Übertakten einer GeForce GT 555M

  • Hallöchen,


    also da ja die CPU an sich durch die Intel Technologie übertaktet, habe ich mir gedacht, das ich eigentlich die Grafikkarte doch ebenfalls übertakten kann. System:


    LENOVO Y570


    Intel Core i7 2670QM @ 2,20 GHz
    NVIDIA GeForce GT 555M 1GB GDDR5 DirecX 11.1
    8GB RAM
    750 GB HDD


    Ich habe beobachten können, das während GW2 das Notebook ziemlich warm wird, also habe ich mir ein Cooling Pad von Logitech zugelegt. Laut SpeedFan sind die Temperaturen ohne besondere Belastung (Anti Viren-Scan, SpeedFan und Firefox sind offen):


    GPU: 44°
    HD0: 44°
    Temp1: 52°
    Core0: 52°
    Core1: 55°
    Core2: 51°
    Core3: 49°


    OHNE COOLINGPAD!


    Mit Cooling Pad sinken die Temperaturen um ca. 5-10 Grad herunter, bei GW2 war es ca. so (mit Cooling Pad):


    GPU: 65-72°
    Hd0: 50°
    Temp1: 72-79°
    Core0: 72-79°
    Core2: 72-79°
    Core3: 72-79°


    Temp1 bis Core 3 kommen manchmal ebenfalls an die 82° heran, aber sehr sehr selten. Meistens liegen die Temperaturen zwischen 67° und 77°.


    Ohne Cooling Pad liegen die Temperaturen meistens an bzw. über 80°, jedoch hatte ich bisher nicht über 85° ohne cooling Pad. Einmal ist mein Notebook einfach so ausgegangen, denke mal als Schutzmechanismus. Damals hatte ich kein Cooling Pad.



    Soo, nun, da ja die GPU Temp. meist in dem bereich zwischen 60° und 70° liegen, kann ich meine GeForce GT 555M übertakten?


    Wenn ja:


    • Welches Programm empfiehlt ihr mir?
    • Bis zu welchem Wert sollte ich übertakten?
    • Wo liegt die Temperaturgrenze bei den GraKas und dem Prozessor?


    Bedanke mich jetzt schonmal :cheers:


    Schönen Tag noch!

  • Temperaturgrenzen für den Dauerbetrieb wären ~75°C (Bei Notebooks darfs auch mal 80 werden) für die CPU-cores und ~85°C für die GPU.


    Ich empfehl es grundsätzlich nicht, weil in einem Notebook alles stark zusammenhängt.
    Eine heißere Komponente wärmt den Rest mit.


    Falls du es trotzdem probieren willst, empfehl ich dir auf keinen Fall die Spannung zu erhöhen und diese tools:



    Nvidia Inspector

    GPU-Tool


    Mit dem Inspector kannst du das OC an sich vornehmen, und mit dem Stability Test des GPU-Tools dann nochmal auf Stabilität überprüfen.


    ~5 Minuten Testen damit gibt schon mal einen groben Überblick über die Stabilität, die finalen Taktraten sollten aber auch nochmal mit Benchmarks wie dem 3D11, Heaven oder mit aufwendigeren games getestet werden.


    Wie das übertakten an sich geht weißt du bereits, oder?
    Du kannst so hoch übertakten wie es stabil möglich ist, aber ich empfehle dir wie gesagt auf keinen Fall die Spannung zu erhöhen.

  • Du willst ein Notebook übertakten? Am wichtigsten hierbei: genügend Geld bereithalten für den Neukauf.

  • Das Anheben des GPU-Takts dürfte die Wärmeentwicklung zwar nicht deutlich steigern, ist aber dennoch nicht zu empfehlen.


    Mobile GPUs sind nicht zu solchen Zwecken ausgelegt und zum anderen dürfte man dadurch kaum eine merkliche Steigerung der Leistung erzielen.

  • Hitze ist beim Übertakten bei weitem nicht das einzige Problem. Es ist nur das einzige, dem man relativ leicht entgegenwirken kann.


