere grundlos zu beleidigen?

    Und dann erwartet sie, dass das Unternehmen sie dabei noch unterstützt?

    Stimme dir da 100% zu. Desweiteren war der auslösende Tweet des Fans in keinster Weise sexistisch. Ich kann da nichteinmal soetwas reininterpretieren, obwohl ich es versucht habe.
    Sie hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, um ihre persönlich Einstellung auf Teufel komm raus in die Welt zu posaunen und ist dabei gefallen. Jetzt meckert sie rum, dass unten kein Trampolin stand.

  • Ein Artikel auf The Verge wirft ein Licht auf die augenscheinliche Naivität/fehlendes Bewusstsein beim Thema Angestelltenverhalten in sozialen Medien im Unternehmen Arenanet.


    Zitat

    Price adds that she believes her firing was an emotional reaction on the part of ArenaNet co-founder Mike O’Brien. “He fired me personally, and the meeting was mostly him venting his feelings at me,” she says. “I understand being afraid when you see the Reddit mob coming for you, but if people with less power can weather it — and we do, regularly — so can he.”

    Price says that prior to being fired, the company had never discussed her social media presence with her or issued a warning for anything she had posted. “If it was covered in orientation, I wouldn’t know. I got pulled out of orientation to jump into rebreaking the story arc for this season of Living World.” Furthermore, ArenaNet was not only aware of her outspoken approach to discussing similar issues on social media but encouraging of it. During a job interview with the company, she had told them she was “loud about these issues on social media and had no intention of shutting up. They reassured me that they ‘admired [my] willingness to speak truth to power.’”

  • Mo hat ihr bei der Einstellung klar gemacht, das sie ihr gesetzlich gegebenes Recht auf freie Meinunsäusserung nutzen darf.

    Bei ihren Arbeitsunterlagen lag aber garantiert auch ein Dokument bez. 'Code of Conduct'/Verhaltenskodex bei, das sie unterzeichnet hat, welches darauf hinweist, sich stets, und somit auch ausserhalb der Arbeitszeit, so zu verhalten, das der Firma kein (wirtschaftlicher) Schaden entsteht.


    Mir würde schon der normale Menschenverstand verbieten, über meine öffentlichen Kanäle Kunden und/oder meinen Arbeitgeber anzugehen.

    Warum hat sie nicht einfach gesagt, das sie auf ihrem privaten Account keine Geschäftsthemen bespricht?

    Viele Leute aus der Branche haben dies explizit in ihrem Profil stehen, und halten sich dran.

  • Für mich zusammengefasst ging es um diese Themen:
    1. Professionelle [Jobbezeichnung] lassen sich von Laien, Amateuren, usw. ungerne erzählen wie sie ihren Job zu tun haben.
    2. Professionelle [Jobbezeichnung] wollen in ihrem "privaten" Twitter-Feed nicht unbedingt Diskussionen über ihre Arbeit führen.
    3. Sexismus ist immernoch ein brandaktuelles und wichtiges Thema, auch in der Spieleindustrie.
    4. Devs werden oft für Belange angeschrieben, die in den Verantwortungsbereich des Customer Services oder des Community Managements gehören.
    5. Trennung "private" und Unternehmens-Twitter-Accounts muss besser geregelt sein. Ist das überhaupt möglich bei "Personen des öffentlichen Lebens"?
    6. Es wird oftmals zu viel in getätigte Aussagen interpretiert.

    7. (Zu) unfreundliche und unüberlegte Reaktionen können negative Folgen haben.
    9. Professionalität muss auch im privaten Twitter-Feed (der ist ja trotzdem öffentlich) gewahrt werden
    10. Zu Zeiten des Meinungsauskotzens im Internet, muss man damit rechnen Antworten, Kritik, o. Ä. zu erhalten, wenn man öffentlich etwas von sich gibt.

