Prüfungsvorleistung

  • Hi,
    ich habe eine Frage zur Prüfungsvorleistung im Studium. Ich hatte im ersten Mastersemester eine duale Prüfung (technische / analytische Chemie) die als Vorleistung eine dreitägige Exkursion hatte.
    Die Exkursion fand aber erst im dritten Semester statt. Zu dieser Zeit wurde ich aber krank und konnte so nicht an der Exkursion teilnehmen. Ich habe auch einen Krankenschein zur Uni gebracht.
    Die Prüfung hatte ich auch im ersten Semester bestanden und es steht auch im Onlineprüfungsamt "Freiversuch bestanden" ohne weitere Bemerkung.
    Jetzt hatte ich letztens eine Unterhaltung mit einem Doktoranden aus der technischen Chemie der meinte ich müsste die Exkursion nachholen weils eine Vorleistung für die Prüfung war und die Prüfung unter Vorbehalt stattgefunden hat. In der Prüfungsordnung steht aber nur, dass man sich unter Vorbehalt zur Prüfung anmelden kann und die Prüfungsvorleistung bis zum Beginn der Prüfung erbracht sein muss.
    Und das hat ja keiner weil die Exkursion erst im dritten Semester stattfand. Ich bin mitlerweile im 4 Mastersemester und habe eigentlich wenig Lust nochmal drei Tage meine Zeit zu verschwenden und eine "Klassenfahrt" zu unternehmen. Glaubt ihr das mir meine schon bestandene Prüfung die mitlerweile 1,5 Jahre her ist wieder aberkannt werden kann?
    Grüße

  • Wenn deine Leistung bereits eingetragen ist, dann halte ich es für unwahrscheinlich, dass dir die Prüfung aberkannt wird.
    Dazu kommt, dass du ein Attest vorgelegt hast und deinen Grund für die Abwesenheit belegt hast.


    Summa summarum: ich denke nicht, dass es dir aberkannt wird.

  • Da glaube ich auch nicht wirklich dran. Aber ich würde da trotzdem nochmal sicherheitshalber beim Prüfungsamt nachfragen. Wäre eben wirklich ärgerlich, wenn du die Prüfung am Ende nicht anerkannt bekommst und deswegen möglicherweise noch ein halbes Jahr an dei Studium dran hängen musst. Deshalb würde ich im Zweifelsfall lieber die 3 Tage investieren.


    Attest oder nicht ist da ja völlig egal, wenn du eine Klausur mit Attest abmeldest, musst du sie ja trotzdem nachholen.

  • Aber ich würde da trotzdem nochmal sicherheitshalber beim Prüfungsamt nachfragen.


    Das ist der beste und meiner Meinung nach auch einfachste Weg. Den Mitarbeitern der verschiedenen Fachbereiche kann man nicht vertrauen. Mal abgesehen davon, dass sie die Prüfungsordnung meist selbst nicht genau kennen, wird da gerne bezüglich der zu erbringenden Leistungen gelogen, weil man der Meinung ist, dass bestimmte Dinge zu einem vollwertigen Abschluss dazugehören, selbst wenn sie nicht in der Prüfungsordnung stehen. Neben Anwesenheitslisten für Vorlesungen, Klausuren statt Anwesenheitslisten, Bibliotheksführungen und Portfolios gehören dazu auch Exkursionen, bzw. alles, was die Mehrheit meiden würde, wenn nicht irgendjemand behauptet, dass es Pflicht ist.


    Das Prüfungsamt ist da leidenschaftslos und sagt dir einfach, was Sache ist.


    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass das Prüfungsamt sowas bei uns nicht mitgemacht hätte. Entweder war die Vorleistung erbracht oder nicht. Und solange sie nicht erbracht war, durfte man die Folgeveranstaltung gar nicht besuchen, bzw. wurde die Note oder 'bestanden'/'nicht bestanden' dann gar nicht erst eingetragen. Das mag zwar von Uni zu Uni anders gehandhabt werden, aber ich würde in deinem Fall davon ausgehen, dass die Exkursion entweder niemals wirklich verpflichtend war oder es wurde intern und wahrscheinlich ohne Wissen des Prüfungsamtes so gedreht, dass man erst die Prüfung schreibt und dann die Vorleistung ebringt. Ob das irgendjemand den Mitarbeitern des Prüfungsamtes mitteilen möchte, nur um dir deine erbrachte Leistung aberkennen zu lassen, ist fraglich. Aber man kann es eben nie wissen.

  • Ob das irgendjemand den Mitarbeitern des Prüfungsamtes mitteilen möchte, nur um dir deine erbrachte Leistung aberkennen zu lassen, ist fraglich. Aber man kann es eben nie wissen.


    Mir hat auch mal jemand vom StuRa dazu gesagt, dass da einige Sachen gelaufen sind die nicht rechtens waren. Zum Beispiel wurde inmitten des dritten Semesters plötzlich die Studienordnung geändert. Ein paar Tage vor Weihnachten wurde ein Aushang am Studienbüro angepinnt das die Studienordnung geändert wurde und jeder der was dagegen hat in den nächsten 2 Wochen eine Beschwerde einrechen kann. Am 8 Januar wurde dann plötzlich unter den Studenten bekannt, dass sich die Studienordnung geändert hat und das man bis zum Semesterende jetzt noch einen 30 Seitenbreicht zu schreiben hat. Zum Glück haben da die meisten Doktoren und Professoren nein zu diesem Quatsch gesagt.