    Übertakten ist *immer* mit dem Risiko verbunden, dass dabei etwas kaputt geht. Ein höherer Takt bedeutet eine höhere Frequenz. Eine höhere Frequenz bedeutet mehr Strom pro Zeiteinheit. Und das bedeutet, dass alle Bauteile die dafür nötige höhere (elektrische) Leistung bereitstellen können müssen. (Oder woher glaubst du kommt die Hitze? ;) )


    Es reicht ja, wenn ein Transistor oder Kondensator z.B. an der Stromversorgung/Spannungsstabilisierung dem nicht gewachsen ist. Mainboardschaden heißt bei Laptops meistens Totalschaden!
    Gerade bei Laptops sind die Bauteile näher an ihrer Belastungsgrenze und haben geringere Toleranzen, als bei großen PCs. Sie sind einfach 0,0 fürs Übertakten ausgelegt! Und da reden wir noch gar nicht von CPU und GPU...


    Das nur, um nochmal auf das Risiko hinzuweisen. Das darf und soll in solchen Threads weder heruntergespielt noch vergessen werden.

    "Bildung" kommt von "Bildschirm", nicht von "Buch", sonst müsste es ja "Buchung" heißen.(Dieter Hildebrandt)


    Ich weiß, er funktioniert nicht richtig, aber schau doch, wie schnell er ist! (Übertakter)

  • Gut, ich möchte dazu dann nochmal meine Sichtweise darlegen.


    Viele Hersteller betreiben gerade in Notebooks die GPUs mit wesentlich niedrigerem Takt als nötig, um etwas Luft nach oben für ihre teureren Modelle zu haben.
    So gibt es beispielsweise von der GT555 Versionen mit ungefähr 500MHz bis 700MHz takt.


    Die GPUs sind aber alles die gleichen (unterschiedliche Grenzwerte und VIDs sind klar, aber in diesem Bereich noch nicht ausschlaggebend), das heißt jede davon packt auch die 700MHz, weil die Subvendoren die Spannung nicht manuell anpassen.
    Wenn jetzt also ein Modell die 700MHz noch nicht ausgereizt hat, sind durchaus noch ungefährliche Leistungsreserven vorhanden.
    Der zusätzliche Stromverbrauch ist auch relativ gering, afaik steigt er auch sehr linear an.


    Die zusätzliche Kühlung verringert den Stromverbrauch aber bereits erheblich weil durch die geringere Temperatur der Wiederstand des Siliziums erhöht wird.
    Der Anfangsstromverbrauch in diesem Fall hier wäre also sowieso schon mehr als optimal und gibt mehr Spielraum nach oben.


    Mir persönlich ist auch keine einzige CPU oder GPU bekannt, die durch puren Takt gestorben ist, sowas gibts eigentlich nur beim VRAM und auch da nur wenn mans extrem übertreibt.
    Es ist wesentlich schwerer diese Chips totzukriegen als immer geglaubt wird, zumal die Bedingungen hier sowieso schon verbessert sind im Vergleich zur "normalen" Version dieses Laptops.


    Aber gut, ist wohl auch besser, wenn ein paar vorsichtigere Meinugen auf meine treffen, vielleicht kennt ihr ja solche Fälle. :)
    Würde ich auf jeden Fall gerne hören wenn das der Fall ist.

  • Quote

    Viele Hersteller betreiben gerade in Notebooks die GPUs mit wesentlich niedrigerem Takt als nötig, um etwas Luft nach oben für ihre teureren Modelle zu haben.


    Das ist nur ein Teil der Wahrheit und bezieht sich ausschließlich auf das Kühlsystem.
    Dass die Chips in Notebooks oft niedriger getakten werden hat noch ein paar andere Gründe. Beispielsweise um den Stromhunger zu drosseln, mit dem Mainboard abgestimmt zu sein, und das Gerät auch bei stärkerer Beanspruchung zumindest die gesetzliche Gewährleistungsdauer überstehen zu lassen.


    Quote

    Die GPUs sind aber alles die gleichen (unterschiedliche Grenzwerte und VIDs sind klar, aber in diesem Bereich noch nicht ausschlaggebend), das heißt jede davon packt auch die 700MHz, weil die Subvendoren die Spannung nicht manuell anpassen.
    Wenn jetzt also ein Modell die 700MHz noch nicht ausgereizt hat, sind durchaus noch ungefährliche Leistungsreserven vorhanden.


    Für die GPUs trifft das alles zu. Nur darfst du die GPU nicht allein betrachten. Schon gar nicht bei Laptops, wo sie mit dem Mainboard meistens (aufgelötet!) eine Einheit bilden.