    Leider hat Jessica Price die Themen 1. - 4. miteinander vermischt und ist wie es ihr am besten passte hin und her gesprungen, obwohl dies nicht unbedingt Sinn machte und teilweise sehr weit hergeholt war. Dadurch hat sie die Community stark gegen sich aufgebracht und nebenbei noch eine Straftat begangen (zumindest nach Europäischem Recht: Beleidigung).
    Peter Fries hat sich das ganze verteidigt und auch selbst ein paar mal in unpassenden Momenten selbst die Sexismuskeule geschwungen und ist auch zwischen den Themen hin und her gesprungen.
    Beide haben ANet Schaden hinzugefügt, sowohl dem Image als auch wirtschaftlich. Ich denke sie haben damit ANets Code of Conduct gebrochen und deswegen die Kündigung kassiert, wobei ich in Peter Fries Fall eher eine Abmahnung ausgesprochen hätte. Allerdings weiß ich nicht was sich bei ANet hinter den Kulissen noch abgespielt hat.

    Die Themen 6. - 10. sind von der Community als Reaktion in die Diskussion gebracht worden und meiner Meinung nach als Reaktion auch gerechtfertigt und nachvollziehbar, allerdings von den Devs ignoriert oder verdreht worden.

    Ich denke, dass jedes dieser Themen wichtig ist und auch diskutiert werden werden muss. Allerdings liegen ihnen teilweise unterschiedliche Gründe zu Grunde, sodass sie separat behandelt werden müssen, anstatt wild durcheinander wie in diesem Fall.

  • Klarnamenszwang im Internet ist in Deutschland nicht populär, obwohl einige Politiker dafür eintreten. Arbeitgeber recherchieren Namen. Ungünstige Social Media Selbstdarstellung kann Konsequenzen haben, bei der Jobsuche bis hin zur Kündigung.


    Die Annahme, dass man als namentlich bekannter Dev unter dem eigenen Klarnamen "privat" twittern kann was man will ist bestenfalls naiv. Weder kann Donald Trump auf "donald-trump-privat" "Frauen an den Herd" twittern ohne dafür Flak zu bekommen, noch kann das ein AfD Politiker, noch irgendein DSDS-Kandidat, noch ein Dev.

    Vermutlich dürfte Anet unter "speak truth to power" nicht gemeint haben, dass das ein Freifahrtschein ist Spieler unbegründet zu beleidigen. Es liegt ein Denkfehler vor, wenn man meint es sei Feminismus sich auf die Straße zu stellen und zufällig vorbeikommende Leute zu attackieren. Ich denke mit z.b. Kritik an Weinstein hätte Anet kein Problem. Über die eigenen Spieler/Kunden herziehen ist eine ganz andere Nummer. Und erst recht, wenns in diesem Fall auch noch völlig unbegründet ist.

  • Das Prinzip von Hire & Fire sollte den Arbeitnehmern doch bekannt sein - wer so auf die Kacke haut, wie die Dame, hat es nicht besser verdient.

    Völlig absonderliches Bild von Feminismus



  • Das Prinzip von Hire & Fire sollte den Arbeitnehmern doch bekannt sein - wer so auf die Kacke haut, wie die Dame, hat es nicht besser verdient.

    Völlig absonderliches Bild von Feminismus



    Ich kann Barlow da nur zustimmen. Ich schüttel umso mehr den Kopf, desto mehr ich über diese Sache nachdenke (und manche Reaktionen sehe...)
    Einzig in der Sache, dass er meint, dass Price nicht dafür hätte gefeuert werden sollen, widerspreche ich ihm. Beleidigungen gegen Kunden gehen gar nicht.

    Ob nun Fries deswegen auch dafür die Kündigung verdient hatte, darüber kann man diskutieren. Allerdings wissen wir auch nicht, wie die beiden sich am Tag danach im Gespräch mit Geschäftsleitung, Personalwesen und einem aus der Story-Abteilung verhalten haben.

  • Ein echter Vorzeige-Millenial. Aber wir haben 2018 und das Cover von Battlefield V könnte sehr gut einer der letzten großen Triumphe dieser nutzlosen Generation voller Exzentriker gewesen sein. Wenn Jessica das nächste Mal irgendwo rausfliegt, ist das wahrscheinlich bei Starbucks, weil sie sich weigert, heterosexuelle weiße Männer zu bedienen.