Providerwechsel aufgrund zu geringer Bandbreite

  • Hallo zusammen,


    ich bin momentan Kunde bei 1&1 und seit mehreren Wochen festigt sich der Wunsch, diesem Provider zu kündigen bzw. den Anbieter zu wechseln. Doch so einfach geht das anscheinend wohl nicht...


    Zur Situation:
    Letztes Jahr, im Zeitraum Juli/August/September, habe ich eine "Doppel-Flat 6.000" bei 1&1 abgeschlossen. Im Februar dieses Jahres ist meine Freundin zu mir gezogen. Ich habe bis dahin nur ab und an Lags gehabt beim Spielen, Ping war nie so schlecht, dass ich mich Tage lang geärgert habe. Mit mehr Leuten bzw. mehr Geräten zu Hause im Internet haben wir bald gemerkt, dass die Leitung scheinbar nicht ganz ausreicht - Rote Pings sind bei uns Normalzustand. In der RA gibt es auch öfters mal orange und grün zu sehen, im PvE haben wir uns aber schon an Lag-Sprünge, rote Pings und lange Ladezeiten gewöhnt. Im Hinblick auf GW2 ist das nicht tragbar. CSS habe ich übrigens in dem Zusammenhang mal getestet; selbst mit nur einem Rechner im Internet liefert mir die Leitung im Spiel einen 100er(++)-Ping.


    Also fix nachgeguckt in der Firmware, regelmäßig die Bandbreite gemessen und überprüft, gegoogelt, gelesen über alte Telefonleitungen im Haus, Telekom-Kupfer-Leitungen in den Straßen aus den 70ern, Störungsbehebungen im WLAN... und rausgefunden, dass von den bis zu 6.000 MBit/s theoretisch 3.500 Mbit/s, praktisch 2.700 MBit/s down ankommen. Geteilt durch zwei bzw. drei GW-Clients plus Surfen nebenbei, von mir aus auch noch ein Video bei YouTube. Da kommt es vor, dass Browser sporadisch Websites über zehn Sekunden lang laden, GW beim Einloggen laggt ("Verbindung herstellen...") und das schließlich zu immer mehr Unzufriedenheit führte. Anrufe bei 1&1 selbst, Mails an den Kundenservice brachten nicht mehr als die Auskunft "aus technischen Gründen nicht mehr realisierbar".


    Was mich nachhaltig wundert, ist nach wie vor die Tatsache, dass 1&1 an meinem Standort sogar 16k anbietet, 50k jedoch aussschließt. Ich kriege nicht mal 6k, obwohl ich 6k bezahle.


    Nun haben wir einen guten Bekannten (ich nenne ihn mal Peter), der selbstständig ist und uns einen lokalen Anbieter empfohlen hat. Dieser Provider - HTP - verbaut momentan in unserer umliegenden Wohnregion neuere Leitungen in den Straßen und moderene Technik in Knotenpunkten. Das ist insofern attraktiv, weil wir alles andere als in der Stadt wohnen. Bei HTP kriegen wir nach deren Verfügbarkeitscheck auch 16.000 MBit/s - allerdings weiß ich durch Peter (sein Unternehmen ist Partner des Providers), dass HTP neuere Technik nutzt, keine Ports anmietet, sondern eigene (moderne) besitzt, und von den 16.000 MBit/s auch 16.000 MBit/s ankommen. Dafür ist der Provider eben nur in unserer Region verfügbar, was bei unserem Standort aber logischerweise keineswegs ein Nachteil ist. Ob das nun alles auch auf die Kommastelle genau stimmt, fällt nicht ins Gewicht, solange die Leistungen wie vereinbart ankommen. Im Vergleich zu 1&1 sind die Preise nahezu gleich, zwei verschiedene Telefonnummern sind kein Problem, die Mitnahme von Telefonnummern ist auch möglich, wir hätten zudem einen persönlichen Ansprechpartner, druch den wir evtl. auch Vergünstigungen wahrnehmen könnten. Die Idee des Providerwechsel ist also durchaus nachvollziehbar.


    Worum es mir nun geht - wie wechsle ich eigentlich den Anbieter? Einfach so 1&1 kündigen geht nicht, weil im Vetrag meist eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten vereinbart ist. Ich gehe davon aus, dass das bei uns auch der Fall ist, müsste ich mal nachsehen. Meine Hoffnung, aus dem Vetrag wegen zu geringer Bandbreite rauszukommen, ist auch nicht realistisch. Nach einigem Googeln findet man zwar Urteile über zu geringe Bandbreite als außerordentlicher Kündigungsgrund, allerdings glaube ich dass eben dieser bis zu-Zusatz bei der Bandbreitengeschwindigkeit dieses wieder entkräftet. Ich hab darüber leider noch keine einheitliche Klärung gefunden...
    Bei dem neuen Provider selbst kann man den Anbieter angeben, von dem man wechseln möchte. Ich habe auch öfter gelesen, dass der neue Anbieter oftmals den "Papierkram" des Wechsels bzw. der Kündigung beim alten Provider übernimmt - stimmt das?
    Wie komme ich aus meinem Vertrag raus, wenn ich mich dazu entschließe einen Vetrag bei einem anderen Provider zu unterschreiben?