    Da sind viele viele Komponenten direkt außen herum, die allesamt das Übertakten ebenfalls aushalten müssen. Und die sind vielleicht genau so ausgelegt, dass sie den Chip mit niedrigem Takt packen, bei höherem Takt aber (schnell) den Geist aufgeben. Das geht hin bis zum Akku oder dem Netzteil.


    Quote

    Die zusätzliche Kühlung verringert den Stromverbrauch aber bereits erheblich weil durch die geringere Temperatur der Wiederstand des Siliziums erhöht wird.


    Das ist ein Irrtum. Der Einfluss der Temperatur auf den Stromverbrauch der Chips ist zu vernachlässigen. Ist der Einfluss der Temperatur groß genug, um eine nennenswerte Rolle beim Stromverbrauch zu spielen, ist das System längst eingefroren oder verglüht.


    Nicht verwechseln mit der belastungsabhängigen Stromaufnahme und Temperatur! Allerdings ist die Ursache hier der Stromfluß, und die Temperatur die Wirkung. ;)


    Quote

    Mir persönlich ist auch keine einzige CPU oder GPU bekannt, die durch puren Takt gestorben ist, sowas gibts eigentlich nur beim VRAM und auch da nur wenn mans extrem übertreibt.


    Das liegt wohl daran, dass je nach Spannungsstabilisatoren die Spannung beim Übertakten (wegen des steigenden Strombedarfs) irgendwann so stark einbricht, dass keine sauberen Taktflanken mehr detektierbar sind, und das System instabil wird. Oft lang genug bevor es für CPU/GPU kritisch wird. (Darum erhöht man ja die Spannung beim Übertakten, um wieder saubere Flanken zu bekommen - obwohl das NOCH mehr Leistung in den Chip presst.)


    Aber ich rede ja auch nicht von CPU oder GPU, sondern vom Mainboard.
    Für die Spannungsversorgung auf dem Mainboard *kann* es dann schon längst zu spät sein! Wir reden immer noch von Laptops, nicht von zigfach überdimensionierten Übertakter-PC-Mainboards.
    Nützt ja nix, wenn der Grafikprozessor die Tortur überlebt, dann aber trotzdem samt Mainboard getauscht werden muss, weil er aufgelötet ist.



    Übertakten ist ein schönes Hobby, macht Spaß, und bringt in Benchmarks und für Zahlenhexereien sicher tolle Erfolgserlebnisse. ODer auch nicht. Wie so viele andere Hobbys, kann auch Übertakten schnell richtig ins Geld gehen. Darauf sollte man einfach gefasst sein.
    Einen praktischen Nutzen, der das Risiko rechtfertigen würde, sehe ich gerade beim Gaming übrigens nicht. Schon gar nicht bei einem Laptop :D


    Aber das muss der TE und jeder für sich selbst entscheiden.

    "Bildung" kommt von "Bildschirm", nicht von "Buch", sonst müsste es ja "Buchung" heißen.(Dieter Hildebrandt)


    Ich weiß, er funktioniert nicht richtig, aber schau doch, wie schnell er ist! (Übertakter)

  • Einige deiner Punkte sind einfach eine feste Meinung, dass ich daran nichts ändern kann ist klar, und das will ich auch gar nicht.


    Aber du schreibst:

    Quote

    Der Einfluss der Temperatur auf den Stromverbrauch der Chips ist zu vernachlässigen. Ist der Einfluss der Temperatur groß genug, um eine nennenswerte Rolle beim Stromverbrauch zu spielen, ist das System längst eingefroren oder verglüht.


    Der zusätzliche Stromverbrauch durch Takterhöhung ist wesentlich geringer als der Nutzen durch geringere Temperaturen, aber letzteren darf man ignorieren?
    Das ist schlichtweg falsch.
    Beispielsweise brachte mir auf einer GTX470 der Wechsel vom Standardkühler auf ein stärkere Modell (~20-30°C Temperaturverbesserung unter Vollast) knappe 50W ein (gemessen am Gesamtverbrauch des Systems).
    Rechne das mal runter auf die vorliegende Situation, da hast du wesentlich höhere Stromersparnis als der negative Effekt der Takterhöhung ausmacht.


    Die Belastung der umliegenden komponenten wird - so lange keine Spannung erhöht wird unddas cooling pad montiert bleibt - selbst unter leichtem OC vermutlich geringer ausfallen, als es hier normal ist.


