Shitstorm rund um Jessica Price

  • Wie privat sind private Twitter-Accounts der Entwickler? Darf man gegenüber Spielern dort auch einmal die Selbstbeherrschung verlieren?


    Ein eher harmloses Feedback von Deroir auf Jessica Prices Twitter-Account und der Rreaktion Jessicas darauf hat einen gewaltigen Shitstorm ausgelöst. In Kurzfassung fühlte sich Jessica durch Deroir direkt als weibliche Entwicklerin angegriffen. Sie mochte sich nicht von einem "rando Asshat" in Bezug auf ihre Arbeit belehren lassen. Auch INKS bekam sein Fett weg.


    Artikel auf Tentonhammer


    Das wirft die Frage auf, ob Arenanet seine Mitarbeiter genügend schult, wie man sich im Internet, besonders auf sozialen Plattformen, so verhält, dass man keinen Schaden verursacht. Konstruktive Kritik, wenn sie auch in Jessicas Augen abgegriffen oder nicht zielführend angesehen wird, mit dem Argument des Sexismus entkräften zu wollen, führt nur zu mehr bösem Blut.

  • Ich frage mich schon seit längerem ob es klug ist den normalen Entwickler ans "Messer" zu liefern. Machen wir uns nichts vor, jeder von uns sagt mal dummes Zeug oder benimmt sich daneben. Geschieht das auf "social media" ist das aber nicht mehr privat, sondern so als würde man im TV Mist bauen.

    Spieleentwickler sind mittlerweile doch bei vielen Spielen der Spielerschaft bekannt und stehen damit permanent in der Öffentlichkeit. Ob das gut ist sei dahingestellt. Ich möchte nicht wissen was da einige an Hass-post, -PNs oder -Emails bekommen.


    Es wäre vermutlich klüger den normalen Entwickler weitgehend rauszuhalten. Wir müssen nicht wissen wie der Story-Dev mit vollem Namen heißt. Der kann genausogut unter einem Künstler- und Nickname auftreten. Als "persönliche" Carebears kann der Spielehersteller ja durchaus ein geschultes, professionelles Kommunikationsteam haben. Also irgendein Community/PR Team.


    Das ganze Thema wäre ja nicht so eskaliert, wenn niemand wüsste dass die Jessica Price bei Anet arbeitet. Aber so repräsentiert sie eben, wenn auch in ihrer Freizeit, immer irgendwo auch Anet. Genauso wie Frau Merkel auch immer die CDU repräsentiert, selbst im Urlaub. Für einen Normalo-Dev finde ich das eine ziemliche Zumutung und es wäre wohl besser wenn man namentlich nicht bekannt wäre.


    Inhaltlich braucht man zu der Nummer denke ich nicht allzuviel Worte zu verlieren. "Ich bin der König/hab einen Doktortitel und hab deswegen immer Recht, Begründungen sind was für Idioten" ist kein so richtig gutes Argument im 20. Jahrhundert, und im 21. erst recht nicht. Insbesondere in künstlerischen Berufen, aber auch ein Arzt sollte in der Lage sein seine Position argumentativ zu untermauern.

    Dann nochmal tief ins Sexismus Fass greifen macht es nicht besser, insbesondere wenn man es selber im selben Atemzug ist.


    Ansonsten scheint Madame schon länger ein "stachliger Charakter" zu sein: https://www.reddit.com/r/Guild…t_narrative_team/dkj7u4p/

  • Es ist immer eine Herausforderung für einen Entwickler, wenn er ins Rampenlicht tritt /gezerrt wird. Daher war ja auch meine Frage , wie die Entwickler darauf vorbereitet/geschult werden. Sollte man privte Twitter-Accounts unter einem Alias betreiben? Soll man dort über seine Arbeit berichten? Die PR-Abteilung muss auch in die Schulung integriert werden. Die wissen, wie man kommuniziert und welche Fallstricke es gibt.


    Jessica Price ist ein besonderes Extrem: sehr extrovertiert, aktive Fiministin etc. Da wäre eine intensive Schulung und Belehrung nötig gewesen, Ich vermute aber, die Bombe Price wäre trotzdem detoniert.

  • Wie jede normale Firma, dürfte auch Anet eine Geschäftsrichtlinie haben, an die sich Mitarbeiter halten sollten.

    Kurzform: Bitte verhalten sie sich stets so, das sie der Firma keinen Schaden zufügen.


    Wer mit Social Media nicht umgehen kann, macht einen Bogen darum, oder äussert sich auf privaten Accounts nicht zu Geschäftsthemen.

    Niemand hat JP dazu gezwungen auf Tweets zu antworten. Einfach ignorieren und weiter gehts.

    Aber wenn man das Ego von der Größe eines Planeten hat, und dieses nicht unter Kontrolle hält, kann es einen auch den Job kosten.


    Bei Anet gibt/gab es einige spezielle Persönlichkeiten, die vermutlich täglich mit Anfeindungen zu kämpfen haben, auf deren privaten Social Media Accounts ich aber noch nie so ein toxisches Verhalten erlebt habe wie bei JP.


    Sich freuen als John Bain (TotalBiscuit) gestorben ist, nur weil er anderer Meinung war?

    Sich als Frau und Feministin automatisch als Krone der Schöpfung zu betrachten?


    Ein A-Loch bleibt ein A-Loch, egal ob Frau, Mann etc.

    Und Morgen geht wieder die Sonne auf. Über Tyria, Anet, der Community, und auch über der Brücke unter der ein verbitterter Troll haust, der leise vor sich hin jammert 'Alle Männer sind Schweine'.

    Ihr werdet in GW2 alles wiederfinden was ihr in GW1 geliebt habt. .... Sie haben gelogen!

  • Sollte man privte Twitter-Accounts unter einem Alias betreiben? Soll man dort über seine Arbeit berichten?

    Über die Arbeit zu berichten ist vermutlich ohnehin nur eingeschränkt möglich, da Betriebsgeheimnis/Verschwiegenheitserklärungen usw.

    Wenn man der Öffentlichkeit namentlich als Entwickler bekannt ist, bleibt nur ein Account unter einem Alias. Ansonsten wird alles was man sagt, unabhängig davon ob nun "Anet-Mitarbeiter" im Profil steht oder nicht, von Fans verfolgt, bewertet, kommentiert.


    Allerdings habe ich den Eindruck, dass es JP auch um Selbstdarstellung ging. Und daher wenig Interesse an einem von der Arbeit sauber getrennten Account mit weniger Reichweite bestand.


    Es wundert mich schon, dass man sie überhaupt angestellt hat.

  • Allerdings habe ich den Eindruck, dass es JP auch um Selbstdarstellung ging. Und daher wenig Interesse an einem von der Arbeit sauber getrennten Account mit weniger Reichweite bestand.


    Es wundert mich schon, dass man sie überhaupt angestellt hat.

    Ich vermute, dass man das Gefahrenpotential unterschätzt oder ignoriert hat. Sie scheint ja trotz allem recht talentiert zu sein. Man wollte sie augenscheinlich haben. Man dachte wohl, dass man alles irgendwie gedeichselt bekommt und JP nicht explodiert.

  • First World Problem ^^


    Ich bin schon ziemlich lange raus aus Guild Wars. Ich wusste bis gerade eben nicht mal wer das war.