    Vielen Dank
    Koron

  • Wenn der neue Provider die selben Leitungen benutzen muss, dann bekommst du auch nicht mehr Bandbreite. Das sollte klar sein, also lass dir eventuelle höhere Geschwindigkeiten schriftlich zusichern.


    Bei 1&1 kommst du nicht raus. Die schalten dir was die Leitung hergibt bis zu 6000 und das steht normalerweise auch so im Vertrag.


    Wenn eine Straße oder sogar ein Haus weiter 16000 gehen, dann heisst das für dich gar nichts. Du kannst an einem anderen Verteiler hängen und was der Nachbar bekommt ist damit bedeutungslos für dich.


    Es ist üblich, dass der neue Provider die Kündigung beim alten übernimmt und dabei dann deine Telefonnummern mitnimmt, das erfährst du aber beim neuen schon. Auf die Kündigungsfristen hat das alles aber keinen Einfluß.

  • Völlig richtig was Lyta sagt, würde ich so unterschreiben.


    Allerdings gibt es die geringe Chance, bei zu geringer Bandbreite einen sogenannten Mangel (Abweichung der Ist-Beschaffenheit einer Sache von der vertraglich geschuldeten Soll-Beschaffenheit) geltend zu machen.


    Hin und wieder und unter bestimmten Voraussetzungen geht das: http://www.e-recht24.de/news/telekommunikation/1327.html

    der alfredo



    Artikel 22a der Berliner Landesverfassung:
    "Wer aus einer Sektlaune heraus oder wegen einer verlorenen Wette das Brandenburger Tor in die Luft sprengt, geht dann straffrei aus, wenn er die Sehenswürdigkeit originalgetreu wieder aufbaut sowie der Stadt den durch die entgangene Nutzung entstandenen Schaden ersetzt."

  • Wenn eine Straße oder sogar ein Haus weiter 16000 gehen, dann heisst das für dich gar nichts. Du kannst an einem anderen Verteiler hängen und was der Nachbar bekommt ist damit bedeutungslos für dich.


    Ich denke nicht dass es daran liegt, da es einen "Haupt"-Knotenpunkt in der Nähe gibt, auf den eigentliche alle Leitungen zulaufen. Über Vorkommnisse von ODSLAMs in der Gegend weiß ich aber nicht Bescheid.


    Wie auch immer - die 16.000 kommen daher, dass sowohl 1&1 als auch HTP in ihren eigenen Verfügbarkeitschecks damit an meinem Standort werben. 1&1 hat mir auf Nachfrage erklärt, dass aufgrund des Alters der Telekom-Leitungen und Telekom-Verteiler (die 1&1 ja anmietet) keine höhere Datenrate möglich ist. Mit neuerer Technik wäre es möglich. Die kann 1&1 aber weder anbieten, verbauen noch in Auftrag geben. VDSL und mehr würden übrigens auch trotz neuerer Technik nicht drin sein; dafür ist die Entfernung zum Knotenpunkt zu weit.
    Und bei dem Punkt neuere Technik scheint HTP zu punkten. Immerhin werben sie mit den Investitionen in der Region. Dass HTP-eigene Ports im Knotenpunkt installiert wurden und neue Leitungen verbaut wurden, habe ich nun ja aus sicherer Quelle bestätigt bekommen.


    Das einzige Manko wäre wie du sagst die Leitungen - wenn da bis zu meinem Standort keine neue Leitung liegt, bringt ja auch ein Providerwechsel nichts...


    Es ist üblich, dass der neue Provider die Kündigung beim alten übernimmt und dabei dann deine Telefonnummern mitnimmt, das erfährst du aber beim neuen schon. Auf die Kündigungsfristen hat das alles aber keinen Einfluß.


    Das ist schonmal beruhigend, wenn wir uns für den Wechsel entscheiden. Nachdem was ich über das Thema Kündigung bei 1&1 im Netz gelesen habe, scheint man da "auf normalem Wege" ja schwer rauszukommen.


    EDIT: @ Alfredo, das habe ich auch gelesen. Ich werd mir das mal merken und wenn die Entscheidung gefällt ist, den Weg mal probieren.