    Aber wie du schon geschrieben hast, muss das der TE selbst entscheiden.
    Es gibt immer ein Risiko, auch wenn es meiner Meinung nach in diesem Fall sehr gering ist.

  • also ich muss sagen ich habe bisher nur meinen Desktop übertacktet und zwar mit nem dicken dicken lüfter damit ich die temp runterregeln kann ^^


    bei nem laptop stell ich mir es schwierig vor


    also wenn du den tackt anhebenst Ohne die spannung nachzuregeln ob cpu oder gpu geht das zu last der stabilität


    und wenn du die spannung erhöhst bin ich mir sicher das es warm wie sau wird


    die frage die sich stellt ist lohnt es sich überhaubt ??


    nehmen wir an du kannst ohne anpassung der spannung 20mhz oder 35mhz mehr rausholen das währe laut meiner erfahrung wunschdenken hast du eh nix gewonnen weil ob 35mhz mehr oder weniger dir 1-5 fps bringen


    das risiko das du dir was kaputt machst is meines erachtens zu hoch ... wenn du locker kohle hast für was neues mach n backup deiner daten und bruzel das ding weg xD



    Es gibt immer ein Risiko, auch wenn es meiner Meinung nach in diesem Fall sehr gering ist.


    wenn er von der spannung wegbleibt zu last der stabilität ... es war bei mir so ^^ ich hab in deinem Sysprofil gesehen das du dich eingehend mit Übertackten befasst hast und ich lasse mich gern belehren

  • Von der Spannung muss er wegbleiben, ansonsten kann er sich gleich ein paar Steaks bestellen und auf seinem Laptop anfangen zu grillen ;)


    Wieso da meistens wesentlich mehr als nur 35MHz drin sind hab ich ja schon erläutert.
    Aber auch ohne diesen "netten" Bonus der Subvendoren sind bei Fermi-GPUs meistens noch knapp 100MHz oder mehr drin.


    Zulasten der Stabilität geht es dann, wenn du zu hoch übertaktest ;)
    Man muss natürlich immer schön auf Stabilität überprüfen und sobald es instabil wird zurückschalten - siehe mein erster post.

  • Hallo,


    guten Morgen erstmal :D


    Also, wenn das Risikio wirklich besteht und durch einen falschen Wert man das Notebook so leicht Schrotten kann, dann lass ich lieber die Finger davon, denn so viel höher wird der Leistungsschub dann auch nicht sein denke ich mal.


    Mit den elektronischen Bauteilen / Platine etc. kenne ich mich inzwischen aus, habe zurzeit in der Lehre viel mit Transistor, Platine etc. zu tun. Und ich weis auch selbst, wie schnell man so kleine Teile sehr leicht kaputt machen kann.


    Blos hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das Übertakten der GPU im Notebook auch so eine auswirkung darauf haben kann.


    Hätte ich viel Geld, würde ich das mal Probieren, bloß kann ich nicht einfach so ein 2. Notebook kaufen weil ich es totgetaktet habe xD


    Ich denke mal der Thread enthält viel Infos was das allgemeine Overclocking von Laptops angeht. Würde deswegen gerne einen Mod bitten, das Thema umzubennen, damit später Leute durch die SuFu direkt auf den Thread stoßen.



    Bedanke mich bei euren Antworten, aber lieber kein Risiko als kaputtes Notebook :nod:


    Schönes Wochenende allerseits!

  • Quote

    Der zusätzliche Stromverbrauch durch Takterhöhung ist wesentlich geringer als der Nutzen durch geringere Temperaturen, aber letzteren darf man ignorieren?
    Das ist schlichtweg falsch.


    Okay, vernachlässigen ist vielleicht zu hart ausgedrückt, aber die zusätzliche Leistungsaufnahme durch Übertakten bei konstant gehaltener Temperatur ist nunmal wesentlich höher, als die zusätzliche Leistungsaufnahme bei steigender Temperatur und konstant gehaltenem Takt. Darum MUSS man beim Übertakten ja auf seine Kühlung achten: Das Plus an in Wärme umgesetzter Leistung muss irgendwohin abgeführt werden.


    Quote

    Die Belastung der umliegenden komponenten wird - so lange keine Spannung erhöht wird unddas cooling pad montiert bleibt - selbst unter leichtem OC vermutlich geringer ausfallen, als es hier normal ist.