    Danke für die ganzen Antworten. Ich denke ich werde mal dem Prüfungsausschuss schreiben und denen das schildern.

  • Das ist grundsätzlich nicht rechtens. Deine Studienordnung behält ihre Gültigkeit bis Studienende.


    Ausnahmen gibt's dabei nur in tatsächlichen Ausnahmefällen. Das heißt, dass alte Diplomstudienordnungen durchaus irgendwann ihre Gültigkeit verlieren, wenn du dein Studium nicht in einer angemessenen Zeit gemäß alter Studienordnung abschließt. Grundsätzlich darf man dir deine Studienordnung aber nicht "wegnehmen".

  • Bringt dich aber trotzdem nicht weiter. Ein Kommilitone von mir wurde rausgeprüft, weil die Uni sein Attest als Prüfungsabmeldung nicht anerkennen wollte. Grundsätzlich hat die Uni überhaupt nicht ohne weiteres das Recht, ein ärztliches Attest anzuzweifeln. Praktisch bringt es dir aber nichts, wenn du ein Jahr und länger keine Klausur und nichts schreiben darfst, weil du im Rechtsstreit mit der Uni bist. Von daher würde ich mich da einfach an die offizielle Stelle wenden und gucken, dass ich das irgendwie mit denen geklärt bekomme.

  • Bringt dich aber trotzdem nicht weiter. Ein Kommilitone von mir wurde rausgeprüft, weil die Uni sein Attest als Prüfungsabmeldung nicht anerkennen wollte. Grundsätzlich hat die Uni überhaupt nicht ohne weiteres das Recht, ein ärztliches Attest anzuzweifeln.


    Ohne genau zu wissen was da passiert ist, ist das schwer zu beurteilen.


    Das Attest muss zum Beispiel eindeutig aussagen, dass der Patient prüfungsunfähig ist, das normale "arbeitsunfähig" reicht nicht. Außerdem muss das Attest innerhalb einer Frist eingereicht werden (idR am selben Tag). War das alles der Fall? Warum sollte die Universität dann meckern?

  • Wird jetzt zwar etwas OT, aber: Es gab bzw gibt an der Uni die Regelung, dass man sich während der Prüfung krank melden kann. Dann geht man zu einem Arzt und lässt sich ein Attest geben, was einen für Prüfungsunfähig erklärt. Darauf muss aber die "Befundtatsache" stehen, also warum genau man nicht Prüfungsfähig ist. Dann kann der Prüfungsausschuss aber immer noch das Attest ablehnen und sich über die Meinung des Arztes stellen und sagen, dass der Student entgegen der Aussage des Arztes prüfungsunfähig ist. Ob das rechtlich alles einwandfrei ist bezweifle ich, aber wie schon gesagt bringt dich eine Klage dagegen auch nicht nach vorne, weil du in der Zeit eben nicht weiter studieren kannst. Auf dem Attest stand wohl irgendeine Befundnummer nach dem ICD-10 Schlüssel, die der Prüfungsausschuss nicht verstanden hat. Sich in der Klausur krank melden wird verständlicherweise nicht gerne gesehen, vermute mal deshalb hat der Prüfungsausschuss sich da quer gestellt.

  • Bringt dich aber trotzdem nicht weiter. Ein Kommilitone von mir wurde rausgeprüft, weil die Uni sein Attest als Prüfungsabmeldung nicht anerkennen wollte. Grundsätzlich hat die Uni überhaupt nicht ohne weiteres das Recht, ein ärztliches Attest anzuzweifeln. Praktisch bringt es dir aber nichts, wenn du ein Jahr und länger keine Klausur und nichts schreiben darfst, weil du im Rechtsstreit mit der Uni bist. Von daher würde ich mich da einfach an die offizielle Stelle wenden und gucken, dass ich das irgendwie mit denen geklärt bekomme.


    Also unser Chemieprof meinte im ersten Semester, dass er bestimmte Erkrankungen nur von Fachärzten anerkennen muss. Besonders psychische Krankheiten müssten nach seiner Meinung vom Facharzt kommen und er hat uns auch einen Auszug aus einem Gerichtsurteil gezeigt, wonach dies rechtens wäre.


    Ist zwar imo eine ziemliche Frechheit, weil es die Uni gar nix angeht, woran die Leute leiden, aber offenbar ist das durchaus zulässig.

  • Ich würde das ehrlich gesagt über Vitamin B lösen. Schauen wer sich um deinen Studiengang kümmert, wird in der Regel der/die Prüfungsausschussvorsitzende sein, mit ihm/ihr reden, häufig kann ein solcher Mensch diese Dinge a) aufklären und b) beheben ohne, dass dir größere Probleme entstehen. Ist natürlich keine Garantie, denn er/sie sollte euch wohlgesonnen sein und ein Interesse daran haben, den Studenten zu helfen, aber es ist ein Versuch der dich nichts kostet.