    Die Frequenz geht direkt sowohl in den effektiven Strom, wie auch in die effektive Spannung ein, aus denen sich die elektrische Leistung berechnet.
    Jedes bisschen mehr Geschwindigkeit wird mit erhöhter Leistungsaufnahme erkauft. Und die Leistung muss von irgendwoher geliefert werden (und irgendwohin abgeführt werden). Bei deinem Desktop, wo der Energieverbrauch nicht sooo die große Rolle spielt, und ausreichend Platz für größere Bauteile vorhanden ist, kein großes Problem; bei einem Laptop "aus einem Guß" kann das aber sehr wohl sehr schnell zu einem Problem werden.


    Der Einfluss der Temperatur auf den Widerstand und damit auf die in Wärme umgesetzte Leistung ist im Vergleich wesentlich geringer. Wie gesagt: Das Problem der Temperatur ist beim Übertakten nur das, das sich am leichtesten in den Griff bekommen lässt. Es ist aber nicht das einzige.
    Das Problem des erhöhten Leistungsbedarfs kann man durch Überdimensionieren bestimmter Bauteile im Rahmen halten - allerdings ist gerade das bei Laptops eben weder selbstverständlich, noch einfach.
    (Was natürlich auch für die Kühlung gilt. 20-30°C wie bei deinem PC, werden da nicht drin sein. Könntest du bei deiner Messung an deiner Desktop-Grafikkarte den Takt um den selben Prozentwert senken, wie du es mit der Temperatur gemacht hast, würdest du staunen, wie sparsam deine Grafikkarte plötzlich wäre. ;) )


    Es gibt durchaus Laptops, die für's Übertakten in gewissen Grenzen vorbereitet sind. Lenovo hat sowas meines Wissens aber nicht im Portfolio.

    "Bildung" kommt von "Bildschirm", nicht von "Buch", sonst müsste es ja "Buchung" heißen.(Dieter Hildebrandt)


    Ich weiß, er funktioniert nicht richtig, aber schau doch, wie schnell er ist! (Übertakter)

  • Quote

    Okay, vernachlässigen ist vielleicht zu hart ausgedrückt, aber die zusätzliche Leistungsaufnahme durch Übertakten bei konstant gehaltener Temperatur ist nunmal wesentlich höher, als die zusätzliche Leistungsaufnahme bei steigender Temperatur und konstant gehaltenem Takt. Darum MUSS man beim Übertakten ja auf seine Kühlung achten: Das Plus an in Wärme umgesetzter Leistung muss irgendwohin abgeführt werden.


    Quote

    Könntest du bei deiner Messung an deiner Desktop-Grafikkarte den Takt um den selben Prozentwert senken, wie du es mit der Temperatur gemacht hast, würdest du staunen, wie sparsam deine Grafikkarte plötzlich wäre.


    Ich glaube, du überschätzt wirklich den Einfluss von Frequenz bei gleicher Spannung.


    Ich habe den Unterschied bei der Leistungsaufnahme gemessen, bei gleicher Spannung (1,2V) waren zwischen 607MHz und 900MHz + Speicher von 1607 auf 2029MHz zwischen 5 und 10W Unterschied.


    Die 20-30° weniger Temperatur haben dagegen knappe 50W ausgemacht, und der TE hat hier ja auch schon ~10°C weniger als normal.


    Das Hauptproblem beim OC ist die Elektronenmigration, die wird durch Temperatur ungefähr linear und durch Spannung annähernd quadratisch erhöht.


    Die Frequenz an sich hat aber wenig Einfluss darauf.



    Auf Die Temperatur und den Verbauch und damit auch den anliegenden Strom noch weniger, ob die Karte jetzt bei gleicher Spannung mit 300 oder 600MHz läuft ist fast schon egal für migration und Temperatur.
    Schon 100mV hätten einen viel stärkeren Einschlag als eine verdoppelung des Taktes von GPU, Shadern und VRAM zusammen.


    Man muss beim Übertakten auf seine Temperaturen achten, das ist richtig.
    Aber nicht wegen des Taktes, sondern wegen der Spannungserhöhung.


    Höhere Temperatur -> mehr Elektromigration -> schlechtere Skalierung auf Spannung


    Der Chiptakt skaliert (sofern es keinen cold bug oder cold boot bug gibt) auf Kälte, wenn es zu warm wird, kann ein gewisser Takt instabil werden.


    Im Umkehrschluss ermöglicht weniger Temperatur mehr Takt.
    Beispiel mein Wolfdale E8400:


    Boxed bei 1,2V ungefähr 65°C
    H70 bei 1,2V ungefähr 45°C
    Trockeneis bei 1,2V ungefähr -70°C


    Die Spannung blieb dabei immer gleich bei 1,2V.
    Mit dem Boxed waren maximal 3,4GHz möglich, mit der H70 warens dann schon 3,6GHz und mit meinem Lieblingsspielzeug waren knapp über 4GHz drin.


    Aber die Entscheidung des TE ist ja bereits gefallen und das respektiere ich auch :)


    EDIT: Zum Punkt "Laptops haben keine so hochwertigen Teile verbaut, die hohe Lasten aushalten.": das ist natürlich vollkommen richtig, nur liegen hier meiner Meinung nach nicht höhere, sondern wenns nicht übertrieben wird sogar geringere Lasten als im Normalfall an, warum hab ich weiter oben näher beschrieben.

  • Auch wenn ich mich entschieden habe,


    eure diskussion lese ich natürlich noch mit. Damit erfährt man so einiges was man nicht wusset was Overclocking angeht. Kann es sein das ihr sehr sehr viel Ahnung im Gebiet elektrotechnik habt? :D

  • Anpera weiß verdammt viel über die theoretische Sachen und Hintergründe, ich hab eigentlich nur von den Sachen Ahnung, die ich zum Übertakten brauch ;)


    EDIT: Und da ist Anpera vermutlich auch anderer Meinung, ich glaub ich bin für ihn bloß einer, der gern rumspielt und gefälligst woanders so böse Sachen wie OC ansprechen soll :D

  • Quote

    Ich glaube, du überschätzt wirklich den Einfluss von Frequenz bei gleicher Spannung.


    Ich glaube, du überschätzt - möglicherweise aufgrund persönlicher Messungen mit anderem Schwerpunkt - den Einfluss der Temperatur bei gleicher Spannung und Frequenz auf die Leistungsaufnahme. ;)


    Quote

    Das Hauptproblem beim OC ist die Elektronenmigration, die wird durch Temperatur ungefähr linear und durch Spannung annähernd quadratisch erhöht.


    Die Frequenz an sich hat aber wenig Einfluss darauf.


    Diese Aussagen sind zwar absolut korrekt, ich verstehe nur nicht, in welcher Weise sie sich auf unsere Diskussion zur Leistungsaufnahme und das dadurch entstehende Risiko eines Hardwareschadens beziehen.


    Elektromigration hast du doch immer. Hohe Temperaturen, Spannungen und Frequenzen beschleunigen den Effekt nur, veringern also die Lebensdauer der Bauteile. Wird ein System wegen Elektromigration im Laufe der Zeit instabil, taktest du runter, oder kühlst stärker, dann läufts noch eine Weile. Hochtakten wirst du es halt nie wieder können.


    Aber wenn ein Bauteil zu viel Leistung abbekommt, sei es durch eine zu hohe Frequenz, einen zu hohen Strom, oder eine zu hohe Spannung, dann brennt es einfach durch: Der Strom sucht/bahnt sich neue, nicht vorgesehene Wege und zerstört das Bauteil dadurch (und eventuell seine Umgebung gleich mit).
    Diese Schwelle kannst du schlecht bis gar nicht abschätzen, und sie ist bei kleinen Bauteilen, wie sie in Laptops verwendet werden, sehr viel schneller erreicht, als bei den großen, überdimensionierten, und aufwendig beschalteten Bauteilen in Desktop-PCs. Und es kann genauso gut und Zigfach auch im Inneren des Chips passieren - teilweise sogar ohne dass man es sofort bemerkt. (Der Rechner verweigert dann nur bei bestimmte Funktionen den Dienst.)


    Quote

    Schon 100mV hätten einen viel stärkeren Einschlag als eine verdoppelung des Taktes von GPU, Shadern und VRAM zusammen.


    Absolut richtig. Dass das Erhöhen der Spannung um ein Vielfaches gefährlicher ist, als nur mit dem Takt zu arbeiten, bestreite ich in keinster Weise. :)


    Quote

    Man muss beim Übertakten auf seine Temperaturen achten, das ist richtig.
    Aber nicht wegen des Taktes, sondern wegen der Spannungserhöhung.


    Höhere Temperatur -> mehr Elektromigration -> schlechtere Skalierung auf Spannung


    Die Spannung muss beim Übertakten nicht wegen Einflüssen der Elektromigration erhöht werden, sondern wegen dem erhöhten Stromfluß, der die Spannung der Taktimpulse unter einen für die Stabilität kritischen Wert drückt.


    (Ob dieser Stromfluß nun durch die höhere Temperatur im Halbleiter, oder durch den höheren Takt stärker beeinflusst wird, ist Thema dieser Diskussion.)


    Dass du durch Kühlung die Störeinflüsse verringerst, die auch zu Elektromigration führen, und du durch gute Kühlung deshalb weiter übertakten kannst, ist natürlich korrekt. Das hat aber mit der Leistungsaufnahme nix zu tun. Auch bei einem gut gekühlten und stabil laufenden System kann plötzlich ein Bauteil schlapp machen, wenn dessen Grenzen für Feld- und/oder Stromstärken überschritten werden.


    Die Elektromigration selbst bestimmt nur darüber, wie lange das System wie stark übertaktet stabil läuft. Verwaschene PN-Übergänge schalten nicht mehr so schnell, "verschlissene" Leitungen können nicht mehr so viel Leistung transportieren. Effekte durch Elektromigration sind schleichend und irreversibel.


    Quote

    Der Chiptakt skaliert (sofern es keinen cold bug oder cold boot bug gibt) auf Kälte, wenn es zu warm wird, kann ein gewisser Takt instabil werden.


    Du redest von der (langfristigen) Stabilität des Systems. Ich rede vom Risiko eines sofortigen und irreparablen Hardwareschadens. ;)


    Quote

    Laptops haben keine so hochwertigen Teile verbaut


    Oh, die Teile in Laptops sind nicht minderwertiger als die in Desktop-PCs. Sie halten nur eben aufgrund ihrer Bauform nicht so viel aus und haben geringere Toleranzen. Sie sind sehr viel stärker für ihren Einsatzort optimiert, als das bei PCs der Fall sein muss: So klein und sparsam wie möglich, nur so stark wie nötig.


    Quote

    Anpera weiß verdammt viel über die theoretische Sachen und Hintergründe, ich hab eigentlich nur von den Sachen Ahnung, die ich zum Übertakten brauch


    Ich schätze da ist was dran. Wenn es um die praktische Umsetzung zum Übertakten eines PCs geht, wird Apfelkuchen routinierter und vermutlich mit mehr Erfolg an die Sache herangehen als ich. :D


    Quote

    Und da ist Anpera vermutlich auch anderer Meinung, ich glaub ich bin für ihn bloß einer, der gern rumspielt und gefälligst woanders so böse Sachen wie OC ansprechen soll


    Nee. Nur das Risiko nicht runterspielen, dann passt es schon. ;)
    Ich hab selbst ja auch mal übertaktet, zuletzt einen Pentium 4, der übrigens heute noch (auf Standardtakt) läuft, aber seit ich die ganzen Hintergründe kenne, verzichte ich darauf.

    "Bildung" kommt von "Bildschirm", nicht von "Buch", sonst müsste es ja "Buchung" heißen.(Dieter Hildebrandt)


    Ich weiß, er funktioniert nicht richtig, aber schau doch, wie schnell er ist! (Übertakter)

  • Ich sehe schon, unsere Schwerpunkte sind einfach zu verschieden, als dass wir uns in dem Thema jemals einigen könnten, sieht man ja schon an deiner Signatur [Blocked Image: http://gbimg.org/p.php?q=fT6WL]


    Du glaubst an den sofortigen Hardwaretod durch jegliches OC, und meine Erfahrung flüstert mir, dass der so oft eintritt wie ein Sieg der Deutschen Herren in der Fußball-WM.


    Ich hab überhaupt nicht realisiert, dass du solche "zack und tot"-Effekte meinst.


    Elektromigration hab ich deshalb angesprochen, weil das meiner Meinung nach die größte Gefahr für chips irgendeiner Art dargestellt - ich wollte mit meinem Beispiel aufzeigen, dass diese Gefahr hier ungefähr auf dem selben Level wie zuvor gehalten wird und daher nicht besonders bedrohlich ist.


    Quote

    So klein und sparsam wie möglich, nur so stark wie nötig.


    Das ist für mich mindere Qualität, auch da sind unsere Prioritäten etwas anders - wobei ich das bei Laptops natürlich nachvollziehen kann, ist jetzt nur meine Sichtweise auf solche Bauteile im Allgemeinen.


    Quote

    Ich hab selbst ja auch mal übertaktet, zuletzt einen Pentium 4, der übrigens heute noch (auf Standardtakt) läuft, aber seit ich die ganzen Hintergründe kenne, verzichte ich darauf.


    P IV, das waren noch Zeiten :D
    Wenn du zu Zeiten des Northwood übertaktet hast kann ich deine Zurückhaltung bei dem Thema verstehen, die hatten ja in ihrer Netburstarchitektur ein nettes, fehlerhaftes detail, durch das viele vom einen auf den anderen Tag den Dienst quitiert haben.


    Sowas gabs übrigens in letzter Zeit wieder mit den 3770K, die mit über 1,9V @6,5GHz+ betrieben wurden.
    Eine ganze batch, von denen innerhalb kürzester Zeit mehr als ein dutzend aufgaben.
    [Blocked Image: https://i.chzbgr.com/completestore/12/6/18/3TjrQdhBuEKTFuOGraLdAg2.jpg]

  • Quote

    sieht man ja schon an deiner Signatur


    Öy, an der Signatur ist mehr Wahrheit, als du glaubst. :p
    Viele Übertakter checken die Temperatur und Stabilität bei Prime95 und glauben dann, ein stabiles System zu haben. Dass Prime95 nur einen winzigen Bruchteil aller in einem Prozessor enthaltenen Schaltungen und Befehle nutzt, wie auch viele andere Benchmarkprogramme, ignorieren sie völlig. Abstürze und merkwürdige Probleme bei anderer Software und Spielen schieben sie dann auf Software oder weiß der Geier was, weil "am Übertakten kanns nicht liegen, die Temps sind ok".
    Komisch, dass die Probleme meistens verschwinden, sobald man auf Standardtakt geht. ^^


    Natürlich gibts auch Übertakter, die das wissen und zumindest bei ihren produktiv eingesetzten Systemen, die nicht nur für persönliche Benchmark-Rekorde existieren, berücksichtigen.

    Quote

    Du glaubst an den sofortigen Hardwaretod durch jegliches OC, und meine Erfahrung flüstert mir, dass der so oft eintritt wie ein Sieg der Deutschen Herren in der Fußball-WM.


    Als jemand, der mehr von "Freund-kennt-sich-gut-aus" übertaktete PCs repariert, als selbst übertaktet hat, unterscheiden sich unsere Erfahrungen eben.


    Ich sehe auch die Gefahr, dass du deine für dich ja sehr positive Erfahrung mit PCs zu leichtfertig auf Laptops überträgst.

    "Bildung" kommt von "Bildschirm", nicht von "Buch", sonst müsste es ja "Buchung" heißen.(Dieter Hildebrandt)


    Ich weiß, er funktioniert nicht richtig, aber schau doch, wie schnell er ist! (Übertakter)

  • Viele Übertakter checken die Temperatur und Stabilität bei Prime95 und glauben dann, ein stabiles System zu haben.


    jetzt haste mich erwischt ich hab einen damals "neuen" AMD Phenom XII 940 Black Edition von 1.25v 3,0ghz


    auf


    1,47V und 3,72ghz hochgeschraubt und das nach dem er ca 1 jahr normal lief


    als kühler hatte ich einen Alpenpenfön Großklockner


    und ich war zu faul auch nur länger als 5 minuten prime laufen zu lassen
    hab mir die temps in der G15 anzeigen lassen und hab gezockt der ist niemals über 60°C hochgegangen


    und das teil läuft seit 28.05.2007 immernoch super nicht einen absturz oder bluescreen und selbst im IDLE modus läuft das ding auf 3,7ghz da durch bios einstellungen der stromsparmodus weg ist


    aber mitlerweile hab ich das teil verschenkt und nen neuen Pc damals hatte ich ne neue karte die wurde limitiert und ich gab der sau .... ich hätte auch geld für was neues gehabt also hab ich mich getraut



    es kann auch gut ausgehen selbst wenns "dumm" war das risiko einzugehen :cheers:




    also wenn du in nen laptop auch nen alpenfön groß klockner reinbekommst kann man auch übertackten xD


    naja also laptop is schon bissel schwer mit temperatur aber selbst wenn er die spannung ignoriert merkt er davon eh keinen leistungsschub sonst wirds instabil selbst 100mhz bringen nix meiner meinung nach